Bernhard Aichner Das Nötigste über das Glück

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Inhaltsangabe zu „Das Nötigste über das Glück“ von Bernhard Aichner

Hans will nicht mehr leben. Zu festgefahren und öde ist seine Welt in dem kleinen Bahnwärterhaus in Ostösterreich. Genau hat er vor Augen, wie er sterben möchte: auf dem Küchenboden liegend, von seiner Frau entdeckt. Eben so wie die Comicfigur auf seiner Lieblingspostkarte: "Du tot in der Küche Hans? So kenn ich dich gar nicht!" Auf der Suche nach einer Frau, die das letzte Mosaiksteinchen in seinem Sterbeszenario sein soll, schaltet Hans eine Zeitungsannonce. EIN ROMAN ALS ROADMOVIE Damit platzt Elvina in sein Leben: laut, schrill, exaltiert und ebenso bunt wie die Stifte, mit denen sie Hans' Postkarte ausmalt. Ohne zu fragen, legt sie sich zu Hans auf den Küchenboden und färbt seine Welt neu ein. Sie ist so anders als Hans, und doch verbindet die beiden die Sehnsucht nach Aufbruch und Glück. Elvina überredet Hans zu einem Roadtrip und sie beginnen eine Reise, die beide mit Fragen konfrontiert, von denen sie nicht wissen, ob sie die Antworten darauf überhaupt kennen wollen. Bis sie letztlich in einem roten Haus mit grünem Dach an der spanischen Küste ihr Ziel erreichen: das Ziel des stillen, zarten, intimen Glücks. SCHNÖRKELLOSE LIEBESGESCHICHTE ÜBER DAS KLEINE GROSSE GLÜCK Bernhard Aichner erzählt mit enormem Tempo und ohne Kitsch eine wundervolle Liebesgeschichte. Wie mit einer Kamera hält er das Leben von Hans und Elvina in präzisen Schnappschüssen fest und schafft es auf einzigartige Weise, das Nötigste über das Glück festzuhalten.

teilweise mühselig zu lesen; im Großen und Ganzen hätte ich mir von Aichner wirklich mehr erwartet

— juLyxx17
juLyxx17

Kurzweilige, schnelle Story, die jedoch keinen allzu bleibenden Ausdruck bei mir hinterlässt.

— Lucciola
Lucciola

Nette Geschichte von Elvina und Hans, ihre Reise durchs gemeinsame Leben..

— ClaraOswald
ClaraOswald

Gewöhnungsbedürftig.

— LimitLess
LimitLess

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    Das Nötigste über das Glück
    Lucciola

