Der Liebhaber meines Mannes

von Bethan Roberts 
4,3 Sterne bei29 Bewertungen
Der Liebhaber meines Mannes
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Positiv (23):
Cirillas avatar

Der Fokus liegt nicht nur auf der Liebe der beiden Männer, sondern vor allem auf der Beziehung zwischen Ehefrau und Liebhaber. Bittersüß.

Kritisch (1):
Nikjess avatar

Leider kein Volltreffer

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Inhaltsangabe zu "Der Liebhaber meines Mannes"

Bethan Roberts zieht ihre Leser in den Sog einer gefährlichen Dreiecksbeziehung
Brighton, 1958. Tom ist der Mann ihres Lebens, das weiß Marion schon seit ihrer ersten Begegnung. Sie ist überglücklich, als er ihr endlich den ersehnten Heiratsantrag macht. Dabei will sie nicht wahrhaben, dass Tom ihre Liebe nicht in gleichem Maße erwidert, sondern in ganz andere Gefühle verstrickt ist. Erst als der feinsinnige und gebildete Patrick, Toms engster Freund, immer stärker in ihr Leben drängt, gerät Marions mühsam aufrechterhaltenes Weltbild ins Wanken – mit tragischen Konsequenzen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453357808
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Diana
Erscheinungsdatum:08.09.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    zuendegelesens avatar
    zuendegelesenvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein herzzerreißendes Drama, welches einem in der heutigen Zeit unwirklich erscheint.
    Ein herzzerreißendes Drama, welches einem in der heutigen Zeit unwirklich erscheint.

    Meinung

    Die kalten Gewässer in England und ein Pier zeichnen das Cover des Buches, zu sehen sind Marion, Patrick und Tom. Zunächst wirkt es ziemlich unecht, doch lässt man es eine weile auf sich wirken, erkennt man sofort in welcher Zeit es Spielt. Brighton, 1958.
    Ich bin davon sehr angetan, wäre die Schrift nicht so zusammen gepresst. Es macht irgendwie das Cover total zunichte, da es den Blick stört. Zu viele verschiedene Schriftarten und -farben. Meine persönliche Meinung, aber dennoch ist es ein gelungenes Cover welches den Inhalt sehr gut widerspiegelt.

    Meine Liebe zu der englischen Insel wächst stetig an, Brighton ist darunter auch noch mal ein zauberhaftes Schmuckstück. Ohne wirklich vorher gewusst zu haben, wie es dort aussieht, habe ich eine genaue Vorstellung davon wie es das tat. Bei späteren Nachforschungen wurde ich nicht enttäuscht, alles wurde sehr schön beschrieben und auch ziemlich detailgetreu, die Vorstellung war nicht unecht sie war wunderbar real.
    Auch die Zeit wurde gut beschrieben – durch Kleidung und Kunst und alles andere hat man einen passenden Eindruck bekommen. So etwas finde ich immer wieder sehr toll. Es steigert das Bewusstsein der Umgebung und der Zeit.

    Marion ist Lehrerin, im Leben hat sie es nicht gerade sonderlich einfach. In diesem Buch arbeitet sie eine Geschichte auf, die ihr in jungen Jahren nicht so wirklich bewusst war. Marions Charakterentwicklung durchzieht das ganze Buch und es ist großartig wie und warum sie sich weiterentwickelt. Sie ist teilweise ziemlich unverständlich, was sich aber nach und nach wieder gibt um dann aber wieder infrage gestellt zu werden. Ihre Art war mir zwar nicht unangenehm dennoch kann ich nicht behaupten, dass sie angenehm war – Marion war aber sehr wichtig für dich Geschichte und es gibt genügend Gründe um sich doch gerne zu haben.
    Tom, der Mann von Marion ist ein Polizist, er wird immer nur erwähnt, doch er spricht nie für sich selbst – von ihm wird nur erzählt. Doch, auch er hat eine Art an sich, die sich durch gegebene Umstände sehr gut erklären lässt. Ich kann ihn gut verstehen, was aber wohl auch an meiner persönlichen Erfahrung mit der Thematik liegt.
    Patrick ist Kurator an einem Kunstmuseum, er ist ein Mensch, der durch sein vorangeschrittenes Alter und seine Lebensweise als Homosexueller immer in Gefahr befindet. Sein Handeln und sein Denken ist nachvollziehbar, seine Art ist manchmal ziemlich eigensinnig, aber dennoch sehr angenehm.
    Ihn konnte ich am meisten Leiden, auch seine Ansicht kann man mit seinen Worten nachlesen, aus seiner Sicht.

