Bertram Eisenhauer Weil ich ein Dicker bin

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Inhaltsangabe zu „Weil ich ein Dicker bin“ von Bertram Eisenhauer

Was das Dicksein mit der Seele macht »Bike collapses under German fat man!« Das ein solches Youtube-Video 1,2 Millionen Aufrufe finden könnte, ist nur einer der Albträume von Bertram Eisenhauer. Denn er ist nicht dick. Er ist 6XL-dick. Und so ist sein Vorsatz abzunehmen kein banaler Diätplan. Es ist der kühne Entschluss, nach Jahrzehnten als »Fetter« ins Leben mit den anderen zurückzukehren. Denn Fettsein ist viel mehr als Übergewicht, es ist ein Verlust an fast allem, was man Leben nennt – von Zungenküssen über Sonnenuntergänge bis zu eigenen Kindern. Und deshalb ist Abnehmen auch viel mehr als Ernährungsumstellung und Sport. Es fordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Unverblümt geht Eisenhauer seiner Langzeitfettleibigkeit auf den Grund. Er begegnet dem Dicken im Kopf, der schon als Kind lernt: Wer dich liebt, der gibt dir zu essen. Und er erkennt, dass Hunger für ein Gefühl steht, für eine Sehnsucht und einen Schmerz, und dass Essen nur ein Sanitäter in der Not ist.

Kein "lustiges Abnehmbuch", aber dennoch amüsant und lesenswert!

— himbeerbel

Überraschend anders, manchmal schrecklich traurig und in der Summe ziemlich herausragend!

— Wortteufel

Übergewicht – (m)ein ewiges Thema; aufgerundete 3 Sterne von mir

— peedee

Es ist ein ständiges Aufpassen, dass du deine Essstörung im Griff hast und nicht die Essstörung dich

— Hexchen123

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  • Kein "lustiges Abnehmbuch", aber dennoch amüsant und lesenswert

    Weil ich ein Dicker bin

    himbeerbel

    13. October 2017 um 06:50

    „Es ist einfach so: Wer ums Abnehmen kämpft, wird auf sich selbst zurückgeworfen. Es geht ständig um den eigenen Körper, den man belauert, als sei man sein eigener Stalker, um die Regungen der eigenen Seele. Und auch wenn Kollegen, Partner, Kinder dich ermuntern: Letztlich machst du die Sache mit dir selbst aus, allein.“ (S. 26)Gleichzeitig scannt man seine Umwelt nach diesem Thema ab und so stieß ich auch auf „Weil ich ein Dicker bin“, das im vergangenen Jahr erschienen ist und sich seitdem auf meiner Bücherwunschliste befand.Er war ein pummeliger Teenager, er war ein dicker Student, heute ist er ein adipöser Erwachsener. Übergewicht hat ihn definiert, so lange er zurückdenken kann. Jetzt schreibt er darüber, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, der zu viel wiegt. Was es nicht nur körperlich kostet, sondern emotional. Was das Fettsein mit der Seele macht und welche Lebenschancen es einem stiehlt.In diesem Buch schildert Bertram Eisenhauer seine Zeit in der einjährigen Therapie in einer medizinisch betreuten Abnehmgruppe und setzt sich mit dem auseinander, was sein Dasein ausmacht: Warum man Dicker ist, so wie man Alkoholiker ist. Das Sexshop-Feeling beim Kleiderkauf. Seine dunkle Liebesgeschichte mit dem Fastfood und die schnuckelige Ernährungsberaterin, die ihn an vegetarische Kost heranführen will. Heimliche Fressanfälle und öffentliche Beschämungen.Entstanden ist dieses Buch zum Teil aus Kolumnen, die in zumeist stark veränderter Form bereits im Ressort „Leben“ der F.A.S. erschienen sind. Jedem der 52 Kapitel, die jeweils einer Woche entsprechen, ist ein Statusreport vorangestellt, in dem das Gewicht beim letzten Wiegen, das aktuelle Gewicht und die Veränderung verzeichnet sind – oder auch nicht. Nachfolgend ist dann über die Lebensumstände, Erfolge und Hürden bei den Abnehmversuchen des Autors zu lesen. Bertram Eisenhauer verliert niemals seinen trockenen Humor, der für so manches Schmunzeln sorgt. Als dicke Leserin kann ich seine Schilderungen nachvollziehen und fühle mich gleichzeitig selbst dabei verstanden.Dem folgen Informationen, Studien, Interviews und Gedanken rund um das Thema Gewichtsverlust und Ernährung, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Wer jedoch eine genaue Anleitung oder einen detaillierten Abnahmebericht erwartet, der dürfte enttäuscht sein. Hier geht es vorrangig um Hinweise, Anregungen und Informationen, die sich mit der Problematik des Abnehmens beschäftigen und einen an den Erfahrungen eines Menschen teilhaben lassen, der nicht plötzlich zum Superhelden der Gewichtsabnahme avanciert ist, sondern bei dem es gemächlich vorwärts geht und bei dem es auch Rückschläge gibt.„Aber Dicker, das zumindest ist meine Erfahrung, bist du, wie du Alkoholiker bist: Dein Verhältnis zu dem Stoff wird niemals normal. Auch wenn du abnimmst, du musst immer aufpassen. Das Essen werde ‚Lebensthema‘ bleiben für mich, sagte die Psychologin meiner Abnehmgruppe beim Eingangsgespräch.“ (S. 43)„Weil ich ein Dicker bin“ ist kein lustiges Abnehmbuch, sondern ein Buch, in dem sich Bertram Eisenhauer auf ruhige ernsthafte Art mit trockenem Humor gespickt mit dem Dicksein und dem Dünner werden auseinander setzt. Lesenswert!

