Bertolt Brecht

 3.7 Sterne bei 2.359 Bewertungen
Autor von Leben des Galilei, Der gute Mensch von Sezuan und weiteren Büchern.
Autorenbild von Bertolt Brecht (©)

Lebenslauf von Bertolt Brecht

Bert Brecht wurde am 10. Februar 1898 als Eugen Berthold Friedrich Brecht geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte die Familie Brecht in einer kleinen Handwerkswohnung. Als Brechts Vater Vorstand der Haindelschen Papierfabrik wurde zog die Familie in eine bessere Unterkunft. Brecht machte wegen dem Kriegsumständen, das Notabitur in Augsburg und brachte dann die Schülerzeitschrift "die Ernte" heraus. Wegen eines Herzfehlers konnte er nicht aktiv am Kriegsgeschehen teilnehmen. 1918 wurde er allerdings zum Lazarettdienst nach Augsburg berufen. Hierfür musste er sein Studium an der Ludwigs - Maximilian Universität unterbrechen. Nach dem Krieg nahm er sein Studium von Naturwissenschaften, Medizin und Literatur wieder auf wurde 1921 aber exmatrikuliert wegen mangelnder Anwesenheit. Brecht verliebte sich 1916 in Paula Banholzer, diese gebar ihm auch seinen ersten Sohn Frank Banholzer. Paulas Eltern lehnten Bert Brecht als Schwiegersohn ab. Er pflegte eine innige Freundschaft mit Karl Valentin und pendelte jahrelang zwischen Berlin und München um weitere Menschen aus der Theaterbranche kennenzulernen. 1922 heiratete er Marianne Zoff, die ihm eine Tochter "Hanne" gebar. noch während der Ehe mit Marianne lernte er die Schauspielerin Helene Weigl kennen, die ihm noch vor der Ehe einen weiteren Sohn gebar. Nach der Scheidung von Marianne heiratete er Helene, die ihm noch eine Tochter schenkte. Brechts Kinder, inklusive Frank, der nach Frank Wedekind benannt wurde, blieben immer bei ihm und wurden von seiner jeweiligen Frau erzogen. Brecht vertrat mehr und mehr die Kommunistische Partei. Trat jedoch nie der KPD bei. Seine Theaterstücke mussten einen politische Zweck erfüllen. So kam es dass er innerhalb kürzester Zeit auf der schwarzen Liste der Nationalsozialisten landete. Seine Stücke wurden unterbrochen und die Aufführer wegen Hochverrats angeklagt. Am 28 Februar 1930 floh er mit seiner Frau und den Kindern über Prag, Wien und Zürich nach Paris. Seine Frau und die Kinder reisten nach kurzer Zeit weiter nach Dänemark. Brecht blieb aber und gründete die Agentur DAD - deutscher Autorendienst, der Publikationsmöglichkeiten für emigrierte Autoren stellen sollte. 1941 reiste er mit seienr Familie nach Amerika. Dort fühlte er sich aber nie wohl, wegen seiner Abneigung gegen Amerika und seienr Abkapselung, er bezeichnete sich selbst als "Lehrer ohne Schüler." Kurz nach dem Krieg wurde er aufgefordert wieder nach Deutschland zurück zukommen, weilte zunächst aber in Zürich um die Lage zu sondieren. Viele Jahre hatte er nur eine Reiseerlaubis für die DDR. Hier gründete seine Frau das "Helene-Weigl Ensemble", welches brecht ermöglichte seine Stücke aufzuführen. 1956 erkrankte er an einer Grippe, trotz zahlreicher Kuraufenthalte ging es ihm aber nicht besser so starb er am 14. August 1956 in Ostberlin, genauer in der Chauseestr. Vor seinem Tod hatte er verfügt, nicht aufgebahrt zu werden und am Friedhof neben seinem Haus begraben zu werden. Außerdem sollte bei seiner Beerdigung nicht gesprochen werden. Alles wurde zu seinen Wünschen erfüllt und das grab von ihm und seiner Frau kann immer noch auf dem Friedhof betrachtet werden.

