Bethany Christou

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Cover des Buches Ein Sieg für Kasimir (ISBN: 9783765569944)

Ein Sieg für Kasimir

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Erschienen am 06.08.2020

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Cover des Buches Ein Sieg für Kasimir (ISBN: 9783765569944)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Ein Sieg für Kasimir" von Bethany Christou

Eine einfühlsame Geschichte über Erwartungen anderer, Angst und den Weg zu sich selbst zu finden
Kinderbuchkistevor einem Monat

Die Geschichte des kleinen Krokodil Kasimir ist fiktiv doch steckt in ihr so unglaublich viel, was Kinder wirklich durchleben.

Viele Erwachsene stellen viel zu hohe Anforderungen an ihre Kinder. Verlangen von ihnen Leistungen, Erfolg. Sie bauen einen Druck auf, dem das Kind nicht gewachsen ist. Dieser Druck wird zur Belastung mit der die meisten nicht umgehen können. Wie auch. Man möchte die anderen nicht enttäuschen, möchte Erwartungen erfüllen und verliert sich selbst dabei.

Wie schlimm das ist, wie sich das anfühlt und das es einen Weg hinaus aus dem Druck gibt, davon handelt dieses sehr intensive, beeindruckende, ausdrucksstarke Bilderbuch von Bethany Christou.

Krokodil Kasimir entstammt einer sehr erfolgreichen Familie. Bei jedem Wettbewerb steht einer von ihnen auf dem Siegertreppchen. Klar das auch Kasimir in diese Fußstapfen treten muss. Kasimir schwimmt gern und gut also wird alles daran gesetzt, dass er eines Tages einen Wettbewerb mit schwimmt und natürlich gewinnt. Das dies Kasimir überhaupt nicht gefällt, das er Angst hat zu versagen, dass ihn der Druck an sich selbst zweifeln lässt und unglücklich macht kommt den Familienmitgliedern überhaupt nicht in den Sinn. Vermutlich meinen sie es noch nicht einmal böse, es steckt einfach in ihnen drin. Sie sind so vom Erfolg verwöhnt, das es ihnen überhaupt nicht in den Sinn kommt, das jemand keinen Spaß daran haben könnte Erfolg zu haben.

Kasimir liebte es gemütlich auf dem Wasser zu liegen und zu träumen. Doch soll er trainieren, Leistung bringen da klappern ihm die Zähne, da zittert die Schwanzspitze und sein Herz klopfte wild, doch das zu sagen zu sagen, dass ihm das alles keinen Spaß macht das traut er sich einfach nicht.  Als ihn seine Mutter dann zum ersten Wettbewerb anmeldet tut Kasimir alles dafür nicht mitmachen zu müssen. Selbst Weglaufen, Auswandern ist eine Option. Er malt sich Flecken an den Körper um krank auszusehen doch es hilft alles nichts. Er nimmt sogar all seinen Mut zusammen um mit den Eltern zu reden doch keiner in der Familie nimmt  ihn ernst. Alle sind überzeugt einen weiteren Sieger in der Familie zu haben.

So kommt es wie es kommen muss, der Tag des Wettbewerbs kommt. Alle Teilnehmer werden angefeuert doch Kasimir hört nur die erwartungsvollen Anfeuerungen seiner Familie, die ihm gelten und mit jedem  Ruf wird sein Kummer, seine Angst größer.

Aus Angst zu versagen, zu enttäuschen rennt er weg. An einem schönen Platz legt er sich gemütlich aber sehr traurig und einsam aufs Wasser und macht eine Begegnung, die sein ganzes Leben verändert, denn er findet einen Freund, der ihm zuhört, ihn versteht und ihn auf eine ganz wundervolle Idee bringt, die ihn wirklich sehr, sehr glücklich macht.

Und ob ihr es glaubt oder nicht als seine Familie ihn findet und sieht wie glücklich er ist freuen sie sich mit ihm und sind sehr stolz auf ihn.

Die Geschichte berührt, lässt Kinder mit- und nachempfinden und auch ein Stück mit Kasimir mit leiden. Beim Vorlesen, egal in welcher Gruppenzusammenstellung, kamen immer wieder die gleichen mitfühlenden Kommentare. "Der arme Kasimir"; "So gemein, dass die Großen immer nur Leistung wollen!" "Wieso hören die nicht mal zu?!"

"Guck mal wie traurig Kasimir guckt....."

Und auch nach der Lesestunde im Gespräch über die Geschichte waren die Gefühle der Kinder bei dem kleinen Krokodil. Sie litten mit ihm und freuten sich mit ihm und es gab Kinder, die von ihrem ähnlichen Leben erzählten. Der eine musste ein Instrument spielen obwohl er lieber zum Fußball gehen würde. Da alle in der Familie ein Instrument spielten durfte er nicht ausscheren. Ein Mädchen musste zum Ballett, zum Eislauftraining und zum Schwimmen, dabei wollte sie viel lieber nur mit ihren Freundinnen spielen oder mal die Oma öfter besuchen.

