Bernhard Schlink Die Frau auf der Treppe

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Inhaltsangabe zu „Die Frau auf der Treppe“ von Bernhard Schlink

Das berühmte Bild einer Frau, lange verschollen, taucht plötzlich wieder auf. Überraschend für die Kunstwelt, aber auch für die drei Männer, die diese Frau einst liebten – und sich von ihr betrogen fühlen. In einer Bucht an der australischen Küste kommt es zu einem Wiedersehen: Die Männer wollen wiederhaben, was ihnen vermeintlich zusteht. Nur einer ergreift die Chance, der Frau neu zu begegnen, auch wenn ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt.

Midlife-Crisis-Gejammer und eine unsympathische weibliche Hauptfigur - nicht mein Fall!

— littleowl

Eine tiefgehende psychologische Erzählung über die Sehnsucht nach einem Leben, das vielleicht möglich gewesen wäre.

— leserattebremen

ungewöhnliche hervorragend geschriebene Geschichte

— Petra54

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  • Die Frau auf der Treppe

    Die Frau auf der Treppe

    littleowl

    03. May 2017 um 07:06

    Meine Meinung Für mich war „Die Frau auf der Treppe“ der erste Roman von Bernhard Schlink, ich bin durch eine begeisterte Rezension auf das Buch aufmerksam geworden und habe es sofort auf die Wunschliste gesetzt. Ein wiederaufgetauchtes Kunstwerk und eine tragische Liebesgeschichte - das klang nach einer reizvollen Mischung. Außerdem gehört Schlink seit seinem Bestseller „Der Vorleser“ ohne Zweifel zu den deutschen Autoren, die man zumindest einmal gelesen haben sollte. Ich bin immer etwas zwiegespalten, was kurze Bücher angeht. Andererseits finde ich es, gerade wenn ich wenig Zeit zum Lesen habe, ganz angenehm, einen Roman in kurzer Zeit beenden zu können und nicht ewig an ihm „herumzukauen“. Andererseits fällt es mir bei Werken mit nur um die 200 Seiten oft schwer, richtig in die Geschichte einzutauchen und eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. „Die Frau auf der Treppe“ hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich letztendlich doch immer wieder bei Serien und Romanen mit 400+ Seiten lande. Wenn ich mein Leseerlebnis mit einem Adjektiv beschreiben müsste, würde ich mich für „flüchtig“ entscheiden. Die extrem kurzen Kapitel haben bei mir den Eindruck von Oberflächlichkeit und Dahinplätschern noch verstärkt – bevor man Gelegenheit hat, in eine Szene einzutauchen, wird man auch schon wieder aus ihr herausgerissen. Die Handlung konnte die Erwartungen, die der Klappentext in mir geweckt hatte, leider nicht so ganz erfüllen. Das titelgebende Kunstwerk ist mehr der Aufhänger der Story, und die variierenden Deutungen des Bilds durch den namenlosen Erzähler zeigen, wie er selbst und sein Verhältnis zur Abgebildeten sich wandeln. Meiner Meinung nach geht es bei diesem Roman allerdings gar nicht wirklich um Liebe, sondern eher um Männer in der Midlife-Crisis. Der Ich-Erzähler kann es nie verwinden, als junger Mann das „Opfer“ der Verführung einer Frau geworden zu sein, und Irenes Liebhaber und Ehemann sorgen sich ohnehin nur um die eigenen Egos, nicht um sie als Person. Gegen Ende wird die Geschichte sehr tragisch, zu meinem Herzen konnte der Roman aber wie gesagt nie richtig durchdringen. Das hatte vor allem damit zu tun, dass mir Irene von Anfang an unsympathisch war. Ich hatte das Gefühl, dass sie es genießt, mit Männern zu spielen, und sich immer wieder ihrer Anerkennung versichern muss. Während der Ich-Erzähler bereit ist, alles für sie zu tun, nutzt sie – sie kann es drehen und wenden, wie sie will – ihm schamlos aus. Ich habe versucht, Mitleid mit ihr zu haben, fand sie jedoch zickig und prätentiös und ihr Verhalten in keinster Weise moralisch vertretbar. Zum Ich-Erzähler ist für mich immer eine gewisse Distanz geblieben – die Tatsache, dass er nie einen Namen bekommt, hat dazu sicherlich beigetragen. Er war allerdings die einzige Figur, für die ich zumindest ein bisschen Sympathie aufbringen konnte, wobei Mitleid hier vielleicht azch das bessere Wort wäre. Der Rechtsanwalt hat sich immer vor seinen eigenen Emotionen gefürchtet und ist stolz darauf, sie perfekt unter Kontrolle zu haben. So ist er zwar beruflich sehr erfolgreich, brennt aber im Grunde nicht wirklich für seinen Job. Seine Ehe war „solide“, aber frei von jeder Leidenschaft, das Verhältnis zu seinen Kindern ist gelinge gesagt distanziert. Ich habe gehofft, dass er irgendwann erkennt, wie er sein Leben ändern könnte, doch ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob es tatsächlich ein Aha-Moment gab. So gesehen ist „Die Frau auf der Treppe“ ein ziemlich trauriger Roman. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum Bernhard Schlink als Autor so geschätzt wird. Er wählt eine an sich eher schlichte und schnörkellose Sprache, die aber große Gefühle oft besser vermittelt als ein blumiger, auf-die-Tränendrüse-drückender Schreibstil. Der sachliche, wenig emotionale Stil passt zudem gut zum Charakter des Ich-Erzählers, der sich jeder Innensicht und Selbstreflektion verweigert. Ich müsste weitere Bücher des Autors lesen, um mir wirklich eine Meinung bilden zu können, aber in „Die Frau auf der Treppe“ hat mir sein Schreibstil insgesamt zugesagt. Fazit „Die Frau auf der Treppe“ konnte mich leider nicht wirklich berühren, obwohl die Geschichte am Ende unerwartet tragisch wird. Statt in eine Liebesgeschichte einzutauchen, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir die Midlife-Crisis-Probleme des namenlosen Ich-Erzählers anzuhören. Dass das Ganze durchaus gut geschrieben ist, konnte den Roman für mich dann auch nicht mehr retten.