    Lucciola

    20. March 2017 um 17:17

    "Das Nötigste über das Glück" ist Programm: es ist das Nötigste. Kurz und Knapp. Ohne Ausschmückungen und ohne Kitsch. Ohne große Gefühle, manchmal sogar ohne jegliche Emotionen. Rasendes Tempo. Zeitsprünge. Realität oder Lüge? Der Schreibstil ist sehr einfach. Schnell. Hauptsätze, kaum Nebensätze. Keine bildhafte Sprache, sondern alles nüchtern und sachlich, eben ohne Gefühl. Dieser Schreibstil ist mir neu und ich habe lange gebraucht, mich daran zu gewöhnen. Wenn man sich darauf einlässt, liest man eine kurzweilige, temporeiche Geschichte. Meine Meinung dazu ist etwas gespalten, einerseits macht der Schreibstil den Roman zu etwas ganz besonderem. Er ist anders als alles andere. Aber gleichzeitig kann mich die Story gerade deswegen nicht richtig fesseln. Die Figuren bleiben etwas blass und man erhält keine Erklärungen. Warum bleibt Hans nach diesem Vorfall bei ihr? Und allzu oft habe ich mich auch gefragt, was an diesem Leben, diesem Miteinander eigentlich das "kleine große Glück" sein soll. Wenn man schweigt und nicht erzählt, was einen bedrückt. Wenn man (zumindest denke ich das über Elvira) *ACHTUNG SPOILER* psychisch krank ist und scheinbar nicht richtig behandelt wird und deswegen Aussetzer hat, in denen man nicht mehr weiß, was man tut. In denen man deswegen andere Menschen verletzt. *SPOILER ENDE* Für mich ist das nicht das gefundene Glück, sonder eigentlich eher traurig... Aber lässt man das mal beiseite, so erkennt man, dass sich zwei Menschen gefunden haben. So unterschiedlich Elvira und Hans auch sein mögen, sie helfen sich gegenseitig. Mehr oder weniger erfolgreich. Ein weiterer Punkt ist das rasante Tempo. Man ist in Österreich, Schweiz, Frankreich, Spanien und das alles in 113 Seiten. Von einem Ereignis zum nächsten, zwischendrin Rückblenden und Lügen über die Vergangenheit. Wunschdenken. Oder doch Realität? Alles geschieht in einer rasenden Geschwindigkeit, sodass die Geschichte selbst leider recht oberflächlich bleibt. Die Geschehnisse werden dadurch schnell wieder verdrängt, dass etwas neues geschieht - und man vergisst, was gerade eben noch war. Die Sprache ist auf einfachstem Niveau, aber oft derb und vulgär. Auch daran muss man sich erst gewöhnen, ich hab es bis zum Schluss nicht so recht geschafft. Und auch die fehlenden Ausrufezeichen zum Anzeigen direkter Sprache haben mir gefehlt, da dadurch vieles recht unübersichtlich wurde. Einerseits bleibt die Spannung aufrechterhalten - es geschieht ständig etwas neues. Andererseits fesselt die Geschichte mich nicht, weil sie recht oberflächlich und blass bleibt. Mir fehlen einfach die Emotionen! Richtige Gefühle! Einerseits stellt das Buch klar, dass Liebesbeziehungen nicht perfekt sind. Dass das Leben nicht perfekt ist. Dass man nichts erwarten soll und dann vielleicht doch etwas findet. Aber gleichzeitig ist das Leben auch völlig anders. Das Leben ist nicht nüchtern. Es ist voller Emotionen und Gefühle, egal ob diese richtig oder falsch sein mögen. Wir denken nicht nüchtern nach. Manchmal sind wir naiv. Schreien. Weinen. Lachen. Sind verzweifelt. Unser gesamtes Leben wird auch von Gefühlen bestimmt. Wir verkriechen uns ins Bett und wollen nichts von der Welt wissen. Wir wollen auf die Wand einschlagen, damit der innere Schmerz aufhört. Wir wollen die ganze Welt umarmen und tanzen und singen, bis es die ganze Stadt hören kann. Und genau deswegen fehlen mir die Emotionen in dem Buch so sehr. Weil das eben nicht das wirkliche Leben ist. All die Bücher mit ihren ewigen Happy Ends sind es ebenso wenig, doch Das Nötigste über das Glück ist auch nicht die Realität. Wir sind Menschen. Lassen uns von Emotionen leiten. Ich bin emphatisch. Ich fühle mit anderen Menschen mit - sowohl im echten Leben als auch in Büchern. Hier konnte ich das nicht, denn es gab irgendwie keinen Anhaltspunkt für mich. Wer sind die beiden? Was macht sie aus? Was sind ihre Stärken, ihre Schwächen, was fühlen sie? All das blieb für mich weitestgehend im Dunkeln und deswegen blieben beide Protagonisten für mich weit entfernt. Und das wiederum fand ich schade und hat mir gefehlt. fazitRasendes Tempo, sehr einfache Sprache, derbe Ausdrücke, flache Figuren. Eine Geschichte ohne Emotionen, mit vielen Wirren und Geschehnissen, die einerseits die Spannung aufrechterhalten, aber einen andererseits auch nicht so richtig fesseln. Mir fehlen die Emotionen und die Empathie, denn ich kann beide Protagonisten absolut nicht verstehen. Wenn man sich auf den Schreibstil und die Ausdrucksweise einlässt, erhält man eine kurzweilige, schnelle Story, die jedoch keinen allzu bleibenden Ausdruck bei mir hinterlässt. http://lucciola-test.blogspot.de/2015/08/books-bernhard-aichner-das-notigste.html

