Nebelmacher

von Bernhard Trecksel 
3,4 Sterne bei28 Bewertungen
Nebelmacher
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Positiv (16):
Serkalows avatar

Ideenreich, bildgewaltig, düster und faszinierend in erfrischend neuem Setting.

Kritisch (7):
TanjaJahnkes avatar

Hätte nie gedacht, dass die Liebe zum Detail der Tod einer Handlung sein kann...

Alle 28 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Nebelmacher"

Clach, genannt "Totenkaiser", ist ein Nebelmacher. Diese meisterlichen Assassinen töten im Dienste der Göttin des Mordens nicht nur den Körper, sondern können auch die Seele vernichten. Clach hat gerade einen Auftrag abgeschlossen, da erfährt er Ungeheuerliches: Seine Tötungen waren gar nicht von der Göttin sanktioniert und damit wider ihr Gesetz! Clach macht sich auf die Jagd. Irgendjemand wird für diese Täuschung bezahlen. Doch der Totenkaiser ist längst selbst der Gejagte...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734160325
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:22.06.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Serkalows avatar
    Serkalowvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ideenreich, bildgewaltig, düster und faszinierend in erfrischend neuem Setting.
    Ideenreich, bildgewaltig, düster und faszinierend in erfrischend neuem Setting.

    Ich bin ja so einer von denen, die sich Ebooks schon mal vorab kaufen, obwohl sie gar nicht wissen, wann sie das entsprechende Werk wirklich lesen werden. Im Falle von »Nebelmacher« war das auch gut so. Denn würde ich heute (immerhin zwei Jahre nach Erscheinen des Buches) auf den ersten Teil dieser Trilogie stoßen, ich würde die Finger davon lassen.

    Es mag ja vor zwei Jahren noch innovativ gewesen sein, in der klassischen High-Fantasy einen Assassinen, der vermutlich noch mit seinem Job hadert, als Hauptfigur zu wählen. Mittlerweile sind diese Figuren auf dem Buchmarkt leider genauso häufig vertreten wie liebende/leidende Vampirgentlemen.

    Leider ist der Klappentext des Buches auch genau auf die Zielgruppe: »Hey, noch ein Killer, der mit seinem Schicksal hadert und von einer liebenden Frau gerettet werden muss!« ausgerichtet und vor allem IRREFÜHREND!

    Denn die Geschichte um den Totenkaiser hat mindestens VIER Hauptfiguren und somit auch ihre entsprechenden Handlungsstränge.

    Den im Klappentext erwähnten Assassinen Clach, der mit seinen Job übrigens diesmal nicht hadert.

    Den Inquisitor, Greskegard, der Clach schon seit Jahrzehnten jagt und (nicht nur) dafür buchstäblich über Leichen geht.

    Einen alternden, gischtgeplagten Barbaren namens Ormgair, der mit Hilfe eines magischen Schwertes noch mal »jung« wird, aber nicht die Auslöschung seines Stammes verhindern kann.

    Morven, eine Templerin, die hier das perfekte Ebenbild des edlen Ritter ist und in ihrer kämpferischen Naivität schon wieder herrlich hilflos gegenüber der Welt wirkt.

    Denn die Welt, und das ist das große Plus der »Totenkaiser-Trilogie« ist düster. Schmutzig. Brutal. Gemein. Der Nebel ist für die meisten Wesen giftig, weshalb man in magisch Geschützen Städten zusammengepfercht wohnt. Und diese Städte erst. Sie wurden auf den Überresten von vor Jahrhunderten, in einem Götterkrieg besiegten Titanen errichtet, bzw. trugen diese, die Festungen, um die sich später die Städte bildeten, damals schon an Ketten auf ihren Schultern ...

    Whow. Was ein Setting. Kaum für den menschlichen Geist zu fassen und somit endlich mal wieder eine Geschichte, die etwas macht, was Fantasy meiner Meinung nach machen sollte. Eben meine Fantasie anregen.

    Hinzu kommt, dass alle Protagonisten – bis auf Morven, die Templerin – wirklich nicht gerade nette Zeitgenossen sind. Sie alle gehen für ihre Interessen – und es wird im 1. Teil der Trilogie zum Glück noch nicht geklärt, ob die irgendwie ehrenhaft oder doch niedrig sind – über Leichen, schlachten, foltern und morden sich durch das Setting, dass es eine wahre Lust ist.

    Denn ihnen gegenüber stehen wirklich dunkle Mächte, was bedeutet, dass selbst besiegte und grausam zerstückelte Gegner durchaus wieder auferstehen und ein untotes Leben führen, das glücklicherweise frei von jedem Zombieklischee ist.

    Zitat: »Er war stets in der Wildnis gewesen, hatte ihre Regeln zu seinen gemacht, ihre Gefahren und Bestien achten gelernt. Und auch, wenn dort ebenso getötet und gefressen wurde wie unter den Menschenvölkern, so gab es doch Unterschiede. Der Flussotter oder der Luchs mochten mit ihrer Beute spielen, der Karstlöwe die Brut eines konkurrierenden Männchens ausrotten, aber kein Tier – zumindest keines, das er kannte – trieb ein anderes in den Freitod. In der Grausamkeit der Tiere lag eine Ehrlichkeit, die jeder Nebeljäger und seine Umgebung teilten. Ein Einvernehmen, eine Akzeptanz, dass die Welt gewissen Gesetzen folgte. Wesen mochten sich dort jagen und töten – aber sie zwangen einander nicht ihren Willen auf wie die Menschen.«

    Wer also auf Dark-Fantasy, mit wirklich schmutzigen Protagonisten, geschrieben im Stil klassischer High-Fantasy (Bildsprache mit einem Wortschatz, wie ein anderer Rezensent richtig schreibt von mehr als 1500 Worten!) steht, sollte hier unbedingt zugreifen.

