Bernhard Setzwein Der böhmische Samurai

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Inhaltsangabe zu „Der böhmische Samurai“ von Bernhard Setzwein

HEIMKEHR IN DIE BÖHMISCHE PROVINZ

Im Frühjahr 1896 rollt eine Kutsche auf Schloss Ronsperg im Böhmerwald zu: Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi kehrt nach Jahren im diplomatischen Dienst des Kaisers in seine Heimat zurück. Begleitet wird er von seiner japanischen Ehefrau Mitsuko, deren exotische Erscheinung allerorts für Aufsehen sorgt, und seinen Söhnen Richard und Johannes.

DIE GESCHICHTE EINER FASZINIERENDEN FAMILIE

Viele Jahre später wartet der ältere der beiden, Johannes, in einer Baracke eines tschechischen Internierungslagers auf seine Abschiebung nach Bayern. Durch die "Beneš-Dekrete" haben die Coudenhove-Kalergi alles verloren, was sie einst besaßen - nur nicht ihre große Geschichte. Und so erzählt "Graf Hansi" seinen Leidensgenossen von den Schicksalen seiner Familie: Von der kosmopolitischen Atmosphäre, die in Schloss Ronsperg stets herrscht; von den revolutionären Ideen seines Bruders Richard, der die Paneuropa-Bewegung ins Leben rief. Und er erzählt von seinem eigenen exzentrischen Leben zwischen mondänen Salons in Berlin und rauschenden Festen auf Ronsperg, von seiner Ehe mit der Flug-Pionierin Lilly und seiner eigenen Begeisterung für das Automobil.
Jahre später begegnen wir "Graf Hansi" noch ein letztes Mal: Als verarmter Aristokrat ist er in Regensburg gestrandet, sein Leben nur noch ein Abglanz der großen alten Zeit. Doch noch ein letztes Mal blitzt seine spitzbübische Extravaganz auf: Mit seinem Menschenfresser-Roman "Ich fraß die weiße Chinesin" sorgt er auf der Frankfurter Buchmesse 1967 noch einmal für Furore - und für Rätselraten, wer der Autor hinter diesem skandalösen Buch sein mochte.

KENNTNISREICH, LEBENDING UND HÖCHST UNTERHALTSAM

Im Schicksal der Familie Coudenhove-Kalergi begegnen einander kosmoplitisches Denken und provinzieller Nationalismus, fernöstliche und mitteleuropäische Kultur, trifft die glamouröse Ära der Jahrhundertwende-Aristokratie auf die neuen Zeiten von Technik und Fortschritt. Mit hinreißender Fabulierlust und leichter Hand erzählt Bernhard Setzwein die Geschichte dieser ungewöhnlichen Familie an der Schwelle vom alten zum neuen Europa - kenntnisreich, lebendig und höchst unterhaltsam.

Informativ und spannend ;-)

— Ivonne_Gerhard

Ein gut zu lesender historischer Roman, der den Umbruch in Europa anhand einer Familiengeschichte widerspiegelt.

— Nicky_G

So sollte Geschichte vermittelt werden: spannend und ohne erhobenen Zeigefinger

— Lesewunder

Eine Familiensaga aus dem letzten Jahrhundert, die durch ungewöhnliche Familienmiglieder auffällt.

— Euridike

Sehr interessante Geschichte über eine böhmische Adelsfamilie

— Vampir989

Die Geschichte der Familie Coudenhove-Kalergi romanhaft erzählt, sprachlich ein Genuss, historisch nicht genau.

— Bellis-Perennis

Böhmen und Bayern treffen Asien

— MaschaH

Diese historische Roman ist sehr gut recherchiert und hat die Atmosphäre von damaligen Zeiten

— marpije

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  • Hansi - Ein japanisch-böhmischer Don Quichote durchstreift das 20. Jahrhundert

