Bernhard Reicher , Thomas Ballhausen VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch

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Inhaltsangabe zu „VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch“ von Bernhard Reicher

Beispielloses Phantastik-Magazin, bei dem der Inhalt und die erstklassige Optik Hand in Hand gehen.

— Elmar Huber
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  • Visionarium 3: Zauber und Fluch

    VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch

    Elmar Huber

    22. June 2015 um 14:03

    „Obwohl ihre Stimme mit den Jahren zu einem heiseren Krächzen verschlissen war, hingen wir gebannt an ihren strichdünnen, von Falten zerschnittenen Lippen, wenn sie von den „Daimonen“ erzählte. […] Bei all dem wagten wir kaum, mir den Augen zu blinzeln, aus Angst, eine böse Präsenz könne bei der kleinsten Regung auf uns aufmerksam werden.“ (Karin Elisabeth: Wechselbalg) STORIES Graham Masterton: Betrachter Schon ihr ganzes Leben verbringt Fiona abgeschottet von der Au0ßenwelt alleine mit ihrer Mutter. Fern von möglichen Betrachtern, die ihr, ob ihrer unglaublichen Schönheit, aus reinem Neid wehtun würden. Als Fiona jedoch eines Tages einen Blick in einen Spiegel wirft, sieht sie dort nur eine missgestaltet Kreatur. Und plötzlich geben die Worte ihrer Mutter – „die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ – einen Sinn. Jedes Lebewesen, das bisher einen Blick auf sie werfen konnte, hat mit seinen Augen einen Teil von Fionas Schönheit gestohlen. So fasst Fiona einen Plan, sich ihre Schönheit aus den Augen der Betrachter zurück zu holen. Karin Elisabeth: Wechselbalg Ein nicht standesgemäßes Abenteuer der Kaufmannstochter Zuzanna Svoboda bleibt nicht ohne Folgen. Das Kind wird heimlich und angeblich tot geboren. Ebenso spurlos verschwindet der Kindsvater und Zuzanna ehelicht schließlich einen Bekannten ihres Vaters. Auch diese arrangierte Verbindung bleibt nicht kinderlos, so dass Zuzanna glücklichen Tagen entgegen sehen könnte, würde sie nicht von unheilvollen Träumen und Visionen heimgesucht werden, die in Verbindung mit ihrem Erstgeborenen stehen. Philipp Schaab: Meine Hoffnung Am Ufer des mysteriösen Nebelsees, um den sich die unheimlichen Geschichten seiner Anwohner ranken, lernt der Protagonist die geheimnisvolle und faszinierende Rusalka kennen und lieben. Ohne Argwohn ist er bereit, ihr in die See zu folgen. Und noch viel weiter. „Fiona blieb, wo sie war. Sie wagte kaum zu atmen. Sie wusste, dass sie nicht die Stufen hinunter auf den Rasen gehen konnte, um den Tennisball aufzuheben, denn dann würden Robin und Caroline sie sehen und merken, wie schön sie war. Und eh sie sich’s versah, würden sie über den Zaun klettern, mit Küchenmessern oder zerbrochenen Flaschen oder Bleiche oder wer weiß was sonst noch, um ihr Gesicht zu zerstören.“ (Graham Masterton: Betrachter) MEINUNG Mit dieser dritten Ausgabe des „Absinth-Punk“-Magazins VISIONARIUM beweisen Herausgeber Dr. Nachtstrom und Chefredakteur Bernhard Reicher, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Eintagsfliege handelt und dass ihre Reputation inzwischen sogar in Good Old England vernommen wurde. Hat doch kein Geringerer als Graham Masterton (DER MANITOU) den Visionären eine Kurzgeschichte zur Verfügung gestellt, die hier als weltweite Erstveröffentlichung abgedruckt ist. Obwohl es sich bei BETRACHTER im Grunde „nur“ um eine Variation seiner Kurzgeschichte ERIC, DIE PASTETE (z.B. in BESTIALISCH, Festa Verlag, Leipzig) handelt, verfehlt dieser pointiert komponierte Albtraum seine bestürzende Wirkung nicht. Die Kombination aus arglos-naiver Weltsicht, geboren aus den gutgemeinten Mantras mütterlicher Behütung, und der ekelhaften Konsequenz der kindlich-logischen Schlüsse, packt den Leser gnadenlos. Und doch gelingt es den Jungautoren Karin Elisabeth und Phillip Schaab, gegen diesen Altmeister zumindest nicht abzufallen. Karin Elisabeth beschwört mit WECHSELBALG in Stil und Inhalt die Hochzeit der Dunklen Romantik herauf, während Phillip Schaab in MEINE HOFFNUNG das zunächst nixenhaft-lovecraftianisch erscheinende Ambiente weiterführt und unter Wasser in Raum und Zeit ungeahnt weit ausdehnt. Ergänzt werden die Geschichten jeweils von einer passenden Grafik verschiedener Künstler Im Sekundärteil des Magazins rezensiert Bernhard Reicher den jüngst in einer vom Filmarchiv Austria restaurierten Fassung auf einer üppig ausgestatteten DVD erschienenen Stummfilmklassiker ORLAC’S HÄNDE. Ein namhafter Pianist, dessen Hände bei einem Unfall irreparabel beschädigt wurden, bekommt hier die Gliedmaßen eines Mörders transplantiert, die auch sein Gemüt merklich verändern. Als Ergänzung dazu stand Thomas Ballhausen, Leiter des Studienzentrums im Filmarchiv Austria Rede und Antwort über das Projekt. Dr. Nachtstrom spricht mit Karlheinz Schlögl, seines Zeichens (einer der beiden) Herausgeber beim Berliner Golkonda-Verlag, über das Entstehen, die Philosophie und die Zukunftspläne des kleinen aber feinen Verlags. Als Schmakerl für alle Fans des magischen Realismus britischer Ausprägung steuert Bernhard Reicher ein Essay über die „magischen“ Bücher bei, die in der britischen Hauptstadt spielen, wie z.B. Mike Shevdons COURTS OF THE FEYRE- und Ben Aaronovichs DIE FLÜSSE VON LONDON-Serien. Aber auch auf diverse Einzelromane finden hier Erwähnungen, ergänzt von einem Interview mit Mike Shevdon. Hier bekommt man Lust, sich sofort alle Bücher der vorgestellten Serien zuzulegen oder nochmals seine HELLBLAZER-Sammlung zu sichten. Was das Erscheinungsbild angeht, setzt VISIONARIUM Maßstäbe in Sachen Self-Publisher-Veröffentlichungen. Hier stimmt alles und einige Verlage könnten sie ein Beispiel an dieser gewissenhaften Bearbeitung nehmen. Für das Cover hat Jörg Vogeltanz wieder eine herrlich mysteriöse Grafik geschaffen und diese in das brillante Art Deco-Reihenlayout eingesetzt. Eigentlich viel zu schade, um nur als Kindle-Ausgabe gelesen zu werden. FAZIT VISIONARIUM 3 festigt weiter den guten Ruf der österreichischen Phantastik-Kollaborateure. Beispielloses Phantastik-Magazin, bei dem der Inhalt und die erstklassige Optik Hand in Hand gehen.