    Mich hat der erste Band jedenfalls begeistert, dass ich froh bin, ihn damals gekauft zu haben. (Den zweiten übrigens im letzten Jahr und der Abschlussband steht ja kurz vor der Tür.)

    5 düstere Sterne.

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    KayvanTees avatar
    KayvanTeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leider hat mich die Story nicht ganz so überzeugt. Dennoch ein Actionreicher High Fantasy im mysteriösen Nebel.
    Mysteriöser Nebel, spannende Kampfszenen, vier Handlungsstränge!!!

    Assassinen töten im Auftrag der Göttin des Mordens und vernichten die Seelen ihrer Opfer. Einer von ihnen ist Clach ein Nebelmacher und Totenkaiser genannt. Als er herausfindet dass die letzten Tötungen nicht von der Göttin in Auftrag gegeben worden sind, begibt er sich auf die Suche nach dem wahren Schuldigen. Nichts ahnend das er selbst bereits gejagt wird.

    Ich bin beim stöbern auf den dritten Teil dieser Reihe gestoßen und habe dieses Buch mit großem Interesse beäugt. Der Autor Bernhard Trecksel ist mir auch noch nicht bekannt gewesen. Somit ist hier der erste Teil nun gelesen worden. Mich konnte das Ganze leider nicht so überzeugen wie ich gehofft habe. Der Schreibstil ist zwar richtig gut und nach ein paar anfangs Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen, ist er auch wirklich gut zu lesen. Aber mir persönlich kam Clach etwas zu kurz.

    Wir haben hier ja vier Handlungsstränge von vier Charakteren, die alle im Laufe des Buches aufeinander treffen. Aber ich finde drei davon hätte man kürzer halten können und noch mehr Clach in Vordergrund rücken sollen. Denn dieser Charakter hat mich am meisten Interessiert.

    Die Handlung selbst war am Anfang recht verwirrend, da wir drei verschiedenen Wegen erst mal folgen und diese mit einer menge Fachbegriffen kombiniert wurden. Das ganze hat mir eben leider anfangs etwas Schwierigkeiten bereitet in die Geschichte rein zu kommen.

    Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, war der Spannungsaufbau und die Action geladenen Kampfszenen. Fand diese sehr gut ausgearbeitet und wirklich detailreich. Kopfkino lässt grüßen. Auch bei den Charakteren wurde nicht gespart an Informationen über ihr Leben, ihre Stärken und Schwächen. Wir treffen hier auch auf einen geheimnisvollen Nebel, der mich sogar an manchen Stellen etwas gegruselt hat und ich wurde neugierig was es damit auf sich hat.

    Die Covergestalltung passt zum Thema und gefällt mir richtig gut, vor allem auch weil wir hier im Inneren der Klappbroschur eine Karte finden und somit immer wissen wo wir uns gerade befinden. So etwas liebe ich in Büchern eh.

    Fazit:
    Tolle Kampfszenen, spannend und gut ausgearbeitet. Leider mir zu viele präsente Charaktere und somit Handlungsstränge. Dem Leser wird hier dennoch eine interessante Geschichte geboten und wer gerne einen High Fantasy mit vielen Handlungssträngen liest und dem das nichts ausmacht, der ist hier genau richtig. Von mir gab es 3 von 5 Sternen.

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    JessiBuechersuchtis avatar
    JessiBuechersuchtivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller, interessanter und spannender Auftakt einer Trilogie - die noch viel Potential hat.
    Rezension - Nebelmacher

    Cover Das Cover ist sehr düster, gleichzeitig aber auch mysteriös - genau wie unser Totenkaiser Clach ;)
    Der soll wohl auch von dem Mann auf dem Cover  dargestellt werden.
    Erster Satz "Die Herrin Pavosa Moreno war gerade einmal sechzehn Jahre alt, als sie starb."
    Meinung Das Buch ist mir wegen dem Cover direkt ins Auge gesprungen und nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss.

    Der Schreibstil von Bernhard Trecksel ist zwar flüssig, allerdings schon anspruchsvoll zu lesen - keine Chance für mich, dass Buch abends im Bett zu lesen wenn ich müde bin. Aber dennoch, wenn man erstmal in die erschaffene Welt eingetaucht ist, konnte man nur schwer wieder auftauchen und das Buch beiseite legen. Die Welt die der Autor erschaffen hat, hat mir ziemlich gut gefallen. Nach dem Kampf der Titanen, ist die Welt ganz anders, als wir sie kennen. Städte gibt es nur noch wenige und diese sind von magischen Kuppeln geschützt - welche von den Erzmagi erschaffen und gewartet werden - um den tödlichen Nebel auszuschliessen. Außerhalb dieser Städte gibt es nichts. Außer ein paar Barbarenstämme, die ziemlich primitiv leben - für die Ehre allerdings Alles ist.
    Das Buch ist aus den 4 Sichten unserer Hauptcharaktere geschrieben und demnach wechseln sich auch die Kapitel ab - Clach, unser Totenkaiser. Greskegard, der Inquisitor. Ormgair, der Barbar. Morven, die Templerin.
    Alle Charaktere haben unterschiedliche Eigenschaften und sind starke Personen. Bis auf Inquisitor Greskegard - er war einfach ein echter Großkotz, der aber immer genug Glück hatte um zu überleben... so werden wir ihn leider wohl noch in den Folgebänden antreffen..
    Clach war ein typischer Assasine. Er hatte zwar noch die Fähigkeit seine Opfer in Nebel zu verwandeln, also ihre Seelen zu zerstören, aber sonst war er auch vom Verhalten ein typischer Assasine. Er war sehr vorsichtig, immer misstrauisch und der geborene Krieger.
    Ormgair lebte außerhalb der Städte und ist ein Nebeljäger. Seine Aufgabe ist es, seinen Stamm zu schützen und für ihn zu sorgen. Trotzdem ist er ein Einzelgänger und bevorzugt es, allein zu sein und seine Ruhe zu haben. Morven ist eine junge Templerin, die von ihrem Vater zu dem Dienst im Tempel gezwungen wurde, da sie das einzige Mädchen der Familie war.Fazit: Ein toller, interessanter und spannender Auftakt einer Trilogie - die noch viel Potential hat.Die Grundidee ist wirklich klasse und der rote Faden zieht sich in einer Linie durch, sodass man trotz verschiedener Sichtweisen auf ein Ziel zusteuert und die Handlungsstränge irgendwann aufeinander treffen. Auch die Charaktere sind super gestaltet und es macht einfach Spaß, sie durch ihre Abenteuer zu begleiten.Ich werde die noch folgenden Bände sicher auch lesen um zu erfahren, wie es mit unserem Totenkaiser und natürlich auch den anderen Charakteren weitergeht.

