Bernhard Heitz , Andreas Spaeth Phoenix: Leben nach dem Feuer

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Inhaltsangabe zu „Phoenix: Leben nach dem Feuer“ von Bernhard Heitz

"Jeder, der sich einmal allein in die Lüfte erhoben hat und das vollkommene Gefühl des Fliegens erfahren hat, wird mir beipflichten: Es ist besser als alles andere, was man bekleidet jemals gemacht hat." Bernhard Heitz

Mit einem Vorwort von Niki Lauda.

Der Pilot Bernhard Heitz ließ einen Traum wirklich werden: Mit seinem Freund Harald Fresenius fliegt er in einer einmotorigen Mooney von Hamburg aus um den Globus. Sie sehen die Pracht des Orients, die Armut in Indien, faszinierende Städte wie Hongkong und Sydney, die perfekte Idylle der Südsee.

Sie sind bereits in Kanada, auf dem Rückweg Richtung Europa, als die Katastrophe passiert: Beim Anflug auf eine Piste mitten in der Wildnis stürzen sie mit ihrem Flugzeug in den Wald, überall ist Feuer. Heitz und Fresenius erleiden schwerste Verbrennungen. Fresenius stirbt nach kurzer Zeit, für Bernhard beginnt ein langer, schmerzlicher Kampf auf dem Weg zurück ins Leben.

In diesem Buch beschreiben Heitz, seine Schwester und seine Ärzte eindrucksvoll ein medizinisches und psychologisches Wunder: Wie der Schwerst-Brandverletzte seine Unabhängigkeit langsam zurückerlangt und trotz schwerer Entstellung ein optimistischer, lebenslustiger Mensch bleibt.

Selbst zweieinhalb Jahre nach dem verhängnisvollen Tag in Kanada ist Bernhard Heitz weiter in Behandlung, nach fast 20 Operationen werden noch mindestens ein halbes Dutzend weitere folgen. Manchmal denkt Heitz: "Ich würde meinen Körper am liebsten verlassen".
Aber er hat sich nicht aufgegeben, sondern er überrascht seine Umwelt mit seinem Humor, seinem Charme und seinem ungebrochenen Lebensmut. So schlimm er äußerlich entstellt ist und immer sein wird - wer Bernhard Heitz begegnet, persönlich oder in diesem Buch, der empfindet nicht Mitleid, sondern Freude. Freude darüber, dass dieser Mensch trotz überstandener unvorstellbarer Qualen soviel Optimismus und Lebensfreude ausstrahlt. In der von ihm mitgegründeten Brandverletzteninitiative Phoenix Deutschland will Heitz für mehr Toleranz seinen Leidensgenossen gegenüber werben. Und er will ihnen Mut machen: "Ich habe es geschafft, also könnt ihr es auch schaffen".

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  • Rezension zu "Phoenix, Leben nach dem Feuer" von Bernhard Heitz

    Phoenix: Leben nach dem Feuer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. October 2010 um 09:13