    Bethan Roberts hat einen sehr flüssigen und anspruchsvollen Erzählstil. Sie beschreibt viel mit kunstvollen Worten, nutzt gern die hohe Sprache und sorgt für die passende Atmosphäre: zurückhaltend, ängstlich, unberührt und manchmal auch verbittert.
    Das alles klingt vielleicht ein wenig negativ, doch das ist es absolut nicht. Denn es ist meines Erachtens viel mehr. Die Geschichte beinhaltet eine Menge an Moral und klärt auch im Nachhinein viel Unwissenheit auf. Es packt die Thematik der Homosexualität in den 40er, 50er und fortlaufend gut beschrieben und realistisch dargestellt an. Es wurde alles wunderbar recherchiert und lässt sich auch bis heute nicht bestreiten.

    Dieses Buch lässt mich mit einer Meinung, mit einem Blick und einer völlig anderen Perspektive zurück. Durch eigene Erfahrungen spüre ich es vielleicht sogar mehr, wie tief es in diesem Buch eigentlich geht, wie viel Angst herrscht. Wie sensibel doch alles ist. Man packt es an und könnte viel falsch machen, doch genau in diesem Buch wurde alles richtig gemacht. Es gibt nichts, wo ich sagen würde, dass es übertrieben oder untertrieben sei.
    Allgemein hat mich die Erzählweise und die ganze Geschichte einfach beeindruckt. Ich hoffe, das es noch ganz viele Bücher gibt, die es so oder so ähnlich handhaben. Ehrlich, aber nicht überspitzt.

    Bewertung

    Meiner Meinung ist nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass fünf von fünf Schreibfedern wirklich das Mindeste sind, was ich vergeben kann.

    Fazit

    Abschließend kann ich wirklich sagen, dass ich mehr als froh bin, dieses Buch gelesen zu haben. Völlig unvoreingenommen und ohne irgendwelche Einflüsse. Lotta und ich haben uns zusammen über dieses Buch ausgetauscht und gemeinsam gelesen und ich glaube, dass auch sie eine ähnliche zumindest keine negative Meinung dazu haben wird.
    Es ist ein dramatisches Buch, es ist ein Schmuckstück und es macht vielleicht auch dem ein oder anderen die Augen auf, aber es ist und bleibt wahrscheinlich eines der am meist geliebten Bücher von mir.

    Ich danke dem Diana Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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    Korikos avatar
    Korikovor 2 Jahren
    stimmungsvolle, authentische Geschichte

    Story:
    Es ist der glücklichste Tag in Marions Leben, als der Bruder ihrer besten Freundin ihr endlich einen Heiratsantrag macht. Seit Jahren ist sie in Tom verliebt, ignoriert sowohl seine kühle Zurückhaltung, als auch die Tatsache, dass der junge Polizist seine Zeit am liebsten mit Patrick Hazlewood verbringt – einem intelligenten und freundlichen Museumskurator, mit dem sich auch Marion angefreundet hat. Obwohl sie ihr bestes tut, das Offensichtliche zu ignorieren, kann sie den Verdacht nicht abschütteln, dass Tom und Patrick mehr verbindet als bloße Freundschaft. Als die beiden Männer zusammen nach Venedig reisen, trifft Marion eine folgenschwere Entscheidung …

    Eigene Meinung:
    Bethan Roberts‘ „Der Liebhaber meines Mannes“ erschien erstmals 2012 und wurde stark von E.M. Fosters Leben und seiner Freundschaft zu einem verheirateten Polizisten inspiriert. Der Roman gewann mehrere Preise und kam 2013 beim Kunstmann Verlag auf den deutschen Markt. Es ist der dritte Roman aus ihrer Feder.

