Berni Mayer

 3.5 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor von Mandels Büro, Black Mandel und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Rosalie
 (6)
Neu erschienen am 12.10.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag .

Alle Bücher von Berni Mayer

Berni MayerMandels Büro
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Mandels Büro
Mandels Büro
 (29)
Erschienen am 09.01.2012
Berni MayerBlack Mandel
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Black Mandel
Black Mandel
 (8)
Erschienen am 12.11.2012
Berni MayerRosalie
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Rosalie
Rosalie
 (6)
Erschienen am 12.10.2018
Berni MayerDer große Mandel
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der große Mandel
Der große Mandel
 (2)
Erschienen am 14.04.2014

Interview mit Berni Mayer

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Ich hab schon immer irgendwie geschrieben. Als Online-Redakteur und als Blogger hauptsächlich. Einen Roman hab ich mir allerdings nicht zugetraut. Aber dann fand ein befreundeter Literaturagent das Konzept für Mandels Büro so überzeugend, dass er mich fragte, ob ich ein Buch daraus machen will. Eigentlich war es als Serie gedacht. Am meisten begeistert mich, dass ich alleine arbeiten kann und meine Zeit nicht in Büros und sinnlosen Meetings verschwenden muss. Die Stille begeistert mich, die tagsüber in so einem Haushalt herrscht, wenn Frau und Kind aus dem Haus sind.

3) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese häufig Biografien, politische und historische Bücher. Bei den Romanen mag ich Thomas Bernhard, über den ich auch meine Zulassung geschrieben habe und Bret Easton Ellis. Beides verkannte Humoristen. Bücher such ich mir im Buchladen aus, ich lass mich von den ganzen Stapeln überrumpeln. Dann komm ich mit irgendeinem Buch nach Hause, von dem ich vorher noch nicht wusste, dass ich es wollte.

2) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Für einen Krimi von Wolf Haas natürlich, weil er für mich sprachlich und emotional das Krimigenre eingerissen und wieder aufgebautr hat. Die Flut der Heimatkrimis mag eine unangenehme Nebenerscheinung sein, aber die Innovationen überwiegen.

4) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Aus verschiedensten Quellen. Meistens aus Filmen, ich bin ein großer Anhänger vom Kinogehen. Dazu kommt natürlich die eigene Biografie, aus der ich gerne verschiedenste Typen von Menschen ableite, die mir im Laufe der Jahre begegnet sind. Ich versuche allerdings nicht zuviel aus der eigenen Westentasche zu berichten, weil ich die rein autobiografische Herangehensweise ans Schreiben für eitel und einfältig halte, wenn man nicht gerade in irgendeinem Bürgerkrieg war. Ein Autor sollte schon in der Lage sein, andere Welten zu erschaffen und nicht nur die eigene rekreieren.

5) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich bin die Disziplin in Person. Ich stehe morgens auf und fange an zu schreiben. Selbst wenn mir nur Unsinn einfällt, schreibe ich ihn auf und versuche am nächsten Tag, noch etwas Veritables aus dem Unsinn heraus zu schürfen.

6) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich würde gerne davon meine Familie ernähren und weiter schreiben können. Das ist der großartigste Beruf der Welt, wenn man so wie ich beim Arbeiten keine Arbeitskollegen um sich haben mag.

7) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Komisch. Ein bisschen wie ein Scharlatan. Als hätte man alle an der Nase herumgeführt und würde dafür noch Geld bekommen.

Neue Rezensionen zu Berni Mayer

Neu
FrauGoldmann_Buechers avatar

Rezension zu "Rosalie" von Berni Mayer

Eine Provinz-Novell
FrauGoldmann_Buechervor einem Jahr

Ein Buch namens „Rosalie“  ist im Dumont Buchverlag im Spätherbst 2016 erschienen.

