Betül Licht In meiner Not rief ich die Eule

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Inhaltsangabe zu „In meiner Not rief ich die Eule“ von Betül Licht

Buchmesse-Schwerpunkt 2008: Türkei "Unsere Wohnung war die Türkei - draußen vor der Tür begann Deutschland." Betül Licht (Quelle:'Buch/01.08.2008')

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  • Rezension zu "In meiner Not rief ich die Eule" von Betül Licht

    In meiner Not rief ich die Eule
    Anin

    Anin

    26. April 2009 um 22:31

    Fatma schreibt Briefe an ihre beste Freundin. Darin vertraut sie dieser, ihre Lebensgeschichte an. Während ihre Eltern nach Deutschland auswandern um dort zu arbeiten, wächst Fatma mit den Geschwistern bei ihrer Grossmutter in der Türkei auf. Von dieser wird sie geschlagen und gedemütig. Mit 8 Jahren schliesslich holen die Eltern sie zusammen mit ihren Geschwistern nach Deutschland. Dort würde das Gold nur so auf der Strasse liegen, versprach man ihr. Doch kaum in Deutschland angekommen, wird sie eines besseren belehrt. Die Menschen dort erscheinen ihr unfreundlich und ernst und als Ausländer wird sie benachteiligt behandelt. Fatma kann nicht verstehen, weshalb die Eltern ihre Existenz in der Türkei für dieses Leben aufgegeben haben. Die Mutter ist seit der Einreise völlig verändert. Enttäuscht und überfordert von dem Leben in diesem fremden Land, tyrannisiert und kontrolliert sie Fatma wo sie nur kann. Sie bezeichnet sie als unrein und faul, obwohl sich Fatma bemüht alles nur erdenkliche richtig zu machen und um Anerkennung kämpft. Neben der Schule schmeisst sie den ganzen Haushalt, Zeit für sich selber und um das Erlebte zu verarbeiten und sich darin zu verwirklichen, bleibt keine. Eine weitere Schwierigkeit stellt das Leben in den zwei verschiedenen Kulturen dar. Während die Mutter „die Deutschen“ als unmoralisch und Sünder bezeichnet, entdeckt Fatma allmählich viele tolle Seiten an ihren Schulfreunden und Lehrern. Sie versucht die Verhaltensweisen und Gebräuche dieser Kultur zu verstehen ohne dabei den eigenen Werten untreu zu werden. Sprechen darüber kann sie mit niemandem. Fragen stellen darf sie schon garnicht, sonst fängt sie sich Schläge der Mutter ein. Fatma flüchtet sich in ihre eigen erschaffene „weisse“ Welt, wo sie alle Wünsche und Geheimnisse deponiert. Doch bei ständiger Demütigung und Unterdrückung hilft ihr mit der Zeit auch diese nicht mehr und sie wird krank und sieht nur noch einen Ausweg um diesem Elend und den Schmerzen ein Ende zu bereiten…. Eine Lebensgeschichte die berührt und schockiert und wohl stellvertretend für so viele Migranten, im speziellen auch türkische Frauen, steht. Die Heimatlosigkeit und Zerissenheit wird sehr verständlich dargestellt. Ich empfehle all denen, welche diese Menschen mit ihren Geschichten und Schicksalen besser verstehen möchten, dieses beeindruckende Buch zu lesen.

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  • Rezension zu "In meiner Not rief ich die Eule" von Betül Licht

    In meiner Not rief ich die Eule
    Buecherstapel

    Buecherstapel

    09. February 2009 um 21:15

    Eine türkische Frau erhält Briefe von ihrer Freundin Fatma, in der sie ihr anvertraut, was sie im Gespräch niemandem sagen könnte. Fatmas Eltern haben zuerst ihre Kinder bei der Großmutter in der Türkei zurückgelassen, um in Deutschland zu arbeiten. Besonders für Fatma ein traumatisches Erlebnis. Niemand erklärt den Kindern, wann sie ihre Eltern wieder sehen werden, und die Großmutter scheint mit der Sorge für die Kinder völlig überfordert. Fatma in der Türkei und ihre Mutter in Deutschland vertrauen sich in ihrer Not der Eule an und glauben später, dass der Vogel aus der Mythologie sie wieder zueinander geführt hat. Als die Familie schließlich in Deutschland wieder zusammenlebt, wird besonders Fatma von den Eltern kontrolliert, unterdrückt, mißhandelt. Wie in vielen muslimischen Familien wird mit den Töchtern die Familienehre sehr viel strenger geschützt, als das in der Türkei je der Fall gewesen wäre. Obwohl Fatma in ihrem Hausarzt und ihren Lehrern immer wieder Menschen begegnen, die ihre Not erkennen, kann sie sich niemandem anvertrauen. Ein verstörendes Buch, das Einblick in uns fremde Familienstrukturen gibt und zeigt, wie Gewalterfahrungen sich über Generationen fortpflanzen.

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