Bernhard Trecksel

 3.4 Sterne bei 47 Bewertungen
Autor von Nebelmacher, Nebelgänger und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bernhard Trecksel

Bernhard Trecksel, geb. 1980 in Papenburg an der Ems, bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Eskapisten und absoluten Geek. Die Kunst des Erzählens lernte und verbesserte er während unzähliger Stunden, die er mit Fantasy-Rollenspielen verbrachte. Seine Inspiration als Autor findet er in den alltäglichsten Dingen wie dem Lesen der Morgenzeitung, doch seine schriftstellerischen Idole sind die alten Meister wie H.P. Lovecraft, Robert E. Howard und J.R.R. Tolkien. In seiner Freizeit spielt er Videospiele, Brettspiele und (auch als Erwachsener immer noch) Rollenspiele oder liest Fantasy- und Horrorromane. Seit seinem Universitätsabschluss in Archäologie und Skandinavistik lebt er in Münster und arbeitet als Übersetzer, Rezensent und – seit seinem Debüt Nebelmacher – als Autor.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Bernhard Trecksel

Cover des Buches Nebelmacher (ISBN: 9783734160325)

Nebelmacher

 (30)
Erschienen am 22.06.2015
Cover des Buches Nebelgänger (ISBN: 9783734160691)

Nebelgänger

 (11)
Erschienen am 19.09.2016
Cover des Buches Nebeljäger (ISBN: 9783734161124)

Nebeljäger

 (6)
Erschienen am 20.11.2017

Neue Rezensionen zu Bernhard Trecksel

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Rezension zu "Nebelgänger" von Bernhard Trecksel

Definitiv keine Geschichte fürs Herz
Wortmagievor einem Jahr

Fragt man Bernhard Trecksel nach seinen literarischen Einflüssen, taucht dort ein Name auf, den man nicht allzu häufig liest: Wolfgang Hohlbein. Der aufstrebende Autor gibt bereitwillig zu, dass ihn Hohlbeins Romane prägten und betont, wie viel er für die deutsche Fantasy leistete. Ohne dessen „Der Hexer“-Reihe, die zum Cthulhu-Mythos zählt, hätte er niemals erst H.P. Lovecraft, dann Robert E. Howard und schließlich das gesamte Sword and Sorcery – Subgenre für sich entdeckt. Wie wichtig dies für seinen Werdegang war, zeigt seine „Totenkaiser“-Trilogie. Diese der High Fantasy zuzurechnen, wäre verfremdend. Nein, es handelt sich um Low Fantasy. Nach der Lektüre des zweiten Bandes „Nebelgänger“ kategorisiere ich den Dreiteiler sogar als Grimdark.

Ormgair hätte Fomor niemals betreten dürfen. Die Lügen und Intrigen der verweichlichten Stadtlinge widern ihn an. Ihretwegen liegt sein Leben in Trümmern. Sein Stamm wurde ausgelöscht. Sein Mündel Morven ist tot. Rachedurst ist das einzige, das den alten Ambosskrieger noch antreibt. Er schwor, Morvens Mörder für seine Tat bluten zu lassen: Fennek Greskegard, der in seinem wahnhaften Bestreben, den Thron Fomors an sich zu reißen, über Leichen geht. Leider wird der Inquisitor gut beschützt. Ormgair kommt nicht an ihn heran. Fest entschlossen, Greskegard seiner gerechten Strafe zuzuführen, ergreift er ungewöhnliche Maßnahmen. Er bittet den Totenkaiser um Hilfe. Aber Clach hat sich verändert. Seine Heimkehr von den Toten hat einen Preis: er soll die Wiederauferstehung der Titanen verhindern. Über Fomors Grenzen hinweg gedeiht die Verschwörung, die die mächtigen Giganten zu erwecken trachtet. Ihre Puppenspieler verbergen sich meisterhaft. Clach dringt tief in die vergessenen Geheimnisse einer vergangenen Zeit ein. Doch schon bald führt ihn sein Weg dorthin zurück, wo alles begann – nach Fomor.