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    LiveReadLoves avatar
    LiveReadLovevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, von dem ich etwas ganz anderes erwartet habe, das mich aber völlig in seinen Bann geschlagen hat. Super!
    Ein Buch, das mich komplett überrascht hat!

    Inhalt

    Schon von Kindesbeinen hat verschreibt sich Clach der düsteren Göttin des Todes, um in ihrem Namen zu Töten. Sehr schnell kommt er zu einem guten Ruf und wird der beste Assassine weit und breit. Doch in letzter Zeit scheint der Totenkaiser ein System hinter seinen Aufträgen zu erkennen. Alles scheint sich zu einem großen Ganzen grausamen Kampf um Macht zusammenzufügen und Clach spielt darin einem unbekannten Feind in die Hände. Unter allen Umständen möchte er herausfinden, wer ihn betrogen hat und nimmt damit in Kauf, selbst der Gejagte zu werden. Den Totenkaiser hält man nicht zum Narren..

    Ein Fantasy-Roman, der so viel mehr zu bieten hat, als einen Mörder auf der Jagd.

    Als ich das Buch beim Bloggerportal von Randomhouse vorgeschlagen bekommen habe, ist mir das Cover bekannt vorgekommen. Als ich den Klappentext gelesen habe meinte ich mich zu erinnern, von dieser Handlung schon einmal gehört zu haben. Wusste aber nicht mehr wo. Kurzerhand habe ich das Buch angefragt, die Geschichte hat mich gereizt und kaum hatte ich es zu Hause, ist mir eingefallen, wo ich das Buch schon einmal gesehen hatte. Bei Elli vom wortmagieblog. Sie hatte das Buch vor gut einem Jahr rezensiert und für gut befunden (hier findet ihr ihre Rezension). Ein absoluter Pluspunkt, weshalb ich mich noch mehr auf das Buch gefreut habe. Ich wurde auch nicht enttäuscht.

    Nebelmacher hat sich als etwas ganz anderes entpuppt, als ich erwartet hatte. Ich hatte an eine spannende Geschichte rund um Clach, den Totenkaiser gedacht, der versucht denjenigen auf die Schliche zu kommen, die ihn unwissentlich benutzt haben. In Wirklichkeit ist diese Geschichte sehr viel verzwickter und verworrener. In den gut 500 Seiten hat Bernhard Trecksel wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte seiner Geschichte gepackt, die für diese Fantasy-Reihe wohl geplant ist. Ich habe schon durch das Bloggerportal herausgefunden, dass der zweite Band bereits erschienen ist, habe auch nach den ersten Seiten mit nichts anderem gerechnet. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe ist mehr als deutlich klar, dass noch einiges mehr kommen muss, um all die Fragen, die in meinem Kopf entstanden sind, zu beantworten. Nur sehr wenige sind letztlich aufgeklärt worden und lassen mich sehr Neugierig auf Teil zwei zurück.

    Trecksel hat sehr gute Arbeit geleistet, was die Welt und vor allem die Religionen angeht, welche in diesem Buch eine große Rolle spielen. Ich hätte sehr gerne viel mehr über die Religionen erfahren, die wir kennen lernen. Was hat es mit dem Lichtfürsten auf sich? Was geht mit den Anhängern der Sharis vor sich und wie ist es mit dem tiefen Glauben der Wildlinge? Es wird nur wenig offenbart, allerdings lernen wir alles ein bisschen kennen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir aus der Sicht von vier sehr unterschiedlichen Charakteren lesen.
    Diese vier Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein und entgegen meiner Erwartungen arbeiten sie auch nicht zusammen. Sie kämpfen jeder für sich auf ein eigenes Ziel hin. Jeder von ihnen hat ein eigenes Bestreben und irgendwie kreuzen sich ihre Wege immer wieder, auch wenn sie selbst davon nur wenig wissen, wir als Leser können die Zusammenhänge erkennen. Gerade das hat mir besonders gut gefallen. Ich als Leser kann verstehen, wieso wer gerade was tut, zumindest wissen wir was getan wird, und manchmal hätte ich am liebsten ins Buch gegriffen, um ihnen zu sagen, was sie zu tun haben. Und dass ihre eigene Ziele, vielleicht nicht die Besten für sie selbst sind. Aber das ist wohl meistens so.