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  • Gegeneinander ausgespielt

    Die Frau auf der Treppe

    leserattebremen

    03. January 2017 um 16:23

    Auf Geschäftsreise in Australien entdeckt ein deutscher Rechtsanwalt im Museum ein Bild wieder, das vor Jahrzehnten sein Leben veränderte, „Die Frau auf der Treppe“. Eben in diese Frau hatte er sich damals verliebt, wurde jedoch, wie auch ihr Ehemann und der Maler selbst, von ihr betrogen und benutzt. Jetzt treffen die vier nach langer Zeit wieder aufeinander und wieder beginnt ein ungleicher Kampf um die Aufmerksamkeit der portraitierten Frau.Bernhard Schlink beschreibt in seinem Roman „Die Frau auf der Treppe“ den Wunsch nach einer Illusion. Nach Jahren wird die Hauptfigur wieder beherrscht vom Gedanken des „Was wäre wenn“, wenn er damals nicht auf die Frau hereingefallen wäre, wenn es doch funktioniert hätte, wenn sie beide einfach jemand anders gewesen wären. Das Bild ist dabei für ihn wie auch für die beiden anderen Männern ein Fixpunkt, der sie nicht loslässt. Von Irene, der Frau auf dem Bild, wie in Köder im Museum aufgehängt, kommen ihre Opfer brav herangeflogen und müssen, wie schon Jahre zuvor, wieder ihr Spielchen spielen. Sie hat die Macht und die Fäden in der Hand. Dies zu beobachten ist für den Leser äußerst spannend, kann er doch sein voyeuristisches Bedürfnis befriedigen und wie durch ein kleines Schlüsselloch in der Tür dabei zusehen, wie sich die älteren Herren lächerlich machen und mit sich spielen lassen. Doch während zwei schnell die Reißleine ziehen, bleibt einer bei Irene zurück. Ob er es doch noch schafft, sich in eine gleichberechtigte Position zu begeben oder weiter nur wie eine Marionette an langen Seilen agiert, müssen die Leser selbst herausfinden.„Die Frau auf der Treppe“ von Bernhard Schlink hat mir außerordentlich gut gefallen, es ist zugleich amüsant und ernsthaft und zeigt uns, wie schnell ein Mensch sich, ob aus finanziellen oder emotionalen Gründen, selbst zum Spielball von Anderen macht. Man merkt dem Autor eine große Faszination von Menschen und ihren Abgründen an und eben das macht auch die Lektüre zu unterhaltsam. Daher kann ich diesen Roman nur allen weiterempfehlen, die Beobachter spielen und einen Blick durch dieses Schlüsselloch werfen wollen. 