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Brecht to go

Neu erschienen am 12.06.2019 als Taschenbuch bei Neues Leben.

»Ich denke, dass ich mir sicher bin«

 (1)
Neu erschienen am 31.05.2019 als Hörbuch bei Audiolino.

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Cover des Buches Leben des Galilei (ISBN:9783518427477)

Leben des Galilei

 (568)
Erschienen am 11.03.2018
Cover des Buches Der gute Mensch von Sezuan (ISBN:9783518731901)

Der gute Mensch von Sezuan

 (465)
Erschienen am 15.07.2013
Cover des Buches Mutter Courage und ihre Kinder (ISBN:9783518732601)

Mutter Courage und ihre Kinder

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 (225)
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 (107)
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 (74)
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Cover des Buches Geschichten vom Herrn Keuner (ISBN:9783518188460)

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 (53)
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Cover des Buches Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (ISBN:9783518739952)

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

 (40)
Erschienen am 11.09.2017

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Rezension zu "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertolt Brecht

Der gute Mensch von Sezuan
KymLucavor einem Monat

Es geht um den Konflikt anderen helfen zu wollen und gleichzeitig genug für sich selbst zu behalten, um auch dauerhaft anderen helfen zu können und auch für sich selbst und die eigene Familie zu sorgen.

Dieses Theaterstück hat mich positiv überrascht. Die Handlung hat mir wirklich gut gefallen und regt zum nachdenken an. Ich hab das Buch kaum mehr zur Seite legen wollen.

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Rezension zu "»Ich denke, dass ich mir sicher bin«" von Bertolt Brecht

Brecht lässt sich nicht brechen
danielamariaursulavor einem Monat

Im kalten Krieg war die Panik der Amerikaner vor kommunistischen Einflüssen ähnlich wie heute vor Terroranschlägen. Aus Angst vor kommunistischer Beeinflussung durch die Film- und Kinoindustrie, machte der „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ Jagd auf vermeintlich kommunistische Gesinnungstäter. Vor diesen Ausschuss für unamerikanische Umtriebe wurden glühende Anti-Kommunisten wie Walt Disney geladen, aber auch am 30.10.1947 Berthold Brecht. Aus diesem Protokoll, wurde bereits in den 80er Jahren ein Bühnenstück inszeniert. Nun wurde es komplett neu übersetzt, um aus dem dokumentarischen Hörstück ein beklemmendes Kammerspiel zu entwickeln.

Auch wenn dem deutschen Autoren keine Gelegenheit gegeben wurde, sein verfasstes Statement öffentlich zu verlesen, so ist dieses Protokoll seines Verhörs, denn es ist mehr ein Verhör, als eine Vernehmung, auch heute noch ein packendes Zeitzeugnis und flammendes Plädoyer für die künstlerische und Meinungsfreiheit, eingeschränkt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Dieses Hörspiel ist ein Zeitzeugnis in Form einer Gerichtsverhandlung. Es empfiehlt sich also für Hörer, die Justizkrimis mögen, politisch oder historisch interessiert sind. Es ist keine nette Unterhaltung, die man an sich vorüber plätschern lässt. Dafür demonstriert es in unter einer Stunde, die sprachliche Brillanz des deutschen Dramatikers.