    Die Handlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab – zum einen in den 50er Jahren, zu einer Zeit, in der Homosexualität in Groß-Britannien noch strafbar war, zum anderen Ende des 20. Jahrhunderts. Man lernt die Lehrerin Marion kennen, deren große Liebe aus Jugendtagen in Erfüllung geht, als Tom ihr einen Heiratsantrag macht. Dass ihre Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, will sie nur schwer akzeptieren, denn Tom ist in Patrick Hazlewood verliebt – was von diesem ebenso innig erwidert wird. Aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen ist es jedoch für beide Männer undenkbar, gemeinsam glücklich zu werden und ihre Treffen und Zusammenkünfte zwingen sie zu großer Vorsicht und Heimlichkeit. Als Marion nach und nach erkennen muss, was vor ihrer Nase geschieht, entscheidet sie sich zu einem Schritt, der nicht nur Patricks Leben zerstört, sondern auch ihr eigenes.
    Erst dreißig Jahre später sieht sie eine Möglichkeit, ihren Fehler wieder gutzumachen. Sie stöbert Patrick auf, der aufgrund mehrerer Schlaganfälle gelähmt und ein Pflegefall geworden ist und nimmt ihn zu sich und ihrem Mann Tom. Doch beide Männer schweigen – Patrick kann nicht mehr sprechen, für Tom kommt eine Aussprache zu spät. Er zieht sich gänzlich zurück, was Marion in die Zwangslage versetzt, sich um Patrick zu kümmern. Für sie wird es zu einer späten Lebensaufgabe, die Männer, die sie einst trennte, wieder zu vereinen.

    Bethan Roberts ist ein sehr authentischer, sensibler Roman geglückt, der in ruhigen Bahnen verläuft und vorwiegend durch die unterschiedlichen, sehr realistischen Figuren lebt – Marion ist eine stille, unterwürfige Frau, die selten aus dem Schatten anderer hervortritt und sich wirklich für eine Sache einsetzt. Sie entspricht ganz dem Frauenbild der 50er Jahre und weiß dementsprechend nicht, wie sie auf Toms „Andersartigkeit“ reagieren soll. Tom selbst wirkt innerlich zerrissen – zum einen ist er Polizist, was seiner geheimen, illegalen Beziehung zu Patrick eine gewisse Explosionskraft verleiht, zum anderen liebt er Patrick. Dennoch versucht er ein Bild aufrecht zu erhalten, das von der Allgemeinheit akzeptiert wird, ohne gänzlich von Patrick zu lassen. Dieser Zwiespalt zerstört ihn systematisch. Als dritter im Bunde wirkt Patrick in vielfacher Hinsicht fremdartig, was daran liegt, dass er gebildeter und wohlhabender daherkommt. Er kommt aus einer ganz anderen Gesellschaftsschicht als Tom und lebt seine Homosexualität zwar nicht offen aus, aber mit einem gewissen Stolz.
    Die Dreiecksbeziehung zwischen Marion, Tom und Patrick ist sehr gut umgesetzt und passt zum zeitlichen Hintergrund. Bethan Roberts ist ein beeindruckendes Zeitportrait gelungen, das den Leser berührt und dafür sorgt, dass man mit den Figuren mitleidet.

    Die Geschichte wird sowohl aus Marions Sicht, als auch aus Patricks erzählt. Dabei ist besonders Marions Perspektive ungewöhnlich, denn sie richtet sich mit ihren Worten direkt an Patrick (in der zweiten Person), immerhin schreibt sie ihre Version auf, als sie diesen pflegt. Im Gegenzug dazu ist Patricks Sichtweise in Tagebuchform gehalten und spielt damit direkt in den 50er Jahren. Die beiden wechseln sich ab, was dem Roman eine gewisse Dreidimensionalität verleiht und dafür sorgt, dass man beide sehr gut nachvollziehen und verstehen kann. Die Autorin zeigt, dass beide Protagonisten vor allem ihre Liebe zu Tom eint. Dieser bleibt als einziger ohne Stimme und ist dadurch ein wenig diffus und geheimnisvoll – man weiß nicht genau, was Toms Gedanken sind und wie er die Ereignisse erlebt hat. Stattdessen lernt man ihn nur durch Marions und Patricks Augen kennen, die ihn zum Objekt ihrer Liebe machen. Einzig die Tatsache, dass Tom dadurch mitunter sehr kalt wirkt – sowohl gegenüber Marion als auch Patrick, stört beim Lesen etwas. Es gelingt Bethan Roberts nicht ganz die Gefühle der Figuren zu transportieren. Auch vermisst man unweigerlich die dreißig Jahre und fragt sich, was die Charaktere in dieser Zeit gemacht haben.