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  • interessante Geschichte über eine alte Liebe

    Die Frau auf der Treppe

    Petra54

    20. September 2016 um 12:18

    "Die Frau auf der Treppe" war mein erstes Buch von Bernhard Schlink. Seine Art zu schreiben hat mich vom ersten Satz an vollkommen fasziniert. Ein Anwalt soll einen Rechtsstreit zwischen einem Maler und dem Besitzer seines Bildes "Frau auf der Treppe" klären. Aber es geht nicht wirklich um das Bild, sondern um die Frau, die von beiden Männern geliebt wird und schließlich auch von diesem Anwalt. Die Frau und das Gemälde verschwinden plötzlich. Viele Jahre später taucht dieses verschollen geglaubte Bild in einer Ausstellung wieder auf und der Anwalt versucht herauszufinden, was mit dem Bild und dieser Frau inzwischen passiert ist. Mich hat die seltsame Geschichte regelrecht gefesselt, vor allem, weil der Autor extrem gut Gedanken, Lebensfragen, Gefühle und Ängste beschreibt. Ich habe mir sofort zwei weitere Titel von Bernhard Schlink gekauft und hoffe, dass er noch weitere Romane und Kurzgeschichten schreibt.  

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  • Eine äußerst lesenswerte 20 Jahre unterbrochene Liebesgeschichte

    Die Frau auf der Treppe

    Gundo57

    Tiefgreifender Roman zum Sinn des Lebens, zur Frage, wie das Leben wohl verlaufen wäre, wenn die kurze Romanze in eine Beziehung gemündet hätte, romantisch, realistisch, gefühlvoll und eine Anregung über das eigene Leben nachzudenken. Wo ist man vielleicht selbst bei und mit sich falsch abgebogen – leicht aus der Rückschau zu sehen, aber leider nicht mehr zu ändern? Hat man seinen Kindern alles gegeben oder nur für sie sich abgerackert und deshalb keine echte Beziehung zu ihnen? Hier ist viel, viel mehr enthalten als es auf den ersten Blick den Anschein hat … Ein junger Anwalt gerät zwischen die Fronten eines sehr reichen Industriellen und eines Malers, der die Ehefrau des Magnaten nackt gemalt hat und sie ihm dann auch ausgespannt hat. Der Maler sucht einen Anwalt und unsere Hauptfigur erhält vom Büroleiter diesen Fall übertragen, ohne die Hintergründe und Abgründe des Falls zu kennen. Er verliebt sich auch in diese Frau und hilft ihr, beiden Männern das Bild um das sie sich streiten und auf dem sie selbst nackt eine Treppe herabschreitet zu entführen. Bild und Frau bleiben sehr lange verschwunden und er macht klassisch Karriere, in deren Verlauf seine Frau bei einem Autounfall unter Alkoholeinwirkung tödlich verletzt wird, seine Kinder in englischen Internaten erzogen werden und er sie nur zu besonderen Anlässen, wie Weihnachten, Geburten oder Taufen besucht. Nach einer weiteren erfolgreich abgeschlossenen Unternehmensfusion in Australien entscheidet er sich für Freizeit und einen Museumsbesuch. In der aktuell laufenden Ausstellung hängt das Bild, lässt die Erinnerungen in ihm wach werden und er will seine unerfüllte Liebe wiederfinden. Das Museum mauert und so lässt er sich von seinem australischen Anwaltskollegen eine renommierte Detektei empfehlen, die ihm helfen soll, die Frau wieder zu finden. Er wird für ihn ungewohnt gezwungen zu warten und auch die beiden Streithähne um das Bild kommen nach Australien, weil in einem Artikel der New York Times das wieder aufgetauchte Meisterwerk beschrieben wird, darauf und alle drei Expartner treffen sich bei Irene, die seit 20 Jahren illegal in Australien lebt, mit einer deutschen Kreditkarte alle Ausgaben zahlt und deshalb unbehelligt geblieben ist. Sie hat das Bild dem Museum vermacht und die beiden Streithähne von einst ziehen wieder von dannen ohne Beute. Die folgenden Wochen verbringen die namenlose Hauptperson dieses Romans, die von Irene mein tapferer Ritter genannt wird zusammen, erzählen sich, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie zusammen gekommen wären und bestehen noch manche Herausforderung gemeinsam. Ein sehr zum Nachdenken anregendes Buch, das in seinem Tiefgang vielleicht erst mit einer gewissen Lebenserfahrung sich entfalten kann – Ich halte es für äußerst lesenswert und es hat mich streckenweise an Die Brücken am Fluss von Robert James Waller aus dem Jahr 1992 erinnert. Ähnlich intensiv und ausweglos …