    Der böhmische Samurai

    Jezebelle

    28. July 2017 um 17:45

    Ich bin ein Fan von gut geschriebenen, historischen Romanen. Gern darf es Bezüge zu Menschen geben, die wirklich existiert haben und besonders mag ich es, wenn ich damit in einen historischen Bereich hineinstoße, zu dem ich noch nicht sehr viel wusste. Unter diesem Aspekt allein ist der vorliegende Roman schon ein voller Erfolg, denn über japanische Mischlingskinder in Europa habe ich noch nichts gelesen. Aber darüber hinaus kann der Roman noch viel mehr. Er verbindet Bekanntes mit Unbekanntem und hat einen spleenigen, skurillen Haupthelden geschaffen, der ähnlich eines Don Quichotes aus seiner Zeit herausfällt und durch seine Charaktereigenschaften zum Amüsement anderer Figuren und natürlich der Leserschaft beiträgt. Ein genialer Schachzug! Der Autor ist Kenner der Materie und auch noch der Literaturgeschichte, wie man an der Verbindung des Massakers an den Armeniern mit Franz Werfel und am Ende des Romans mitbekommt, in der das Who ist Who der bundesdeutschen Literaturschaffenden einen Gastauftritt hat. Trotzdem wirkt es niemals belehrend oder konstruiert, um Ideen unterzubringen. Zum Teil gibt es besonders sprachliche Erläuterungen zu bestimmten authentischen Wendungen am Ende. Die sind jedoch ein wirkliches Extra. Soll heißen, man braucht sie nicht, um den Text als solchen zu verstehen, kann sich aber hier noch einmal ein zusätzliches Fußnotenwissen holen. Kultur- und Geistesgeschichte ist zwar Kern, aber eben nicht der Handlung untergeordnet, was bei dem reichlichen Umfang des Werkes aus meiner Sicht eine Glanzleistung ist. Manchmal kommen Autoren auf diese Fülle, indem sie ein ganzes Arsenal an Personen aufkreuzen lassen, sodass der Lesende nahezu gezwungen ist, immer wieder vor- und zurückzublättern, um nicht den Anschluss zu verlieren. So sind bestimmt auch die vielberüchtigten Stammbäume in den Wälzern entstanden. Hier ist das nicht nötig, denn die Familienmitglieder und handelnden Personen bleiben überschaubar. Sie werden jeweils auch immer sehr behutsam eingeführt. Deswegen kann sich der Autor auch Vor- und Rückblenden erlauben, ohne das verwirrte Kopfschütteln seiner LeserInnen zu ernten. Vom Schreibstil her hat das Buch diese herrliche Ironie, diesen schwelgerischen Erzählton, der mir persönlich sehr gefällt. Der Ton ist auch dann noch passend, wenn die Themen ernster werden, weil sie ja nicht verlacht werden und zum Protagonisten eben auch gut charakterlich passen. Verstörend fand ich nur das Festhalten an der alten Rechtschreibung und den ein oder anderen Setzfehler. Aber vielleicht ist das nur dem Rezensionsexemplar geschuldet. Auch ein kleines Kapitel oder eine weitere Abbildung zu dem noch vor Ort vorhandenen Überresten des Schlosses oder eine knappe Aufklärung über Wahrheit und Dichtung hätten dem Buch gut getan, aber sind vielleicht aus Plattgründen unterblieben, was verständlich war. Wer da von Neugierde geplagt wird, wird bestimmt auch nachträglich selbst fündig. Insgesamt hat mich das Buch total geflasht, sodass ich es sofort an eine gute Freundin weitergereicht habe, um ihr hoffentlich auch ein tolles Lesevergnügen, was noch lange nachhallt, zu ermöglichen.

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  • Interessante Familiengeschichte mit History Hintergrund ;-)

    Der böhmische Samurai

    Ivonne_Gerhard

    31. May 2017 um 00:18

    Ein wirklich sehr gut geschriebenes Buch über eine sehr interessante Familie mit unterschiedlichen Charakteren und Auswirkungen. Eine Frau die um die Familie kämpft und deren Zusammenhalt, ein unerwarteter Tod und der weitere Kampf der einzelnen Mitglieder. Mit viel historischem Hintergrund und Informationen,... Bis zum Schluss bleibt ein gleichbleibender spannender Bogen und ein Niveau was sehr hoch ist. Mir hat es Spaß gemacht auf eine Zeitreise zu gehen und nebenher noch beim lesen, etwas Geschichtliches lesen und lernen zu können ;-)

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  • Ein ungewöhnlicher Schicksal

