Bernhard Blöchl Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint

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Inhaltsangabe zu „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ von Bernhard Blöchl

Er will nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft, oder vielleicht doch nicht?

Ein Ford Transit, ein blinder Passagier und ein Abenteuer der etwas anderen Art.

— Lyndwyn
Lyndwyn

Grandiose Unterhaltung auf höchstem Niveau - Tiefgang und feiner Humor, der das Buch zu einem Leseerlebnis machen

— MissSophi
MissSophi

Ein Roadtrip nach Schottland, der wegen der grummeligen Hauptperson und des schillernden Sprachwitzes absolut lesenswert ist.

— frenx1
frenx1

Witziger und gleichzeitig tiefsinniger Roman über einen Selbstfindungstrip in die schottischen Highlands - absolut empfehlenswert!

— jutscha
jutscha

Ein Roman mit vielen Facetten, humorvoll, tragisch, melancholisch, skurril, der mit seiner Lebensphilosophie besticht. Eine absolute Leseempfehlung

— louella2209
louella2209

Depressiv angehauchte Geschichte ohne wirklichen Humor.

— StMoonlight
StMoonlight

Wunderbare Verknüpfung von Humor und Tiefsinnigkeit

— Gwennilein
Gwennilein

Eine Roadnovel, die sich durch ihr Spiel mit der Sprache und tolle Figuren auszeichnet - witzig und rührend zugleich, was will man mehr?

— Croeli
Croeli

Lustig, ans Herz gehend, zu Tränen rührend und gleichzeitig nachdenklich stimmend...unbedingt lesen

— Simi159
Simi159

Ein Roadtrip für junge und alte Leser

— Nyansha
Nyansha

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  • Buchverlosung zu "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" von Bernhard Blöchl

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    dreamlady66

    dreamlady66

    Hallo!
    Die noch andauernde Leserunde musste ich leider - aus persönlichen Gründen - abbrechen.
    Nichtsdestotrotz biete ich das nahezu ungelesene Buch im quietschgelben Cover von einem TOP-Verlag hier per Buchverlosung an Interessenten an & hoffe auf zahlreiche Bewerbungen.
    Nach Beendigung ist eine Rezension erwünscht.

    Was genau reizt Euch an dem Cover/Klappentext?

    Viel Spaß & Erfolg...

    • 6
    • 28. May 2017 um 23:59
  • Leserunde zu "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" von Bernhard Blöchl

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Bernhard_Bloechl

    Bernhard_Bloechl

    Hallo liebe Bücherfreunde, habt ihr Lust auf einen irrwitzigen Road-Trip nach Schottland? Habt ihr Lust auf einen vergnüglichen Roman über das Ausbrechen, über vergrabene Gefühle und verpasste Chancen, über neues Glück und die große Liebe? Dann möchte ich euch „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ ans Herz legen, meinen zweiten Roman, kürzlich erschienen bei Piper. Kurz zu mir: Ich heiße Bernhard Blöchl, bin Autor und Kulturjournalist aus München. „Im Regen …“ ist mein zweiter Roman, und ich bin sehr neugierig auf Feedback. Ich werde die Leserunde aktiv begleiten und hier und da für Antworten zur Verfügung stehen.  Darum geht’s in meinem Buch: „Ist es je zu spät für das wahre Leben? Er erwartet nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft.“Hier findet ihr weitere Infos zum Buch (Leseprobe inklusive):https://www.piper.de/buecher/im-regen-erwartet-niemand-dass-dir-die-sonne-aus-dem-hintern-scheint-isbn-978-3-492-06075-2Hier findet ihr weitere Infos zu mir:http://www.bernhardbloechl.de25 Bücher stellt der Verlag freundlicherweise zur Verfügung. Lasst uns gemeinsam lesen, lachen, diskutieren. Eine gute Woche lang könnt ihr euch bewerben. Folgende Fragen bitte ich euch zu beantworten: 1) Erstens, was genau macht euch neugierig auf mein Buch, warum wollt ihr es lesen? 2) Wo genau werdet ihr nach der Leserunde eure Rezensionen veröffentlichen?   Ich freu mich auf eure Rückmeldungen. Herzliche Grüße und Cheers, Bernhard.