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    • 3

    Gundo57

    10. September 2015 um 21:23
    DoomKitty schreibt Das klingt nach einem Roman, dessen tiefgreifende und verworrene Geschichte wohl selbst gelesen werden muss, um das ganz nachzuvollziehen. Zumindest wirkt das gerade auf mich so, wobei es das ...

    Gerne geschehen - ich habe ihn bei einer Lesung hier in Marbach im Literaturarchiv damit live erlebt und hatte zuvor die Verfilmung von "Der Vorleser" im Fernsehen gesehen; das hat mich ...

  • „Die kleinen Splitter sind schwerer zu entfernen als die großen.“

    Die Frau auf der Treppe

    Insider2199

    "Die kleinen Splitter sind schwerer zu entfernen als die großen." Dieser Roman war mein erstes Werk von Bernhard Schlink, auf das ich allerdings neugierig wurde, weil ich 2008 den Oskar-gekrönten Film „The Reader“ mit Ralph Fiennes und Kate Winslet nach seinem Roman „Der Vorleser“ gesehen hatte, der mir außerordentlich gut gefallen hatte. Zum Inhalt: Im Mittelpunkt steht ein berühmtes Gemälde einer schönen Frau mit dem Titel „Die Frau auf der Treppe“. Um dieses Bild entbrennt ein erbitterter Kampf zwischen dem Besitzer und dem Erschaffer des Kunstwerks – der eine ihr Mann, der andere ihr Liebhaber. Diesen nahezu unlösbaren Konflikt soll ein junger Anwalt – der Ich-Erzähler des Romans – schlichten. Dabei verliebt sich dieser ebenfalls in die Frau, wird von ihr aber sitzen gelassen. 40 Jahre später entdeckt er das Bild in Sydney und alte Wunden brechen wieder auf. So beginnt seine Suche nach der Frau, die ihn bis an die wilden Küsten Australiens führt. Doch was hofft er nach all der Zeit zu finden? Meine Meinung: Ich denke der Inhalt in diesem Roman – der junge Anwalt, der in eine Dreiecksbeziehung und somit in den erbitterten Kampf um ein Gemälde und die darauf abgebildete Frau hineingezogen wird – ist eher zweitranging und bildet lediglich das Gerüst, in das der Autor das Eigentliche, das er fast schon zwischen den Zeilen erzählt, hineinbettet. Darin geht es um das Altern, um Wunden, die niemals vergehen – sogenannte „kleine Splitter, die schwerer zu entfernen sind als die großen“ – es geht um verpasste Chancen, um die Erkenntnis, dass Erfolg allein nicht glücklich macht und dass zum ernsten Intellekt auch Gefühle zum Ausgleich nötig sind. Sprachlich gesehen ist der Roman auf einem gehobenen Niveau und macht für mein Empfinden den größten Teil des Lesegenusses aus, denn inhaltlich gibt es sicherlich einige Schwächen, aber wie gesagt dies dient nur als äußere Rahmen-Handlung. Das Buch macht nachdenklich und regt an, über sein eigenes Leben nachzudenken, über seine eigenen verpassten Gelegenheiten. Doch sicherlich benötigt man als Leser eine genügend große Lebenserfahrung, um in den vollen Genuss dieses Romans zu kommen – für jüngere Leser daher vielleicht eher ungeeigneter bzw. schwerer verständlich. Fazit: Ein sehr leiser Roman, in dem die eigentliche Handlung nur als Rahmen dient, um darin die versteckte Botschaft zu verpacken, nämlich bewusster zu leben, nicht auf Äußerlichkeiten zu setzen, sondern auf das innere, emotionale Empfinden, sprich auf das Sein und nicht das Tun. Sprachlich auf hohem Niveau mit leider einigen inhaltlichen Schwächen, für die ich einen Stern abziehe. Aber abgesehen davon sehr lesens- und empfehlenswert.