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  • Glück muss man teilen

    Das Nötigste über das Glück
    LimitLess

    LimitLess

    09. March 2016 um 12:51

    Das Nötigste über das Glück ist ein durchwachsenes Buch, das durchaus seinen Charme hat, jedoch sehr eigensinnig ist und man den Stil mögen muss. Es fallen sofort die kurzen Sätze auf, die oft nur aus zwei, drei Wörtern bestehen und mit denen man zurechtkommen muss. Ich behaupte, dass das in einem normalen Roman etwas zu wenig ist. Für den Spannungsaufbau in einem Thriller aber sehrwohl funktionieren kann. Durch das kurzangebundene Erzählen ist es schwer, eine Beziehung zur Geschichte aufzubauen, geschweige denn zu den Charakteren, auch wenn man mit der Zeit ein mehr oder weniger gutes Bild von ihnen bekommt. Die Charaktere sind sehr eigensinnig und oft unergründbar. Mit Rückblicken in die Vergangenheit versucht der Autor die Beweggründe der einzelnen Figuren verständlicher zu machen und der Geschichte etwas Spannung einzuhauchen. Der Roadtrip, den Hans und Elvina bestreiten, hatte für mich jetzt nicht den Reiz darüber zu lesen, wie ich es bei anderen Roadtrips hatte. Die Beziehung zwischen Hans und Elvina blieb für mich immer sehr flach, auch wenn sie als sehr innig beschrieben wurde. Aber durch die kurzen, nüchternen Sätze konnte ich, wie gesagt, auch hier nicht voll mitfiebern.  Die Geschichte an sich ist von der Idee her gut. Es ist eine Liebesgeschichte, die eben ohne große Beschreibungen auskommt und trotzdem irgendwie funktioniert. Nach Liebe und Glück strebt doch jeder im Leben. In der Geschichte sieht man, dass beides nicht perfekt sein muss, um zur Erfüllung zu kommen. Um es jedoch als Leserin genießen zu können oder etwas mitnehmen zu können, war es mir einfach insgesamt zu wenig. Fazit Bei dem Buch kann ich mich nicht recht entscheiden, ob es mir gefallen hat oder nicht. Es hat sowohl positive als auch negative Aspekte. Mit den kurzen Sätzen gehen viele Emotionen verloren, die ich bei einem Buch gerne habe und wo ich dann mitfiebern kann. Auch die Charaktere enttäuschen ein bisschen und bringen die Story nicht so rüber, wie ich es mir erwartet habe.  

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  • Rezension: "Das Nötigste über das Glück" (B. Aichner)

    Das Nötigste über das Glück
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    02. September 2015 um 20:21