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  • Ein Roadtrip der etwas anderen Art

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Lyndwyn

    Lyndwyn

    20. May 2017 um 10:54

    Das Buch „Im Regen erwartet niemand dass dir die Sonnen aus dem Hintern scheint“ war für  mich im ersten Anschein nach ein amüsante Geschichte über einen alten Griesgram und seiner Reise in die Highlands von Schottland. Aber musste meine Meinung ändern, dass Buch ist noch so viel mehr: Die Charaktere: Knoppke ist ein wortkarger, mürrischer, sich bis auf sein Fußball für nichts interessierender und im großen und ganzen langweilig anmutender Mann, der sich nach einem unvorhergesehenen Vorfall Hals über Kopf nach Schottland aufmacht um Ruhe zu finden. Er ist kein typischer symphytischer Hauptcharakter, mit dem man sofort eine Verbindung hat. Selbst in den Momenten, in denen man Mitgefühl mit ihm hat, kann man seine Taten nicht sofort nachvollziehen. Jeder Mensch reagiert anders und nach und nach wächst einem der ältere Herr ans Herz, was natürlich an seinem quirligen Gegenpart liegt: Sam. Sam begleitet Knoppke zunächst als unerwünschter Passagier auf seiner Reise. Ihre Art ist etwas Besonderes und praktisch das Gegenteil von Knoppke selbst. Sie ist offen, kontaktfreudig, in ihrem Redefluss kaum zu bremsen und sieht die Welt als ihr Zuhause an. Ich mochte sie augenblicklich. Während der langen Fahrt machen beide eine beeindruckende Entwicklung durch. Neben dem herrlich unterschwelligen Humor bekommt man auch tiefgründige Eindrücke, vor allem von Knoppke. Was wohl auch an dem Schreibstil des Autors lag. An diesen musste ich mich erst einmal gewöhnen. Lange und mehrfach verschachtelte Sätze sind dabei keine Seltenheit gewesen, aber nach den ersten Kapiteln. Fazit: Das Buch ist mehr als es im ersten Anschein nach preisgibt, humorvoll, tiefgründig und es wärmt einen auch das Herz. Hierfür eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

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  • ein wahres Lesevergnügen

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    MissSophi

    MissSophi

    19. May 2017 um 21:10

    Als Knoppke seine Freundin mit einem anderen erwischt, packt er kurzerhand seine Sachen und macht sich auf den Weg nach Schottland. Die Highlands sind sein Ziel, dort wo es immer regenet und wo niemand erwartet, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint.Das "Kismet" führt Sam zu ihm - die sich in seinen fast Bully schmuggelt und nun zu seiner Reisebegleitung wird.Die Beiden machen sich auf den Weg und erleben allerhand Kuriositäten.Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt, ich habe die Charaktere, die sehr liebevoll vom Autor beschrieben werden, in mein Herz geschlossen und bin dankbar, durch das Lesen, Teil des Roadtrips gewesen zu sein.Bernhard Blöchl hat eine sehr eigene Art zu schreiben und ich finde sie einfach hervorragend - genau mein Humor. Ich habe stellenweise wirklich laut auflachen müssen und saß die meiste Zeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht da und habe die Geschichte einfach genossen. Ich hoffe noch viel von Blöchl zu lesen zu bekommen und kann dieses Werk mit dem langen Titel, der es irgendwie genau trifft, nur mit ganzer Überzeugung empfehlen.

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  • Ein Roadtrip zum Glück

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    camilla1303

    camilla1303

    19. May 2017 um 10:12

    Der Roman „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ von Bernhard Blöchl ist 2017 im Piper Verlag erschienen. „Er will nichts mehr vom Leben. Sie will alles. Knoppke sucht Einsamkeit. Sam sucht Gesellschaft. Trotzdem fahren sie gemeinsam nach Schottland. Dort finden sie vieles, nur nichts von dem, was sie erwartet haben…“, so die Kurzbeschreibung des Buches. Als Knoppkes eines Abends seine Freundin dabei erwischt, wie sie sich von einem anderen Mann beglücken lässt beschließt er anstatt einer großen Szene einen Roadtrip zu machen. Natürlich hätte er nie damit gerechnet einen blinden Passagier in seinem Ford Transit zu entdecken. Gemeinsam mit Sam begibt er sich auf eine Reise nach Schottland und findet dabei nicht nur zu sich selbst, sondern auch zum Glück. Die beiden unterschiedlichen Charaktere machen zusammen eine tolle Entwicklung durch und bei jeder Seite des Buches fiebert man mehr mit ihnen mit und lernt die einzelnen Protagonisten nicht nur kennen, sondern auch schätzen. Vom Titel des Buches habe ich mir ein kurzweiliges, humorvolles Buch erwartet. Humorvoll und kurzweilig war das Buch auf alle Fälle, jedoch war der Humor oft zwischen den Zeilen versteckt und bestach durch eine herrlich subtile Art. Das offene Ende macht Hoffnung auf eine Fortsetzung von Knoppkes Geschichte und ich würde mich freuen, wenn mir diese Hoffnung erfüllt wird. „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ ist ein Buch, das beim Lesen glücklich macht und ich kann es voller Überzeugung weiterempfehlen.