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    • 3
  • Was hätte sein können.

    Die Frau auf der Treppe

    simone_richter

    12. January 2015 um 15:03

    "Die Frau auf der Treppe" erzählt die Geschichte von einem  alternden Rechtsanwalt. Er steht  vor einem Gemälde in der Art Gallery, welches eine eine nackte Frau, die eine Treppe herabsteigt, zeigt. Er versucht herauszufinden, wer das Gemälde dem Museum geliehen hat, denn er kennt die Frau auf dem Bild. Vor rund vierzig Jahren, im Sommer 1968, kamen der Maler und seine Freundin in die Kanzlei von dem Rechtsanwalt. Karl Schwind, der Maler, bezichtigte Peter Gundlach, einen Unternehmer, eines seiner Gemälde immer wieder zu beschädigen. Aber die nackte Frau auf dem Gemälde ist nicht nur die Freundin des Malers, sondern zugleich die Ex-Frau des Unternehmers, Irene Gundlach. Im Streit dieser Männer um Irene, sollte der Anwalt einen sittenwidrigen Vertrag aufsetzen. Schwind sollte sein Bild zurückbekommen, Gundlach seine Frau. Jedoch verliebt er sich in Irene. Als er ihr seine Liebe gesteht, schmiedete sie mit ihm einen Fluchtplan. Der Anwalt half Irene, das Bild zu stehlen und zu fliehen , blieb jedoch allen zurück. Mit siebzig kommt es zu einem Wiedersehen. Irene wohnt in einer  Bucht der australischen Küste. Der Rechtsanwalt findet sie und bleibt bei ihr. Nach wenigen Tagen finden auch Gundlach und Schwind den Weg zu Irenes abgeschiedener Heimat. Es kommt zu Diskussionen und  Gundlach und Schwind reisen wieder ab. Die an Krebs erkrankte, sterbende Irene und der Rechtsanwalt bleiben zurück und träumen davon, wie ein gemeinsames Leben hätte aussehen können. Wer denkt, das alles wäre kitschig, hat unrecht, Schlink schreibt sachlich und schlicht. Fast ein wenig altmodisch, was mir gerade gefällt. Der Roman hat eine solide Handlung, die mich aber zum Schluss ein klein wenig enttäuscht hat. Das Extravagante wird gemieden, was hier okay ist und nicht die ganze Aufmerksamkeit verlangt. Man kann das Buch weglegen und kommt sofort wieder in die Geschichte rein und kann den Plot gut wieder geben. Die Geschichte das Anwalts rührt - er blickt zurück und macht sich auf zu einem Neuanfang mit Mut!

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  • Die Frau auf der Treppe, besprochen von Juliane Seidel

    Die Frau auf der Treppe

    Splashbooks

    22. December 2014 um 10:11

    Der Autor Bernhard Schlink wurde durch seinen Roman "Der Vorleser" und dessen Verfilmung weltweit bekannt und zählt seither als einer der großen deutschen Autoren. Mit "Die Frau auf der Treppe" erschien im Diogenes Verlag ein Roman über das Alter, Vergangenheitsbewältigung und eine unerschütterliche Liebe, die keinerlei Grenzen kennt. Leider erreicht der Autor mit dieser Geschichte nicht alle Leser und verliert sich in den etwas hölzernen Beschreibungen und den ungreifbaren Charakteren. Inhaltlich wirkt die Handlung stark konstruiert und an den Haaren herbeigezogen, so dass man bereits nach dem durchaus gelungenen Einstieg seine Probleme hat dem Roman zu folgen. Das liegt vor allem an den Charakteren, ganz besonders am namenlosen Ich-Erzähler, mit dem man überhaupt nicht warm wird. Man kann sich nicht in ihn hineinversetzen, versteht weder seine Beweggründe, noch seine Fixierung auf Irene, die er 40 Jahre nicht gesehen hat und um die er sich dennoch aufopfernd kümmert, als er erfährt, dass sie schwerkrank ist. Das mag seltsam klingen, doch der Anwalt kommt dem Leser zumeist gefühlskalt vor, als sei er nicht in der Lage, Gefühle zu empfinden. Dementsprechend aufgesetzt und künstlich wirkt seine Liebe gegenüber ihr, als sei diese nur Mittel zum Zweck - in diesem Fall um die Handlung voranzutreiben. Auch Irene kann mit ihrer geheimnisvollen Art und Vergangenheit nicht überzeugen - sie ist einfach zu viel: Ex-Terroristin (was nicht erklärt wird), sozial engagiert, aber gleichzeitig reich, illegal in Australien, aber jeder weiß von ihr, Femme Fatale, aber dennoch nicht an den Männern interessiert. Sie wirkt vollkommen widersprüchlich, so dass man zumeist keinerlei Bezug zu ihr aufbauen kann. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/21103/die_frau_auf_der_treppe