    Der böhmische Samurai

    histeriker

    23. April 2017 um 12:07

    Inhalt: Graf Hansi landet 1945 in einem tschechischen Internierungslager und erzählt seine ungewöhliche Geschichte als Sohn eines österreichischen Diplomaten und einer Japanerin, der in einem Schloss in Tschechien aufwächst.Bewertung:Es war gerade seine Herkunft, die mich an der Geschichte sehr interessiert hat. Ich kenne mich mit der Geschichte Tschechiens und Mitteleuropas eigentlich ziemlich gut aus, aber über diese Familie habe ich noch nie gehört. Diese Lücke musste ich mit diesem Buch schließen.Der Roman beschäftigt sich mit einem wahrscheinlich ziemlich unbekannten Mann der Familie, da seine Geschwister sehr viel berühmter geworden sind. Mich hat es aber nicht gestört, sein Leben ist interessant genug und gerade die Unbekanntheit macht die Geschichte interessant, weil so ein neuer Teil der Geschichte beleuchtet wird.Hansi ist kein Charakter, den man liebt oder sich mit ihn identifizieren kann. Er ist an manchen Stellen gerade das Gegenteil, man kann seine Handlungen gar nicht nachvollziehen und denkt, dass er so anders ist, dass es so etwas gar nicht geben kann. Gleichzeitig eröffnet dies neue Perspektiven, auf die man sich einlassen kann, was für mich zum Teil den Reiz dieses Buches ausgemacht hat. Teilweise war das Buch etwas langatmig, vor allem der späte Mittelteil war es für mich, aber trotzdem finde ich den Stil des Autors in Ordnung. Es ist ganz gut zu lesen.Mir haben vor allem die Teile, die 1945 spielten, gefallen, da sie sehr glaubwürdig geschrieben wurden und die Probleme der Beziehung zwischen Deutschen (oder den Leuten, die dafür gehalten wurden) und den Tschechen sehr gut dargestellt haben.Ein Buch, das man schon empfehlen kann.

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  • ungewöhnliche Familiengeschichte

    Der böhmische Samurai

    irismaria

    21. April 2017 um 16:15

    "Der böhmische Samurai" ist ein historischer Roman von Bernhard Setzwein, der von einer ungewöhnlichen böhmischen Adelsfamilie handelt. Heinrich Graf von Coudenhove-Kalergi ist Diplomat in Japan und setzt sich über die Konventionen Ende des 19. Jh. hinweg, indem er eine Japanerin heiratet. Mitsuko und die Kinder folgen ihm in die ferne Heimat und leben auf Schloss Ronsperg in Böhmen. Dort lebt Heinrich sein intellektuelles Leben und forscht über die Wurzeln des Antisemitismus. Doch nach dem frühen Tod des Schlossherren muss Mitsuko um das Erbe ihres ältesten Sohnes Hansi kämpfen. Hansi wächst zu einer schillernden Persönlichkeit heran und mogelt sich sogar durch den Nationalsozialismus und das tschechische Arbeitslager, in das er nach Kriegsende eingeliefert wird.Mir hat der Roman gut gefallen und ich habe viel über eine ungewöhnliche Familie erfahren. Allerdings war die Geschichte nicht besonders flüssig zu lesen und manchmal wurden Aspekte sehr ausführlich behandelt, die ich nicht so interessant fand, während anderes offen blieb (etwa das Schicksal von Graf Hansis Frau).

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  • Der böhmische Samurai – Schwelgerischer Unterricht in Europäischer Geschichte

