Bernhard Flieher Am Rande des Erfolgs

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Inhaltsangabe zu „Am Rande des Erfolgs“ von Bernhard Flieher

Jeder Erfolg hat seine Geschichte, und keine Geschichte kennt nur glanzvolle Momente. Wer von Erfolg spricht, muss also auch über das Scheitern sprechen. Das macht Bernhard Flieher in diesem Buch – mit Persönlichkeiten aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur, die wir für ihre herausragenden Leistungen bewundern und feiern: Reinhold Messner, Josef Hader, Peter Handke, Toni Innauer, Birgit Minichmayr u.v.m. Sie alle wissen um ihre Erfolge, aber sie wissen auch, dass sie sie einer Erfahrung verdanken, die wir alle machen – der Erfahrung, dass es einmal nicht reicht. Und so ist aus diesen Gesprächen ein Buch der überraschenden Ein sichten und Bekenntnisse geworden, das uns ermutigt, unsere Erfolge im Alltag, im Beruf, im Privaten besser zu bewerten und das Scheitern als etwas zu begreifen, das uns voranbringt und das uns anspornt.
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    Am Rande des Erfolgs
    J-B-Wind

    J-B-Wind

    14. April 2013 um 17:54

          »All of old. Nothing else ever. Ever tried. Ever failed. No matter.Try again. Fail again. Fail better.« (Samuel Beckett „Wortsward Ho, 1983”)   Jeder Mensch, ob er in der Öffentlichkeit steht oder nicht, kennt das Gefühl versagt zu haben. Manchmal erweist sich eine Niederlage nur als vermeintliche. Oft stellt sich später heraus, dass man nur durch diese Niederlage ein höheres Ziel zu erreicht hat. Grundsätzlich gibt kaum jemand offen zu, etwas nicht geschafft zu haben. Viel zu oft werden uns von den Medien vermeintliche Shooting-Stars vorgesetzt: Der Debütautor, der sofort einen Bestseller landet; die Band, die mit dem ersten Song einen Nummer 1 Hit erreicht; die Schauspielerin, die wie aus dem Nichts erscheint und gleich einen Oscar abräumt. Wunderbare Marketingstrategien, die uns weismachen wollen, es wäre leicht den american dream zu erreichen: vom Tellerwäscher zum Millionär. Dass die Debütautorin unter einem anderen Namen bereits 3 Romane geschrieben hat, die keiner lesen oder vielleicht nicht mal verlegen wollte, die Band seit zehn Jahren in der Garage übt und die Schauspielerin jahrelang in Kleintheatern auf der Bühne gestanden hat, erfahren wir nicht. Auch nicht wieviele Verlagsabsagen die Autorin erhalten hat, wieviele Demotapes der Band ungehört blieben und wie oft sich die Schauspielerin in den Schlaf geweint hat, weil sie wieder einmal die Miete nicht bezahlen konnte. Nur Erfolg ist sexy, nur Erfolg ist wichtig und Erfolg macht stark. Niederlagen verschweigt man lieber, man schämt sich dafür, hängt sie nicht an die große Glocke. Mitunter sind es aber genau die Niederlagen und Rückschläge, die uns stark machen. Nur durch das Scheitern lernen wir, können einen Kurswechsel vornehmen oder nochmals ganz von vorne anfangen. Sehr erfolgreiche Menschen negieren das Scheitern nicht, sondern erkennen es an. Sie stehen auf, richten sich ihre Kronen und laufen weiter, vielleicht nicht in dieselbe Richtung, aber immer mit dem Fokus, nicht aufzugeben. Für erfolgreiche Menschen ist Aufgeben keine Option.   Der Schärdinger Kulturredakteur und Kolumnist der Salzburger Nchrichten Bernhard Flieher hat für dieses Buch Interviews mit bekannten Persönlichkeiten gesammelt. Er ist dabei einfühlsam auf sein jeweiliges Gegenüber eingegangen. Manchmal wird das Thema nur angerissen, manchmal wird tiefer darauf eingegangen, aber jedes Interview ist sehr informativ, aufschlussreich und gibt teilweise sehr intime Einblicke. Oder wussten Sie, dass Alf Poier um Amstetten gerne einen großen Bogen macht, darunter leidet von den Medien als Kasperl vermarktet zu werden und nie ein ebook lesen würde? Das Interview mit Alf Poier ist mein persönlicher Favorit, es ist nicht nur das längste Gespräch, sondern auch das persönlichste. Poier, beruflich nicht aufzuhalten, erzählt eher vom privaten Scheitern, seinen Beziehungversuchen und der Unmöglichkeit sein Freiheitsbedürfnis mit seinem Wunsch nach einer Parnterschaft zu verbinden. Etwas womit er in der heutigen Zeit nicht alleine dastehen dürfte. Das Gespräch mit dem mittlerweile verstorbenen Christoph Schlingensief berührt tief, auch das Interview mit Gerlinde Kaltenbrunner geht unter die Haut. Neben Niki Lauda, Renhold Messner, Herbert Grönemeyer, Birgit Minnichmayer und vielen anderen findet sich überraschenderweise ein Mann Gottes wieder: Pater Johannes Pausch, Gründer und Abt des Benediktinerklosters Gut Aich am Wolfgangsee. Für ihn ist es »etwas ganz Normales, dass Menschen scheitern.« „Am Rande des Erfolgs” ist ein Buch über starke Persönlichkeiten, die trotz Widerständen ihren Weg gegangen und sich selbst dabei immer treu geblieben sind. Menschen, die zwar gescheitert sind, aber niemals kapituliert haben. Ein wunderbar lehrreiches Buch für alle, die schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass es einfach nicht reicht. Für jene, die an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen und für diejenigen, die wie Anton Innauer wissen, dass unsere größten Gegner, Zweifler und Kritiker im Leben wir selbst sind.   Fazit: Sehr lesenwert, gehört in jede Bibliothek!        