Bernhard Trecksel sagte in einem Interview über den ersten Band seiner „Totenkaiser“-Trilogie, „Nebelmacher“, er glaubt, alle Leser_innen, die auf schnelle Action und große, epische Konflikte stehen, könnten etwas damit anfangen. Das glaube ich nicht. Weder bezüglich des Trilogieauftakts noch bezüglich des zweiten Bandes „Nebelgänger“. Um die breite Masse zu begeistern, muss eine Geschichte leicht zugänglich sein – das lässt sich von „Totenkaiser“ bisher nicht behaupten. Es ist anspruchsvolle Fantasy, die selbst mich als hartgesottenen Fan des Genres herausfordert. Das muss nicht negativ sein, bedeutet in diesem Fall allerdings, gewisse Abstriche in Kauf zu nehmen. Im Kern geht es in der Trilogie um den Versuch einer kleinen, elitären Gruppe, die Titanen einer vergangenen Epoche wiederzuerwecken. Da die riesigen Wesen das Universum schon einmal in Schutt und Asche legten, wodurch das ruinenhafte Setting äußerst bedrückend, entmutigend und feindlich wirkt, ist das für den Großteil der Menschheit, die durch die deprimierenden Einschränkungen ihrer Welt ohnehin eher schlecht als recht vor sich hinkrepelt, wahrlich keine positive Aussicht. Leider ist das Ritual der Auferstehung eine komplizierte Angelegenheit, die ich nur mit Mühe verstehen konnte und die es mir erschwerte, Clachs Mission zu durchschauen. Clach ist ein schwieriger Protagonist, der meiner Ansicht nach eine antisoziale Persönlichkeitsstörung aufweist. Durch diese Dysfunktion ist er der ideale Assassine, der keinerlei Mitgefühl, Skrupel oder Gewissensbisse kennt, aber auch auf unnötige Grausamkeit verzichtet. Er tötet klinisch und professionell. Seine Ausbildung lenkt seine gewalttätigen Triebe in geordnete Bahnen; Disziplin und Kontrolle sind seine Obsession. Daher ist es fast unmöglich, eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen. Er ist distanziert und kalt, woran sein neuer Status als Heimkehrer, eine nette Umschreibung für Zombie, nichts ändert. Interessanterweise hat er keine Probleme, sich mit seinem Zustand abzufinden, was meiner Meinung nach ebenfalls daran liegt, dass seine Erlebenswelt von der Norm abweicht. Er trauert seiner Menschlichkeit nicht sentimental nach und hadert niemals mit seinem Schicksal oder Auftrag. Darin unterscheidet er sich maßgeblich von den anderen Hauptfiguren in „Nebelgänger“, die für mich allerdings kaum nahbarer waren. Fennek Greskegard kann man nicht mögen; er ist besessen davon, Fomors Thron zu übernehmen. Alles andere ist ihm völlig egal, auch die Titanen-Verschwörung. Er qualifiziert sich am ehesten als Antagonist, obwohl die Rollenverteilung insgesamt uneindeutig und ambivalent ist. Ormgair ist der einzige, an den ich mich etwas annähern konnte, doch er strahlt so viel Trauer und Düsternis aus, dass ich diese Barriere nicht vollständig überwinden konnte. Deshalb wurde ich mit „Nebelgänger“ nie richtig warm. Trotz der intelligenten, faszinierenden Konstruktion des Romans fand ich keinen emotionalen Zugang, was Bernhard Trecksel möglicherweise jedoch beabsichtigte. Diese Trilogie ist definitiv keine Geschichte fürs Herz.

„Totenkaiser“ ist keine Einsteiger-Fantasy, davon bin ich nach der Lektüre von „Nebelgänger“ überzeugter denn je. Bernhard Trecksel macht es seinen Leser_innen nicht gerade leicht. Er verschenkt nichts, bietet keine einfachen Antworten und biedert sich nicht an. Die Figuren agieren in einem Universum, das von seiner komplexen Historie gebeutelt ist und verkörpern fragwürdige moralische Grundsätze. Sympathie spielt keine Rolle, weil die verschachtelte, undurchsichtige Handlung nicht emotionsbasiert ist. Ich denke, man kann sich „Totenkaiser“ als mehrstufiges Rätsel vorstellen, dessen Einzelteile entschlüsselt werden müssen, um es lösen zu können. Ich werde meine Erwartungshaltung entsprechend anpassen, bevor ich das Finale „Nebeljäger“ lese. Zur Seite mit den Gefühlen, her mit den Hinweisen. Dann kann ich die Trilogie sicher als das schätzen, was sie ist: ein intellektuelles Vergnügen und solide deutsche Grimdark-Fantasy.

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Rezension zu "Nebeljäger" von Bernhard Trecksel

eine super tolle geschichte
julias_wonderlandvor 2 Jahren

Ich habe leider zu spät bemerkt das es der dritte und letzte teil dieser reihe ist xD Ich habe das buch trotzdem angefangen zu lesen obwohl mir sehr viele teile aus der Vergangenheit gefehlt haben. Aber dann ab der Mitte des Buchs wurde es immer mehr interessanter und ich kam mehr in die Geschichte ein tauchen. Jedoch wird hier die ganze Zeit die Spannung gehalten, sodass ich immer neugieriger geworden bin. Auch kommen hier sehr viele Fragen auf, die dann Stück für Stück zusammengefügt wurden. Was ich auch sehr toll fand war das die Geschichte nicht vorhersehbar war, so tappt man immer im Dunkeln, wen man denkt, dass man wüsste was als nächste passiert. Das Ende zu diesem Buch hat mich dann noch sehr überrascht. Den diese ist genauso brutal, wie der Rest der Geschichte.

In der Geschichte sind im Laufe der Handlung immer neue Geheimnisse aufgetaucht sowie neue Pläne. Es gibt auch einige Charaktere in diesem Buch, die eine wichtige Rolle spielen. Aber mir fehlt ein wenig, dass man sie selbst im dritten Teil noch einmal kennenlernt. Ein paar haben sich sogar im Laufe der Handlung weiterentwickelt und haben auch eine gewisse Tiefe erlangt.