Die Handlung spielt 1985 in der bayrischen Provinz, in Praam an der Schwarzen Laaber.  Ländlicher geht es fast kaum. Eigentlich, ein kleines unscheinbares, aber wild romantisches katholisches Dorf mit einer verlassenen Burg.  Hier ist Konstantin aufgewachsen: seine Eltern betrieben die Dorfwirtschaft, sein Großvater war schon als Hausmeister der Burg und später als Holzhändler im Dorf ansässig, Konstantin besuchte das örtliche Gymnasium, nahm an festgesetzten Kirchenritualen teil, tanzte sich durch die Dorfdiscos und verlebte eine eher unspektakuläre Kindheit und Jugend auf dem Lande – bis er sich verliebte. 
Als Konstantin nach Jahren wieder in den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, um den Vater zu beerdigen, die Familie und die einstigen Nachbarn wiedersieht, die bekannten Wege wieder abläuft,  kommen auch die Erinnerungen wieder. Erinnerungen an die Kindheit, aber vor allem  an seine Jugendliebe Rosalie, und die kurze gemeinsame Zeit, die sie miteinander verbracht haben, an die Ablehnung, die Ihnen als Paar entgegengebracht wurde.
Nicht ohne Augenzwingern und mit viel schwarzem Humor,  berichtet der junge Autor über die Prozession  am Karfreitag und das Leid Christi, das für die jungen Menschen im Dorf nur als Treff zum Kennenlernen und Flirten benutzt wird … Eines Tages ist auch Rosalie in der Kirche dabei und schnell ist Konstatins Interesse geweckt, nicht zuletzt, wegen der zarten, weißen Haut und der schwarzen Haare von Rosalie. Eine Märchengestalt möchte man als Leser meinen, inmitten dieser tristen Dorf-Welt.  Mit Rosa, wie sie kurz genannt wird,  der die Gepflogenheiten des Dorflebens nicht bekannt sind -   sie ist in München aufgewachsen -  und so wie es aussieht nur vorübergehend in Praam, erlebt Konstantin eine kurze aber sehr emotionale und zarte Verbundenheit.  Doch ihre Zweisamkeit und Verliebtheit ist im Dorf nicht  gern gesehen, die Beziehung wird nicht gut geheißen, deswegen suchen sie sich eher abgelegene Orte aus, um sich  zu treffen. Bei einem dieser Stelldicheins – dem ersten intimeren  - dringen sie tief in die verlassene Wasserburg hinein und machen eine grausame Entdeckung. Konstantin lässt nicht locker und geht dem aufgedeckten Verbrechen auf die Spur. Immer mehr wird er zum Außenseiter und immer weiter entfernt sich Rosalie von ihm. Doch der Mantel des Schweigens wird gehüllt, die Verbrechen werden öffentlich gemacht, die Presse berichtet, die Dorfbewohner sind Mitschuldige, Konstantin der Verräter, der auch bald das Dorf verlassen wird. Jetzt, bei der Beerdigung des Vaters, ist Konstantin soweit sich den Dingen seiner Vergangenheit zu stellen.

Der Autor dieses Heimat- und Leibesromans ist Bernie Mayer, ein Journalist, Musiker,  Blogger und Autor.  Wie der Verlag über den Autor informiert: „ 2012 bis 2014 erschien seine dreibändige Krimireihe um den arbeitslosen Musikjournalisten und Detektei-Erben Max Mandel.“ Rosalie“ ist sein literarisches Debüt und wie ich finde, ein gelungenes. Ein Heimatroman, der viel Atmosphäre hat, einen gewissen Graphic-Novel-Touch, der den Leser Praam zieht. Kein Heimatkitsch aber auch keine verklärte dörfliche Welt. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und gab dem jungen Liebespaar meine ganze Sympathie.

Kommentieren0
2
Teilen
winter-chills avatar

Rezension zu "Rosalie" von Berni Mayer

Jugend, Heimat, erste Liebe und die Schatten der Vergangenheit
winter-chillvor 2 Jahren

Wirtshaus, Sägewerk, Sportplatz und über allem die katholische Kirche: So sieht die Welt der knapp 100 Einwohner im niederbayerischen Dorf Praam aus. Konstantin, Sohn des Wirts, wächst in den 1980er Jahr in diesem beengten Kosmos auf. Für ihn fühlt sich dieses Aufwachsen an, wie ein immer fortwährender Karfreitag. Das äußert sich darin, dass Konstantin nur schwarze Klamotten trägt und die Wände seines Zimmers mit schwarzen Postern beklebt. Aus dieser bleiernen Langeweile wird Konstantin aber eines Tages herausgerissen: die 14-jährige Rosalie zieht mit ihrem Vater von München nach Praam und stellt Konstantins Welt auf den Kopf.

