Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint

von Bernhard Blöchl 
4,2 Sterne bei29 Bewertungen
Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint
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Positiv (23):
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Einfach nur toll! Unbedingt lesen!

Kritisch (3):
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Depressiv angehauchte Geschichte ohne wirklichen Humor.

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Inhaltsangabe zu "Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint"

Er will nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft, oder vielleicht doch nicht?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492060752
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    CathyCassidyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kein Ratgeber, aber eine liebevolle Geschichte mit kleinen Macken
    Dieser Roman weckt Sehnsucht nach Schottland!

    Ich muss zugeben dass ich es schwierig finde dieses Buch zu bewerten. 
    Meiner Meinung nach gibt es für dieses Buch zwar keine klar definierte Zielgruppe, dennoch wage ich zu behaupten dass es bestimmten Gruppen (damit meine ich Männer und eventuell auch Frauen, mittleres Alter mit einer Affinität für Fussball) gibt, denen dieser Roman besser gefallen und mehr zusprechen wird als anderen. Als junges Mädel mit leider einem absoluten Horror vor Ballsportarten gehöre ich nicht zu meiner selbst definierten Zielgruppe.


    Trotzdem schreibe ich dieses Buch auf keinen Fall ab. Sprachlich gesehen gibt es ein paar wirklich schöne Stellen, beispielsweise gefallen mir diese Dreierregeln (Knoppke schnauft, Knoppke grunzt, Knoppke wendet sich ab - oder zumindest so ähnlich), welche so bezeichnend für den alten Brummbären werden. 
     Auch charakterlich hat dieses Buch etwas vorzuweisen, es sind liebenswerte Charaktere erschaffen worden, welche dem Leser trotz ihrer kleinen Macken ans Herz wachsen. Hier jedoch ein kleiner Kritikpunkt, da mir persönlich die Charaktere schon wieder zu rund waren. Groß aneinandergeraten sind sie nicht, sie haben sich größtenteils sehr gut verstanden wie ich finde, und selbst der große Streit auf den der Roman zielt wirkte auf mich etwas gezwungen, da war mir nicht genügend Grundstoff für die Auseinandersetzung da, und so schien der Streit ein wenig konzipiert. Als müsste etwas passieren damit nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist.
    Denn so war es, Sam, eine Fremde, die Knoppke in seinem Auto findet in welches sie sich offensichtlich geschlichen hat (wenn das nicht irgendwie Einbruch ist) versteht sich super mit Knoppke, welcher auch nicht auf die Idee kommt sie rauszuschmeissen oder die Polizei zu rufen, nein, er entwickelt einen Beschützerinstinkt für diesen Eindringling. Dieser Anfang lief mir einfach zu glatt ab, ich denke nicht dass es wahrscheinlich wäre dass jemand so freundlich reagiert wie Knoppke wenn man einen Fremden in seinem Auto vorfindet.
    Dann wiederrum fand ich die Handlung des Romans wirklich gelungen, kein 0815-Stück, sondern ein sich liebevoll entwickelnder Roadtripp mit einzigartigen Begegnungen und einem Ende, welches Gott sei Dank den Klischees nicht gänzlich verfällt. 


    Am Ende konnte ich schlichtweg aber nicht anders als mit einem wohligen Gefühl an den Roman zurückzudenken. 
    Alles in allem also schwierig zu bewerten. Es hat meiner Meinung nach kein Ratgeberpotential, der Weg zu Knoppkes Veränderung ist etwas schwieriger zu rekonstruieren, Lebensweisheiten lassen sich auch - wenn überhaupt - nur vereinzelt aufschnappen, aber als fiktivem Werk ist daran ja auch nichts auszusetzen.

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    Nils avatar
    Nilvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fußball, ein Mann findet sich und das Leben wieder, humorvoll und mit Tiefe, aber nicht so recht meins.
    Ein Mann findet sich und das Leben wieder, humorvoll und mit Tiefe

    Der Roman Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" von Bernhard Blöchl ist ein Roman der mich zwiespältig zurück lässt. Einerseits ein lustiger und zugleich tiefgehender road trip eines Mannes in der midlife crisis. Andererseits ein Roman der lässig sein will, holprig über diverse Themen jagt und dann auch noch die großen Fragen des Lebens beantworten will.