    Fazit:
    „Der Liebhaber meines Mannes“ ist ein sensibler, authentischer und nachdenklich stimmender Roman, der durch eine tolle Sprache, nachvollziehbare Charaktere und ein sehr gelungenes Zeitpanorama der 50er Jahre besticht. Wer ruhigere, ernstere Themen bevorzugt und nicht unbedingt ein kitschiges Happy End braucht, sollte sich Bethan Roberts‘ „Der Liebhaber meines Mannes“ nicht entgehen lassen. Bis auf kleinere Abzüge ist es ein beeindruckendes Werk, das lange nachhallt. Zu empfehlen.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 3 Jahren
    Zurück in die 50er

    Ende der 50er Jahre. Eine Frau und zwei junge Männer, die sich lieben, aber nicht gemeinsam leben können. Marion liebt Tom seit Jahren. Doch er weiß anfangs nichts von ihrer Liebe und Schwärmerei. Er mag sie als Freundin, mit der man gut reden kann, aber Gefühle hegt er für Patrick, einen Museumsleiter. Für Tom sind die Gefühle neu und auch beängstigend, denn in den konservativen 50er Jahren galt der Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Personen als unzüchtiger Handlungsakt. So kommt es, dass Tom und Marion heiraten und Marion sich Tom teilen muss. Sie ahnt es, doch sie verdrängt es. Sie will es nicht wahrhaben. Und dann begeht sie einen schweren Fehler, der das Leben der drei Menschen beeinflusst.
    Ich habe einige Seiten gebraucht, um mit der Geschichte und dem Schreibstil zu Recht zu kommen. Doch nach knapp 40 Seiten waren mir die Figuren vertrauter und verständlicher. Man muss sich beim Lesen immer die Zeit vor Augen halten, denn die Ansichten und Dialoge sind teilweise sehr steif und aus heutiger Sicht veraltet. Es ist kaum zu glauben, dass man wegen Homosexualität ins Gefängnis kommt, seinen Job verliert und Menschen sich abwenden. Auch das "Aberziehen" oder Therapieren der „Krankheit“ wird mit angesprochen (wenn auch nur kurz).
    Bethan Roberts schafft es, dass man in die 50er versetzt wird. Die Dialoge, die Beschreibungen und Handlungen sind sehr realistisch. Die verschiedenen Erzählperspektiven waren interessant, doch war es nicht immer sofort erkennbar, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird. Hier wären kleine Überschriften oder Initialen gut gewesen. Das Buch hat zum Ende zu seine kleinen Längen, jedoch finde ich es trotzdem lesenswert.

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    PanPanReaders avatar
    PanPanReadervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein schöner Roman, wenn man die Startschwierigkeiten überwindet
    Ein etwas anderer Roman

    Eine sehr interessante Idee, die einen neugierig auf das große Ganze macht. Zu Anfang, so finde ich, hat man es schwer in die Geschichte hinein zu finden, da man mit zu vielen Eindrücken und Fragen allein gelassen wird. Man stolpert eher in den Verlauf der Gegenwart und die Geschichte der Vergangenheit, auf der das Hauptaugenmerkmal liegt, zieht sich besonders auf den ersten Seiten zäh wie Kaugummi dahin. Doch wenn man dann hinein findet, ist es ein angenehmes Lesevergnügen. Es ist sehr interessant aus der Sicht der Ehefrau, aber auch des Liebhabers die Geschichte beleuchtet zu sehen. Anders, als man erwarten mag, sind die Sprünge zwischen den Perspektiven und den Zeitabschnitten nicht verwirrend oder irritierend. Ich finde sogar, dass die Autorin ruhig noch die Perspektive des Mannes hätte beleuchten können. Man erkennt sehr gut, was die beiden Rivalen miteinander doch verbindet. Die unbändige Liebe und Faszination zum "Ehemann". Es wäre aber wirklich sehr interessant zu wissen, wie dieser denn die ganzen Ereignisse miterlebt hat. Wie er sich gefühlt hat, als er sich langsam eingestand, dass er anders ist, als der Rest der Männer, wie er damit umgegangen ist und wieso er dennoch seine Frau geheiratet hat, für die er nicht genug Gefühle aufbringen konnte und sie damit schlussendlich nur verletzte.
    Trotz allem, war die Sichtweise der anderen beiden sehr gut nachzuvollziehen. Auch wenn ich das Problem hatte, dass ich manche Handlungen der Hauptprotagonisten für übertrieben und manchmal auch bösartig und arrogant hielt. Aber im Nachhinein kann ich sie doch etwas verstehen, auch wenn ich selbst nie in dieser Situation war. Die Liebe und noch dazu die unerwiderte, kann so sehr schmerzen, dass man hässlich wird... von Innen. Doch sie hat es geschafft über sich hinaus zu wachsen und ihren Frieden mit sich zu schließen,... mehr oder weniger. Das Buch hat seinen ganz eigenen Charme und ist trotz der kleinen Kritikpunkte äußerst lesenswert. Wie in allem im Leben ist die Ansichtsweise immer subjektiv und man sollte sich seine eigene Meinung bilden, ehe man etwas verurteilt.