    Der böhmische Samurai

    Nicky_G

    10. April 2017 um 13:15

    1896: Graf Heinrich kehrt nach Jahren im diplomatischen Dienst im Ausland zurück auf das väterliche Schloss. Mit ihm reisen seine japanische Frau und seine beiden Söhne an. Einer von ihnen wird fast fünfzig Jahre später seine Geschichte in einem tschechischen Internierungslage erzählen, der andere für ein Paneuropa kämpfen, bis die Nationalsozialisten dem Traum ein Ende machen. Die Sprache ist sehr gesetzt und passt zur damaligen Zeit. Das Leben der Familie war weltoffen, interessiert und kenntnisreich, ganz im Gegensatz zu ihrer nun eingeschränkten Umgebung im Schloss und im Ort, wo Ausgrenzung und Misstrauen keine Fremdwörter sind. Fast schon philosophisch berichtet Bernhard Setzwein von den Erlebnissen in der Kindheit der beiden Brüder und ihrem weiteren Lebensverlauf. Wie unterschiedlich Kinder aufwachsen mit ihren Vorurteilen und Lebenseinstellungen, wenn man eine Kleinigkeit im Ablauf des Lebens ändert wie der Vater, der mit dem Rabbiner die Abmachung der Weihnachtsgans trifft. Schon sieht man den Rabbiner mit ganz anderen Augen. Eine simple, aber verblüffende Erkenntnis. Schade ist, dass das Hauptaugenmerk auf den ältesten Sohn gelegt wird, der in seiner Lebensweise egoistisch und exzentrisch ist, was ihn nicht gerade sympathisch macht. Da hätte ich mir mehr Informationen über den zweiten Sohn gewünscht. Alles in allem ist das Buch etwas umständlich geschrieben. Manche Szenen blättern sich nach und nach auf, was mich dazu verleitet zu denken: komm mal zum Punkt. Diese ausufernde Sprache ist zwar schön zu lesen, aber es fehlt ein wenig an spannender Handlung. Dennoch werden die historischen Fakten detailliert dargestellt, was einen äußerst versierten Eindruck hinterlässt. Besonders das letzte Drittel des Buches war mitreißend, als von den immer stärker auftretenden Nationalsozialisten erzählt wird und die Konsequenzen für die einzelnen Familienmitglieder aufgezeigt werden. Ansonsten aber ein gut zu lesender historischer Roman, der den Umbruch in Europa anhand einer Familiengeschichte gut widerspiegelt.

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  • Der böhmische Samurai

    Der böhmische Samurai

    Tawananna

    03. April 2017 um 22:21

    Der Autor Bernhard Setzwein hat eine Biographie über die außergewöhnliche Adelsfamilie Coudenhove-Kalergi geschrieben, die ein hervorragendes Beispiel für Multi-Kulti darstellt. Die Familie der Coudenhoves ist uralter Adel (seit 1099 aufgrund der Kreuzzüge) und ursprünglich aus Brabant kommend. Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi ist als sprachbegabter (18 Sprachen) Diplomat in der KuK-Monarchie zuletzt in Japan tätig. Dort lernt er seine Ehefrau Mitsuko – die Tochter eines Samurai, also selbst adlig – kennen und lieben. Trotz aller Widerstände heiratet er sie, was eine weitere Arbeit im Diplomatischen Dienst eigentlich schier unmöglich macht. Er hat mit ihr 7 Kinder, vor allem deren Leben, bis Ende des Zweiten Weltkriegs, sind in diesem Roman beschrieben. Das Buch liest sich gut und flüssig, obwohl es zwei Erzählebenen besitzt. Denn die Hauptperson Johann erzählt die Familiengeschichte, während er aufgrund der Benes-Dekrete inhaftiert wird. Begriffe, die nicht jedem bekannt sein dürften – handele es sich um historische Personen oder Begriffe aus Dialekten – werden sehr schön in einem Glossar zusammengefasst. So weit so gut. Leider hat mich das Buch trotzdem sehr enttäuscht, viele spannende Möglichkeiten und Aspekte wurden verschenkt. Warum der Autor sich ausgerechnet die langweiligste Person von allen Familienmitgliedern als Protagonist erkoren hat bleibt mir unklar. Johann/Hansi ist nur ein ichbezogener Langweiler, der sich wohl vorgenommen hat Ludwig dem II. von Bayern nachzueifern. Und mit Akteuren des III. Reiches flirtet. Zumindest schließt er sich nicht völlig dem Regime an. Die anderen Figuren bleiben da völlig im Hintertreffen und werden nur dürftig gezeichnet. Eine Ausnahme ist Richard/Dicky, doch selbst dieser wird vernachlässigt. Richard/Dicky ist meines Erachtens die interessanteste Person dieser Geschwister, ein früher Europäer, der den ersten Karlspreis überhaupt 1950 verliehen bekam. Auch die Idee zu unserer Europahymne stammt von ihm. Bei einer derart bekannten Person muss man natürlich seine literarische Phantasie ein wenig zügeln.Mit Details wird vom Autor allerdings manchmal ein wenig lässig umgegangen. z. B. soll Richard im Roman ein wichtiges Buch des Vaters zum Antisemitismus beenden, dabei hatte sein Vater dieses Buch sehr wohl beendet und wie geplant als Dissertation vorgelegt. Gut, Johann/Hansi ist der Haupterbe, wie es damals dem Erstgeborenen zukam, dies mag wohl ein Grund gewesen sein ihn in den Vordergrund zu stellen. Seine anderen Geschwister sind jedoch viel interessanter, auch menschlich gesehen. Sie bleiben jedoch sehr im Hintergrund, sodass manche Entwicklung unklar bleibt. Warum wird die Mutter auf einmal derart despotisch, aufbrausend und cholerisch? Wie mag sie sich wohl gefühlt haben, allein, in der Pampa, der Sprache nicht mächtig mit dem Wissen, dass sie Japan und ihre Familie nicht wiedersehen wird? Warum wendet sich seine Schwester Ida urplötzlich dem Katholizismus in einem sehr strengen Sinne zu? Anfangs hatte man den Eindruck Kirchenbesuche seinen eher ein gesellschaftliches Muss statt Ausdruck tiefen Glaubens. Und Ida wird vorher als Wildfang beschrieben. Von Elisabeth hört man quasi gar nichts, dabei war sie Sekretärin bei Dollfuß und hätte sehr gut in den historischen Kontext gepasst, der den Hauptteil des Buches umfasst. Auch Karl/Eri wird eigentlich nur mit einem Jugendstreich erwähnt, Olga als Opfer der Mutter gekennzeichnet. Was ist mit Gerolf? Seine Entwicklung vom kriegsbegeisterten Jungen zu jemanden, der aus der erzwungene Zusammenarbeit mit Heydrich, seine Konsequenzen zieht ist viel zu ungenau. Wie war es für die Kinder, dass sie immer auf ihr exotisches Aussehen reduziert wurden? Der Aspekt des erlebten Fremdenhasses wird im Buch nur kurz gestreift. Warum erfahren wir über die Geschwister nach Ende des Zweiten Weltkrieges nichts mehr? Schließlich war Ida so bedeutend, dass Ratzinger anlässlich ihres Todes die Gedenkrede hielt. Daher – obwohl ich den Romanaufbau und Schreibstil sehr wohl für gelungen halte – und besonders aufgrund der Detailgenauigkeit vergebe ich nur drei Sterne.