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  • Sagt der alte Mann im Rettungsboot.

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    LiberteToujours

    LiberteToujours

    17. May 2017 um 20:55

    Knoppke hat die Schnauze gestrichen voll. Sein Leben ist öde und seine Beziehung am Arsch. Also macht er sich in seinem Bus auf den Weg nach Schottland - womit er nicht gerechnet hat ist sein blinder Passagier, Sam. Die ist in ungefähr jeder Hinsicht das komplette Gegenteil von ihm - Lebenslustig, spontan und niemals still. Das hat ihm gerade noch gefehlt..Ich bin ehrlich, ich hatte mir von dem Buch eigentlich etwas anderes erwartet. Eine leichtere, lockerere Art zu schreiben und ein bisschen mehr Humor. Aber das ist mit Knoppke halt irgendwie nicht zu machen - denn der ist alles, aber nicht lustig. Zumindest am Anfang. Stattdessen überrascht der Roman mit einer unerwarteten Melancholie, einer anspruchsvollen Wortwahl und und Tiefgang.Gar nicht so schlecht, wirklich nicht.Die Lacher bleiben aber natürlich trotzdem nicht auf der Strecke. Erstens gibt es allerhand Situationskomik - ob Knoppke das nun will oder nicht - und zweitens taut der ja auch im Laufe der Reise Stück für Stück weiter auf und lässt sich sogar selbst dann und wann zu einem Witz hinreißen. Mit beiden Protagonisten habe ich mich streckenweise schwer getan - Knoppke zieht den Leser einfach runter, ob man will oder nicht. Und Sam ist zwar unglaublich sympathisch und ich konnte mich mehr als einmal in ihr wiederfinden, aber ihre Art zu sprechen treibt mich stellenweise in den Wahnsinn. Da kann ich Knoppke schon verstehen, wenn der sich wünscht dass sie einfach mal den Mund hält. Nüchtern hätte ich die als Mitreisende auf Dauer auch nicht ertragen.Aber eigentlich ist das ja auch nur authentisch. Wie viele Menschen trifft man schon, die nicht die eine oder andere Macke haben?Blöchl hat hier einen etwas anderen Roadtrip geschaffen, ganz ohne Slapstick und Action dafür mich einer rührenden Geschichte und der einen oder anderen Weisheit über das Leben. Definitiv lesenswert!

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  • Rezension: "Bei Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" (B. Blöchl)

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    16. May 2017 um 21:14

    Der Titel ist zwar nicht kurz, aber dafür prägnant und witzig. Und Humor kann man hier auch erwarten. Meist bleibt er subtil, auch wenn die ein oder andere etwas albern anmutende Szene nicht fehlen darf. Anhand des Klappentextes erwartet man einen Road Trip zweier völlig unterschiedlicher Charaktere, und auch das trifft zu. Wobei ich sagen würde, dass es kein typischer Road Trip ist. Hier mangelt es an Action, aber das wäre auch einfach nicht passend bei dieser Geschichte. Während der Leser mit Knoppke und Sam durch Schottland fährt, findet das eigentliche Abenteuer in Knoppkes Innenleben sowie in seiner Interaktion mit Sam statt. Auf den ersten paar Seiten tat ich mir noch etwas schwer mit dem Schreibstil, der sich durch teils längere, verschachtelte Sätze kennzeichnet. Ich kam dann aber doch recht schnell rein. Der Autor schreibt sehr eloquent und unaufgeregt und verleiht seinen Figuren Tiefe.  Knoppke ist anfänglich ein sehr anstrengender Charakter, da er keine Emotionen hat bzw. nichts an sich heranlässt. Er ist mundfaul, resigniert, wirkt grau, trist und unendlich langweilig. Man möchte ihn am liebsten schütteln und schreien "Mensch Knoppke, so kannst du doch nicht ernsthaft weiterleben wollen!" Sam bildet den starken Gegenpol dazu. Frech, witzig, lebenshungrig und kontaktfreudig. Ihre Ausdrucksweise sorgt für viele Schmunzler. Klar, dass solche unterschiedlichen Protagonisten für Reibung sorgen. Man fragt sich, wie es die beiden so lange miteinander aushalten, doch dem Leser ist recht schnell klar, wieso Sam ausgerechnet bei Knoppke im Wagen landet. Und letztendlich tun sich die beiden doch gut. Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, allen voran Knoppke. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass dieser eine echte Katharsis durchlebt. Da die Geschichte aus Knoppkes Sicht geschrieben ist, kann man als Leser gut nachvollziehen, wie er sich verändert. Man spürt anfänglich diese Trostlosigkeit und Emotionsleere und ist richtig erstaunt, als er plötzlich anfängt, Gefühle zu entwickeln und sich für Dinge zu begeistern. Das Ende ist zufriedenstellend und lässt sogar Luft für eine Fortsetzung, wobei ich eher denke, dass Knoppkes Geschichte hier zu Ende erzählt wurde. Aber der Leser kann sich selbst Gedanken machen, welchen weiteren Werdegang er ihm (und Sam) wünscht. Mich hat "Im Regen..." wirklich gut unterhalten, auch wenn es die ein oder andere langatmige Stelle gab. Die Balance zwischen Humor und Tiefgründigkeit ist dem Autor gelungen. Die Charaktere waren sympathisch und ungewöhnlich, und es hat Spaß gemacht, mit ihnen durch Schottland zu reisen.