    Und ja, bei diesem Roman spielt es eine Rolle ob man Fußball mag oder nicht. Und da bin ich schon mal draußen und verringert automatisch das „Kann-man-mögen"-Potenzial für mich. Soll aber im Umkehrschluss nicht heißen, dass das Buch nur für Männer geeignet ist. Auch wenn eine Tendenz erkennbar ist.

    Aber erstmal eine sehr sehr kurze Zusammenfassung vom Roman: Es geht um einen Mann aus Wuppertal, der einst nach München floh vor vielen Jahren und nun nach einem einschneidenden Ereignis Reißaus nimmt im Auto Richtung Norden. Auf dieser Reise passiert viel, es gibt Aha-Erlebnisse und er ist ein anderer Mann, wenn er wieder in Deutschland ist.

    Sprachlich hat Bernhard Blöchl einiges zu bieten. Immer wieder tauchen grandiose Stellen auf. Seine sprachliche Stärke in diesem Roman liegt besonders auf die Einarbeitung von schwierigen bis niveaulosen Wörtern in einen literarischen Text ohne (!) das es aufgesetzt oder irgendwie unpassend ist. Schreiben kann er, ganz klar!

    Fazit: Den Autor behalte ich im Auge, denn sprachlich hat es mich überzeugt. Ich glaube, Bernhard Blöchl hat sein Thema einfach noch nicht gefunden. Das Buch selbst empfehle ich nur eingeschränkt weiter und das hauptsächlich an: Männern. ;0)

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    Mira20s avatar
    Mira20vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfach nur toll! Unbedingt lesen!
    Begeistert mich restlos!

    Der Titel, das Cover und natürlich die Inhaltsangabe – ich war einfach nur neugierig auf dieses Buch! Und ja – es hat sich gelohnt! Ich bin begeistert!

    Das Buch ist verspielt und humorvoll, es macht nachdenklich und nimmt uns auf die Schippe. Es arbeitet mit der Alltagskomik, verdreht uns den Kopf und hinterfragt so einiges.

    Knoppke hat genug von der lauten Stadt München und seiner untreuen Freundin. Er will weg – in die Highlands, denn dort soll es schön ruhig sein. Also fährt er einfach los! Nicht eingeplant hat er allerdings die junge Sam, die bald mit ihm mitfährt und einfach alles andere als ruhig ist!

    Unterhaltsam, ja fast schon komödienhaft beschreibt der Autor ihren Roadtrip in den Norden. Er spielt mit den Worten, gibt ihnen ein neues Gewicht und verändert oft blitzartig unseren Blickwinkel. Rationales wird emotional und Emotionales rational. Knoppke muss auf dieser Reise nicht nur Kilometer zurücklegen – nein er macht auch eine Reise in sein Innerstes!

    Obwohl Knoppke kein sehr humorvoller Mann ist, gelingt es dem Autor durch seine Sprache dem Leser immer wieder ein Schmunzeln abzuringen. Und wieviel Komik im Alltag doch zu finden ist! Und wie oft hatte ich den Gedanken: Wie wahr, wie wahr! 


    Der Autor hat die Fähigkeit, sprachliche Bilder zu entwerfen, wo ich wortlos bin.
    Er behält diesen Grundton bis zum Schluss durch. Das Buch hat keinen sentimentalen Hang und driftet auch nicht ins Kitschige ab. 

    Eine absolute und unbedingte Leseempfehlung! 

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    TJsMUMvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte, aber am zwischendrin etwas langatmig
    Tolle Geschichte, wie sie wahrscheinlich zu Hauf passiert

    Denken wir nicht alle gerne an unsere erste große Liebe zurück? Meistens ja! Wird diese aber durch einen jähen Bruch beendet, warum auch immer, so sehnt man sich vielleicht trotz allem danach zurück und möchte das frühere Leben auch nicht missen.