    Vor allem Ormgair und Morven haben mein Interesse geweckt. Eine junge Templerin, die versucht die Anerkennung ihres Vaters zu erringen und ein Barbar, der in die Stadt eindringt, um den berüchtigsten aller Mörder zu töten und somit Ruhm und Ehre zu erlangen. Gerade ihre Handlungsstränge haben mir am meisten Spaß gemacht auch wenn, jeder für sich, teilweise grauenvolle Szenen durchleben mussten.
    Ormgair ist für mich deshalb von Interesse, weil er auf ganz andere Dinge achtet, denn er kommt nicht aus der Welt der „Stadtlinge“. Ihm fallen andere Dinge auf, ihm sind andere Dinge wichtig und so wird noch deutlicher unterstrichen, wie verdorben, korrupt und hinterhältig die meisten Menschen in der Stadt doch sind. Dass kaum jemand mehr Ehrgefühl besitzt und jeder jeden für ein wenig Geld verraten würde. Es hat mir großen Spaß gemacht, diese Welt durch seine Augen zu sehen.

    Um uns Leser aber noch weitere Informationen über die Welt in der wir uns befinden zuzuspielen, ohne den Fluss der Geschichte zu unterbrechen, bringt Trecksel immer am Anfang eines Kapitels unterschiedliche Aufzeichnungen aus Chroniken an. So kann man recht schnell mitdenken und Zusammenhänge besser nachvollziehen. Diese Art der Informationsweitergabe finde ich in Büchern immer besser, als lange Erzählungen von Charakteren, die meist irgendwann langweilig werden. Es hat mir sehr geholfen mich zurecht zu finden und die Welt besser zu verstehen.

    Zuletzt muss ich noch zwei Dinge ansprechen, zum einen den Schreibstil, den ich als etwas eigenwillig beschreiben muss. Man braucht eine Gewisse Zeit, um sich daran zu gewöhnen, doch als ich diese Phase hinter mir gelassen habe, bin ich in der Art, wie Trecksel erzählt, vollkommen aufgegangen. Sein Schreibstil ist Besonders und gefällt mir sehr gut. Und gerade der Schreibstil bringt mich auf einen der größeren negativen Aspekte des Buches. Im Gegensatz zu diesem Besonderen Schreibstil steht die Gewaltätigkeit, die in diesem Buch zum Teil sehr vorherrscht. Es ist sehr blutig, brutal und zum Teil übertrieben. Das Buch wäre auch ohn dieses übermäßige Blutvergießen ausgekommen, denn die komplexe Welt, die Trecksel aufgebaut hat, hat mir vollkommen ausgereicht, um mich darin fallen zu lassen und mitzudenken. Ich denke nicht, dass die Handlung etwas eingebüßt hätte, wären weniger blutige Szenen darin vorgekommen.

    Fazit

    „Nebelmacher“ ist für mich eine große Überraschung gewesen. Ich bin mit einer ganz anderen Vorstellung an die Geschichte herangegangen und war wirklich positiv überrascht von dieser komplexen Geschichte. Die Welt und ihr System sind sehr ausgeklügelt und stecken voller Geheimnisse, die erst noch gelüftet werden müssen. Die Charaktere haben die unterschiedlichsten Facetten und jeder von ihnen hat ein Geheimnis, welche alle nach und nach gelöst werden müssen. Ich freue mich schon jetzt darauf im zweiten Teil mehr zu erfahren und bin gespannt, wohin Bernhard Trecksel uns führen wird.

    Herzlichen Dank an das Bloggerportal von randomhouse und den blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!

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    thebookpassions avatar
    thebookpassionvor 2 Jahren
    Düster und mitreißend

    Clach, oder auch der „Totenkaiser“ ist ein berühmter sowie berüchtigter Auftragsmörder, denn er beherrscht sein Handwerk perfekt. Jedoch ist Clach nicht nur ein begnadeter Assassinen, sondern auch ein Nebelmacher. Mit Hilfe eines uralten Rituals vernichtet er im Dienste seiner Göttin des Mordes auch die Seelen seiner Opfer. Doch Clach ist beunruhigt, denn hinter seinen Aufträgen scheint noch viel mehr zu stecken. Er fängt an Fragen zu stellen und so stößt er auf eine Verschwörung von erschreckender Größe. Clach macht sich auf die Jagd, doch auch er selbst wird zum Gejagten.


    „Nebelmacher“ ist der Debütroman eines deutschen Autors und daher war ich umso gespannter auf den Roman, da es meiner Meinung einfach viel zu wenige deutschsprachige Autoren in diesem Genre gibt. Relativ schnell bemerkt man, dass es sich um einen Auftaktband zu einer größer ausgelegten Reihe handelt, da der Autor sich Zeit lässt, die Figuren einzuführen und vorzustellen.
    Der Roman zählt definitiv eher zu den düsteren Werken des Genres, dennoch gelingt es dem Autor sich nicht in der Brutalität und in der Grausamkeit zu verlieren und der Geschichte, als auch den Charakteren, leben einzuhauchen. Grade zu Anfang hatte ich jedoch nur große Fragezeichen vor meinen Augen, da der Autor relativ sparsam mit seinen Informationen umgeht. Vieles ist ungewiss und man wird zum Nachdenken und Schlussfolgern angeregt, sodass „Nebelmacher“ definitiv keine Lektüre für zwischendurch ist. Selbst zum Ende hin hatte ich das Gefühl, das ich einfach kaum etwas über die Welt wirklich weiß und ich in den Nachfolgebänden noch viel zu entdecken hab. Der Autor weiß jedoch ganz genau, wann er, dem Leser und der Leserin, neue Informationen, und sei es eine noch so kleine Information, präsentieren muss, damit man den Roman nicht frustriert in die Ecke wirft.
    Die Welt, die Trecksel entworfen hat, ist voller Facetten und sie hat sich mir, wenn überhaupt, nur langsam erschlossen. Das ausgefeilte Religionssystem konnte mich wirklich begeistern und ich hoffe, dass man in den Folgebänden noch mehr Hintergrundinformationen erhält, um dieses besser zu verstehen. Die verschiedenen Religionen sind all gegenwärtig und beeinflussen das Handeln jeder wichtigen Figur im Roman, sodass man die verschiedenen Glaubensrichtungen durch die Figuren und deren Entscheidungen nach und nach kennen lernt.