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  • Witziger und Roman über einen Selbstfindungstrip in die schottischen Highlands

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    jutscha

    jutscha

    11. May 2017 um 12:20

    Knoppke hat seine Freundin mit einem anderen im Bett erwischt. Er gibt keinen Laut von sich und schleicht sich still und heimlich aus ihrem Leben. Statt mit ihr in den Süden zu fliegen, setzt er sich spontan in seinen Transit, um seinen Traum von einer Reise in die schottischen Highlands wahr zu machen und dort endlich mal seine Ruhe zu haben. Dies misslingt, denn Sam hat sich in München in seinen Kombi geschlichen und wird von ihm bei der ersten Rast entdeckt. Sam ist das genaue Gegenteil von Knoppke – lebenslustig, witzig und vor allem redselig, was ihm zunächst gehörig auf die Nerven geht. Doch irgendwie landen die beiden zusammen in Schottland und Knoppke beginnt, seinen Träumen von früher mehr Raum zu lassen und wieder was Extremes zu machen. Immer mehr wachsen die beiden zusammen, und am Ende nimmt die Geschichte eine Wendung, die ich so nicht erwartet hätte.Mein erster Roman des Autors Bernhard Blöchl hat mir viel Spaß gemacht und macht Lust auf mehr. Der Schreibstil ist leicht und flüssig und die Macken der Protagonisten, der schottischen Einwohner und der sonstigen Personen, die im Buch so herumlungern, herum sind herrlich authentisch dargestellt. Ich finde den Roman herrlich geschrieben und absolut witzig. Dies ist umso erstaunlicher, als dass ich hier in einem Genre unterwegs war, das mich sonst so überhaupt nicht reizt! Die Geschichte macht definitiv Lust auf mehr. Sie eignet sich prima zum Abschalten und Amüsieren. Ich kann das Buch ohne wenn und aber empfehlen, obwohl es eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre ist und vergebe verdiente 5 von 5 Sternen.

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  • Gut gemachter Roadtrip

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    frenx1

    frenx1

    07. May 2017 um 12:08

    Was für ein Titel – Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Wer sagt so etwas von sich? Ein Mann, der von seiner Freundin betrogen wurde und nun überlegt, was er vom Leben noch will. In Bernhard Blöchls Buch heißt dieser Mann Knoppke. Kurz und knapp. Ja, seinen Vornamen erfährt man auch noch, wichtig ist der aber nicht. Denn Knoppke ist Knoppke. Knurrig, mürrisch, wortkarg. Von seiner Freundin Silvi enttäuscht, macht sich Knoppke auf gen Schottland. Dort wollte er schon immer mal hin. Und jetzt will er erstmal zurück auf null. Ruhe, Einsamkeit, Zeit zum Nachdenken. Dass daraus erst einmal nichts wird, dafür sorgt Sam, eine Tramperin, die einfach so in Knoppkes Auto sitzt. Einfach so? Für den grummeligen Knoppke verläuft seine Schottland-Reise anders als gedacht. Statt die Einsamkeit zu zelebrieren, wird Knoppke von seiner Reisebegleiterin ganz schön gefordert. Und je länger Knoppke unterwegs ist, umso mehr verändert sich sein Leben. Nicht durch die Einsamkeit, sondern durch die Begegnung mit anderen Menschen in den Highlands. Das Glück der anderen trifft Knoppke mit voller Wucht. Was will man mehr von einer Reise? Besonders gefallen hat mir an dem Buch einmal die muffelige Hauptfigur Knoppke. Er hat Charakter, man kann sich an ihm und an der Art, mit dem Leben umzugehen, reiben. Fast schon ein Anti-Held. Ein verschlossener Typ, der die kurzen Sätze mag. Kurz und prägnant: so mag er es. Kurz und prägnant sind auch seine Sätze. Dagegen wirkt Bernhard Blöchls Erzählstil fast schon ausladend, verschachtelt. Mit viel Witz erzählt Blöchl seine Geschichte von einem, der sein Leben neu ordnet. Das wenigste ist dabei, dass die Handlung hin und wieder groteske Züge bekommt. Vor allem ist es der Sprachwitz, die Ironie, die schrägen Formulierungen, die wiederkehrenden Lebensweisheiten á la Knoppke wie etwa „Glück kann, muss aber nicht„, die den Reiz des Buches ausmachen.  