    Zum Inhalt: Hans hat keine Lust mehr auf das Leben. In seinem Bahnwärterhäuschen träumt er vom perfekten Abgang, wie er ihn tagtäglich auf einer Postkarte an seiner Wand anstarrt: Hans tot auf dem Küchenboden, darüber eine Frau, die sagt: „Du tot in der Küche, Hans? So kenn ich dich gar nicht!“ Tatsächlich findet Hans in seiner Putzfrau Elvina eine willige Mitspielerin für den geplanten Suizid. Doch als es dann so weit ist, erkennt Hans, dass das Leben ja vielleicht doch noch etwas zu bieten hat. Zusammen mit Elvina begibt er sich Hals über Kopf auf einen Roadtrip. Das Ziel: Spanien, Elvinas Heimat. Doch der Weg dorthin ist nicht so leicht wie gedacht. Meine Meinung: "Augen zu. Feige Sau, dachte er. Am Küchenboden wie tot. Er bewegte sich nicht, atmete so flach es ging. Auch wenn sein Herz laut war wie lange nicht mehr. Nichts regte sich. Sie stand in der Tür, er hörte ihre Füße hinter sich auf den Fliesen. Wie sie stehenblieb. Wie ihr Mund aufging." (S. 14) An den Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen. Nun brauche ich keine weit ausschweifenden Objekts-, Personen- oder Landschaftsbeschreibungen. Aber so ein ordentlicher Satz – Subjekt, Prädikat, Objekt – ist prinzipiell nicht zu verachten. Der Autor wählt hier allerdings einen sehr minimalistischen Schreibstil. Das Nötigste eben. Kurze, abgehakte Sätze. Teilweise gar keine richtigen Sätze. Viele viele Punkte an vielen vielen Satzenden, ab und an ein einsames Fragezeichen. Wörtliche Rede wird nicht angezeigt, was ich manchmal etwas ungünstig fand. Dafür findet man auch mal ein paar derbe Ausdrücke (Das böse F-Wort ist auch öfter dabei.). Man muss den Schreibstil nicht mögen, aber man kann sich damit arrangieren. Immerhin liest sich das Buch dadurch leicht und schnell. Mit Hans und Elvina konnte ich ehrlich gesagt überhaupt nichts anfangen. Was die beiden zueinander hinzieht, ist mir schleierhaft. Große Emotionen werden hier eh nicht zum Ausdruck gebracht. Man kommt zusammen, man begibt sich auf einen absonderlichen Road Trip von Österreich über die Schweiz nach Frankreich und letztendlich Spanien. Abgesehen von körperlicher Anziehungskraft scheint da nicht viel zu sein. Die beiden klammern sich aneinander wie an den rettenden Strohhalm, doch man hat das Gefühl, dass sie austauschbar sind - Hauptsache, es ist jemand da.   Hans blieb für mich völlig gesichtslos, Elvina mochte ich nichtmal ansatzweise. Hans ist ein Sonderling, der sich bislang von der Welt abgeschottet hat und dank Elvina nach und nach immer extrovertierter wird. Elvina hat Geheimnisse und trägt Probleme mit sich herum, die nicht nur für Hans gefährlich werden. So hat sie öfter Aussetzer, in denen sie extrem gewalttätig ist. Elvinas Geschichte erfährt man so nach und nach, u. a. durch Rückblenden. Die Geschichte rast im Eiltempo voran und macht Zeitsprünge. Das Paar rutscht von einer absurden Situation in die Nächste. Glücklicherweise gibt es immer ein paar andere Sonderlinge, die ihnen den Allerwertesten retten. Auch diese Figuren bleiben glanzlos und oberflächlich. Auf der einen Seite passiert sehr viel, man kommt kaum zum Verschnaufen. Auf der anderen Seite hat mich die Geschichte nicht wirklich gefesselt, da alles so oberflächlich und knapp blieb und ich keinerlei Emotionen spürte beim Lesen. Bestenfalls noch Hoffnung, dass das Buch mit knapp 113 Seiten schnell gelesen sein wird. Die Botschaft ist mir eigentlich schon klar. Und der Titel ist hier Programm und verspricht wohl auch nicht zu viel: Hier wird wirklich nur das Nötigste erzählt. Aber was aufgrund des Klappentextes nach einem interessanten Konzept klang, hat mich nicht begeistern können. Das lag noch nichtmal an dem ungewöhnlichen Schreibstil, an den ich mich ja durchaus gewöhnen konnte. Man muss sich wohl den Tiefgang, den ich vermisste und der sicherlich dennoch da ist, selbst erarbeiten. Vielleicht fehlte mir dafür die Motivation. Es tut mir wirklich leid, das sagen zu müssen, aber das Buch hat mir einfach nichts gegeben, und ich habe es im Endeffekt lustlos heruntergelesen.

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  • Das Glück braucht keine Perfektion