    Auch der Schreibstil des Autors ist überraschen anspruchsvoll und der Stil besitzt eine gewisse Eigenheit, sodass sich der Autor von der Masse abhebt. Gekonnt fängt der Autor die düstere und dramatische Atmosphäre auf und schildert detailverliebt das Geschehen. Die teilweise blumigen und brutalen Wortspiele haben mich stellenweise zum Schmunzeln gebracht. So trägt beispielsweise ein hart gesottener und der Gewalt nicht abgeneigter Mann den Namen Sanftleben. Ich muss gestehen, dies irritierte mich Garde zu Anfang des Romans sehr.

    Der Klappentext lässt zunächst vermuten, dass sich die Geschichte nur um Clach dreht, doch auch andere Figuren sind zentral für die Geschichte. Zu jeder Figur besteht jedoch eine gewisse Distanz und mir ist es einfach nicht gelungen Zugang zu den Figuren zu finden, sodass ich einfach nicht so intensiv mit fiebern konnte.
    Clach wirkt grade zu Anfang sehr gefühllos und berechnend, was einfach perfekt zu einem eiskalten Auftragsmörder passt, jedoch hätte ich mir einfach gewünscht, dass die Figur zum Ende hin etwas mehr Facetten aufweist und ich mich nicht andauernd fragen muss, wer Clach eigentlich wirklich ist und was ihn bewegt.
    Auch der grimmige Barbar, der unbedingt Rache an Clach nehmen möchte, wirkt zunächst unnahbar. Er verfolgt konsequent sein Ziel und weicht nicht von seinem Weg ab, da er vor allem durch Rachegelüste und seinem Ehrgefühl angetrieben wird. Doch grade zum Ende hin macht er eine überraschende Charakterentwicklung durch, sodass er etwas von seiner Starrheit verliert.
    Clach wird auch von einem durch Rache zerfressen und zu allem bereiten Inquisitor verfolgt. Die Suche und der Hass nach Clach bestimmt schon über ein Jahrzehnt das Leben des Inquisitors. Auch Movern, eine Tempelritterin, spielt eine zentrale Rolle in dem Roman. Jedoch kann ich auch nach dem Beendigen des Romans immer noch nicht einschätzen welche Rolle genau. Vor allem am Anfang wirkt sie sehr naiv und blauäugig und begibt sich dadurch in schreckliche Gefahr.

    Insgesamt konnte mich der Roman durchaus begeistern und ich bin sehr gespannt, was mich im Folgeband erwarten wird. Aufgrund der mageren Informationen, bezüglich der Welt und den magischen Aspekten, bin ich auf weitere Informationen gespannt und ich hoff, dass der nächste Teil etwas Licht ins Dunkel bringen kann. Nur mit den Figuren bin ich leider nicht warm geworden, da sie mir stellenweise einfach zu kühl und unnahbar erschienen. 

    (c) Thebookpassion- thebookpassion.blogspot.de

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    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 3 Jahren
    Intelligent und voller Überraschungen

    Bernhard Trecksel ist ein neues Gesicht in der deutschen Fantasy. Laut den Angaben von Random House entdeckte er sein Talent zum Geschichtenerzählen durch all die Zeit, die er mit Fantasy-Rollenspielen verbrachte. Schade nur, dass seine Biografie diesbezüglich nicht genauer ist, denn ich wette, es würde so einige Leser_innen interessieren, über welche Art Rollenspiel wir hier sprechen. Ich tippe auf die Spielleitung bei Pen-&-Paper-Rollenspielen, schließlich sagt Trecksel über sich selbst, er sei ein absoluter Geek.
    „Nebelmacher“ ist sein erster Roman, den ich über das Bloggerportal von Random House als Rezensionsexemplar erhalten habe.

    Als kleiner Junge stellte Clach sein Leben in den Dienst der dunklen Göttin. Heute ist er ihr ergebenster Diener und tötet, wen immer man ihm aufträgt zu töten. Er ist der Totenkaiser, der Nebelmacher, der erfolgreichste Assassine aller Zeiten, der nicht nur die Körper, sondern auch die Seelen seiner Opfer auslöscht. In letzter Zeit glaubt Clach jedoch, ein Muster hinter seinen Aufträgen zu erkennen. Seine Ziele werden strategisch und systematisch ausgewählt, verbinden sich zu einem größeren Gesamtbild. Clach beginnt zu hinterfragen und stößt auf eine ungeheuerliche Verschwörung, der er unwissend in die Hände spielte. Es kümmert ihn nicht, dass er auf seiner Suche nach Antworten selbst zum Gejagten wird, verfolgt von einem alten Bekannten und einem neuen Feind.
    Im Nebel läuft man leicht Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Wird Clach einen Weg aus dem Morast voller Geheimnissen und Intrigen finden, ohne sich in ihm zu verirren?