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  • Ein Roadtrip der glücklich macht

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Simi159

    Simi159

    06. May 2017 um 13:01

    Knoppke erwischt seine Freundin mit einem anderen Mann im flagranti im Bett. Doch statt sie zur Rede zu stellen, steig er in seinen Ford Transit und macht sich von München auf den Weg nach Schottland. Denn dort ist der Ort, an dem Knokke glaubt Ruhe und Frieden, und damit auch Lösungen für seine kaputte Beziehung, sich und sein Leben. Doch die Ruhe auf dem Weg nach Norden währt nicht lange, denn in seinem Auto ist die blinde Passagierin Sam. Die ebenfalls nach Schottland will und egal welchen Abschüttelversuch Knoppke auch unternimmt, Sam taucht immer wieder auf. Mit ihren Rasterzöpfen, ihrem Chaos und ihren nicht entenwollenden Fragen, bringt sie nicht nur Knoppkes Ruhe durcheinander. Fazit: Meist ist ja der Weg das Ziel. So ist das auch in diesem Buch mit dem ungleichen Paar. Die quirlige Sam lockt Knoppke immer mehr aus seiner teilweise selbstgewählten Isolation. Dass sie dies nicht ganz selbst- und grundlos tut, wird dem Leser recht schnell klar, was den Lesespass nicht mindert. Eher läßt es einen hoffen und bangen, wie die Geschichte um die beiden Charaktere sich auflöst. Die Charaktere sind gut beschrieben, wirken lebensnah und authentisch. Das meist in den Gegensätzen mehr Gemeinsamkeit liegt, als auf den ersten Blick zu sehen ist auch  klar. Die Eigenarten und Eigenschaften der Charaktere erklären sich im Laufe der Geschichte, keine Klischees, sondern das ganz normale Leben. Und so bekommt der Leser ebenso wie Sam Antworten auf die Fragen, die sie hat und warum Knoppke so ist wie er ist. Der Autor, Bernhard Blöchl, hat einen angenehmen Schreibstil, der unaufgeregt und doch genau auf den Punkt ist. Blöchl hat eine Händchen für Charaktere und Situationen und immer wieder gibt es Sätze, die so einfach dastehen, ganz leicht daher kommen, einen tief treffen und nachhallen. Ein unterhaltsamer Roadtrip, der Spass beim Lesen macht sich tief ins Herz bohrt. Von mir gibt es für diese gelbe, glücklich machende Buch  5 STERNE.

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  • Gezwunger Humor macht ein Buch nicht besser

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    StMoonlight

    StMoonlight

    04. May 2017 um 08:45

    Das sonnengelbe Cover gefällt mir wirklich gut. Der ellenlange Titel ist zwar witzig, allerdings gefallen mir kurze und prägnante Titel einfach besser. Aber das ist ja Geschmackssache. Kurzgefasst lässt sich sagen, dass es hier um den spontanen Roadtrip eines Mannes geht, der sich nach Ruhe und Einsamkeit sehnt. Allerdings wird da nichts draus, sondern er bekommt Gesellschaft und Action. Was auch immer Knoppke anfässt, seine Träume scheinen immer wieder zu zerplatzen. Mit dem Schreibstil komme ich leider nicht so wirklich klar. Diese ganzen Schachtelsätze treiben mich in den Wahnsinn und stören meinen Lesefluss doch leider sehr. :( Es gibt hier eine Menge Sprüche, die Knoppke von sich lässt (z.B. “Die Freude der anderen geht mir am Arsch vorbei.“), aber so wirklich für Lacher haben diese nicht bei mir gesorgt. Es wirkte eher wie ein Erwachsener, der sich an Teenisprache versucht: Lächerlich. Die Geschichte wirkt ein wenig depressiv auf mich. Der Humor fehlt mir, außerdem leider recht kurzweilig. Das Buch ist anders als erwartet und für mich daher leider eine Enttäuschung.