Von 10 Kindern waren es 6-8 Kinder, die Kasimir nur zu gut verstanden. Ich fand es sehr erschreckend. Meine eigenen Kinder gingen auch zur Musikschule, lernten Instrumente, gingen zum Schwimmen etc. Aber nicht weil wir Erwachsenen es wollten, weil wir Leistung einforderten sondern weil sie sich ausprobieren wollten. Jeder hat das machen dürfen was er wollte und wenn er nach einer Zeit zu der Erkenntnis kam das das eine nichts ist und er / sie etwas anderes machen wollte war es völlig oky. Wie kann ein Kind wissen was ihm liegt oder nicht wenn es sich nicht zwanglos ausprobieren kann. Und ja, es gab die Momente, wo ein Lehrer/in sagte, das Kind hat so viel Talent und solle am Ball bleiben und nicht verstanden haben, dass wir dem Kind erlaubten aufzuhören.

Jeder hat seinen Weg gefunden, ganz ohne Druck. Jeder ist froh Erfahrungen gemacht zu haben. Doch wenn ich sehe wie Kinder auf die Geschichte von Kasimir reagieren und mit ihren eigenen Situationen vergleichen, dann macht mir das Angst.

Das die Geschichte so intensiv auf die Kleinen wirkt liegt nicht nur an der Geschichte sondern an dem Gesamtpaket von erzählender Geschichte, Illustration und der grafischen Gestaltung des Textes,  in dem nicht nur die Zeichnungen die Geschichte zum Leben erwecken und Sorgen, Ängste und Freunde visualisieren sondern auch die Schrift, die mit zittert, mit klappert, mit klopft. Viele kleine Sequenzen gefüllt mit Sprechblasen lassen miterleben wie es Kasimir ergeht. Die Mimik und Gestik der Figuren ist hinreißend und sehr ausdrucksstark Sie sprechen die Kinder sofort an und sind bei aller Sorgen auch sehr fröhlich, witzig und zum Schmunzeln. 

So haben wir hier ein Bilderbuch, dass, Spaß macht und viel gibt.

Vor allem macht es Mut und betätigt Kinder darin ihren Weg zu gehen.

Erwachsenen zeigt es, dass man Kinder nicht überfordern sollte und vor allem, dass man ihnen zuhören muss und nicht den eigenen Willen, eigenen Wunsch aufdrücken darf.


Zum Schluss noch eine Geschichte, die mir eine Erzieherin berichtete.

Tage nach der Vorlesestunde kam ein Mädchen auf die Erzieherin zu und fragte ob sie sich das Buch ausleihen könnte. Die Kleine war 4,5 Jahre alt. Gefragt was sie mit dem Buch machen möchte erklärte sie der Erzieherin, dass sie es ihrer Mutter geben möchte. Sie sollte es sich durchlesen. 

Was das Mädchen bezweckte war klar. Da wo ihr der Mut und die Worte fehlten sollte das Buch für sie sprechen.

Am nächsten Morgen brachte sie das Buch zurück und sagte, ich muss nicht mehr zum Training wenn ich nicht will."

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Cover des Buches Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam (ISBN: 9783765561986)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam" von Bethany Christou

Eine lustige, einfühlsame Geschichte von Miteinander, Hilfsbereitschaft und Freundschaft
Kinderbuchkistevor einem Monat

Faultiere sind von Natur aus nun mal Tiere, die langsam sind. Sich schnell fortzubewegen ist ihnen einfach nicht gegeben. Das diese Eigenschaft für ein Faultier nicht immer leicht ist, wenn man Freunde hat, die mit einem spielen möchten, dass zeigt diese witzige, gefühlvolle Geschichte von Bethany Christou in der das kleine Faultier Sam zu allen Feiern zu spät kommt. Sam macht am liebsten anderen eine Freude und er hat viele Freunde weil er so lieb ist. Sie lieben ihn, weil er immer für einen da ist und sie laden ihn gern zu ihren Feiern ein. Das klingt jetzt alles richtig toll doch seine gemütliche, langsame Art in Kombination mit seiner Hilfsbereitschaft führt immer wieder dazu, das er zu den Feiern zu spät kommt. Auf seinem Weg begegnet er regelmäßig den stets streitenden Äffchen, die sich nur mit seiner Hilfe vertragen. Er trifft den Baumfrosch der plauschen möchte und meist läuft ihm auch noch die Schildkröte Hermine über den Weg, besser gesagt liegt sie eigentlich immer wieder in ungünstigen Positionen herum und wartet darauf, dass ihr jemand wieder auf die Füße hilft.