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  • Resumée einer Liebe

    Die Frau auf der Treppe

    Ginevra

    Plötzlich ist sie wieder da - die "Frau auf der Treppe", ein verschollenes Gemälde, um dessen Verbleib sich der Ich-Erzähler als Rechtsanwalt vor Jahren kümmerte. Der Besitzer Gundlach und der Maler Schwind stritten sich erbittert um das Gemälde der geheimnisvollen jungen Irene, die zu beiden eine intime Beziehung hatte. Der Rechtsanwalt verliebt sich ebenfalls in Irene - und wird zum Verbrecher. Irene verschwindet, und zugleich das Bild. Viele Jahre später reist der Jurist nach Australien, entdeckt zufälligerweise das Gemälde in einer Galerie und setzt alles daran, um Irene wiederzu finden. Er hat die intensiven Gefühle von damals nie vergessen und möchte Klarheit: warum er damals so handelte, weshalb Irene verschwinden musste, und was sie für ein Mensch ist. Die Begegnung mit ihr wird überschattet durch eine schwere Krankheit, an der die einst wunderschöne Frau dahinsiecht. Zwischen beiden entsteht eine ganz besondere Form der Nähe, die sie einander neu entdecken lassen. Bernhard Schlink, geb. 1944, ist selbst Jurist und einer der bekanntesten und bedeutendsten Romanautoren Deutschlands. Sein 1995 erschienener Roman "Der Vorleser" wurde weltweit gefeiert. Mir hat dieser besinnliche und tiefgründige Roman über eine komplizierte Beziehung sehr gut gefallen. Zu Beginn steht eine leidenschaftliche, oberflächliche Dreiecks- Beziehung, in die der unerfahrene Ich-Erzähler stolpert. Jahrelang erfüllt er alle Anforderungen, ohne wirklich glücklich zu sein - doch erst die Begegnung mit seiner Vergangenheit in Form von Irene führt ihn zu sich selbst. 5 von 5 Sternen - ein poetischer, wunderbar geschriebener Roman der leisen Töne.

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    • 4

    Ginevra

    06. December 2014 um 15:57
  • Die Frau auf der Treppe

    Die Frau auf der Treppe

    Rory_2102

    29. October 2014 um 19:13

    Das Buch wird in drei großen Kapitel erzählt. Das erste Kapitel fand ich ganz spannend und interssant, als es um den Klau des Bildes ging. Die plötzliche Liebesgeschichte war leider zu sponatan und zu lieblos beschrieben, um mich irgendwie mit in den Bann zu reißen. Den zweiten Teil der Geschichte, die Diskussion um das Bild, war sehr langweilig, der dritte Teil war wieder etwas besser, leider von der Krankheit der Dame überschattet. Alles in allem wurden leider meine Erwartungen nicht erfüllt.

