Bernhard Trenkle Dazu fällt mir eine Geschichte ein

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Inhaltsangabe zu „Dazu fällt mir eine Geschichte ein“ von Bernhard Trenkle

Im Zusammenhang einer Therapie oder Beratung lassen sich Denkanstöße, Ratschläge und Suggestionen nicht nur hervorragend in Geschichten verpacken, ihre „Depotwirkung“ ist oftmals um vieles stärker als jede direkte Intervention. Bernhard Trenkle steht mit seinen Erzählungen von gefundenen und persönlich erlebten Geschichten in dieser Tradition der indirekten Interventionen von Milton H. Erickson. Eingebettet in kurze Fallvignetten aus Therapie, Beratung und Supervision, werden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Geschichten rasch deutlich. Neun Grundregeln für das Erzählen von persönlichen Geschichten im therapeutisch-beraterischen Kontext erleichtern den Zugang und machen neugierig auf die Methode. Hilfestellungen, wie einem solche Geschichten im richtigen Moment einfallen, erleichtern die Anwendung im Praxisalltag. Über den fachlichen Nutzen hinaus hat dieses Buch mit seinen mal witzigen, mal ergreifenden, oft überraschenden Geschichten einen hohen Unterhaltungswert und gibt Einblick in die Schatzkiste eines der erfahrensten und international bekanntesten Hypnotherapeuten.

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    Dazu fällt mir eine Geschichte ein
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. March 2013 um 13:04

      Unter dem Wort „Depotwirkung“ versteht Bernhard Trenkle jene (indirekte) Verankerung von Inhalten, die sich durch persönlich erlebte und im Rahmen einer Beratung oder Therapie als Instrument genutzter „Geschichten“ im Rahmen der Beratung „transportieren“.   Ein Wissen, das so alt ist, wie die Menschheit selbst. Nicht umsonst verweist das Vorwort auf die Darstellung und Interpretation des Lebens durch Menschen in Form von Geschichten, seitdem es Menschen gibt.   „Der Mensch ist das Tier, das erzählt“.   Geschichten sind hierbei auch und vor allem Orte, in denen Lebensorientierung und Weisheit aufgehoben wurde, die „eine gute Lösung“ bieten, die Inhalte transportieren, die sich seit langem bereits bewährt haben. Was liegt es da näher, als auch im Rahmen von therapeutischen und beratenden Situationen die „heilsame Kraft der Geschichten“ zu nutzen?   Ein Weg, den Bernhard Trenkle geht, den er im Buch beschreibt und der, zu allen anderen Qualitäten noch, sogar sehr unterhaltsam nun hier vorliegt. Auch dies, letztlich, nichts anderes als ein Zeichen für die dem Leben zugewandte Seite, der „Lebendigkeit“ der Geschichten, die sich in der therapeutischen Situationen übertragen lässt.   Wobei es natürlich nicht einfach nur um „irgendwelche“ Geschichten geht. Werden Geschichten als therapeutisches Instrumentarium benutzt, bedarf es einer hohen Reflektion, welche Geschichte konkret zum Klienten passen könnte und würde und eine ebenso akribische Vorbereitung, in welcher Form dann diese Geschichte zum bestmöglichen Erfolg in der Beratung dargeboten wird.   Einfache Geschichten mal, die aufzeigen, wie ein andere ein konkretes Problem gelöst hat. Indirekte Geschichten ein anders Mal, die auf einer unterschwelligen Ebene die Reflektion des Klienten befördern oder Geschichten von ungewöhnlichen Lösungswegen in ähnlichen Problematiken, welche dann die Fantasie des Klienten aufs Beste befördern können.   In Anlehnung an Milton Erickson führt Trenkle hier eine Tradition fort, die darin besteht, Inhalte durch persönlich erlebte Geschichte, Anekdoten, Fallbeispiele zumindest zu illustrieren, in den meisten Fällen aber zudem einer zu einer Weiterentwicklung hin zu befördern. Es geht nicht um „erfundenes“ Material, sondern um die Korrelation zwischen dem Erfahrungsschatz des Therapeuten und der konkreten Problematik des Klienten. Ein Erfahrungsschatz, der nun nicht abstrakt oder in Form von „Ratschlägen“ vermittelt wird, sondern als „Reflektions- und Fantasie anregend“ dem Klienten als mögliches „Material für das Leben“ zur Verfügung gestellt wird.   Anhand vielfacher Beispiele (die je farblich herausgehoben sind in der Form des Buches), verdeutlicht Trenkle zunächst den Rahmen der Nutzung von Geschichten in acht Grundregeln. Das eine Geschichte „gut abgehangen“, also „bewährt“ sein muss, eine klare Botschaft erkennbar transportiert, den sozialen Rahmend es Klienten zu bedenken hat und einige (einfach zu verstehende) Regeln mehr bilden einen verständlichen „Kurs zum Geschichten erzählen“, an dem der Leser sich umgehend selber versuchen kann.   Thematisch geordnet führt Trenkle sodann, vielfach sehr unterhaltsam und für den Leser selbst schon ein Gewinn, viele, viele kleine und kleinste „Geschichten“ aus der Praxis vor die Augen und regt so ungemein die Fantasie des Lesers an. Vor allem aber gelingt es ihm, die Verbindung zwischen de, Problem des Klienten / der Lebensphase und den Kernaussagen der Geschichten herzustellen.   Alles in allem eine fulminante Methode, die aus vielen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens bereits bekannt ist und für die Therapie konstruktiv nutzt, dass sich Inhalte viel klarer und länger im anderen verankern, so sie in einer Geschichte verankert werden (ähnliches gilt ja für die Arbeit mit Symbolen). Ein anregendes und überzeugend argumentiertes und dargebotenes Methodenbuch.

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