Klar, Sam hilft immer, doch gepaart mit seiner Langsamkeit, die Faultieren nun mal gegeben ist, ist dies eine ungünstige Kombination, die immer dazu führt, dass Sam erst ankommt wenn die Feier schon fast vorbei ist. Das macht ihn so traurig, das er beschließt beim nächsten Mal auf direktem Weg, ohne Anhalten zur Party zu gehen. Entgegen seiner Angewohnheit, Freundschaft und Hilfsbereitschaft plauscht er nicht mit dem Frosch, er hilft weder den Äffchen noch der Schildkröte und  verprellt damit seine Freunde, die sich eigentlich immer auf ihn verlassen können. Doch auch das nützt nichts. Er kommt wieder zu spät. "Armer Sam!" rufen einige meiner Lesekinder und man merkt deutlich, das sie mit dem kleinen Faultier mitfühlen. Die Traurigkeit des Kleinen geht nicht nur meinen Lesekindern sehr nahe. Auch seine Freunde machen sich Sorgen. Affe Fips hat eine Idee. Sie müssen einen Plan schmieden wie Sam beim nächsten Mal rechtzeitig auf der Feier auftaucht. Doch wie sollen sie das anstellen? Jeder hat eine Idee und jede einzelne Idee begeistert die kleinen Leser, doch ob es das richtig für Sam ist? 

Wie es dem kleinen Faultier ergeht, ob und mit welchem Trick der Freunde es ihm vielleicht doch gelingt einmal pünktlich zu sein, davon erzählt diese amüsante, turbulente Geschichte, die, die Kinder nicht nur durch die Geschichte begeistert sondern auch wegen der wundervollen farbigen Illustrationen. Sie verbildlichen das Geschehen und liefern zusätzliche Informationen, die nur durch das Bild verständlich werden. Die Dynamik, die Tragik und die Gefühle verstehen die Kinder durch das visuelle Erlebnis einfach am besten. Bethany Christou gelingt es  fantastisch jeder Figur seinen ganz eigenen Charakter zu verleihen. Der Betrachter erlebt  tierische Protagonisten mit herrlicher Mimik und Gestik, die bei allen Unterschieden immer füreinander da sind und sich Sorgen um den/ die anderen machen. Füreinander, Miteinander das sollten nicht nur die Tiere in dieser Geschichte praktizieren sondern auch die Leser, die sicherlich viel aus diesem Geschehen für sich mit nehmen können. 

Auf den Leser wartet eine wundervolle, ausdrucksstark, farbig illustrierte Welt, in der Hilfsbereitschaft ganz groß geschrieben wird. Und so ist zu hoffen, dass die Kinder diese Botschaft in ihr Leben mit nehmen.

Aber nicht nur die Botschaft der Geschichte kann für die Arbeit mit Kindern genutzt werden.

Ausgehend von Bilderbüchern kann man wunderbar in Bereiche eintauchen, die einen viel Wissen vermitteln.

Hier z.B. kann man ausgehend von der langsamen Bewegung des Faultiers einmal erkunden wieso Faultiere so langsam sind, was sie ausmacht und wo sie leben.


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Cover des Buches Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam (ISBN: 9783765561986)Zwillingsmama2015s avatar

Rezension zu "Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam" von Bethany Christou

Eine Party für Sam
Zwillingsmama2015vor einem Jahr

Wenn man sich das Cover von "Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam" anschaut ist man direkt verliebt in den kuscheligen Sam, der gemütlich an seinem Ast hängt und uns freundlich anschaut. Meinen Kindern ging es ebenso und wir mussten das Buch direkt lesen.

Sam ist ein wirklich freundliches Faultier, dass im Dschungel viele Freunde hat, die gerne Feste feiern. Doch sein Problem ist, dass er einfach so langsam unterwegs ist und auch einem kleinen Schwätzchen mit den Baumfröschen nicht abgeneigt ist, oder er hilft der Schildkröte, die wieder einmal umgekippt ist - aber wenn er dann am Festplatz angekommen ist, ist die Party meistens schon vorbei...
Da muss es doch eine Lösung geben!

Die Geschichte von Sam ist wirklich herzallerliebst und hat uns sehr gut gefallen. Die ganzseitigen Illustrationen sind wirklich schön und es gibt vieles im Dschungel zu entdecken. Bunte Blumen und Vögel, kleine Schneckchen, leergegessene Teller und feiernde Tiere.
Vor allem Sam und seine Gefühlsregungen haben uns sehr gut gefallen, mal ist er lieb, mal überrascht, dann wütend, traurig und Gott sei Dank fröhlich.
Der Text ist der Altersgruppe angepasst und eignet sich von der Länge her perfekt als Gute-Nacht-Geschichte.

Wer Lust auf ein humorvolles Dschungelabenteuer hat und Faultiere toll findet sollte sich einmal "Vom kleinen Faultier, das immer zu spät kam" ansehen!

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