    Das Nötigste über das Glück
    Seitenfluesterin

    Seitenfluesterin

    15. August 2015 um 17:55

    Öde. Alle Freude am Leben verloren. Scheißleben. So würde Hans sein Leben beschreiben, und wenn er so darüber nachdenkt, dann klingt für ihn nichts verlockender als diesem einfach ein Ende zu setzen. Einfach die Augen zu schließen. Für immer. Und er hat auch schon eine genaue Vorstellung darüber wie sein letzter Tag aussehen soll: Er auf dem Küchenboden liegend, vergiftet und eine Frau soll ihn dort finden mit den Worten: ,,Du tot in der Küche, Hans? So kenne ich dich gar nicht!". Alles genauso wie auf seiner Lieblingspostkarte. Doch dann tritt eines Tages plötzlich Elvina in sein Leben: Aufgedreht, Energiegeladen, Direkt. All das, was Hans in seinem Leben bis dahin gefehlt hat. Und mit ihrem Auftauchen scheint auch all seine Traurigkeit und Verbitterung über das Leben verschwunden zu sein. Gemeinsam bricht das ungleiche Paar auf einen Roadtrip nach Spanien auf. Auf ihrem Weg begegnen sie vielen Menschen, sich selbst und ihrer eigenen Vergangenheit, bis sie dann das erreicht haben, wonach sie sich innerlich gesehnt haben: Freiheit und Glück. Im ersten Moment hört sich die Handlung des Romans nach einer typisch-kitschigen Liebesgeschichte an, die jeder von uns kennt: Ein einsamer Mann trifft auf eine Frau mit einer schillernden Persönlichkeit. Liebe auf den ersten Blick. Der Anfang einer perfekten Liebesgeschichte: Essen bei Kerzenschein, Einfühlsamkeit, tiefes Vertrauen, der zögerliche erste Kuss, das Liebesglück des Pärchens wird ins kleinste Detail beschrieben... Wer glaubt, so eine Geschichte hierbei vor sich zu haben, täuscht sich. Denn der Titel ,,Das Nötigste über das Glück" ist hier Programm. Ohne Ausschmückungen, ohne große Gefühle, ohne viel Kitsch, in einem schnellen Tempo und einer Perspektive, die wie von einer Kamera aufgenommen scheint, erzählt der Autor Bernhard Aichner eine etwas andere Liebesgeschichte von einem Pärchen, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Zugegeben, ich musste mich erst einmal an den Schreibstil in diesem Roman gewöhnen, denn ein Roman ohne besonders viele Ausschmückungen und ohne die bildhafte Sprache, sondern nur auf das Nötigste beschränkt, sowohl in der Konstruktion der Sätze, als auch in der Beschreibung der Umgebung, ist mir auch noch nicht untergekommen. An dieser Stelle ist meine Meinung zwiespältig, denn was beim ersten Mal Nachdenken sich als eine große Stärke des Buches erweist, kann im nächsten Moment als Schwäche angesehen werden. Positiv an dieser Stelle zu vermerken ist, dass dieser Roman sich von den anderen Liebesgeschichten, die einer Schablone folgen, abheben möchte, was dem Autor auch gelingt. Der Roman erfüllt seinen Zweck: Der Leser bekommt keine Traumvorstellung einer Liebesgeschichte vermittelt, die zu schön ist, um auf irgendeine Weise wahr sein zu können, sondern es wird von einer Beziehung zwischen zwei Menschen erzählt, die jeweils eigene Macken aufweisen und deren Beziehung keinesfalls perfekt ist, aber dies auch gar nicht im Vordergrund der Geschichte steht, sondern das Glück, das ihre Beziehung erfüllt und dafür sind auch keine tieferen Beschreibungen der Gefühlssituation nötig. Soweit ganz gut. Aber dann wäre da noch das Tempo mit dem ich als Leser durch das Buch gejagt wurde. An eine Verschnaufpause war gar nicht zu denken, denn auf 120 Seiten bin ich in Österreich, der Schweiz, Frankreich und schließlich in Spanien gewesen und die Handlung ging wirklich turbulent zu. Aber weil es eben so schnell an mir vorbeigezogen ist, ist es nach dem Lesen wirklich schwierig für mich, mich an die einzelnen Zwischenstopps und deren meist katastrophal endende Ereignisse zu erinnern. Und mittendrin: Hans und Elvina. Ein Pärchen so unterschiedlich wie Tag und Nacht, und dennoch haben sie in dem jeweils anderen ein ergänzendes Stück in ihrem Leben gefunden. Dabei spielt das äußere Erscheinungsbild keine entscheidende Rolle, denn als Leser erfährt man kaum etwas über das Aussehen der beiden Protagonisten, sondern viel mehr über ihre charakterlichen Merkmale. Da wäre Elvina, eine Frau, die in ihrem Leben viel herumgekommen ist und viel an Erfahrungen in der Welt gesammelt hat. Aufgeweckt, Aufgedreht, Energiegeladen und Direkt. Allerdings auch von Verlusten und Rückschlägen geprägt, die nach und nach in der Handlung offenbart werden. Und dann Hans, ein Mann, still, in seinem Bahnwärterhäuschen abgeschottet von der Welt lebend und unglücklich. Auch wird in diesem Roman nicht die 'dunkle' oder 'bedrückende' Vergangenheit besonders hervorgehoben wie das in vielen Liebesgeschichten häufig gerne gemacht wird, sondern man merkt, dass die Protagonisten im Hier und Jetzt leben möchten und die Vergangenheit einfach ruhen lassen. Alles in allem hat mir der Roman genau das geboten, was auch im Klappentext genannt wurde: eine schnörkellos[e]- Liebesgeschichte, die sich klar von den bisher bekannten Liebesgeschichten abhebt und ihren Zweck erfüllt, nämlich das Nötigste vom Glück festhalten, mich am Ende allerdings auch nicht vollends überzeugen konnte.

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