    Harald Fresenius erkannte das ganze Ausmaß seiner Verletzungen und bat die Rettungskräfte, sich doch um seinen Freund zu kümmern! In diesen schrecklichen Minuten erahnte der Pilot wohl bereits seinen nahen Tod, was ihn offenbar nicht daran hinderte, für seinen Co-Piloten noch eine Chance zur Rettung zu sehen. Er sollte mit beiden Vermutungen Recht behalten... Der Fliegerarzt Harald Fresenius (56) und sein Co-Pilot Bernhard Heitz (34) schossen am 2. Juni 1997 beim Landeanflug zur Stone Mountain Lodge (Kanada) über die dortige Graspiste hinaus, streiften beim vergeblichen Versuch, die Maschine durchzustarten, einige Baumwipfel und stürzten dann im bewaldeten Hügel hinter dem Ende der Piste ab. Zum Verhängnis wurde den beiden, die sich aus dem brennenden Wrack befreien konnten, zusätzliche Benzintanks auf dem Rücksitz, die zur Überquerung des Pazifiks gebraucht wurden. Beim Absturz wurden diese zestört und das austretende Benzin durchtränkte die Kleidung der Unglückspiloten... Am 2. November 1996 begann die Reise um den Erdball mit einer "Mooney" in Hamburg- Fulsbüttel. Über Budapest führte das Abenteuer über den Bosporus und Istanbul, Oman, Indien, Phuket, Macao, Hongkong, Singapur, Bali, Australien, Neuseeland, Vanuatu, Fidschi, West Samoa, Cook Inseln, Bora-Bora, Christmas Island, Hawaii und schließlich nach Kanada. Bernhard Heitz war nicht begeistert über den unplanmäßigen Schlenker zur Stone Mountain Lodge. Harald Fresenius wollte dort jemanden besuchen. Außerdem war wegen eines Promotion-Films für den Tourismus in Alberta ein Kamerateam vor Ort. Unklar ist, weshalb sich der Pilot nicht an die Abmachung gehalten hat, die kurze Piste erst einmal zu umrunden, um erst dann die Landung oder das Ausweichen auf einen nahegelegenen Flugplatz zu entscheiden... Nach viereinhalb Monaten Aufenthalt im University of Alberta Hospital in Edmonten wurde Bernhard Heitz zurück nach Deutschland geflogen, um weitere acht Monate im Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Boberg (bei Hamburg) verbringen zu müssen. Sein Freund Harald Fresenius schaffte es nicht. Vier Wochen nach dem Unfall ist er gestorben. Beschrieben werden die offenbar grundverschiedenen Behandlungsansätze der Kliniken in Deutschland und Kanada. Hierzulande hätten Schwerstverbrannte weniger Chancen zu überleben als in Kanada, weil die "Standards" und die"jeweilige Verfügbarkeit der zum Überleben notwendigen Ressourcen" sehr unterschiedlich wären. Große Meinungsverschiedenheiten scheint es auch in Bezug auf die Verabreichung von Morphium als Schmerzmittel (zumindest bei Erwachsenen) zu geben. In Kanada kein Problem, was die deutsche Ärzteschaft heftigst kritisiert... Weiter berichtet Bernhard Heitz über die "paradiesischen Zustände bei der Toleranz gegenüber Entstellten" in Kanada, während die Deutschen eher "stärker aufs Aussehen fixiert sind" und sich somit eine ganze Reihe von Problemen im öffentlichen Leben ergeben. Wir machen in dieser Hinsicht eigene Erfahrungen, denn seit über vier Jahren haben wir ein Pflegekind, mit schwersten Verbrennungen am ganzen Körper (50%) und vor allem im Gesicht. Ich frage mich ernsthaft, wie es in einer Gesellschaft von ständig "entsetzt Glotzenden" möglich sein soll, ein derart grässliches Unfalltrauma jemals loszuwerden, um endlich wieder so etwas wie "Normalität" erleben zu dürfen. In "phoenix - Leben nach dem Feuer" kommen nicht nur der Verunglückte selbst, sondern auch die Pressesprecherin und eine Krankenschwester des Krankenhauses in Kanada, seine Schwester sowie behandelnde Ärzte in Deutschland und Kanada zu Wort. Einen literarischen Leckerbissen kann man von dem Buch gewiss nicht erwarten. Die etwas farblose Sprache lässt bald die eine oder andere Ermüdungserscheinung entstehen. Angesichts eines Schicksals, wie es Bernhard Heitz erlitten hat, spielen derlei Einwände aber keinerlei maßgebende Rolle. Denn es ist schon mehr als außergewöhnlich, dass ein Mensch nach so einem schweren Schicksalsschlag noch Mut zum Weiterleben hat. Neben den unvorstellbaren Schmerzen müssen ja irgendwie auch noch die psychischen Folgen verarbeitet werden! Dazu kommt die ganze Vielzahl von Operationen und die Spätfolgen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, gab es dann auch noch Probleme mit den Versicherungen, die wie so oft nicht zahlen wollten, sowie eine schier unglaubliche Behördenwillkür bei der Wohnungsuche über das Wohnungsamt... Bernhard Heitz beweist ebenso sachlich wie nüchtern, dass es ein "Leben nach dem Feuer" gibt! Nach alldem kann dieser außergewöhnliche Mensch noch lachen. Und dieses Lachen ist wie ein Virus. Extrem ansteckend! Sieht man die Dinge so, wie er es kann, dann bekommt man nicht nur eine zweite Chance, sondern man wird regelrecht wiedergeboren! Und dies ist ein ganz starker Trost für alle, die einen ähnlichen Unfall erlitten haben und diesen als Teil ihres Lebens akzeptieren müssen. Weitere Unterstützung kann man in der von Bernhard Heitz mitgegründeten Brandverletzteninitiative Phoenix Deutschland finden (www.phoenix-deutschland.de). © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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