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  • Übergewicht – (m)ein ewiges Thema

    Weil ich ein Dicker bin

    peedee

    12. July 2016 um 17:31

    Bertram Eisenhauer, geb. 1964, ist stark übergewichtig, und das seit Jahren. Er will nun seiner Langzeitfettleibigkeit auf den Grund gehen bzw. diese erfolgreich bekämpfen. Dazu meldet er sich zu einem Jahres-Abnehmprogramm in einem Adipositas-Zentrum an. Als Journalist hat er dazu Kolumnen geschrieben und diese zu einem Buch verarbeitet. Er will aufzeigen, „was es kostet, ein Mensch zu sein, der zu viel wiegt, und zwar erheblich zu viel. Was es nicht nur körperlich kostet, sondern emotional.“Erster Eindruck: Mir gefällt das Cover mit dem auf einer Bank sitzenden Elefanten sehr gut. Da ich Elefanten mag – ja, sie sind mir figurmässig sehr symphatisch –, habe ich zu diesem Buch gegriffen.„Mein Übergewicht prägt und definiert mich, so weit ich zurückdenken kann.“ (Kap. „zu Beginn“)Ich habe mich gefragt, wer ein solches Buch liest. Sind es nur Übergewichtige, die – auf der Suche nach der einzig wahren Abnehmmethode – zu diesem Buch greifen? Oder gibt es auch Schlanke, die nie ein Problem mit Essen und Gewicht hatten? Aber können die überhaupt nachvollziehen, wie es ist, dick zu sein? Wie auch immer die Antwort darauf ist, ich habe es auf jeden Fall gelesen; leider gehöre ich zu denen, für die das eigene Gewicht seit Jahren ein Problem ist.Der Autor hat sich also zu einem Ein-Jahres-Abnehmprogramm angemeldet. Als ich gelesen habe, wie sich die ersten 12 Wochen gestalten, nämlich ausschliesslich Trinken von Shakes, hätte ich schon in der ersten Woche das Handtuch (bzw. den Shake-Beutel) in die Ecke geworfen. 12 Wochen nur Shakes? Das ist definitiv nichts für mich. Ich habe – selbstverständlich – auch schon solche Shakes ausprobiert, aber ich habe jeweils nur das Mittagessen dadurch ersetzt. Nach ein paar Tagen konnte ich diese Shakes schon nicht mehr sehen (egal, welche Geschmacksrichtung). Hochachtung, wer nur schon diese 12 Wochen durchhält! Bei Flüssig-Nahrung fehlt mir einfach der Biss und auch der Genuss.Ein Übergewichtiger gilt häufig „als Verkörperung geringer Selbstkontrolle und Leistungsbereitschaft“. (Kap. „Woche 11“)Machen wir uns nichts vor, genau dieses Bild herrscht in der Öffentlichkeit häufig vor.„Ich kann das Dick-Sein selbst kaum ertragen; wie soll ich es da jemand anderem zumuten?“ (Kap. „Woche 34“)Der Autor beschreibt viele Situationen aus dem Leben von Übergewichtigen, die ich selbst auch kenne. Dabei zitiert er Studien und Literatur, führt Interviews auf oder beschreibt seine Zeiten in den USA, die für mich das Ganze zum Teil sehr in die Länge zogen. Für das Lesen dieses Buches habe ich tatsächlich 14 Tage gebraucht – immer wieder musste ich es unterbrechen, denn es ging mir wie bei einer Diät: Am Anfang sehr euphorisch, die ersten Seiten flogen nur so dahin, dann im Mittelteil einen langen Durchhänger und gegen Schluss noch mal etwas besser. Für mich hätte das Buch kompakter sein müssen (oder vielleicht hätte ich das Buch über 52 Wochen lesen sollen?), denn ich habe mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Somit 2,5 Sterne, aufgerundet auf 3 Sterne.

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  • Ehrlich, offen, direkt und vor allem WAHR!