    In so einer Trauer befindet sich der Protagonist Knoppke. Dabei erwischt er noch seine Freundin mit einem anderen im Bett und sein eh schon verkorkstes und zutiefst deprimierendes Leben scheint noch einmal aus dem Ruder zu laufen. Zum ersten Mal seit langem beschließt er auszubrechen und zu tun, was ihm Spaß macht. Er begibt sich auf eine Reise nach Schottland. Mittendrin gabelt er die junge und quirlige Sam auf. Dass diese sein Leben och einmal völlig auf den Kopf stellen wird, zeigt sich erst später.

    Knoppke und Sam begehen gemeinsam den Roadtrip nach Schottland. Amüsante Anekdoten lassen einen immer wieder sehr schmunzeln. Mir persönlich dauerte dieser Teil aber dennoch zu lange, bis es zum eigentlichen Höhepunkt kam, daher die geringere Bewertung. Das machte es für mich etwas langatmig.

    Ist man aber über diese Stellen hinweg, möchte man unbedingt wissen, wie es ausgeht und wie es schließlich in Knoppkes Heimatstadt Wuppertal weitergeht. Schließlich trifft er doch dort unerwartet auf seine erste große Liebe.

    Das Buch besticht durch seinen Wortwitz und geniale Sprachschöpfungen und ist durchaus empfehlenswert.

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    MarkusNs avatar
    MarkusNvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Klasse, völlig unerwartet und unbedingt lesenswert!
    DO judge a book by it's cover :-)

    Ja, ich geb es zu: Ich hab den Cover des Buches gesehen, und gewusst: DAS muss ich lesen! 
    Ob es der Titel war, oder die saubere, schlichte Gestaltung – ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist, dass der Cover genau das verspricht, was einen dann im Inneren erwartet: Eine wunderbare Reise. Nach Schottland? Quer durch Deutschland und England und … Nein, durch die Unwegsamkeiten und seltsamen Verknüpfungen des Lebens. 


    Bernhard Blöchls Roman zeichnet sich durch fein beschriebene Charaktere aus, die – jeder/jede auf seine/ihre eigene Art und Weise – unterwegs sind. Allein und doch gemeinsam. Eine Reise, die man Seite für Seite mitmacht, miterlebt. Unerwartet und doch bekannt, was der Lektüre eine willkommene Vertrautheit gibt.


    Ich habe das Buch gerne "verschlungen" und mittlerweile hat es auch hier im Büro seine eigene Leserunde erfahren – mit jedem Mal etwas abgegriffener – aber immer mit der Magie dem nächsten Leser ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern …

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    Lyndwyns avatar
    Lyndwynvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Ford Transit, ein blinder Passagier und ein Abenteuer der etwas anderen Art.
    Ein Roadtrip der etwas anderen Art

    Das Buch „Im Regen erwartet niemand dass dir die Sonnen aus dem Hintern scheint“ war für  mich im ersten Anschein nach ein amüsante Geschichte über einen alten Griesgram und seiner Reise in die Highlands von Schottland. Aber musste meine Meinung ändern, dass Buch ist noch so viel mehr:

    Die Charaktere:

    Knoppke ist ein wortkarger, mürrischer, sich bis auf sein Fußball für nichts interessierender und im großen und ganzen langweilig anmutender Mann, der sich nach einem unvorhergesehenen Vorfall Hals über Kopf nach Schottland aufmacht um Ruhe zu finden. Er ist kein typischer symphytischer Hauptcharakter, mit dem man sofort eine Verbindung hat. Selbst in den Momenten, in denen man Mitgefühl mit ihm hat, kann man seine Taten nicht sofort nachvollziehen. Jeder Mensch reagiert anders und nach und nach wächst einem der ältere Herr ans Herz, was natürlich an seinem quirligen Gegenpart liegt:

    Sam. Sam begleitet Knoppke zunächst als unerwünschter Passagier auf seiner Reise. Ihre Art ist etwas Besonderes und praktisch das Gegenteil von Knoppke selbst. Sie ist offen, kontaktfreudig, in ihrem Redefluss kaum zu bremsen und sieht die Welt als ihr Zuhause an. Ich mochte sie augenblicklich.