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  • Wunderbare Verknüpfung von Humor und Tiefsinnigkeit

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Gwennilein

    Gwennilein

    03. May 2017 um 09:37

    Ich habe das Buch bereits geliebt, als ich den Titel sah - das ist doch mal ein Statement und dann noch wunderbar auf quietischigem Gelb gedruckt: genau mein Geschmack! Zum Glück hat mich auch der Inhalt des Buches in keinster Weise enttäuscht! Der Roadtrip von Knoppke und Sam steckt voller Witz, Tiefgründigkeit und Überraschungen. Gespickt wird die Geschichte mit schrägen Lebensweisheiten und Herz. Eine wirklich empfehlenswerte, kurzweilige Lektüre!

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  • „Leeres Mimikmonster“ trifft auf „Vollgasmädchen“

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Croeli

    Croeli

    01. May 2017 um 21:15

    Wo geht die Reise wirklich hin? Und was hat es mit dem fucking Diadem auf sich?„Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“, verfasst von Bernhard Blöchl und im März 2017 im Piper Verlag erschienen, handelt von dem spontanen Roadtrip eines Mannes, der sich nach Ruhe und Einsamkeit sehnt, aber genau das Gegenteil bekommt. Das Cover ist durch das Gelb auffällig und dennoch minimalistisch gehalten, da die Schriftart sehr schlicht ist und sich nur ein gelber, unauffälliger Transit darunter befindet. Was neben der Farbe ins Auge sticht und im Vordergrund steht, ist der Titel. Er suggeriert durch den Regen eine schlechte Zeit, klingt durch seinen zweiten Teil aber zugleich positiv und humorvoll. Das Cover passt somit gut zu der Roadnovel, die Ernsthaftigkeit und Spaß in sich vereint. „Glück ist zum Großteil eine Frage des Timings, alte Knoppke-Regel.“Das Timing spielt in der Roadnovel eine große Rolle: Gerade als Knoppke kurz vor seiner großen Fußballkarriere steht, zerbricht sein Traum aufgrund ei­ner Verletzung. Gerade als Knoppke seinen Schlüssel bei seiner Freundin abholen möchte, erwischt er sie beim Liebesspiel mit einem anderen Mann. Gerade als Knoppke die Flucht ergreift und nach Schottland fahren will, entdeckt er Sam mit einer Tüte Käsebällchen in seinem Ford Transit. Und gerade Sam scheint sich mit dem richtigen Timing auszukennen. Sie begleitet kurzerhand den viel älteren, emotionslosen und von seiner Vergangenheit gezeichneten Mann nach Schottland und wird zu dem Salz, das Knoppkes graue Lebensbrühe dringend nötig hat.Welche Rolle dabei die ominösen Tagebucheinträge spielen und welche Päckchen Knoppke und Sam zu tragen haben (denn auch eine quirliges Mädchen Anfang zwanzig hat so eines), soll an die­ser Stelle nicht verraten werden. Die Figuren Knoppke und Sam sind gut durchdacht worden. Kleine Details und Erwähnungen am Rande wie die Tatsache, dass Knoppke sich immer wieder am Bauch kratzt, machen die Figuren erst so richtig lebendig. Denn schließlich hat jeder einen Tick oder eine Besonderheit an sich, die ihn auszeichnet.Sam ist eine aufgeweckte Person voller Tatendrang, die die eine oder andere Lebensweisheit in veränderter Form auf Lager hat. Sie ist das, was ich einen gegenwärtigen Hippie-Hipster nennen würde. Ihr Plan ist es, keine Pläne zu schmieden und doch macht sie sich zur Aufgabe, Knoppke den richtigen Weg zu weisen – einem Mann, der „mittendrin und nicht dabei“ ist. Er ist meiner Meinung nach aber das herausragende Element der Roadnovel. Er überzeugt zwar nicht mit lässigen Sprüchen, ist aber so konstruiert worden, dass er in jeder Hinsicht rund ist. Die Gefühlsarmut Knoppkes zu Beginn der Handlung und seine Entwicklung, die der Leser quasi live miterleben kann, wird unter anderem sehr passend durch erlebte Rede veranschaulicht. Das, was die Roadnovel offensichtlich von anderen abhebt, ist das Spiel mit der Sprache.Die einfache Sprache mit Wortwitz, die Wortneuschöpfungen und die humorvollen Umschreibun­gen, die unsere Gesellschaft zum Teil reflektieren, machen einfach Spaß und sorgen für einen guten Lesefluss. Die von Sam gelesenen Tagebucheinträge und die mittendrin auftretenden Enden, die keine richtigen sind, weil sie entweder nicht zu Knoppke passen oder unbefriedigend wären, gefallen mir ebenso gut wie der 'Emo-Stand' als Messlatte für Knoppkes Stimmung. Insgesamt eine vollkommen gelungene Roadnovel, die rührend und lustig zugleich ist. Sie bringt zum Lachen und regt zum Nachdenken an. Bis auf die Tatsache, dass Sams Mutter als Figur der Handlung für mich nicht ausreichend skizziert wurde, habe ich keine negative Kritik zu äußern. Ich kann Bernhard Blöchls Roadnovel jedem ans Herz legen und werde nun mit Sicherheit auch noch seinen ersten Roman lesen. 

