Bettina Balàka Eisflüstern

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Inhaltsangabe zu „Eisflüstern“ von Bettina Balàka

„Wenn Beck bei minus 45 Grad ausatmete, entstand vor seinem Mund eine Wolke aus weißen Kristallen, mit einem eigenartigen, knisternden Geräusch. Eisflüstern wurde das genannt.“
Wien 1922. Nach siebenjähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien kehrt Balthasar Beck entkräftet, aber – wenigstens körperlich – unversehrt ins heimatliche Wien zurück. Er hat Mühe, in sein altes Leben zurückzufinden. Wie soll er sich seiner Frau und seiner Tochter wieder annähern? Und wie findet er in seinen alten Beruf bei der Kriminalpolizei zurück? Er wird mit der Aufklärung einer Mordserie betraut, die immer deutlicher auf Beck selbst zu zielen scheint.
Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg in Wien: ein psychologisch scharfes, detailliert recherchiertes Gesellschaftspanorama und ein spannungsgeladener historischer Kriminalroman.

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  • Rezension zu "Eisflüstern" von Bettina Balàka

    Eisflüstern

    taciturus

    07. September 2009 um 11:01

    „Eisflüstern“ spielt im Jahr 1922 in Wien zur Zeit der 1. Republik bzw. in der Zwischenkriegszeit. Es ist eine Mischung aus Kriminalroman, historischen Roman und wegen der Sprache jedenfalls auch fest im Bereich zeitgenössischer Literatur verankert. Balthasar Beck, vor dem Krieg Polizeikommissar, kehrt nach den Kriegsjahren und Jahren der Gefangenschaft in einem russischen Lager nach Wien zurück und versucht dort, in sein altes Leben zurückzufinden. Nach anfänglichen Hürden, gelingt es ihm auch, wieder in den Polizeidienst aufgenommen zu werden, wo seltsame als auch grausame Verbrechen seine Aufmerksamkeit erfordern, und bald klar wird, dass auch seine eigene Vergangenheit mit diesen verknüpft ist. Man darf sich von diesem Roman allerdings keinen typischen Krimi erwarten. Der Krimi nimmt vielmehr eine Randnotiz in diesem Buch ein, wenn er auch gegen Ende immer präsenter wird. Im Vordergrund der Kriminalhandlung stehen vielmehr die Schilderung der Verbrechen und ein Verwirrspiel um mögliche Verwicklungen der Figuren. Zentral ist aber vor allem die Zeit und ihre Figuren. Bettina Baláka gelingt es hervorragend ihre Figuren zum Leben zu erwecken und ihre inneren Konflikte den Lesern offenzulegen. Sowohl die Sorgen und Ängste der Kriegsheimkehrer, wie ihre soziale Situation, als auch jene, die aus welchen Gründen auch immer von einer Teilnahme am 1. Weltkrieg verschont blieben und derweil die Auswirkungen des Krieges in Wien zu spüren bekamen. Eindrucksvoll wird dabei vor allem die Ehe von Balthasar Beck und seiner Frau Marianne dargestellt, deren beider Leben seit 1914 nicht still gestanden war und die nun einen Weg finden müssen, miteinander wieder umzugehen und die Lücke – und vor allem die Lücke des nicht Wissens, was dazwischen geschah – zu füllen. Neben diesen Themen, die eher dem Privatleben der Figuren zuordenbar sind, werden auch die großräumigeren politischen Entwicklungen dargestellt. Nicht innerösterreichische Tagespolitik, sondern die Trends. Das weitere Erstarken des Antisemitismus, die Sicht der Menschen auf Krieg und Zusammenbruch der Monarchie, auf den neuen Staat Österreich. Immer wieder werden in Rückblenden auch Ereignisse aus dem Weltkrieg, sowie der Kriegsgefangenschaft aufgegriffen. Die Sprache dieses Romans ist nicht leicht zu beschreiben. Nach einer langen Eingewöhnungsphase habe ich aber Gefallen daran gefunden. Auffallend war für mich, dass streckenweise Dialoge nur in der indirekten Rede wiedergegeben wurden. Etwas negativ ist mir ein überbordender Gebrauch von Fremdwörtern erschienen. Nach der Eingewöhnungsphase liest sich der Roman jedoch flüssig.

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