Bernhard Lang

 4,5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Wie der Mensch die Erde verändert, Erhelle meine Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Bernhard Lang, 1946 in Stuttgart geboren, lehrte als Professor für Altes Testament und Religionswissenschaft an den Universitäten Tübingen, Mainz, Paderborn, St. Andrews (Schottland) und Paris IV (Sorbonne). Er veröffentlichte kulturgeschichtliche Werke zu Religion und Literatur sowie Übersetzungen aus dem Hebräischen, Lateinischen und Englischen. Er lebt in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Tagebuch eines Landpfarrers (ISBN: 9783751850018)

Tagebuch eines Landpfarrers

Erscheint am 26.02.2026 als Gebundenes Buch bei Matthes & Seitz Berlin.

Alle Bücher von Bernhard Lang

Neue Rezensionen zu Bernhard Lang

Cover des Buches Wie der Mensch die Erde verändert (ISBN: 9783954164219)
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Rezension zu "Wie der Mensch die Erde verändert" von Bernhard Lang

wsch
Was hat die Menschheit der einzigen bekannten Erde nur angetan...??

Einerseits besticht der Bild-/Textband mit Luftbildaufnahmen in herausragender Druckqualität. Auf den ersten, oberflächlichen Blick absolut faszinierend. Egal, welche Seite aufgeschlagen wird. Seien es die Marmorbrüche von Carrara (Seite 80/81), die Tulpenfelder in Holland (S. 69) oder der Containerumschlagplatz von Bremerhaven (S. 32). 

Beim zweiten, genaueren Blick und erst Recht beim Lesen der Begleittexte steigt dann das Grauen, das Unverständnis empor. Die Wüsten von Gewächshäusern, alle mit Plastikfolien abgedeckt, im ehemals total verarmten Süden Spaniens bei Alméria. 

Die schwimmenden Vergnügungsparks mit angeschlossener Plattenbausiedlung, Kreuzfahrtschiffe genannt? Die 'Carnival Vista' für knapp 4.000 Touristen, die von weiteren 1.500 Mitarbeitern umsorgt werden - Traumurlaub? Auf 14 Decks? Mit neun Poolanlagen, Wasserpark mit Riesenrutsche, Schienenparcours mit hängenden Pedalfahrzeugen, Burger-Buden auf dem obersten Deck und bordeigener Brauerei - Traumurlaub?

Fischzuchtanlagen in Griechenland, Aquakulturen in Norwegen, Schiffsfriedhöfe, Flugzeugfriedhöfe - nahezu genormte Wohnsiedlungen in Arizona für 14.000 Menschen, davon 0,1% Kinder...

Das Buch öffnet die Augen, was der Mensch der Erde antut. Wie die Natur missbraucht, vergewaltigt wird. Mit wie oben erwähnt auf den ersten Blick faszinierenden Lauftaufnahmen. Die beim zweiten Blick zum Grübeln bringen.

Unterstützt von den wirklich lesenswerten Texten.

Ein Lichtblick ist auch zu finden: im letzten Kapitel, "Neue Horizonte" betitelt, werden einige Renaturierungsmaßnahmen vorgestellt. Moore, Wattenmeer, die Everglades, Marschland. Zumindest einige erste Schritte der Erde das wieder zu geben, was sie ist: Natur.

Cover des Buches Wie der Mensch die Erde verändert (ISBN: 9783954164219)
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Rezension zu "Wie der Mensch die Erde verändert" von Bernhard Lang

sabatayn76
'menschliche, von Maschinen gestützte Aktivitäten'

‚Massentourismus und Suburbanisierung, Containerschifffahrt und Aquakultur, Braunkohleabbau und Fracking, Rindermast, Plantagenwirtschaft und Flugzeugfriedhöfe - fast alle Aufnahmen von Bernhard Lang zeigen menschliche, von Maschinen gestützte Aktivitäten, die auf dem rasanten Verbrauch von fossilen Brennstoffen basieren.‘ (Seite 16)  

‚Wie der Mensch die Erde verändert‘ zeigt Luftaufnahmen, die die Auswirkungen des Anthropozäns verdeutlichen. Die recht ausführlichen Texte vermitteln dabei sehr viele Informationen zu den jeweiligen Themen, und der Leser bekommt durch Bild und Text sehr tiefe Einblicke in menschgemachte Veränderungen der Erde.

Thematisiert werden z.B. die Rindermast in den USA, Gemüseanbau unter Plastikfolie im spanischen Almería, Ölschieferabbau im estnischen Narva sowie Städte und Regionen wie Miami Beach, Bayrischer Wald und Wattenmeer.

Ich habe mich schon ausführlicher mit dem Anthropozän befasst, habe hier aber viel Neues erfahren, was einerseits an der breiten Themenauswahl liegt, andererseits daran, dass Bernhard Lang und Christof Mauch hier auch sehr in die Tiefe gehen.

Die Texte sind insgesamt sehr lehrreich, die Fotografien aus der Vogelperspektive sind gelungen und bieten seltene Einblicke in die Veränderungen durch den Menschen, die durch die Luftaufnahmen das ganze Ausmaß des Anthropozäns verdeutlichen.