Nach seiner Krimi-Trilogie um die Musikjournalisten Sigi Singer und Max Mandel hat Berni Mayer nun mit „Rosalie“ eine Coming-of-Age-Geschichte in der bayerischen Provinz vorgelegt, die tatsächlich etwas anders ist, als die üblichen Post-Heimatromane, die es sonst so auf dem Markt gibt.

Was zunächst nämlich nach einer typischen Geschichte über das Leben in der bayerischen Provinz, garniert mit einer Jugend-Romanze, aussieht, bekommt bald eine fundamentale Wendung. Beim heimlichen Stelldichein im heruntergekommen Wasserschloss machen Rosalie und Konstantin einen grausigen Fund, der die Verstrickung der alteingesessenen Dorfbewohner in ein sorgfältig verdrängtes NS-Verbrechen offenbart. Und das hat weitreichende Konsequenzen. Gerade diese Mischung aus erstem Verliebt sein, Jugend auf dem Dorf und Umgang mit altem Verbrechen machen die Stimmung des Romans aus – verleihen ihm auch etwas düsteres, bedrückendes, ernüchterndes. Berni Mayer hat seinen Roman selbst als „Southern Gothic“ bzw. „Bavarian Gothic“ bezeichnet und das passt ganz gut, finde ich. Auch seine Figuren sind – zum Genre passend – recht speziell, werden aber mit viel Empathie beschrieben. Ein weiterer Pluspunkt: Mayer beleuchtet in „Rosalie“ die bayerische Provinz zwar kritisch – man hat aber zu keiner Zeit das Gefühl, dass er überheblich von oben herab darauf blickt. Die Geschichte ist aber auch nicht heimattümelnd oder verklärend. Mayer erzählt die Geschichte der beiden Außenseiter Rosalie und  Konstantin nüchtern, lakonisch und schnörkellos – trotzdem aber auch zart und mit ganz viel Gefühl zwischen den Zeilen. Ein sehr empfehlenswerter, bodenständiger Roman über Heimat, Jugend, Liebe und die Schatten der Vergangenheit.

