Bert Rürup , Dirk Hinrich Heilmann Fette Jahre

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Inhaltsangabe zu „Fette Jahre“ von Bert Rürup

Euro-Krise, Inflation, Fachkräftemangel, Verlust der Mitte und alternde Bevölkerung: Die Diskussion über die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands ist von Angst dominiert. Doch diese Angst ist unbegründet. In Wahrheit stehen Deutschland goldene Jahre bevor - mit guten Wachstumsraten, sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Löhnen. Das industriebasierte Geschäftsmodell Deutschlands hat sich als solider erwiesen als der angloamerikanische Finanzkapitalismus. Die deutsche Industrie ist der große Gewinner der Globalisierung - und sie wird auch künftig von der Nachfrage der aufstrebenden Wirtschaftsnationen nach Investitionsgütern profitieren. Rürup und Heilmann zeichnen ein klares Bild der guten Jahre, die vor uns liegen. Sie zeigen auf, welche Reformen noch nötig sind, damit Deutschland die großen Chancen nutzen kann und damit möglichst alle Bürger davon profitieren. Mit einem Vorwort von Peer Steinbrück.

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  • Ein Plädoyer für die soziale Markwirtschaft moderner Prägung

    Fette Jahre
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    02. September 2013 um 12:41

      Nicht alles ist zum Besten, keine Frage. Und das behaupten Rürup und Heilmann auch nicht durchgehend „einfach so“  im Buch. Wohl aber, und das durchaus differenziert, wenden sich die Autoren der neueren „Erfolgsgeschichte“ Deutschlands in stürmischen Zeiten zu. Und es ist nicht von der Hand zu weisen: Im Kanon der Volkswirtschaften steht Deutschland (immer noch) glänzend dar, verbucht eine geringe Arbeitslosigkeit, gefüllte Auftragsbücher und hohe Einnahmen. Faktoren, die sich auch niederschlagen im Rating Deutschlands an den Finanzmärkten.   Eine Statusbetrachtung, welche die Autoren in die Zukunft weiter denken:   „Es spricht vieles für hohe ökologische Standards und dafür, das BIP durch weitere Indikatoren zu flankieren und zu ergänzen“.   Hier wenden sich die Autoren auch offensiv gegen die „Begrenzungstheorie“. Sicher leugnen Rürup und Heilmann nicht, dass die materiellen Ressourcen der Welt begrenzt sind, durchaus aber legen sie fundierte Argumente gegen einen direkten Zusammenhang mit einem gleich beschränkten Wirtschaftswachstum vor. Wie am Beispiel der Energiewende zu sehen, ist es durchaus möglich, auf neuen technologischen Feldern ein Wachstum zu generieren, das sogar mit einer Verringerung des Rohstoffverbrauches einhergehen kann.   Bei aller Kritik an zunehmend (und nicht von der Hand zu weisenden) „angelsächsischen“ Zuständen und der Notwendigkeit , soziale Systeme einer Veränderung zu unterziehen, Rürup und Heilmann stellen dem keinen „blinden“ Optimismus gegenüber, sondern gehen fundiert und Schritt für Schritt die Leitplanken der Wirtschaft und des sozialen Gefüges Deutschlands nach und stellen fest, dass es keine „unlösbaren“ Probleme gibt, sondern, im Gegenteil, begründete Faktoren für einen optimistischen Blick in die Gegenwart und die Zukunft.   In durchaus hilfreicher Weise kann der Leser diesen differenzierten Gedankengängen folgen. Argumente, die einer gewissen Form der „Lust am Negativen“ und, vor allem, der „Angst“ eine wesentliche Rolle für einen häufig anzutreffenden Pessimismus zuschreiben. Immer wieder gilt daher im Buch: Wenn die Fakten sprechen, sieht es gut aus.   Wobei durch die Autoren auch die Vergangenheit immer wieder mit herangezogen wird. Die Kraft der deutschen Wirtschaft, in vielfacher Weise bereits gut mit Krisensituationen fertig geworden zu sein. Eine Kraft, die sich in der Gegenwart durch eine bleibend hohe Exportstärke und eine gelungene Behauptung auf den globalisierten Märkten wiederum überdeutlich (im Vergleich gerade zu den europäischen Nachbarn) zeigt.   Noch einmal sei betont, das die Autoren weder soziale Ungleichgewichte ausklammern noch einem „ungezügelten“ Kapitalismus das Wort reden. Wohl aber dem Land und der Wirtschaft umfassend attestieren, auf dem richtigen Weg zu sein, weitere Reformen angehen zu können (und zu müssen) und, vor allem, die soziale Marktwirtschaft dringlich weiterhin als Grundlage für Wirtschaft und soziales Gefüge zu festigen und auszuformen. Wozu im Übrigen auch gehört, Gewinne breiter und breit zu verteilen, den Wohlstand „gerecht“ wirken zu lassen, Mindestlöhne einzuführen und Verwerfungen nicht nur am „unteren Ende der Gesellschaft“ ständig aufzufangen, sondern auch an der Spitze mancher „Selbstbediener“ Riegel zu formulieren und zu benutzen.   Trotz aller auch kritischen Momente der Gegenwart, die mancher Leser durchaus anders beurteilen mag als die Autoren, das Buch bietet eine umfassende, verständliche und intelligente Darstellung jener Faktoren, die zur gegenwärtigen guten Position Deutschlands geführt haben, verschweigt Probleme nicht, bietet aber konstruktive Wege für die Zukunft durchaus an und bildet eine wohltuende (begründete) optimistische Darstellung in den aufgeregten Untergangsszenarien der öffentlichen Diskussion der letzten Jahre.   Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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