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Eine außergewöhnliche Geschichte einer großen Liebe, die dennoch das Leben von dreier Menschen zerstört.
    Das Geständnis

    Tom zog es in einen kleinen, ruhigen Ort der Langsamkeit, gegenüber dem turbulenten Leben einst in Brighton. Marion war ihm gefolgt, beide befanden sich im Ruhestand. Er hatte Patrick in seinem Rollstuhl aus dem Krankenhaus geholt, und überließ es Marion ihm beim einzurichten zu helfen, und ging.
    “ Hattest du da gedacht, dass endlich bei Tom zu sein vielleicht doch nicht das ist, wovon du geträumt hast?” (S.12)

    Die Geschichte ist aus Marions und Patricks Perspektive erzählt.
    Marion schreibt ihre Gedanken auf, wie sie vor 48 Jahren Tom zuerst begegnete. Tom der 15 jährige Bruder ihrer besten Freundin .Sie gerade mal ein Jahr jünger, und schon seid dem Moment wollte sie ihn haben. Er ging zum Militär und anschließend zur Ausbildung zum Polizisten., sie zur Lehrerin. Sylvie, ihre Freundin meinte Tom wäre anders, doch Marion konnte nichts damit anfangen. Sie ist bereits 20 als er wieder auftaucht, und sie fordert ihren versprochenen Schwimmunterricht ein. Für sie wie eine Verabredung mit einem Freund. Dann stellt Tom ihr Patrick vor, der in einer Kunstabteilung im Museum arbeitet, und ihnen die Welt der Kunst näher bringt. Sie mag ihn, Tom auch, und sie verschmelzen zu einem Trio. Und dann dieses Wochenende , ohne Patrick, wo Tom ihm stolz dessen Wohnung zeigt, wofür er einen Schlüssel besitzt, ihr gesteht noch nie mit einer Frau geschlafen zu haben, sie bittet seine Frau zu werden. Marion, die immer mehr wollte, schon glaubte eine von diesen einsamen Frauen zu werden.
    Doch dann einen Fehler begeht, der Alles verändert.

    Patricks Gedanken werden durch seine Tagebucheinträge, aus dem Jahr 1957, erzählt.
    Er erzählt von seinem Polizisten, der wie Licht und Freude sein Leben erfüllt. Seine Sehnsüchte nach einer beständigen Beziehung, die er einst mit Michael hatte, der sich aber das Leben nahm, den Anfeindungen nicht mehr gewachsen war. Er hatte Tom, für ein Projekt als Model gewinnen können, der Angst vor sich und der Welt hatte. Patrick dagegen war älter, erfahrener und gut situiert, und öffnete ihm eine andere , interessante Welt.
    “Ich glaube, ich könnte mich mit einer Ehefrau arrangieren.”(S.139)

    Eine außergewöhnliche Geschichte einer großen Liebe, die dennoch das Leben von dreier Menschen zerstört. Deren Handlung in den 60er Jahren spielt, einer Zeit in der Homosexualität gesellschaftlich und gesetzlich geächtet wird. Männer sich in den Schutz der Ehe flüchten.
    “ Wenn wir es auch nicht getan haben, die Absicht war da. Das reicht vor dem Gesetz, um einen Mann zu verurteilen. Ich habe jemanden belästigt.”(S.328)
    Die unterschiedliche Perspektiven, lassen den Leser mitfühlen, eine Achterbahnfahrt erleben. Wozu ist eine Liebe fähig, was hält sie aus, wieweit darf man gehen. Für mich war Marion am Ende die Stärkere der Dreien.
    Ein sehr lesenswertes Buch!