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  • Unterhaltsame Geschichtsstunde

    Der böhmische Samurai

    Lesewunder

    02. April 2017 um 17:57

    Das Buch erzählt das Leben von Graf Hansi von Ronsperg in Böhmen und spannt dabei den Geschichtsbogen von 1895 ins in die 1960iger Jahre.Die Erzählung beginnt mit der Ankunft der Grafenfamilie Ronsperg aus Japan auf Schloss Ronsperg im Jahr 1895. Die Mutter Mitsuko - Japanerin und der Vater, aus dem aktiven Dienst ausgeschiedener Diplomat, erziehen die Kinder, sieben an der Zahl, abgeschirmt von äußeren Einflüssen auf dem Schloss. Aufgrund dieser Tatsache und der exotischen Abstammung geschuldet, bleibt die Familie für sich. Der Vater stirbt früh und die Mutter, auch nach Jahren nicht heimisch in der böhmischen Provinz, zieht die Kinder alleine groß. Im ersten Weltkrieg verarmt die Familie und die Geschwister verlassen das elterliche Zuhause. Nur Hansi, nach Schuljahren in München, bleibt mit dem Personal zurück. Er heiratet Lilly, eine der ersten Pilotinnen. Doch die Ehe ist nicht glücklich. Sie scheitert, nicht zuletzt an der Exzentrik Hansis. Hansi überlebt den 2. Weltkrieg, um sich dann 1945 aufgrund der Benes-Dekrete im Lager Chrastavice wieder zu finden. es gelingt im die Flucht nach Regensburg, wo er allein und verarmt stirbt.Der Autor nutzt die Lebensgeschichte des Grafen, um einige geschichtliche Ereignisse dieser Zeit ins Gedächtnis zu rufen. Die geschieht spannend und mit dem Blick für nicht so im Bewusstsein verankerte Details. Bei der Schilderung der Lagererlebnisse bleibt er sachlich und unsentimental und macht  das Unmenschliche der Verhältnisse um so sichtbarer.Der wahre Wert des Romans liegt für mich darin, geschichtliche Ereignisse in Erinnerung zu rufen und damit Lust darauf zu wecken, sich mit Geschichte zu befassen.

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  • Leserunde zu "Der böhmische Samurai" von Bernhard Setzwein

    Der böhmische Samurai

    bernhardsetzwein

    Liebe Leserinnen und Leser, habt ihr Lust auf eine Zeitreise ins frühe 20. Jahrhundert? Zwischen altem Glanz und neuer Welt, zwischen deutsch-böhmischem Adel und Fliegerpionieren, dort spielt mein Buch „ Der böhmische Samurai“ – die bewegte Geschichte einer außergewöhnlichen Familie. Bewerbt euch bis zum 8. März um eines von 15 Vorab-Exemplaren und taucht ein in jene spannende Epoche, die sich im Schicksal der Familie Coudenhove-Kalergi so einzigartig widerspiegelt. Ich freue mich auf meine erste Lovelybooks-Leserunde mit euch und bin schon sehr gespannt auf eure Fragen! Die Geschichte beginnt im Jahr 1896. Der Habsburger Diplomat Heinrich Graf von Coudenhove-Kalergi bezieht das Familienschloss im böhmischen Ronsperg, an seiner Seite die beiden erstgeborenen Söhne Richard und Hansi sowie seine japanische Ehefrau Mitsuko. In Japan ist sie eine Berühmtheit wie bei uns Kaiserin Sisi. Sieben Kinder bringt sie zur Welt, die in einer ungewöhnlich kosmopolitischen, freidenkerischen Atmosphäre aufwachsen. Richard wird später die Paneuropa-Bewegung ins Leben rufen, während sein älterer Bruder Hansi mitten im Böhmerwald ein exzentrisches Phantasiereich errichtet. Heiraten wird er Lilly Steinschneider, eine der frühen Flugpionierinnen des Habsburgerreiches. Basierend auf der faszinierenden Familiengeschichte der Coudenhove-Kalergis entfaltet dieser episodenreiche Roman ein stimmungsvolles Bild vom alten Europa. In ihm lebt noch ein dandyhafter Adel ebenso wie Technikbegeisterung und Fortschrittsglaube. Doch der unter allen Völkern grassierende unheilvolle Nationalismus reißt diese Welt schließlich in den Abgrund, dort wo sich auch der böhmische Samurai am Ende wiederfinden wird. Alle Infos zum Buch findet ihr hier  Hier geht's zur Leseprobe:  http://b2l.bz/pCAJnE  Gewinnt schon vor Erscheinen des Buches eines von 15 Vorab-Exemplaren von „Der böhmische Samurai“, indem ihr euch hier bis zum 8. März bewerbt.  Ich nehme an der Leserunde teil und freue mich bereits darauf, mit euch über die Entstehung des Buches, die wahren Hintergründe und natürlich über eure Fragen zum Inhalt zu diskutieren. Ich drücke euch allen die Daumen und freue mich auf einen fruchtbaren Austausch! Liebe Grüße Bernhard Setzwein

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    • 202

    Bellis-Perennis

    02. April 2017 um 15:19
    bernhardsetzwein schreibt Neulich hatte aber jemand eine gute Idee: nämlich man hätte dem Buch eine Art "Abspann", wie man es oft bei Filmen sieht, anhängen können, wo zu den einzelnen Personen kurz gesagt worden wär, was ...

    Danke für die Infos. Ja so ein "Was wurde aus" ist eine gute Ergänzung auch für einen Roman und rundet die Geschichte schön ab, ohne sie aufzublähen.

  • Der böhmische Samurai

    Der böhmische Samurai

    Euridike

    31. March 2017 um 21:47

    Der Autor erzählt die Geschichte der Familie Coudenhove-Kalergi in den Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg und bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese hatte ihr Schloss in Ronsberg in Böhmen. Als sein Vater stirbt, muss er mit seiner japanischen Frau und seinen zwei Söhnen nach Ronsberg zurück kehren. Diese ungewöhnlichen neuen Schlossbesitzer sind natürlich eine Sensation für die Einheimischen.Dieses Buch handelt im ersten Teil von Heinrich, der sehr gebildet und weltoffen ist. Im zweiten Teil steht Heinrichs Sohn, Hansi und dessen schilllernde Persönlichkeit im Mittelpunkt. Durch seine kuriose, abgehobene Art wird die Geschichte wunderbar aufgelockert. Die Schilderung von Hansis Eigenheiten gelingt dem Autor meisterhaft.Durch seine lebhafte, leicht ironische Erzählweise, kann man sich Hansi vorstellen, wie er unbeirrbar seinen Weg geht.Der Autor verknüpft zwei Erzählstränge miteinander und macht so das Ganze abwechslungsreicher.Der Titel hätte nicht passender gewählt werden können.Für alle empfehlenswert, die sich für Geschichte interessieren, die nicht so staubtrocken erzählt wird.

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  • Sehr interessante Geschichte über eine böhmische Adelsfamilie

    Der böhmische Samurai

    Vampir989

    30. March 2017 um 23:26

    In dieser Geschichte geht es um eine böhmische Adelsfamilie.Heinrich kehrt als Diplomat von Japan nach Ronneburg zurück um das Erbe anzutreten.Gemeinsam mit seiner japanischen Frau Mitsuko  und den zwei Kindern leben sie nun in dieser Provinz.Im Laufe der Zeit werden noch fünf weitere Kinder geboren.Doch plötzlich stirbt Heinrich und Mitsuko ist nun mit den Kindern völlig allein in einer fremden Kultur und fern der Heimat.Das Buch hat mich gleich von Anfang an fasziniert.Es ist jedoch nicht für zwischendurch zum Lesen,denn es benötigt viel Konzentration.Die Protoganisten werden sehr gut beschrieben und ich konnte sie mir bildlich gut vorstellen.Jeder von ihnen hatte seinen eigenen induviduellen Charakter und das macht das Buch auch sehr lesenswert und es wird dadurch nie langweilig.Viele Szenen werden sehr gut dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Der Autor versteht es uns in die Welt des böhmischen Adels zu verführen.Das ist ihm hervorragend gelungen.Gleichzeitig gelingt es ihm sehr viel geschichtliche Details und Informationen in die Lektüre einzubringen.So erfahren wir viel über fremde Kulturen und Religionen.Auch der 1.Weltkrieg wird uns Nahe gebracht.Das hat mir sehr gut gefallen.Das Cover finde ich auch sehr interessant und genau passend zum Buchtitel und der Geschichte.Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen.Für Leseliebhaber die sich sehr für Geschichte in Verbindung mit einer Familiensaga interessieren ist dieses Buch sehr empfehlenswert.

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  • Der böhmische Samurei....

    Der böhmische Samurai

    bettinahertz

    29. March 2017 um 23:54

    Der böhmische Samurai Autor: Bernhard Setzwein In diesem historischen Roman geht es um Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi, der 1896 aus seinem diplomatischen Dienst in Japan nach Böhmen zurückkehrt, um sein Erbe im beschaulichen Ronsperg anzutreten und dies mit seiner japanischen Ehefrau Mitsuko und seinen beiden Söhnen Hansi und Richard (Dicky). Zwei Kulturen knallen aufeinander, so muss zumindest Mitsuko empfunden haben. Sie bekommen noch fünf weitere Kinder. Mit dem Tod des Grafen wird die Familie regelrecht auseinander gebrochen. Erzählt wird aus zwei Zeitebenen, einmal von 1896 bis ca. 1945 und dann aus Sicht von Hansi nach 1945 in einem tschechischen Internieungslager. In den verschiedenen Zeitabschnitten erlebt man u. a. die Schrecken der zwei Weltkriege. Bernhard Setzwein hat eine faszinierende Erzählweise, anfangs brauchte ich ein wenig Zeit, in die Geschichte richtig einzutauchen und ich musste sehr hoch konzentriert lesen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir dies ab ca. einem Drittel des Buches keine Schwierigkeiten mehr bereitete. Die Charaktere sind sehr außergewöhnlich und speziell und nicht immer sympathisch, z.B.ist Hansi, Erbe des Schlosses Ronsperg keineswegs ein Held seiner Zeit, eher einer, der sich gerne durch die Zeit mogelte und auch immer irgendwie ohne größere Opfer durchkam, wenn man bedenkt, wieviel Elend und Not in dieser Zeit herrschten. Er versteht es exzellent seine Gegner zu manipulieren, zu täuschen, zu verunsichern und es gelingt ihm selbst nach 1945 ohne Grafentitel und genügend Kleingeld in der Tasche und ohne jegliche Ausbildung/Beruf/Erfahrung noch viele Jahre in Regensburg zu leben. Der Roman hat mich definitiv in seinem Bann gezogen und ich kann hier gute vier Sterne vergeben.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte eilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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  • Böhmen trifft Japan