Kommentieren0
14
Teilen
J

Rezension zu "Rosalie" von Berni Mayer

Leibesfruchtwegnahme
jamal_tuschickvor 2 Jahren

Konstantin Wolff, genannt der Schwarze, kehrt zur Beerdigung seines Vaters, einem eingesessenen Gastwirt, in das Dorf seiner Herkunft zurück. Praam liegt an der Schwarzen Laaber. Der Donauzufluss war in besseren Zeiten ein Paradies für Krebse, die es bis auf das Siedlungswappen geschafft haben. Das Fischerviertel erinnert nur dem Namen nach an einen geknickten Erwerbszweig. Doch wird die Gegend heute noch in einer Touristik-Prawda als “Flusslandschaft zum Verlieben” über den grünen Klee verkohlt.
Der Tod des Vaters nötigt den Sohn zu innerer Einkehr. Kindheit und Jugend unter der Fuchtel katholischer Fundamentalisten kommen ihm hoch. Sein Schöpfer, Berni Mayer, lässt ihn zwischen den Polen erste Liebe und Faschismus vorläufige und endgültige Grenzen erreichen.
Konstantin lebt mit einem “permanenten Karfreitaggefühl”. Frei fühlt er sich höchstens unfreiwillig, während seine vorderhand konventionelle Schwester tatsächlich ein schwungvolles, von Selbstbestimmung und ungehemmter Eigenliebe loderndes Leben führt. Sie bestimmt Schauplatz und Gepräge des Leichenschmaus’, Kremess auf bayrisch, der die bucklige Verwandtschaft final zusammenführt, so dass sich die Familienfehden zum letzten Mal personalisieren und die Verödungen ihrer Verläufe ein memorables Datum kriegen. So wie der Vater einst den Tod seines Bruders Alfons mit der letzten Kutschfahrt des Bestatters Hinrainer zu einem bei vielen Gelegenheiten besungenen Schatz des Vorhergegangenen gemacht hat. Nach dem Alfons kam der “Hinrainer nur noch mit dem Leichenwagen”.
Das liest sich richtig als Schnurre, süddeutsch sämig serviert. In Praam nimmt man sich gegenseitig auf die Schippe, man ist sich aus Prinzip nicht grün und legt Wert auf die kleinen Unterschiede. Zu Konstantins Vater kamen die Bauern nicht und nicht die Speichellecker der Großköpfe, der alte Wolff hielt das Schwesternbier und den Schweinsbraten für die Arbeiter im Vorrat. Schwesternbier, da von Nonnen gebraut; die Braumeisterin erschien den Jungen monströs. Damals wohnte der Schwarze in einem schwarzen (Kinder)zimmer, während Praam in das Einzugsgebiet größerer Werke geriet, die ihre Busse ausschwärmen ließen, um die Ärmsten auf dem Land einzusammeln. Plötzlich verdienten Arbeiter mehr als Bauern. Das führte zu Verwerfungen wie zum Beispiel besonders falschen Ehen, unauflösbar geschlossen vom Pfarrer Parzefall, dem Garanten der Gottesfurcht vor Ort.
In diesem Klima verliebt sich Konstantin in eine Halbwaise aus der Großstadt. Die Fremde Rosa legt ein erwachsenes Tempo vor, sie macht den Schwarzen auf Kollisionskurs klar. Ihr Vorsprung reißt eine Lücke in die Gewissheiten des Eingesessenen. Er schludert im Jahr von Tschernobyl vor sich hin, schließlich spricht ein athletischer Großbauernsohn mit den Initialen SS die Vorwitzige treffender an.
Mich erinnert Mayers einseifende Melodik an den frühen Helmut Krausser und an den früh verstorbenen Heiner Link. Mir hätte der kleine Plot von der traurigfrohen Rosieliebe zwischen Wirtshaus und Wasserschloss gereicht, eingedenk des Franzdoblerfazits, dass in jeder bayrischen Bretterbude mehr Leben zu erwarten sei als am Nacktbadestrand von Sylt. Der Autor lässt eine schaurige Vergangenheit, mit vom Hinrainer (Senior) gelieferten Kindersärgen und amtlich angeordneten Abtreibungen (Leibesfruchtwegnahmen) bei aus Kinos und Kirchen weggefangenen, polnischen Zwangsarbeiterinnen die Wände der Gegenwart einreißen. Das moralische Versagen der Gemeinde manifestiert sich im Boykott der Gaststätte Wolff.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Liebe lovelybooks-Community,

auf booknerds.de - literatur & mehr gibt es dieses Jahr im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude bei uns insgesamt 21 Bücher, 1 Hörbuch und 10 Lesezeichen zu gewinnen, und einer der Titel ist der oben genannte.

Wo? Hier: http://www.booknerds.de/2014/04/gewinnspiel-blogger-schenken-lesefreude-2014/

(Bitte nur dort antworten und nicht hier kommentieren! Sollte das Formular nicht funktionieren, bitte eine E-Mail an verlosung äääät booknerds puuuunkt de oder eine Direktnachricht via Facebook (facebook.com/booknerds.de) senden)

Liebe Grüße,
Chris und die booknerds

(Buchcover/Auflage kann von der abgebildeten bei älteren Titeln abweichen!)
Zur Buchverlosung
Hallo, ich eröffne hiermit die Leserunde zu "Mandels Büro". Ich bin übrigens der Autor und das ist ein blöder Beruf, falls jemand fragt. Ich freu mich aber irrsinnig auf die Beiträge hier. Unter allen, die sich an dieser Leserunde beteiligen, verlost mein generöser Verlag 20 Exemplare von "Mandels Büro". Bis zum 26.02. könnt Ihr mitmachen. Auf geht's, die Mädels und die Buam. Beste Grüße aus Berlin, Berni Mayer.
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 64 Bibliotheken

auf 5 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks