Bernhard Brunner

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Der Frankreich-Komplex

Der Frankreich-Komplex

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Erschienen am 01.05.2007

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Rezension zu "Der Frankreich-Komplex" von Bernhard Brunner

Rezension zu "Der Frankreich-Komplex" von Bernhard Brunner
Sokratesvor 7 Jahren

Bernhard Brunner beschäftigt sich explizit am Beispiel der nationalsozialistischen Okkupation Frank-reichs mit den dort sich am Vermögen der Juden bereichernden Nationalsozialisten. So schildert er ausführlich, wie in den unterschiedlichen Phasen der deutschen Besatzung Frankreich Schritt für Schritt zergliedert, beherrscht und ‚ausgeplündert‘ wurde. Gleichzeitig stellt Brunner dar, wie die Deportation französischer Juden vonstatten ging, Menschenjagd und „Bandenkampf“ stattfanden.
Den Schwerpunkt des Buches macht jedoch die Darstellung über die strafrechtliche Ahndung dieser Verbrecher aus. So stellt Brunner jedoch bereits im Vorwort seines Buches fest, dass „(...) auch diese (die Ahndung der NS-Verbrechen) trotz der ab den sechziger Jahren deutlich gesteigerten Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden letztlich ineffektiv blieb.“ (S. 25) Genau diesen Befund bestätigt das Buch: so haben sich viele Alt-Nazis nach 1945 erfolgreich halten können und konnten sich entweder bewusst der strafrechtlichen Verfolgung entziehen oder wurden – wegen hoher Kriegsverluste – als Arbeitskraft und Fachwissenträger in der jungen Bundesrepublik gebraucht. So stellt Brunner ausführlich dar, wie ehemalige NS-Träger in die deutsche Gesellschaft und in nicht unwichtige Funktionen wieder eingegliedert wurden. Wie fadenscheinig und oberflächlich im Einzelfall ‚Entnazifizierung‘ betrieben wurde, wird an dieser Stelle in erschreckender Art und Weise offenkundig. Ein sehr interessantes Buch, das sich mit dem erst in den letzten Jahren bearbeiteten Thema der Entnazifizierung Deutschlands nach 1945 beschäftigt; ein Bereich der Vergangenheitserarbeitung, der bislang noch sehr stiefmütterlich Beachtung fand. Aufgrund der Methode der Materialbearbeitung des Themas wohl eher ein Fachbuch (dem Fachleser zu empfehlen) und damit weniger geeignet für den historisch interessierten Laien, der an vielen Stellen zum Verständnis des Buches wohl bereits etwas Vorwissen mitbringen muss.

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