    Während der langen Fahrt machen beide eine beeindruckende Entwicklung durch. Neben dem herrlich unterschwelligen Humor bekommt man auch tiefgründige Eindrücke, vor allem von Knoppke.

    Was wohl auch an dem Schreibstil des Autors lag. An diesen musste ich mich erst einmal gewöhnen. Lange und mehrfach verschachtelte Sätze sind dabei keine Seltenheit gewesen, aber nach den ersten Kapiteln.

    Fazit:

    Das Buch ist mehr als es im ersten Anschein nach preisgibt, humorvoll, tiefgründig und es wärmt einen auch das Herz. Hierfür eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

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    MissSophis avatar
    MissSophivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Grandiose Unterhaltung auf höchstem Niveau - Tiefgang und feiner Humor, der das Buch zu einem Leseerlebnis machen
    ein wahres Lesevergnügen

    Als Knoppke seine Freundin mit einem anderen erwischt, packt er kurzerhand seine Sachen und macht sich auf den Weg nach Schottland. Die Highlands sind sein Ziel, dort wo es immer regenet und wo niemand erwartet, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint.
    Das "Kismet" führt Sam zu ihm - die sich in seinen fast Bully schmuggelt und nun zu seiner Reisebegleitung wird.
    Die Beiden machen sich auf den Weg und erleben allerhand Kuriositäten.
    Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt, ich habe die Charaktere, die sehr liebevoll vom Autor beschrieben werden, in mein Herz geschlossen und bin dankbar, durch das Lesen, Teil des Roadtrips gewesen zu sein.
    Bernhard Blöchl hat eine sehr eigene Art zu schreiben und ich finde sie einfach hervorragend - genau mein Humor. Ich habe stellenweise wirklich laut auflachen müssen und saß die meiste Zeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht da und habe die Geschichte einfach genossen. 
    Ich hoffe noch viel von Blöchl zu lesen zu bekommen und kann dieses Werk mit dem langen Titel, der es irgendwie genau trifft, nur mit ganzer Überzeugung empfehlen.

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor einem Jahr
    Ein Roadtrip zum Glück

    Der Roman „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ von Bernhard Blöchl ist 2017 im Piper Verlag erschienen.

    „Er will nichts mehr vom Leben. Sie will alles. Knoppke sucht Einsamkeit. Sam sucht Gesellschaft. Trotzdem fahren sie gemeinsam nach Schottland. Dort finden sie vieles, nur nichts von dem, was sie erwartet haben…“, so die Kurzbeschreibung des Buches.

    Als Knoppkes eines Abends seine Freundin dabei erwischt, wie sie sich von einem anderen Mann beglücken lässt beschließt er anstatt einer großen Szene einen Roadtrip zu machen. Natürlich hätte er nie damit gerechnet einen blinden Passagier in seinem Ford Transit zu entdecken. Gemeinsam mit Sam begibt er sich auf eine Reise nach Schottland und findet dabei nicht nur zu sich selbst, sondern auch zum Glück. Die beiden unterschiedlichen Charaktere machen zusammen eine tolle Entwicklung durch und bei jeder Seite des Buches fiebert man mehr mit ihnen mit und lernt die einzelnen Protagonisten nicht nur kennen, sondern auch schätzen.

    Vom Titel des Buches habe ich mir ein kurzweiliges, humorvolles Buch erwartet. Humorvoll und kurzweilig war das Buch auf alle Fälle, jedoch war der Humor oft zwischen den Zeilen versteckt und bestach durch eine herrlich subtile Art. Das offene Ende macht Hoffnung auf eine Fortsetzung von Knoppkes Geschichte und ich würde mich freuen, wenn mir diese Hoffnung erfüllt wird. „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ ist ein Buch, das beim Lesen glücklich macht und ich kann es voller Überzeugung weiterempfehlen.

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    LiberteToujourss avatar
    LiberteToujoursvor einem Jahr
    Sagt der alte Mann im Rettungsboot.

    Knoppke hat die Schnauze gestrichen voll. Sein Leben ist öde und seine Beziehung am Arsch. Also macht er sich in seinem Bus auf den Weg nach Schottland - womit er nicht gerechnet hat ist sein blinder Passagier, Sam. Die ist in ungefähr jeder Hinsicht das komplette Gegenteil von ihm - Lebenslustig, spontan und niemals still. Das hat ihm gerade noch gefehlt..


    Ich bin ehrlich, ich hatte mir von dem Buch eigentlich etwas anderes erwartet. Eine leichtere, lockerere Art zu schreiben und ein bisschen mehr Humor. Aber das ist mit Knoppke halt irgendwie nicht zu machen - denn der ist alles, aber nicht lustig. Zumindest am Anfang. 
    Stattdessen überrascht der Roman mit einer unerwarteten Melancholie, einer anspruchsvollen Wortwahl und und Tiefgang.
    Gar nicht so schlecht, wirklich nicht.


    Die Lacher bleiben aber natürlich trotzdem nicht auf der Strecke. Erstens gibt es allerhand Situationskomik - ob Knoppke das nun will oder nicht - und zweitens taut der ja auch im Laufe der Reise Stück für Stück weiter auf und lässt sich sogar selbst dann und wann zu einem Witz hinreißen. 


    Mit beiden Protagonisten habe ich mich streckenweise schwer getan - Knoppke zieht den Leser einfach runter, ob man will oder nicht. Und Sam ist zwar unglaublich sympathisch und ich konnte mich mehr als einmal in ihr wiederfinden, aber ihre Art zu sprechen treibt mich stellenweise in den Wahnsinn. Da kann ich Knoppke schon verstehen, wenn der sich wünscht dass sie einfach mal den Mund hält. Nüchtern hätte ich die als Mitreisende auf Dauer auch nicht ertragen.
    Aber eigentlich ist das ja auch nur authentisch. Wie viele Menschen trifft man schon, die nicht die eine oder andere Macke haben?


    Blöchl hat hier einen etwas anderen Roadtrip geschaffen, ganz ohne Slapstick und Action dafür mich einer rührenden Geschichte und der einen oder anderen Weisheit über das Leben. Definitiv lesenswert!

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    Anchesenamuns avatar
    Anchesenamunvor einem Jahr
    Rezension: "Bei Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint" (B. Blöchl)

    Der Titel ist zwar nicht kurz, aber dafür prägnant und witzig. Und Humor kann man hier auch erwarten. Meist bleibt er subtil, auch wenn die ein oder andere etwas albern anmutende Szene nicht fehlen darf. Anhand des Klappentextes erwartet man einen Road Trip zweier völlig unterschiedlicher Charaktere, und auch das trifft zu. Wobei ich sagen würde, dass es kein typischer Road Trip ist. Hier mangelt es an Action, aber das wäre auch einfach nicht passend bei dieser Geschichte. Während der Leser mit Knoppke und Sam durch Schottland fährt, findet das eigentliche Abenteuer in Knoppkes Innenleben sowie in seiner Interaktion mit Sam statt.

    Auf den ersten paar Seiten tat ich mir noch etwas schwer mit dem Schreibstil, der sich durch teils längere, verschachtelte Sätze kennzeichnet. Ich kam dann aber doch recht schnell rein. Der Autor schreibt sehr eloquent und unaufgeregt und verleiht seinen Figuren Tiefe. 

    Knoppke ist anfänglich ein sehr anstrengender Charakter, da er keine Emotionen hat bzw. nichts an sich heranlässt. Er ist mundfaul, resigniert, wirkt grau, trist und unendlich langweilig. Man möchte ihn am liebsten schütteln und schreien "Mensch Knoppke, so kannst du doch nicht ernsthaft weiterleben wollen!"

    Sam bildet den starken Gegenpol dazu. Frech, witzig, lebenshungrig und kontaktfreudig. Ihre Ausdrucksweise sorgt für viele Schmunzler. Klar, dass solche unterschiedlichen Protagonisten für Reibung sorgen. Man fragt sich, wie es die beiden so lange miteinander aushalten, doch dem Leser ist recht schnell klar, wieso Sam ausgerechnet bei Knoppke im Wagen landet. Und letztendlich tun sich die beiden doch gut.

    Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, allen voran Knoppke. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass dieser eine echte Katharsis durchlebt. Da die Geschichte aus Knoppkes Sicht geschrieben ist, kann man als Leser gut nachvollziehen, wie er sich verändert. Man spürt anfänglich diese Trostlosigkeit und Emotionsleere und ist richtig erstaunt, als er plötzlich anfängt, Gefühle zu entwickeln und sich für Dinge zu begeistern.

    Das Ende ist zufriedenstellend und lässt sogar Luft für eine Fortsetzung, wobei ich eher denke, dass Knoppkes Geschichte hier zu Ende erzählt wurde. Aber der Leser kann sich selbst Gedanken machen, welchen weiteren Werdegang er ihm (und Sam) wünscht.

    Mich hat "Im Regen..." wirklich gut unterhalten, auch wenn es die ein oder andere langatmige Stelle gab. Die Balance zwischen Humor und Tiefgründigkeit ist dem Autor gelungen. Die Charaktere waren sympathisch und ungewöhnlich, und es hat Spaß gemacht, mit ihnen durch Schottland zu reisen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Bernhard_Bloechls avatar
    Hallo liebe Bücherfreunde, 

    habt ihr Lust auf einen irrwitzigen Road-Trip nach Schottland? Habt ihr Lust auf einen vergnüglichen Roman über das Ausbrechen, über vergrabene Gefühle und verpasste Chancen, über neues Glück und die große Liebe? Dann möchte ich euch „Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint“ ans Herz legen, meinen zweiten Roman, kürzlich erschienen bei Piper. 

    Kurz zu mir: Ich heiße Bernhard Blöchl, bin Autor und Kulturjournalist aus München. „Im Regen …“ ist mein zweiter Roman, und ich bin sehr neugierig auf Feedback. Ich werde die Leserunde aktiv begleiten und hier und da für Antworten zur Verfügung stehen.
     
    Darum geht’s in meinem Buch: „Ist es je zu spät für das wahre Leben? Er erwartet nichts mehr vom Leben – sie will alles. Knoppke sucht Ruhe – Sam sucht Gesellschaft. Gemeinsam verschlägt es das ungleiche Duo in Knoppkes Transit nach Schottland, sein Motto: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Was aber, wenn dich gerade dort das Glück verfolgt, das sonst nur die anderen haben? Das Glück der anderen ist ein Arschloch, so dachte Knoppke früher, nachdem er um seine große Liebe nicht gekämpft hatte. Zu seinen vergrabenen Gefühlen findet er ausgerechnet in den stürmischen Highlands zurück: Er traut sich Extremes und will wieder was. Und dann ist da noch Sams Geheimnis, das anscheinend auch ihn betrifft.“

    Hier findet ihr weitere Infos zum Buch (Leseprobe inklusive):
    https://www.piper.de/buecher/im-regen-erwartet-niemand-dass-dir-die-sonne-aus-dem-hintern-scheint-isbn-978-3-492-06075-2

    Hier findet ihr weitere Infos zu mir:
    http://www.bernhardbloechl.de


    25 Bücher stellt der Verlag freundlicherweise zur Verfügung. Lasst uns gemeinsam lesen, lachen, diskutieren. Eine gute Woche lang könnt ihr euch bewerben. 

    Folgende Fragen bitte ich euch zu beantworten: 
    1) Erstens, was genau macht euch neugierig auf mein Buch, warum wollt ihr es lesen? 
    2) Wo genau werdet ihr nach der Leserunde eure Rezensionen veröffentlichen? 
     
    Ich freu mich auf eure Rückmeldungen. 

    Herzliche Grüße und Cheers, 
    Bernhard.
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