Berthold Franke Die Kleinbürger

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Inhaltsangabe zu „Die Kleinbürger“ von Berthold Franke

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  • Charakterstudie des Klein- und Spießbürger

    Die Kleinbürger
    Sokrates

    Sokrates

    29. December 2014 um 12:26

    Ausgehend von der Philosophie des 19. Jahrhunderts, Stirner, Marx und Co., versucht Franke in seiner Dissertation eine Charakterstudie des Kleinbürgers als Phänomen des 19. und schließlich des 20. Jahrhunderts. Interessant erscheint mir, wie nah die Philosophen des 19. Jhs. bereits an Interpretationen waren, die noch heute auf den Klein- bzw. Spießbürger Anwendung finden können. Die Angst vor dem "Zerfall der Mittelschicht" ist bis heute stark; Besitzschutz, Eigentumswahrung, Angst vor Veränderungen bzw. Weiterentwicklungen und stereotypes Denken (schwarz/weiß-Denken) sind nach wie vor Hauptmerkmale einer bürgerlich-konservativen (politischen) Einstellung. Einige Parteien sind von diesen Gedanken zu einem Großteil beherrscht; auch der Liberalismus weiß mit dieser Angst der Konservativen umzugehen und wird nicht selten durch die "ängstliche Mittelschicht" assimiliert. Oberflächlich hält man sich für liberal, tatsächlich bleibt man kleinbürgerlich. Das Buch bietet viele Ansätze für eine kritische Reflektion bestehender Denkstrukturen und vermeintlicher Wirkungszusammenhänge. Nicht unerwähnt bleiben darf der Einfluss kleinbürgerlich-konservativen Denkens auf den Nationalsozialismus. Zwar heißt es immer, der Nationalsozialismus sei in wesentlichen Teilen von der Arbeiterschaft getragen worden, allerdings darf das kleinbürgerliche Milieu (was häufig in die Arbeiterschaft überging) nicht vergessen bzw. in seiner Wirkmächtigkeit verkannt werden. Weltanschauungen und Denkstrukturen des Kleinbürgers waren mitunter sehr ursächlich für den Erfolg nationalsozialistischer Bestrebungen. Sie dienten häufig gar als Närboden.

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