    „Nebelmacher“ ist definitiv der erste Band eines Mehrteilers, obwohl noch nichts über eine Fortsetzung bekannt ist. Damit habe ich vor dem Lesen nicht gerechnet, kann es aber nach der Lektüre voll und ganz nachvollziehen. Bernhard Trecksels Geschichte ist sehr fein verästelt und vereint zahlreiche Akteure und Komponenten. Es wundert mich nicht, dass er diese nicht innerhalb von 500 Seiten zu einem Abschluss bringen konnte oder wollte. Viele Fragen bleiben offen und ungeklärt, weit mehr, als ich erwartet hätte. Tatsächlich habe ich die meisten Antworten gar nicht aus der Geschichte selbst erhalten, sondern aus kurzen Abschnitten vor den Kapiteln, in die Trecksel wichtige Hintergrundinformationen verpackte und ohne die die Handlung nur sehr schwer zu verstehen ist. Selbst mit diesen Infos fand ich es kniffelig, in das Geschehen hineinzufinden. „Nebelmacher“ ist kein Buch, das sich einfach so weg liest, es ist fordernd. Auch an Trecksels Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, weil dieser äußerst kunstvoll ist. Die sprachlichen Blüten des Buches sind ein starker Gegensatz zu einigen sehr gewalttätigen Szenen. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich diesen Kontrast mochte oder nicht. Einerseits gefiel mir die Diskrepanz zwischen Erzähltem und Erzählweise, doch andererseits irritierte mich die ungeheure Wucht dieser Szenen, weil ich nicht verstanden habe, wieso Trecksel diese exzessive Gewalt für nötig hielt. Vielleicht glaube er, seine Geschichte geriete ohne all das Blut zu trocken und verstandesbasiert – sollte das so sein, muss ich ihm vehement widersprechen. Mich beeindruckte die intelligente Konstruktion seiner Welt, vor allem das umfangreiche religiöse System, das sehr greifbar mit der Realität der Figuren verbunden ist. Allerdings ist mir noch nicht ganz klar, wie Clachs Assassinen-Orden da hineinpasst, denn anscheinend verfolgen sie mit der Verehrung der dunklen Göttin einen Glaubensweg, der abseits der Norm liegt. Insgesamt hätte ich gern mehr über die Assassinen erfahren, die Trecksel als sehr mächtig und einflussreich beschreibt. Ich bin jedoch optimistisch, dass ich in den Folgebänden weiterführende Einblicke erhalten werde.
    Clach selbst ist nur einer der vier Charaktere, die in der Geschichte eine tragende Rolle spielen und deren Perspektive die Leser_innen einnehmen. Ich fand die Mischung der Figuren unheimlich interessant. Ich denke, zumindest in diesem Punkt hat sich Trecksel eindeutig von seinen Erfahrungen beim Rollenspiel inspirieren lassen, weil sie alle sehr unterschiedlich sind. Erstaunlicherweise ließ er sie jedoch nicht an einem Strang ziehen, wie es sonst in Fantasy-Romanen üblich ist. Sie bilden nicht die altbekannte Heldengruppe, die sich auf eine Quest begibt, sondern stehen einzeln für individuelle Ziele. Daher ordne ich „Nebelmacher“ eher der Low Fantasy als der High Fantasy zu.

    Ich empfand „Nebelmacher“ als ein intelligentes Buch voller Überraschungen. Das Lesen war anders, als ich erwartet hatte, was aber auch daran lag, dass der Klappentext irreführend ist. Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass Clachs Aufträge nicht von der Göttin sanktioniert gewesen wären. Dieses… nun ja, sagen wir mal Missverständnis verzeihe ich allerdings gern, denn nach dem Schreiben der Inhaltsangabe kann ich nachvollziehen, dass es nicht ganz einfach ist, die Handlung des Buches sinnvoll zusammenzufassen. Ich freue mich darauf, Bernhard Trecksels Schaffen weiterzuverfolgen. Ich wünsche ihm, dass er in Zukunft etwas Vertrauen in seine Erzählkunst entwickelt und nicht mehr auf allzu brutale Szenen zurückgreifen muss. Seine Geschichte ist auch ohne blutige Sturzbäche faszinierend.
    „Nebelmacher“ ist kein Einstiegsbuch in die Fantasy. Es ist eine Lektüre für Fans des Genres, die bereits Erfahrung mit struktureller Komplexität haben, sich mutig einem komplizierten, religiösen Konflikt stellen möchten und Freude an einem kunstvollen Schreibstil haben. Trifft diese Beschreibung auf euch zu, könnt ihr euch gemeinsam mit Clach, Morven, Ormgair und Greskegard auf eine Reise durch eine Welt voller Nebel begeben – wenn ihr euch traut.

    Vielen Dank an das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

    Anmerkung: Nach dem Schreiben der Rezension habe ich herausgefunden, dass eine Fortsetzung bereits geplant ist. Diese wird voraussichtlich „Nebelgänger“ heißen und am 19. September 2016 bei blanvalet erscheinen.

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    Amerdales avatar
    Amerdalevor 3 Jahren
    Nebelmacher

    Meine Rezension: https://amerdale.wordpress.com/2015/07/15/gelesen-bernhard-trecksel-nebelmacher/

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    Fuchsiahs avatar
    Fuchsiahvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: "Ihm war kein Zustand bekannt, der toter war, als tot zu sein," S.441
    Rezension zu "Der Nebelmacher"