    Weil ich ein Dicker bin

    Kossi

    04. February 2016 um 18:26

    Oft sind es doch die dünnen Menschen, die den Dicken in Büchern zeigen wollen, wie man abnimmt, oder? In diesem Buch ist es anders, denn der Autor ist selber dick und er möchte zwar abnehmen, erklärt dem Leser aber eher, wieso, weshalb, warum es sehr übergewichtige Menschen gibt. Was in deren Leben eventuelle schief läuft, dass sie über alle Grenzen hinweg alles Erlebte mit Essen kompensieren müssen und warum sie nicht einfach aufhören können, zu essen. Wir begleiten ihn ein Jahr lang auf einer knallharten Abnehmodyssee mit Höhen und Tiefen. Bertram Eisenhauer ist nicht einfach nur "ein Dicker", wie der Buchtitel vermuten lässt,, sondern ein Mensch, der was zu sagen hat und davon jede Menge. Und ich habe ihm sehr gerne "zugehört", denn er tut dies auf sehr amüsante und unterhaltsame Art und Weise und er wächst dem Leser einfach ans Herz. Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? Weil ich das Thema "Dicksein" kenne. Zu genüge. Denn ich war es selbst über 30 Jahre meines Lebens. Es rührte mich teilweise, wenn ich Tiefpunkte mit dem Autor erlebte, weil ich Gefühle dieser Art einfach kenne. Weil ich sie innendrin sicher nie so ganz ablegen werde. Vielleicht, weil ich innendrin immer eine "Dicke" sein werde? Auch, wenn die Optik nun eine ganz andere ist? Die Optik kann man eben verändern. Abnehmen kann man auch. Sofern man für sich den richtigen Weg gefunden hat. Doch das Erlebte, die Gedanken, die Ängste, die Zweifel, die schüttelt man nicht einfach so ab.  Das Buch ist für mich sehr lehrreich gewesen, ich habe mich an fast allen Stellen des Buches wiedererkannt und doch hebt Bertram Eisenhauer nicht den Zeigefinger und wirkt gar belehrend. Er weiß eben, wie es ist, dick zu sein und teilweise gefangen in einer gedanklichen Ausweglosigkeit, wie man diesen Zustand jemals ändern könnte. Mich würde sehr interessieren, wie es nach dem Buch für den Autor weiterging und würde mich freuen, eine Fortsetzung lesen zu können!

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  • Abnehmen ist gar nicht so einfach wie wir immer denken

    Weil ich ein Dicker bin

    Hexchen123

    04. February 2016 um 15:56

    Die Geschichte, welche Bertram Eisenhauer hier zu Papier gebracht hat, hat mich doch überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass so absolut offen und ehrlich und vor allem auch humorvoll berichtet wird. Es ist Bertrams ganz persönliche Geschichte über seinen Kampf, nicht mehr ein Dicker zu sein. Schon als Kind und später als Jugendlicher hatte er mit den Kilos zu kämpfen. Essen tröstet, Essen belohnt und Essen macht glücklich. Wen wundert es da, dass er auch als Erwachsener adipös ist? Es ist ein Teufelskreis, in welchem Dicke sich bewegen. Man ist einsam und tröstet sich mit Essen. Man wird noch einsamer, da man als dicker Mensch meist auch wenig soziale Kontakte hat. Um den Frust zu bekämpfen isst man natürlich wieder. Das so angehäufte Gewicht macht einem den Alltag schwer. Schon morgens nach dem Aufstehen, bevor der erste Socken übergestreift ist, schwitzt man. Nach dem Duschen kann man eigentlich gleich wieder duschen, da man schon vom Abtrocknen wieder schwitzt. Wen wundert es da, dass in den Kabinen der speziellen Kleidungsgeschäfte noch eine Box mit Tüchern steht? Trotzdem ist Bertram bereit, sich erneut auf den steinigen Weg des Abnehmens zu begeben und nimmt an einem Abnehmprogramm teil. In den ersten Wochen gibt es nur Flüssignahrung aus Beuteln, später wird eine Mahlzeit eingesetzt und es wird mit roten, grünen und gelben Punkten gerechnet. Schwierig wird es dann, wenn man das erlernte umsetzen muss und normal essen soll. In „Weil ich ein Dicker bin“ beschreibt Bertram auf sehr offene Art und Weise, wie schwierig es ist, wenn man ein gestörtes Essverhalten hat, dieses zu normalisieren. Essen muss man, die Frage ist nur was. Er beschönigt auch nichts, mit welchen Problemen und Unannehmlichkeiten dicke Menschen zu kämpfen haben. Auch das Verhalten der Gesellschaft dicken Menschen gegenüber wird beleuchtet und dies ist nicht schön. Da könnten wir uns vielleicht mal an der eigenen Nase packen! Mein Fazit Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist Klasse was mich aber auch nicht verwundert, da der Autor bei der FAZ arbeitet. Es gibt dem Leser Denkanstösse und räumt auch mit falschen Urteilen auf. Ich glaube es ist eines der schwierigsten Dinge, sich nach einer bekämpften Essstörung soweit im Griff zu haben, dass die Essstörung nicht dich wieder im Griff hat!

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