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Lillie

vor 3 Jahren

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Das Schweigen des Schnees ist ein Buch, auf das ich seit Jahren warte. Ich meine, wann war es das letzte Mal, dass man von einem Asia-Fantasy-Roman gehört hat? Ich jedenfalls wusste, dass ich das Buch sofort lesen musste.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir doch schwerer gefallen, als ich erwartet habe. Nicht nur ist das Setting wortwörtlich sehr kühl gestaltet; auch wird man schnell von den vielen (japanischen) Namen und Charakteren überwältigt. So habe ich erst relativ spät den Namensindex am Ende des Buches entdeckt - ich persönlich hätte ihn mir eher am Anfang des Buches gewünscht. Wie der Klappentext bereits verrät, geht es in dem Buch um die Geschwister Yoru und Asa, deren Leben von Grund aus verändert wird, als Asa den Wolfsgeist Shiro auffindet und aus dem Schnee rettet. Bald darauf treffen immer gefährlichere Ereignisse ein, die tödlich enden können.
Der Schreibstil ist relativ flüssig - schlicht und einfach gehalten, jedoch auch nicht sehr hervorstechend. Allerdings ist er sehr angenehm zu lesen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich nach einiger Zeit nicht mehr vom Buch loslassen konnte. Dazu muss man aber sagen, dass es viele Stellen gab, die kürzer gestaltet hätten können. So wird man - insbesondere am Anfang - von vielen ungeordneten Gedanken überstürmt, was sich nach einiger Zeit jedoch zum Glück liegt.

Besonders gelungen ist die Einarbeitung der japanischen Mythologie. Geschickt weiß die Autorin, diese im Buch mit Fiktion zu verbinden, das die Herzen aller Japan-Fans höher schlagen lässt. So werden viele Wesen davon im Buch vorgestellt - wie z.B. Wolfs- und Wassergeister sowie Götter, und ich habe mich häufig dabei ertappt, wie ich diese im Internet nachgegooglet habe, weil es einfach Spaß gemacht hat, über sie zu lesen. Nach einiger Zeit jedenfalls wusste ich selbst nicht mehr, was "wahr" oder nur "ausgedacht" ist, was mir sehr positiv aufgefallen ist.Auch die Figuren wurden im Buch sehr gut und individuell ausgearbeitet. Mein persönlicher Favorit des Buches war der Wolfsgeist Shiro. Er hatte diese "Das gewisse Etwas"-Ausstrahlung und definitiv den Spaß-/Humorfaktor miteingebracht.Vor allem zum Ende hin bekommt das Buch nochmal einen richtigen Actionschub, sodass ich es letztendlich in einem Rutsch gelesen habe. Über Nicht-Action kann man sich in diesem Buch auf keinen Fall beklagen!
Letztendlich möchte ich nochmal etwas zum Titel sagen: Es hätte keinen passenderen geben können! Er ist wunderschön poetisch und hält - in meinen Augen - perfekt die Stimmung im Buch fest.


3.5 Sterne!

Autor: Bettina Bellmont
Buch: Das Schweigen des Schnees
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