Berthold Brecht war als Flüchtling Gast in den USA und wollte daher als Gast möglichst mit den Behörden kooperieren. Die Form der Fragestellung, mit Unterstellungen, verzerrten Darstellungen, unzutreffenden Übersetzungen und aus dem Kontext gerissenen Texten, machten es Berthold Brecht bisweilen sehr schwer, alle Fragen unbefangen zu beantworten. Man spürt Stephan Schad deutlich an, wie sich Berthold Brecht unter der Fragestellung und deren sprachlichen Fassung wand. Er, der die Präzision und Schönheit der Sprache liebte, sollte mit ihrer Hilfe gerichtet werden. Sein Ankläger Stripling war gnadenlos. Auch wenn Brecht nicht die Möglichkeit gegeben wurde, sein vorbereitetes Statement zu verlesen, so nutzte er die sprachlichen Möglichkeiten, die er in einer fremden Sprache hatte, um für politische Offenheit und künstlerische Freiheit zu plädieren, um auf den zeitlichen Kontext seiner Werke zu Zeiten nationalsozialistischer Unterdrückung des freien Geistes hinzuweisen.

Mit seiner emotionalen Ohnmacht und seiner vorübergehenden Sprachlosigkeit, verdeutlicht Brecht aber auch den Wert einer guten und wohlwollenden Übersetzung. Bei einigen Übersetzungen musste er entsetzt feststellen, dass sie sinnverzerrt übersetzt wurden, im Sinne einer politischen Propaganda, die er in dieser Form nicht im Sinn hatte. Er schien aber auch bisweilen seine Ankläger intellektuell zu überfordern, wenn er ihnen die Ideen erklärte, auf denen einige seiner Stücke basieren. Während des Hörens erinnerte ich mich an meine Schulzeit, in der wir „der gute Mensch von Sezuan“ durchnahmen, welches auch Elemente des chinesischen Theaters aufgreift. Damals fand ich es ziemlich nervig. Die Erläuterungen Brechts vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe, fand ich aber durchaus interessant.

Am meisten hat mich allerdings seine Weitsicht beeindruckt, mit welcher er immer stets zu wissen schien, wann es an der Zeit war ein Land zu verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Die Sprecher sind allesamt hochqualifizierte Schauspieler die die Emotionen, die in diesem Vernehmungssaal herrschten richtig hörbar machen. Die Verzweiflung Brechts (Stephan Schad), sein sich Winden geht einem richtig unter die Haut, während der Ankläger Stripling (Lutz Herkenrath) unerbittlich eine Unterstellung nach der anderen auf ihn abfeuert. Man fühlt sich beim Hören, als säße man selbst in einem Gerichtssaal und würde gerade befragt (ich weiß wovon ich schreibe, ich habe dieses Hörspiel auf den Weg in und aus dem Zeugenstand im Strafverfahren gehört ;) Allerdings habe ich mich nicht politisch verfolgt fühlen müssen.).

Im Booklet ist ein Teil der Protokolls in der Übersetzung abgedruckt. Dazu sind gibt es Infos zur historischen Situation, biografische Infos zu Bertholt Brecht und Chef-Ermittler Stripling, der ein faires Verfahren versprach aber nicht bot. Stripling war unglaublich gut vorbereitet und konnte offensichtlich auf Erkenntnisse des FBI zurück greifen, doch Brecht stand ihm in nichts nach und zeichnete die Befragung heimlich auf (wie cool ist das denn, denn 1947 konnte man nicht mal eben ein Handy mitlaufen lassen.)

Ein historisch, sprachlich und politisch unglaublich faszinierendes Hörbuch, daß auch intellektuell begeistert. Auch wenn es nicht sehr lang ist (nur 57 Minuten), hinterlässt es einen bleibenden Eindruck und ist absolut hörenswert.

Kommentare: 2
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Rezension zu "Lust des Beginnens" von Bertolt Brecht

Krug liest Brechts Gedichte
leniksvor 7 Monaten

Dieses Hörbuch habe ich in der Bibliothek entdeckt. Hier liest Manfred Krug mit seiner wunderbaren Stimme Brechts Gedichte die nicht so bekannt sind. Mir hat dieses Hörbuch gut gefallen . Das Hörbuch umfasst 1 CD mit einer Laufzeit von ca. 33 Minuten. Sie bekommt von mir drei gute  Sterne.

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Bertolt Brecht wurde am 09. Februar 1898 in Augsburg (Deutschland) geboren.

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