Der schreibstill war spannen und locker leicht zu lesen. An manchen stellen könnte man was anders machen aber trotzdem war es eine super tolle Geschichte ich werde auf jeden Fall die ersten beiden Teile noch lesen um die ganze Handlung besser verstehen zu können.

Fazit

Es ist auf jeden voll interessant und wer gerne Fantasy mit viel Spannung liest, dem lege ich das Buch sehr an Herzen.

Es sollen 4,5 sterne sein

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Rezension zu "Nebeljäger" von Bernhard Trecksel

Würdiger Abschluss einer ungewöhnlichen Dark-Fantasy-Trilogie.
Serkalowvor 3 Jahren

Da ist er also. Der dritte Teil der »Totenkaiser«-Trilogie von Bernhard Trecksel. (Diesmal habe ich das Buch als Rezensionsexemplar vom Autor selbst zur Verfügung gestellt bekommen, was aber definitiv keinen Einfluss auf meine Meinung hat.)

Die Frage war, schafft es der Autor, meine Erwartungen, die er mit den grandiosen ersten beiden Teilen derart in die Höhe geschraubt hat, zu erfüllen?

Ja!

Nicht nur das. Er übertrifft sie. Es wird wirklich alles gut (im Schreibhandwerklichen Sinne) zu Ende gebracht.

»Nebeljäger« ist ein Finale, das es in sich hat. (Ich gehe davon aus, dass jeder, der diese Zeilen liest, die ersten beiden Teile kennt!) Fennek und Clach sind immer noch keine Sympathieträger. Ormgair, der krebskranke Barbar, in seinem Ehrgefühl beinahe schon niedlich und jetzt kommt noch Solus hinzu. Jener untote Templer, der wie alle Toten, Untoten, Nichtlebenden, auch nicht das ist, was er zu sein scheint.
Überhaupt, ist das Finale ein einziger, großartiger Twist. Nichts, aber auch nichts, was wir bisher über diese Welt und das, was zu der hinter uns liegenden Geschichte, erfahren haben, ist korrekt.
Ebenso, wie die Toten hier nicht tot bleiben, dennoch nicht als blöde Zombies zurückkommen, so sind der Titanansturm, die Erweckung und die Heimkehrer ... einfach alles ist anders.
Nichts, aber auch nichts ist so, wie wir es bisher aus der Fantasy kennen. Klar. Es gibt Ähnlichkeiten, auch Trecksel hat sicherlich seine Vorbilder, Einflüsse und erfindet das Rad nicht neu.
Aber er fährt dieses Rad mit einer brachialen Freude den Abhang eines Weltunterganges herunter, dass es nur so kracht.

In diesem abschließenden Band wird erst einmal noch ordentlich draufgehauen und eine Menge zerschlagen. Protagonisten müssen neue Allianzen schmieden, was auf Grund ihrer nicht gerade sympathischen Motive allein schon für Spannung und Unterhaltung beim Leser sorgt.
Und wenn wir dachten, Titanen auf deren Schultern ganze Städte errichtet sind, die jetzt wieder erweckt werden, das wäre schon gigantisch ...
Ha. Ebenso wie die Hauptfiguren müssen wir erkennen, dass hinter alldem etwas weitaus Unvorstellbareres steckt.

Für eine ordentliche Schlacht im Heroic-Fantasy-Setting hat Trecksel sich bis zu diesem Band Zeit gelassen. Dafür aber ist es eine, die so großartig dreckig, brutal und bildgewaltig daherkommt, dass sie umso mehr nach wirkt.

Überhaupt trumpft der Autor weiterhin mit seinem unerschöpflichen Wortschatz und seinen Formulierungen.

Allein die ersten beiden Kapitel haben mich bereits wieder derart begeistert. Endlich, endlich hält Horror, richtig guter Horror Einzug in eine Fantasywelt. Und damit meine ich keine Monster und Dämonen. Nein, die Beschreibungen dessen, was eine der Hauptfiguren sieht, als sie erwacht, oder doch träumt ... WHOW! Eine andere Figur, eigentlich tot, aber wir wissen ja, in dieser Welt ist tot nicht gleich tot, ist nur noch ein Torso, von magischen Nadeln an eine Platte gepinnt und arbeitet dennoch an ihrer Befreiung.

Fazit: Für alle, die Lust auf etwas wirklich Innovatives in der Fantasy haben, die auch dem Spiel mit einigen Klischees (Barbaren a la Conan) etwas abgewinnen können. Ansonsten Freude an einer bildgewaltigen Sprache haben. Bereit sind sich auf eine düstere, brutale Welt, voller durchtriebener und gut gezeichneter Protagonisten einzulassen. Zugreifen!

Ich habe lange nichts Vergleichbares gelesen.

5 begeisterte Sterne für den Abschlussband und die gesamte Reihe.

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