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  • Richtig stark

    VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch

    RobertPreis

    29. September 2014 um 13:15

    Mit "Zauber und Fluch", dem dritten Band der Visionarium-Reihe ist den Schöpfern Berhnard Reicher und Doc Nachtstrom wirklich etwas Großartiges gelungen. Damit da keine falschen romantischen Hoffnungen aufkommen es könnte sich um Prinzessinnen-Fantasy handeln, steigt das Heft gleich mit Graham Masterton ein. Die Geschichte vom Mädchen, das sich die Augen seiner Umgebung angelt, ließ mich kaum einschlafen. In dieser Tonart ging es weiter, düster und bedrohlich. Sehr fein diesmal die London-Expertise von Reicher selbst. Da finden sich neben netten Anekdoten vor allem zahlreiche wirklich interessante Buchtipps. Unter den Interviews stach besonders jenes mit Karlheinz Schlögl, Geschäftsführer des Golkonda-Verlags, hervor. Überhaupt wird es zunehmend zur Stärke des Hefts, dass man nicht nur Geschichten serviert bekommt, sondern auch mit Infos zur Branche gefüttert wird. Ganz abgesehen von der feinen optischen Auflösung (diesmal gestärkt durch Illustrationen von Benny Pamp, Jörg Vogeltanz und Martin Amschl), die aus der Visionarium-Reihe schon eine nette Sammlung im Regal macht.

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