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor 5 Jahren
    Homosexualität in den 60zigern

    Klappentext
    Marion ist hingerissen von Tom, dem großen Bruder ihrer besten Freundin, einen großen, unverschämt gutaussehenden jungen Mann mit blonden Locken und blauen Augen. Gleich bei der ersten Begegnung, da sind sie noch Teenager. Für sie ist er der Mann ihres Lebens, und sie übersieht alle Zeichen, jeden Hinweis, dass Tom sich nicht für sie interessiert. Nicht für sie als Frau. Trotzdem hofft sie auf einen Heiratsantrag, und als er ihn endlich macht, ist sie glücklich. Ihre Liebe wird für sie beide reichen.
    Aber Tom hat ein anderes Leben, ist in anderen Gefühlen verstrickt. Sein ganzes Interesse gilt Patrick, dem Kurator des Museums in Brighton, der sich in Tom verliebt hat und ihm eine völlig neue Welt eröffnet. Für Tom ist die Ehe das sichere Versteck in einer Zeit, in der Homosexualität gesellschaftlich und gesetzlich geächtet ist. So teilen ihn die beiden Liebenden, bis einer es nicht mehr aushält und drei Leben ruiniert.



    In zwei Erzählsträngen zeigt sie die Liebe dreier Menschen in Rückblicken auf. Einmal erzählt Marion ihre Liebe zu Tom. Schon als Teenager hat sie sich in ihn verliebt. Doch allen Warnungen und Hinweisen zum Trotz, will sie ihn und zwar nur ihn. Über Jahre sehen sie sich immer mal wieder, bis eines Tages Tom sie fragt, ob sie ihn heiraten möchte. Marion schwebt im siebten Himmel. Endlich erfüllen sich ihre geheimen Wünsche. Doch schon bald nach der Hochzeit wird ihr klar, dass irgendetwas nicht mit Tom stimmt. Und so muss sie sich endlich eingestehen, dass die Anderen recht hatten.

    Im zweiten Erzählstrang erfahren wir von Patrick wie er Tom kennen und lieben lernt. In einer Zeit, in der Homosexualität verboten ist, versuchen Beide ihre Liebe zu leben. Und hier offenbart sich dem Leser, dass hier die wirklich Liebe stattfindet, und Marion nur „gebraucht“ wird.

    An vielen Stellen des Buches habe ich mich gefragt wie schlimm muss diese Zeit für Homosexuelle gewesen sein? Man wurde strafrechtlich verfolgt, geächtet … und … und … Manch einer dachte durch eine Ehe davon „geheilt“ zu werden. Wahnsinn!!!

    Mir ging dieses Buch unter die Haut. Der Autorin gelingt es mit sehr viel Gefühl und Hingabe ein Buch über ein schwieriges Thema zu schreiben. Ein Thema, das heute für uns zum Leben gehört wie atmen. Doch noch bis zum Anfang der 70ziger Jahre war es ein Tabuthema und wurde sogar strafrechtlich verfolgt. Homosexualität!

    Ein Buch voller Liebe, den Mut diese Liebe zu leben, aber auch von Verrat und Enttäuschung. Einfach wundervoll geschrieben und absolut lesenswert! ♥


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    Seepferdchen1965vor 5 Jahren
    Ein verlogenes Sittenbild macht Menschen zu Opfern ihrer Zeit

    Ein Buch, das mich sehr berührt hat. Die Geschichte wird von zwei Blickwinkeln aus erzählt, daher kann man sich sehr gut in die Gefühlswelt von Patrick und Marion hineinversetzen. Eine schlimme Zeit damals für Homosexuelle, die gezwungen waren, ein Leben zu führen, das unerträglich ist.

    Mich hätte sehr interessiert, wie das Leben der Drei seit den 1960er Jahren verlief und vor allem, was Tom in den ganzen Jahren tat. Diese ganzen Jahre werden nur kurz angerissen, da hätte die Autorin noch mehr draus machen können.

    Trotzdem war es insgesamt ein sehr aufwühlendes Buch, das mir sehr gut gefallen hat.

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    Opals avatar
    Opalvor 5 Jahren
    Keine Rezension, nur ein Tipp...

    Auch wenn in der heutigen Zeit mit diesem Thema viel offener umgegangen wird, gibt es immer noch Frauen die in eine solche Situation geraten. Sie können Hilfe finden bei einer der Selbsthilfegruppen von "Tangiert". (www.tangiert.de)

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Drei sind einer zuviel!?