    Anfangs habe ich mir unter dem Nebelmacher jemanden vorgestellt, nun, der Nebel macht. Schnell wurde allerdings klar, dass dies nicht gemeint war.Irren ist menschlich.
    Wer hier eine Liebesgeschichte mit Happy End erwartet, wird schnell enttäuscht sein. Gewalt, Missgunst und die nur zu gern bis ins Detail beschriebenen Tode sind gewiss nicht für jeden etwas.Auch ich musste ein paar Mal schlucken, denn immerhin habe ich doch eine sehr tiefgreifende Fantasie, die mir Bilder vor Augen beschafft. Was bei einem Abtrennen des Kopfes nicht dazu beträgt das Essen, das man eben gekocht hat, essen zu wollen.
    Hat man diesen ersten Schlag überwunden, geht die Geschichte genauso süffisant weiter.So unterschiedlich diese Personen sind, haben sie doch Eines gemeinsam: Den Kampfgeist.Egal wie alt oder jung die Figuren sind, egal aus welchem Milieu sie kommen.  Wer ist der alte Greis, der fast am Ende seines Lebens steht und heimgesucht wird? Genau das hat dem Ganzen erst die richtige Würze verliehen. Eine Hauptperson, die nicht jung und dynamisch ist, sondern alt und mit Schmerzen in den Gliedern. Daran muss man sich vermutlich erst ein Mal gewöhnen. Ein alter Mann, der die besten Tage schon gesehen hat und nun quasi auf seinen Tod wartet.Eine junge Kriegerin, die eigentlich nur das Gunst des Vaters sucht.Ein Inquisitor, der trotz den jahrelangen Suche nicht aufgibt und der Gesuchte, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint.Jeder von ihnen verfolgt eigene Ziele doch irgendwie läuft es auf ein großes Ganzes hin, dass dem Leser jedoch nicht direkt klar wird. Erst im Verlauf der Handlung werden diese feinen Fäden zwischen den Figuren sichtbar: Wer mit wem was zu tun hat und warum.
    Insgesamt ist das Buch sehr düster und dunkel beschrieben. Es gibt zwar amüsante Momente, ein Greis der auf ein Mal wieder in der Blüte seines Lebens steht, oder Sprüche bei denen man lächeln muss/nickend zustimmt, aber selten Lichtblicke. Da alles in einer einzigen grauen Masse zu verlaufen scheint. Düster, dunkel und trist, wie die Story zu vermitteln scheint.Massaker, Gewalt und Tod sind die Hauptbegleiter beim Lesen. Wer also nicht unbedingt nur etwas vom Tod lesen möchte, dem will ich dieses Buch nicht empfehlen. Es gibt kaum ein Kapitel, in dem nicht irgendjemand abgemetzelt oder vergiftet oder irgendetwas zertrümmert wird.
    Dennoch hat mir dieses Buch, besonders die Vorstellung, dass die Seele zu Nebel wird, sehr gut gefallen.Eine gelungene Abwechslung zu der sonst so "liebeslastigen" Fantasy. Und die Hauptpersonen sind endlich mal nicht unfehlbar und perfekt/ oder hat einfach alles, was Mann/Frau sich wünschen kann. Oh nein. Jede Hauptperson ist alles andere, aber nicht perfekt.Morde, die nicht im Auftrag der Vorgesetzten geschehen. Eine jahrelange Suche, die kein Ende zu haben scheint.Eine zerrüttete Familie und Streben nach Ansehen, als einziges Mädchen in der Familie, die die dunkelsten Geheimnisse vor ihr verborgen hält.Ein alter Mann, gezeichnet durch das Alter und die Schwermut.
    All dies trug dazu bei, dass ich dieses Buch verschlungen habe (hätte ich nicht nebenbei so viel tun müssen). Allerdings hätte ich auf den ein oder anderen Mord verzichten können (bis ins Detail muss ich jetzt nicht erfahren, wie jemand getötet wird...).Das Ende kam durchaus ein wenig abrupt. Man könnte schon meinen, es ist ein offenes Ende. Ich hätte nur zu gern gewusst, wie es weiter geht und warum die Toten zurückkomen. Fragen, die beim Lesen nur teilweise geklärt oder angedeutet werden. Schade eigentlich.

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    SitataTirulalas avatar
    SitataTirulalavor 3 Jahren
    Der Totenkaiser auf der Suche nach der Wahrheit

    Ein kaltes Lächeln umspielte seine Züge. Er erschauerte, als die Vorfreude auf die nächste Mission sein Kalkül für einen Wimpernschlag verdrängte. Lohn und Geld waren unerheblich. Sie waren eine Notwendigkeit, ebenso wie der Rapport, den er seinen Auftraggebern leistete. Aber das wahre Vergnügen, die wahre Berufung lag in der Jagd an sich.

    Clach ist der mit Abstand beste seines Fachs. Seit vielen Jahren schon führt er im Namen der Kirche der Todesgöttin Sharis Auftragsmorde aus und hat sich dadurch den Namen "Totenkaiser" erarbeitet. Konkurrenten werden aus dem Geschäft gedrängt, mit Verfolgern aus den Reihen der Gesetzeshüter spielt er kinderleicht Katz und Maus. Doch plötzlich scheinen seine letzten Opfer sich wieder bester Gesundheit zu erfreuen. Die Hohepriesterin erinnert sich nicht daran, ihm diese Aufträge überhaupt gegeben zu haben. Clach beginnt, an seinem Verstand zu zweifeln, doch das Vergessen greift auch andernorts um sich. Es häufen sich die "Wiederauferstehungen", die niemandem merkwürdig vorzukommen scheinen. Clach muss unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat, wenn er überleben will.