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  • Rezension zu "Am Rande des Erfolgs" von Bernhard Flieher

    Am Rande des Erfolgs
    Eselsohren-Werner

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 19:06

    Scheitern in Hülle und Fülle Wenn wir schon beim Thema sind: ich scheitere daran, dieses Buch wiederzugeben. Es ist zu reichhaltig. Der Journalist Bernhard Flieher hat KünstlerInnen, SportlerInnen und Unternehmer zum Thema „Scheitern“ interviewt. Er ist vorbereitet und unvoreingenommen in diese Gespräche gegangen und hat seine Gegenüber reden lassen, ihnen zugehört und zwischendurch relevante und weiterführende Fragen gestellt. Es sind – für unsere Zeit – untypische Interviews, die nicht auf sog. „Sager“ (also vermarktbare Aussagen) abzielen, sondern eben (geführte) Gespräche, die von Wissbegierde geprägt sind. Es geht darin auch nicht darum, dass Promis eine Plattform geboten wird, ein Image zu transportieren. Ich habe vielmehr den Eindruck, die GesprächspartnerInnen denken vor laufendem Aufnahmegerät nach: eben über das Scheitern. Die Ergebnisse lassen sich nicht in einem Kernsatz zusammenfassen. Die 18 Interviews sind so unterschiedlich wie die Interviewten, deren Verständnis vom Scheitern auch so eigenartig ist wie ihre Persönlichkeiten. Flieher schreibt im Vorwort: „Es kann vom Scheitern keine klare Definition geben, weil Erfolg oder Misserfolg, dort wo sie sich jenseits von außen bestimmter Normen oder so genannter gesellschaftlicher Anforderungen ereignen, höchst individuellen Kriterien unterliegen. Diese Feinheiten in den Schattierungen des Graus untersuchen die Gespräche in diesem Buch.“ Dem ist eigentlich nur hinzuzufügen, dass es wenig bringt, eine/n der Interviewten herauszupicken. Wer am Thema dieses Buches interessiert ist, wird darin eine Fülle an Möglichkeiten vorfinden, was man unter Scheitern verstehen und wie man damit umgehen kann.

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