    1999 sitzt Marion am Krankenbett von Patrick, dem Freund ihres Ehemannes, sie hat ihn entgegen des Willens ihres Mannes ins Haus geholt und pflegt ihn. Nach zwei Schlaganfällen kann er nicht mehr sprechen, aber sie möchte mit ihm kommunizieren, vor allem über ihre gemeinsame Vergangenheit mit Tom. Deshalb schreibt sie sie auf. Tom ist der große Bruder von Marions Schulfreundin. Sie hat sich schon bei der ersten Begegnung als Teenager sofort in ihn verliebt und auf Sylvies warnende Worte „Er ist anders.“ gab Marion nicht viel. Jahre später bringt Tom, er ist inzwischen Polizist, der Lehrerin Marion das Schwimmen bei und sie kommen sich vorsichtig näher. Als er ihr dann den Heiratsantrag machte, sah Marion sich am Ziel ihrer Träume. Für Tom sollte diese Ehe aber in erster Linie ein Schutzschild sein, denn seine Gefühle galten in erster Linie Patrick, dem gut gestellten Museumskurator. Beide Männer verband eine langjährige Affäre, die von Marion lange Zeit lediglich als Männerfreundschaft wahrgenommen wurde. Und so fragt man sich als Leser, kann diese Dreiecksbeziehung auf Dauer gut gehen?

    Bethan Roberts erzählt die Geschichte dieser Dreierbeziehung abwechselnd aus Marions und aus Patricks Sicht. Marion schreibt auf wie sie die gut 50 Jahre erlebte. Patricks Gedanken erfährt der Leser aus dem von ihm geschriebenen Tagebuch. So nimmt diese Geschichte ganz ruhig in wechselnden Sequenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Marion und Patrick seinen Lauf. Die Personen wurden so gut charakterisiert, dass beim Lesen das Gefühlt aufkam, man würde von guten Bekannten lesen. Die in den 1950er und 1960er Jahren angesiedelten Rückblicke vermitteln ein sehr genaues Gesellschafts- und Zeitbild. Homosexualität war im damaligen England eine Straftat und wurde dementsprechend geahndet. Im Roman gibt es aber keinen erhobenen Zeigefinger es wird nicht moralisiert. Bethan Roberts hat eine Liebesgeschrieben, die einen bittersüßen Beigeschmack hat. Sie erzählt mit viel Empathie von der Verletzlichkeit großer Gefühle.

    Eigentlich lese ich nur sehr selten Liebesgeschichten. Dieser Roman, der frei von Kitsch und Liebesgezwitscher ist, der so gefühlvoll geschrieben wurden und voller Zärtlichkeit ist, hat mich jedoch sehr berührt. Er ist es wert, auch ein zweites Mal gelesen zu werden. Die bereits erschienenen Romane der Autorin werde ich demnächst auch noch lesen. Ich bin sehr gespannt.

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    Leseratte87s avatar
    Leseratte87vor 5 Jahren
    Der Liebhaber meines Mannes

    Als Marion Tom kennenlernt, den Bruder ihrer Freundin, ist sie sofort in ihn verliebt. Von diesem Moment an gibt es keinen anderen Mann mehr für sie, als diesen ruhigen, gutaussehenden Mann, der sie jedoch auf Abstand hält. Die Jahre vergehen und Marion wird erwachsen und entscheidet sich, Lehrerin zu werden. Da trifft sie Tom wieder, der eine Karriere bei der Polizei anstrebt, und beginnt, sich mit ihm zu treffen. In ihrer Freude und Euphorie glaubt sie, dass er die gleichen Gefühle für sie hegt, wie sie für ihn. Dass er aber für jemand anderen schwärmt und ihr gegenüber nur freundschaftliche Gefühle hegt, bemerkt sie nicht, oder falls sie es bemerkt, ignoriert sie es. Erst später stellt sich offenkundig heraus, dass sie sich in einer Sackgasse befindet.
    Bethan Roberts hat einen sehr dichten und gefühlvollen Roman geschrieben. Abwechselnd lässt sie Marion ihre Geschichte selbst erzählen und wechselt sie dann mit Patrick, dem Liebhaber Toms, aus, der seinerseits erzählt, Dadurch bekommt man einen sehr umfassenden Einblick in die Leben dieser drei Protagonisten, deren Leben miteinander verknüpft sind. Roberts erzählt diese Geschichte ohne unnötige Gefühlsduselei, was mir sehr gut gefallen hat. Und doch steckt der Roman voller Emotionen, die von Freudnschaft über Liebe bis hin zu Hass alles umfassen. Ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil es mich unglaublich gefesselt hat

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