    Der böhmische Samurai

    Bellis-Perennis

    29. March 2017 um 19:10

    Bernhard Setzwein mischt in seinem Roman historische Personen und Orte mit einer teilweise fiktiven Erzählung. Die Familie Coudenhove-Calergi stammt ursprünglich aus dem Brabant und lebt im böhmischen Ronsperg. Nach dem Tod des Stammvaters muss Heinrich, k. und k. Diplomat in Japan, nach Ronsperg zurück, um für seinen Sohn Johannes das Erbe anzutreten. Heinrich ist mit der Japanerin Mitsuko verheiratet. Gemeinsam mit den Söhnen Johannes (Hansi) und Richard (Dicky) kehren sie von Tokio in die westböhmische Provinz zurück. In den Jahren bis zu seinem plötzlichen Tod 1906 werden noch fünf weitere Kinder Heinrichs und Mitsukos geboren.Der Autor mischt damals aktuelles Zeitgeschehen in die Familiengeschichte. Wir erleben den Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit, den Zusammenbruch der Donaumonarchie sowie den latent vorhandenen Antisemitismus bis hin zur Machtübernahme Adolf Hitlers, der von Hansi immer nur „der Innviertler Schreihals“ genannt wird. Hansi muss 1945 in ein Internierungslager, in dem die Tschechen alle Deutschen inhaftieren. Letzen Endes werden die Coudenhove-Kalergis durch die Benes-Dekrete enteignet. Die anderen Geschwister sind schon vor Annektierung der Tschechoslowakei durch die Nazis aus Ronsperg geflüchtet.Neben dem Weltgeschehen widmen wir uns dem für Adelige damals üblichen Müßiggang. Wir lernen interessante Personen kennen, wie die ungarisch/jüdisch-stämmige Lilly Steinschneider, die als Flugpionierin Anfang des 20. Jahrhundert von sich reden macht. Auch Dicky heiratet „unter“ dem Stand, nämlich die jüdische Schauspielerin Ida Roland.Interessant ist die Persönlichkeit von Mitsuko beschrieben, die nach dem Tod von Heinrich das Gut für ihren Sohn Hansi weiterführen kann/darf, aber beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs – so wie viele andere auch – für das gesamte Vermögen Kriegsanleihen zeichnet und alles verliert.Auch Hansis Entwicklung ist detailreich erzählt. Obwohl nun Hausherr auf Ronsperg und Umgebung, interessiert er sich lieber für alles andere (vornehmlich Frauen) und überlässt alles dem Verwalter. Er wird als etwas eigenbrötlerisch („spinnert“) dargestellt. Die anderen Geschwister leiden ziemlich, vor allem, weil Hansi auf Grund der herrschenden Primogenitur Alleinerbe ist und für die sechs Geschwister wenig bis nichts bleibt. Allerdings ist das ein typisches Adelsschicksal.Meine Meinung:Das Buch lässt sich nicht einfach so nebenbei lesen, sondern erfordert eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit. Wer die Lektüre als „Roman“ sieht und nicht als genaue Familiengeschichte der Familie Coudenhove-Kalergi wird hier auf seine Kosten kommen. Sprachlich ist das Buch ein Leckerbissen, der die manchmal altmodisch oder geschraubt wirkende Sprache von Hansi und Co. sehr gut wiedergibt.Leider sind nicht alle historischen Details (Jahreszahlen, Familienverhältnisse) korrekt angegeben. Auch wenn es sich hier um ein Rezensionsexemplar handelt, sollten diese Patzer nicht passieren. Das beschert dem Buch 2 Sterne Abzug.

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  • böhmische/bayerische Geschichte treffen auf Asien

    Der böhmische Samurai

    MaschaH

    27. March 2017 um 09:31

    Eine interessante Geschiche einer böhmischen Adelsfamile die mit fremden Kulturen zusammentreffen. Der Schreibstil ist schön natürlich und durch viele Fachbegriffe angereichert. Diese werden im Glossar sehr aussführlich erklärt.Man erfährt viele geschichtliche Details: Den beginnenden Antisemitismus, über die jüdische Religon, die Schrecken der beiden Weltkriege und die Anfänge der Fliegere unter den Frauen.Das Buch lässt sich nicht einfach so nebenbei lesen, sondern erfordet eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit. Wer sich für Geschichte verschiedener Kulturen und Zeiten interessiert ist mit diesem Roman gut bedient.

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