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  • Positive Überraschung

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    sapadi

    sapadi

    30. April 2017 um 18:45

    Als Knoppke seine Freundin in flagranti erwischt, macht er sich aus dem Staub, packt seinen alten Ford Transit und begibt sich auf den Weg in die schottischen Highlands. Er sucht dort die Ruhe und Freiheit um sich über seine Situation klar zu werden. Die Rechnung hat er allerdings ohne Sam gemacht, einer „Anhalterin“ der besonderen Art, die sich in sein Fahrzeug geschlichen hat.Als Erstes fällt natürlich das grelle, gelbe Cover auf, was alleine schon ein optisches Highlight ist, verstärkt wird dies zusätzlich durch den auffälligen Titel, eine Mischung die die Neugierde schürt. So oft bin ich noch nie auf ein Buch angesprochen worden, wie auf dieses.Von der Handlung gibt es sicherlich Luft nach oben, aber bei diesem Buch hat mich mehr die Sprache überzeugt als der Plot. Diese und vor allem das Spiel mit Worten ist einfach grandios und haben mich in den Bann gezogen. Sicherlich werde ich den Autoren im Blick behalten und hoffe auch nochmals auf Knoppke, Sam und Tiffi zu treffen. Zuvor werde ich mich mit dem ersten Roman (Juli) des Autoren beschäftigen.Die beiden Protagonisten Sam und vor allem Knoppke sind anschaulich dargestellt und beide sind mir innerhalb von kurzer Zeit ans Herz gewachsen, so dass ich gerne mehr von ihnen erfahren würde. Die weiteren Protagonisten kommen dagegen zu kurz, vor allem Tiffi hätte am Ende mehr Platz benötigt. Hier bietet sich ein zweiter Teil an.Fazit: Ein Buch das mich vor allem sprachlich überzeugt hat und somit fünf Sterne verdient.

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    • 2
  • Ein Mann findet seine Gegenwart

    Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
    Nyansha

    Nyansha

    26. April 2017 um 21:31

    „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ von Bernhard Blöchl erschien am 1. März 2017 beim Piper Verlag in Berlin. Es handelt sich um einen Roman mit 271 Textseiten. Gestaltung Das Cover ist auffällig, allein schon durch seine sonnengelbe Farbe. Gleichzeitig besticht es durch eine gewisse Schlichtheit, denn neben den Informationen zu Titel, Autor, Genre und Verlag findet sich lediglich ein gelber Kleinbus auf dem Cover. Der Text selbst ist ebenso einfach im Blocksatz gehalten, besonders sind jedoch die eingerückten Tagebucheinträge in kursiver Schrift. Ein Highlight ist das Innere des Einbandes, das sich aufklappen lässt. Dort befindet sich neben dem Cover-Kleinbus ein Zitat aus dem Buch. Worum geht es? Er will nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft, oder vielleicht doch nicht? Charaktere Knoppke, ein Mann in den Vierzigern, will eigentlich nur noch seine Ruhe. Er hat einen Job, der ihn nicht erfüllt, kein nennenswertes Sozialleben und seine Freundin Silvi. Als er diese jedoch dabei erwischt, wie sie ein bisschen lebendiger lebt als er, beschließt er kurzerhand, einen lang gehegten Traum wahrzumachen und in die schottischen Highlands zu fahren. Doch schnell erkennt er, dass er einen blinden Passagier an Bord hat – Sam, eine Dreadlocks tragende, junge Frau, die das genaue Gegenteil von ihm ist. Frech, ewig redend und direkt schleicht sie sich mehr und mehr in sein Leben und schließlich beschließen die beiden, den Urlaub gemeinsam zu verbringen. Dabei wird Knoppkes emotionslose Fassade immer mehr erschüttert und auch Sam hütete ein besonderes Geheimnis. Ich war gerade von Knoppke sehr begeistert. In vielen Romanen sind die Protagonisten beinahe von einem Drang beseelt, ständig etwas tun zu müssen. Schneller, weiter, höher und natürlich haben sie fast immer eine super Laune, wenn sie nicht gerade dramatisch leiden. Ein scheinbar emotionsloser Muffel, der einfach seine Ruhe haben und vor allem, was ihn emotional aufwühlen könnte, davonläuft, war da eine tolle Abwechslung. Denn - man ahnt es ja relativ schnell - Knoppke ist ja eigentlich gar nicht so emotionslos und hat in meinen Augen auch ein richtig großes Herz. Dass er so geworden ist, ist im Grunde nur eine Art Selbstschutz gewesen und es ist eben nicht leicht, sich mit seinen eigenen Dämonen auseinanderzusetzen. Aber gerade dieser Ausgangspunkt lässt eine sehr rührende und auch interessante Entwicklung zu, die auf jeden Fall gelungen ist. Sam ist für mich eine Schlüsselfigur, die Knoppke zu seinem Glück zwingt. Sie rüttelt ihn praktisch wach und er bewundert sie für ihre Art, etwas zu wagen, gleichzeitig geht sie ihm auf die Nerven und irgendwann wird klar, dass auch bei ihr vieles nur Fassade ist. Knoppke lernt durch sie ein paar wichtige Lektionen, genauso wie sie von ihm. Tiffi, Sams Mutter und Silvi/Chelsea, seine Freundin, habe ich eigentlich in dieselbe Sparte eingeordnet. Frauen, die es mit der Treue nicht so genau nehmen und die Schuld für ihr Leid bei anderen suchen. Während ich bei Silvi das Gefühl hatte, dass sie zumindest ein Stück weit bedauert, was sie getan hat und darüber nachdenken wird, halte ich Tiffi auch nach dem Ende für eine sehr egozentrische Person.Bewertung Der Plot ist im Grunde simpel, aber doch außergewöhnlich. Ein Roadtrip, bei dem zwei Menschen sich zu reflektieren beginnen und voneinander lernen, ist natürlich nichts, was es so noch nicht gab. Aber ich denke, der Zauber liegt neben den charmant gestalteten Figuren auch im Sprachstil. Der Sprachstil war in meinen Augen einfach "lebendig", oftmals hatte ich das Gefühl, dass der Text auf meine eigenen Gedanken antwortet. Er war amüsant und selbstironisch, gut lesbar und mitreißend. Insgesamt besticht das Buch nicht nur durch realistische und sich selbst reflektierende Charaktere, sondern auch durch Lebensweisheiten, die nicht unbedingt immer darauf hinweisen, dass alles schon wieder gut wird. Die Person Knoppke ändert sich im Verlauf des Buches, bleibt aber irgendwo auch immer noch er selbst. Es ist eine sehr gut gelöste Gradwanderung, bei der die Charaktere sich selbst treu bleiben und dennoch an den neuen Erkenntnissen wachsen. Knoppke und Sam sind nicht nur alterstechnisch, sondern auch einstellungsmäßig so weit auseinander, wie es nur geht. Kein Wunder, dass es da auch mal kracht. Dennoch finden sie einfach immer wieder zueinander und der Leser kann im Grunde selbst entscheiden, ob es sich um „Kismet“ oder gesteuerte Aktionen der Charaktere handelt. Das Buch hat leicht philosophische Züge und sorgt automatisch dafür, dass auch der Leser selbst ein bisschen über seinen eigenen Weg nachzudenken beginnt. Denn eines ist klar: Zwar hat man immer eine Wahl, aber manchmal ist man einfach nicht in der Lage, sich bewusst für eine zu entscheiden und wählt eine andere. Die landestypischen Eigenheiten sind gut recherchiert und werden lebendig erzählt, das Bild des verregneten Schottlands hatte ich genauso gut vor Augen wie die eigentümlichen Bewohner, auf die Sam und Knoppke auf ihrer Reise treffen. Kritik Hier muss ich ganz klar das Hundethema ansprechen. Vielleicht ist es eine persönliche Sache, aber ich finde einen solchen Umgang mit der Asche eines geliebten Lesewesens weder in Ordnung noch lustig. So sehr Silvi Knoppke auch verletzt hat, in manchen Bereichen ist „Rache“ schlichtweg nicht angebracht und auch eher geschmacklos. Ich hätte auch gerne noch erfahren, was aus der Katze geworden ist, da Knoppke ja gerade hier sehr emotional geworden ist. Für mich war dies einer der Schlüsselmomente und es ist schade, dass dazu nichts mehr folgte. Fazit Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Buch im Deutschunterricht der höheren Klassen gelesen werden könnte. Das Buch ist nicht nur mitreißend und amüsant, sondern vermittelt auch tiefgründige Lebensweisheiten und regt zum Nachdenken an. Es ist gut zur Selbstreflektion gezeigt und die Suche nach der „Wahrheit“, die in Sams Fall ein Knackpunkt ist, ist bestimmt auch ein brisantes Thema für den Jugendbereich. Empfehlen würde ich das Buch auf alle Fälle!

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