Meiner Meinung nach ist dies ein wichtiger Bildband, der mahnt und schockiert.

Cover des Buches Wie der Mensch die Erde verändert (ISBN: 9783954164219)
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Rezension zu "Wie der Mensch die Erde verändert" von Bernhard Lang

Ratzepue
„Wie der Mensch die Erde verändert – Die Verwandlung der Welt“

Vom Fotografen Bernhard Lang stammen sämtliche Luftbilder und vom Direktor des Rachel Carson Center für Umwelt und Gesellschaft, dem Umweltexperten und Umwelthistoriker Christof Mauch alle Texte des Bildbandes „Wie der Mensch die Erde verändert – Die Verwandlung der Welt“, erschienen am 01.03.2024 im Frederking & Thaler Verlag in der Bruckmann Verlag GmbH mit der ISBN: 978-3-95416-421-9 mit 180 Seiten und ca. 175 farbigen Abbildungen.

Was verspricht der Verlag bzw. der Fotograf und der Autor?

Das Buch soll Aufschluss über die Fragen „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Was haben die Menschen während ihres kurzen Daseins aus dem Planeten Erde gemacht? Was sind die Zukunftsperspektiven der Menschheit?“ geben. Die „Draufsichten – also die Luftbilder“ bieten Antworten zum Verhältnis Mensch und Natur in Geschichte und Gegenwart mit Hinweisen auf eine mögliche Zukunft. Die „Einsichten – also die wissenschaftlichen Erklärungen bzw. Texte“ ergänzen die visuelle Darstellung nach der Erkenntnis von Goethe: „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“

Sowohl „die Zerstörung des Planeten durch die industrielle Ausbeutung der Natur“ als auch „die Ästhetik der von Menschen geschaffenen Ordnung“ werden in der mehrfach ausgezeichneten „Luftbildkunst“ gezeigt – meistens genau senkrecht mit einer Spiegelreflexkamera aus einem Sportflugzeug aufgenommen von Bernhard Lang.

 

Aufbau des Buches

Der Inhalt zu Beginn des Buches zeigt die Gliederung in die 5 Kapitel auf: 

  • Die Welt neu sehen - und neu verstehen    /     Draufsichten - Einsichten
  • Wie viel Mensch verträgt der Planet?         /     Zehn Milliarden ernähren
  • Der verwundete Planet                                 /     Opferzonen
  • Kleine Fluchten - große Träume                 /      Sonne, Wasser, Strand und Sand
  • Neue Horizonte                                             /      Hoffnungsgeschichten

Danach folgt das „Making-of“ des Projektes „Aerial Views“, Informationen über den Fotografen und den Autor, die Literatur - für die Recherche und auch weiterführend - und das Impressum.

„Das Buch zeigt mehrere Fotoserien, die Bernhard Lang im Rahmen seines Aerial Views-Projekts in den letzten 15 Jahren rund um die Welt aufgenommen hat, von der Isar in Bayern bis zur Stadt Manila auf den Philippinen.“ Diese Fotoserien werden durch die fundierten aber zugleich fesselnden Texte von Christof Mauch mit den allerneuesten wissenschaftlichen Informationen dazu untermauert.

Die ersten vier Kapitel zeigen eher Zer- und Verstörung der Natur durch den Menschen. Aber das letzte Kapitel widmet sich mit Fotoserien und Geschichten u.a. über den Nationalpark Bayerischer Wald, das Wattenmeer an der Nordsee, die Sumpfrenaturierung in Estland, die Everglades in Florida, die Solaranlagen in der Mojavewüste und macht Mut und lässt einen Hoffnungsschimmer erkennen, sofern die Menschheit wachgerüttelt wird und ihr Verhalten umstellt. 

 

An wen richtet sich das Buch?

An umweltbewusste Leser, die sich über die Zukunft Gedanken machen und noch von einer positiven nachhaltigen Zukunft träumen können und sich dafür einsetzen möchten. Und auch Freunde von exzellenten Luftaufnahmen kommen ganz bestimmt auf ihre Kosten.

 

Was hat mir besonders gefallen?

Landschaften werden zu bizarren, surrealen aber auch teils zu ästhetischen Mustern in den außergewöhnlichen Luftbildaufnahmen. Sowohl Fotograf als auch Autor „legen den Finger in die Wunde“ und wollen den Leser aufrütteln, das letzte Quäntchen der ursprünglichen Natur, die Schönheit unberührter Landschaften zu beschützen und für künftige Generationen zu erhalten. Die Verbindung der wissenschaftlich informativen Texte zu den grandiosen Bildern gefällt mir sehr gut, zumal die Geschichten sich „leicht“ lesen lassen. Dadurch hebt sich dieser spezielle Bildband von thematisch ähnlichen Büchern sehr gut ab.

Gerade die Vogelperspektive spiegelt das ganze Ausmaß wider, in dem der Mensch die Welt schon verändert hat.

 

Fazit: Es gelingt Christof Mauch mit seinen erzählten Geschichten wirklich, die Bilder von Bernhard Lang zum Leben zu erwecken: Das Buch ist sehr faszinierend und aufrüttelnd – 5*.

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