Bernhard Brunner Der Frankreich-Komplex

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Inhaltsangabe zu „Der Frankreich-Komplex“ von Bernhard Brunner

Während der Besetzung Frankreich wurden 162 000 Menschen deportiert, darunter 75 721 Juden. Verantwortlich waren rund 75 Männer, die die Terrorpolitik durchsetzten. Brunner rekonstruiert die Lebensläufe dieser Funktionselite bis in die Nachkriegszeit und zeigt, warum die Verbrechen sowohl in Frankreich, als auch in der BRD so gut wie nicht geahndet worden sind. Dabei kommt heraus, dass die deutsche Justiz schon in den sechziger Jahren gut informiert war und mit dem „Frankreich-Komplex“ ein großes Ermittlungsverfahren angestrengt hatte. Massive politische Einflussnahmen eines Netzwerks von ehemaligen Nazis, die inzwischen wieder zu Ämtern und Würden gekommen waren, verhinderten jedoch längst fällige Anklagen. Den Ermittlern der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung von NS-Verbrechen“ in Ludwigsburg wurden viele Steine in den Weg gelegt. Aber auch auf französischer Seite gab es aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einer systematischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Erst als die französischen „Nazijäger“ Beate und Serge Klarsfeld zu drastischen Mitteln griffen und einen der Ex-Kommandeure zu entführen versuchten, konnte endlich das lange verschleppte deutsch-französische Zusatzabkommen durchgesetzt werden. Dieses führte zu dem damals aufsehenerregenden Lischka-Prozess in Köln, in dem 1980 drei Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Die übrigen Täter blieben jedoch nach wie vor unbestraft.

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  • Rezension zu "Der Frankreich-Komplex" von Bernhard Brunner

    Der Frankreich-Komplex

    Sokrates

    12. August 2011 um 11:54

    Bernhard Brunner beschäftigt sich explizit am Beispiel der nationalsozialistischen Okkupation Frank-reichs mit den dort sich am Vermögen der Juden bereichernden Nationalsozialisten. So schildert er ausführlich, wie in den unterschiedlichen Phasen der deutschen Besatzung Frankreich Schritt für Schritt zergliedert, beherrscht und ‚ausgeplündert‘ wurde. Gleichzeitig stellt Brunner dar, wie die Deportation französischer Juden vonstatten ging, Menschenjagd und „Bandenkampf“ stattfanden. Den Schwerpunkt des Buches macht jedoch die Darstellung über die strafrechtliche Ahndung dieser Verbrecher aus. So stellt Brunner jedoch bereits im Vorwort seines Buches fest, dass „(...) auch diese (die Ahndung der NS-Verbrechen) trotz der ab den sechziger Jahren deutlich gesteigerten Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden letztlich ineffektiv blieb.“ (S. 25) Genau diesen Befund bestätigt das Buch: so haben sich viele Alt-Nazis nach 1945 erfolgreich halten können und konnten sich entweder bewusst der strafrechtlichen Verfolgung entziehen oder wurden – wegen hoher Kriegsverluste – als Arbeitskraft und Fachwissenträger in der jungen Bundesrepublik gebraucht. So stellt Brunner ausführlich dar, wie ehemalige NS-Träger in die deutsche Gesellschaft und in nicht unwichtige Funktionen wieder eingegliedert wurden. Wie fadenscheinig und oberflächlich im Einzelfall ‚Entnazifizierung‘ betrieben wurde, wird an dieser Stelle in erschreckender Art und Weise offenkundig. Ein sehr interessantes Buch, das sich mit dem erst in den letzten Jahren bearbeiteten Thema der Entnazifizierung Deutschlands nach 1945 beschäftigt; ein Bereich der Vergangenheitserarbeitung, der bislang noch sehr stiefmütterlich Beachtung fand. Aufgrund der Methode der Materialbearbeitung des Themas wohl eher ein Fachbuch (dem Fachleser zu empfehlen) und damit weniger geeignet für den historisch interessierten Laien, der an vielen Stellen zum Verständnis des Buches wohl bereits etwas Vorwissen mitbringen muss.

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