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  • Ein Roman, der einfach nur eine Geschichte aus Deutschland erzählen will

    Die Frau auf der Treppe

    WinfriedStanzick

    17. September 2014 um 08:16

      Ein Gemälde des Malers Gerhard Richter mit dem Titel „Ema (Akt auf einer Treppe)“ hat den Schriftsteller Bernhard Schlink zu seinem neuen  Roman inspiriert.   In „Die Frau auf der Treppe“ heißt die gemalte Frau Irene, hat eine angedeutete, aber nicht weiter ausgeführte Vergangenheit als Sympathisantin der RAF-Terroristen und hat ihren Mann, den reichen Unternehmer Gerlach verlassen, um mit dem Maler des Bildes, Schwind, zusammen zu leben.   Es gibt einen erbitterten Streit um die Eigentumsrechte an dem Bild, in den der junge Anwalt, der die ganze spannende und unterhaltsame Geschichte erzählt, einbezogen wird. Noch unerfahren in einer Frankfurter Anwaltskanzlei (wir schreiben das Jahr 1968, das Land befindet sich mitten in den Studentenprotesten, die den Anwalt aber relativ unberührt lassen) verliebt er sich in seine schöne Mandantin und hilft ihr dabei, als sie das Bild stiehlt. Er glaubt, dass Irene auch Gefühle für ihn hat, doch das Gegenteil ist der Fall.   Sie verschwindet spurlos mit ihrem Bild, das schon damals einen unglaublichen Wert hatte. Vierzig Jahre später, der erzählende Anwalt ist mittlerweile zum Sozius der Frankfurter Kanzlei aufgestiegen, hat er in Australien Verhandlungen im Zusammenhang eines Firmenzusammenschlusses zu führen, mittlerweile sein internationaler Arbeitsschwerpunkt. In seiner freien Zeit besucht er eine Kunstausstellung und steht plötzlich vor dem Bild, das damals sein ganzes Leben durcheinander brachte und beinahe seine aussichtsreiche Zukunft gefährdete. Zu seiner eigenen Überraschung spürt er geradezu schmerzhaft, wie die damalige (Liebes)-geschichte plötzlich wieder präsent ist, eine Erfahrung, die er offenbar nie ganz verwunden hat.   Er recherchiert, und hat bald den Aufenthaltsort von Irene herausgefunden, ein einsamer Flecken auf einer Insel vor der australischen Ostküste.   Er verlängert seinen Aufenthalt, sagt zu Hause in Frankfurt seine Termine ab und steht bald nach einer abenteuerlichen Anreise vor der alt gewordenen Irene, von der er bald erfährt, dass sie todkrank ist, aber nicht behandelt werden, sondern in ihrem Haus auf der Insel sterben will.   Über einen langen Teil des Buches geht es dann um die Gespräche, die sie dort führen. Über die Vergangenheit der beiden, wie ihr Leben weitergegangen ist, nachdem sie das Bild entwendet hatten. Er machte Karriere in der Kanzlei, sie ging in der Untergrund und später in die DDR. Auch darüber, wie ihr gemeinsames Leben hätte aussehen können, denken sie nach, vor allem der Anwalt.   Doch da sind auch noch Gerlach und Schwind, die Wind bekommen haben von dem Aufenthaltsort des Bildes und plötzlich auf der Insel auftauchen. Auf eine sachliche, unsentimentale Weise lässt Bernhard Schlink die vier Protagonisten ihre Vergangenheit reflektieren. Und auch die Frage, wer das Bild letztendlich bekommt, wird klar gelöst.   Weiter an der Geschichte spinnend, die sie beide miteinander hätten haben können (Schlink erzählt es im Indikativ) bleibt der Anwalt bei Irene und hilft ihr beim Sterben. Sich selbst hilft er durch die ehrliche Bilanz seines Lebens dazu, ein neues zu beginnen.   „Die Frau auf der Treppe“ ist wieder die „makellos schlichte Prosa“, als die Bernhard Schlinks Stil einmal bezeichnet wurde. Ein unterhaltsamer Roman ohne viele hintergründige Absichten. Ein Roman, der einfach nur eine Geschichte aus Deutschland erzählen will.    

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  • Unterhaltsam, aber kein Lese-Highlight bei mir

    Die Frau auf der Treppe

    Girdie

    Der Ich-Erzähler des Romans „Die Frau auf der Treppe“ von Bernhard Schlink ist Seniorpartner in einer deutschen Rechtsanwaltskanzlei, um die 60 Jahre alt, Witwer mit drei erwachsenen Kindern, und weilt nun im Rahmen eines Auftrags in Sydney/Australien. Bei einem Besuch der Art Gallery steht er plötzlich einem Bild gegenüber, das ihm aus jungen Jahren nur allzu bekannt ist und das er verschollen geglaubt hat. Auf dem Gemälde ist, grob gesagt, eine nackte Frau zu sehen, die eine Treppe hinabsteigt. Der Rechtsanwalt kennt die Frau auf dem Bild, denn für sie hat er das einzige Verbrechen seines Lebens begangen. Die Frau, Irene mit Namen, stand zu diesem Zeitpunkt vor 40 Jahren in einer Beziehung zu dem Maler des Gemäldes. Von ihrem Mann, der das Bild in Auftrag gab und in dessen Besitz es ist, hatte sie sich getrennt, nachdem sie den Künstler beim Portraitieren kennengelernt hatte. Maler wie Ehemann kämpften sowohl um das Bild wie auch um Irene und der Jurist sollte beiden zu ihrem Recht verhelfen. In der Gegenwart begibt sich der Erzähler der Geschichte auf die Suche nach Irene, die er in Australien wähnt. Und er wird nicht enttäuscht. Verbunden mit der Suche nach der Frau ist auch die Erfüllung seines damaligen Wunschs, der Person Irene näher zu kommen. Mit dem Verschwinden des Gemäldes und der Frau hatte der Wunsch ein jähes Ende gefunden. Zum ersten Mal seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nimmt er sich derzeit eine Auszeit. Seine Gedanken schweifen über sein Leben. Doch nicht nur die damaligen Geschehnisse lässt er Revue passieren, sondern er denkt auch an die Jahre zwischen den Ereignissen und der Gegenwart, die hauptsächlich angefüllt sind mit seiner Tätigkeit in der Kanzlei. Natürlich hat er eine vorzeigbare Frau gefunden, mit der er Kinder hat, um die sich aus seinem Selbstverständnis heraus seine Frau kümmert. Obwohl ihm Alkoholismus ein Begriff ist, hat er angeblich nie bemerkt, dass seine Frau dieser Sucht verfallen ist. Über diesen Punkt in seinem Leben nimmt er keine Kritik an. In Gesprächen mit Irene macht diese ihm bewusst, welche schönen Seiten des Lebens er durch seine Arbeitsbelastung und der dazugehörigen eigenen Einstellung verpasst hat. Er hat sich von jeher seine eigenen Pflichten gesetzt und war sich selbst der nächste. Nun, da sein Denken Freiraum gewinnt, kommt Reue ob der verpassten Chancen in seinem Leben auf. Gemeinsam mit Irene versucht er sich im Ausgleich eine Parallelwelt zu schaffen. Doch diese ist und bleibt Schein und kann nicht zum Ersatz werden. Der Schluss des Romans lässt darauf hoffen, dass der Ich-Erzähler den Empfehlungen von Irene nachkommen wird, denn kleine widersetzliche Gedankenfetzen sind da und könnten sich nach der Rückkehr im Alltag breitmachen. Allgemein gesehen ist der Roman in einer leicht lesbaren Sprache geschrieben. Zu Beginn hatte ich allerdings ein paar Probleme mit der zeitlichen Zuordnung der erzählten Lebensabschnitte, die sich aber letztendlich im größeren Zusammenhang an ihren Platz einordnen ließen. Die Geschichte ist sicher nicht aus dem Leben gegriffen und gewöhnlich, dazu ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gemälde in dem beschriebenen Maßstab an einem so illustren Ort wie aus dem Nichts auftaucht, zu gering. Im Vergleich dazu die Lebensgeschichte des Juristen sicher überspitzt, aber alltäglicher. Der Ich-Erzähler steht in seiner Namenlosigkeit für manche über die Maßen in seine Arbeit involvierte Person. Der Charakter der Irene ist mit einem ungewöhnlichen Leben verknüpft, das ich für denkbar halte. Die Konsequenzen, die sie aus der Auseinandersetzung zwischen Maler und Ehemann gezogen hat sind nachvollziehbar und daraus resultieren auch ihre späteren Handlungen. Für mich war der Roman kein großes Buch-Highlight, aber eine unterhaltsame Geschichte, die dazu anregt, bei Zeiten einen Blick auf sein momentanes Tun zu werfen und in Frage zu stellen.

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