    Lange lange hab ich mich nicht mehr so richtig auf eine neue Fantasywelt einlassen können. Doch als ich den Klappentext zu "Nebelmacher" las, fühlte sich das kleine Assassin's Creed Fangirl in mir direkt angesprochen. Ja, das geb ich offen zu, am meisten gereizt hat mich die Aussicht auf den geheimnisvollen, düsteren Totenkaiser. Schnell hab ich allerdings festgestellt, dass Clach und ich nicht alleine sind. Insgesamt hat das Buch vier erzählende Charaktere: Neben Clach, selbstverständlich, gibt es da noch Ormgair, einen alternden, aber tapferen Barbaren aus den Nebelweiten, Morven, die Tochter eines der Archonten der fünf großen Städte und gleichzeitig Ritterin des Templerordens, und zu guter letzt natürlich Fennek Greskegard, der Clach seit zehn Jahren als Inquisitor auf den Fersen ist. Unterschiedlicher könnten Charaktere überhaupt nicht sein. Abgesehen von Clach und Greskegard, die eine ziemlich offensichtliche Verbindung zueinander haben, starten Morven und Ormgair fernab der Hauptstory und ich hab lange gerätselt, wie sich diese Fäden jemals zusammenfügen sollen, hatte schon befürchtet, dass es auf die Brecheisen-Methode passieren wird. Aber tatsächlich gelingt es Bernhard Trecksel die vier Fäden fast ganz natürlich miteinander zu verweben. Und alle vier Charaktere hatten ihren Reiz. Am wenigsten konnte ich am Anfang mit Morven anfangen, da sie mir wie der typische Special-Snowflake Charakter erschien. Die Tochter des mächtigsten Mannes der Stadt, ausgebildet zu einer super Kriegerin, mit einer Aussehensbeschreibung wie hübsch sie ist, die aber gleichzeitig betont dass sie absolut nicht hübsch ist. Der Klassiker, möchte man meinen. Aber auch hier hat Bernhard Trecksel mich gewaltig überrascht. In Morven steckt mehr als das besondere Prinzesschen, das viele Geschichten hier und da einfach mal für eine noch irgendwie geartete Lovestory brauchen.
    Bernhard Trecksel hat für seine Figuren eine völlig neue Welt gedacht. Eine ziemlich düstere, die, wenn man genauer drüber nachdenkt und sie sich richtig vorstellt, ziemlich beklemmend ist, aber auch eine gewisse Faszination birgt. Nach und nach bekommt man Häppchen zugeworfen, die diese Welt erklären, die sie einen besser verstehen lassen. Wer es nicht gerne blutig mag, ist mit diesem Fantasyroman allerdings schlecht beraten. Denn Trecksel beschreibt Verletzungen, Vergiftungen und Schmerzen sehr sehr plastisch, was aber zur rauen Atmosphäre des ganzen Buches beiträgt. Was dagegen ein wenig hinderlich beim Lesefluss ist sind die endlosen Metaphern. Für jedes Gefühl, jedes Ereignis wird eine Metapher heran gezogen. Schmerzen, die sich anfühlen wie ein Sturm (inklusive detaillierter Beschreibung dieses Sturms) und so weiter. Zwischendurch wirkt das stimmungsvoll, auf 512 Seiten wird es aber schnell anstrengend, wenn man damit so großzügig um sich wirft wie Trecksel.

    "Nebelmacher" hat in mir zwischenzeitlich eher gemischte Gefühle hinterlassen, doch nachdem ich es ein Weilchen habe sacken lassen bin ich doch zu dem Entschluss gekommen, dass vier Blümchen durchaus verdient sind. Das Ende schreit förmlich nach einem zweiten Teil und ich bin wahnsinnig gespannt, ob es den geben wird, wann und wie es dann für Clach und die anderen weiter geht.

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    Rezension: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2015/08/br-bernhard-trecksel-nebelmacher.html

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    TanjaJahnkes avatar
    TanjaJahnkevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Hätte nie gedacht, dass die Liebe zum Detail der Tod einer Handlung sein kann...
    Ein Buch, wo nicht nur die Protas im Nebel tappen

    Im Vorfeld muss ich gestehen, dass ich dieses Buch nach einem sehr sehr langem Kampf dann doch abbrechen musste. Ich habe nahezu 4 Wochen mit diesem Buch zugebracht, was für meine Verhältnisse verdammt lange ist, da ich für Bücher mit ca. 600 Seiten eigentlich selten länger als 1 Woche brauche. 


    Ferner muss ich Leute mit einer blühenden Fantasie und sehr guten Vorstellungskraft, aber einem durchaus empfindlichen Magen vorwarnen. Denn die Gewaltsszenen sind nicht nur nicht für zarte Pflänzchen eher gewöhnungsbdürftig bis nicht geeignet, sie sind auch ausgesprochen detailreich und zahlreich vertreten. 


    Auf den ersten 50 Seiten hat man schon seine mindestens 10 Toten, wobei diese - wie man sich unschwer denken kann - nicht an Altersschwäche gestorben sind, sondern gewaltsam und dies ausgesprochen blutig. Angefangen von abgetrennten Gliedmaßen, Köpfen, austretenden Gedärmen, Körper, die als blutige Springbrunnen dienen und vieles mehr gibt es nahezu alles was das blutliebende Herz begehrt. Alles natürlich bis ins kleinste Detail, das kleinste Gefühl genaustens beschrieben. 


    Eigentlich würde ich ja sagen, dass diese Liebe zum Detail ein Steckenpferd von Trecksel ist, aber zeitgleich ist sie auch sein Genickbruch. Denn bedingt durch diese Liebe zum Detail zieht sich die Handlung und man verliert stetig den Anschluss. Man hat selbst das Gefühl im Nebel zu versinken und wie durch Treibsand durch die Handlung zu waten. 

    Der Umstand, dass jedes Kapitel mit Augenmerk auf einen anderen Charakter der Geschichte erzählt wird, hilft nicht gerade dabei den Anschluss zu behalten. Viel eher reißt sie einen noch mehr aus der Handlung raus. Zumal man nie weiß, ob die jeweils beschriebenen Handlungen zeitgleich geschehen oder wie viel Zeit zwischen ihnen liegt. Man verliert jegliches Zeitgefühl und bekommt keinerlei Hilfen an die Hand gereicht.


    Kurzum nicht nur die Bewohner der Pentae wandeln im dichten Nebel, auch der Leser.


    Doch die Grundidee der Geschichte, mit Kampfe der Titanen, Lichtwirker, Templerinnen, Assasinen und vielem mehr. Die liebevoll und einfallsreich gestaltete Karte (die im Einband des Buches ersichtlich ist) sind ausgesprochen faszinierend und versprechen sehr viel...was mir leider bedingt durch die Detailliebe leider nicht unerschlossen blieb.


    Daher kann ich für dieses Buch leider nur 2 von 5 Sternen geben und hoffe, dass andere mit diesem Buch mehr Spaß haben und hatten als ich.


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