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Sick

vor 3 Jahren

(18)

Es ist eine verschneite Nacht in den Bergen des Nordens und Asa wartet schon den ganzen Tag darauf, dass ihr Bruder Yoru, ihr einzig noch lebender Verwandter, endlich von der Jagd nach Hause kommt. Als sie ein Geräusch hört, geht sie nach draußen um ihn zu begrüßen, doch weit und breit ist nichts von ihm zu entdecken. Stattdessen findet sie in den immer höher wachsenden Schneebergen ein kleines Mädchen und einen verwundeten Mann, den sie sogleich als Ôkami, als Wolfsgeist, erkennt. Sie nimmt beide mit ins Haus, was der kurz darauf eintreffende Yoru alles andere als gut findet. Als letzter Spross der Tsukiyama-Familie müssen sie auf der Hut sein, denn es gibt Gerüchte, dass das Tor zur Unterwelt, Yomi, geöffnet werden soll. Der darin eingesperrte Susanoo, Gott des Sturmes, würde sich grausam an den Menschen rächen, die ihm damals die Freiheit genommen haben. Als einer der sieben Siegelträger, mit dessen Hilfe das Tor verschlossen bleibt, gehört Yoru zu ihnen. Und schon kurze Zeit später werden die vier angegriffen und müssen aus den Bergen fliehen...

 

"Das Schweigen des Schnees" führt uns in eine Welt wie aus einem Anime. Die Menschen tragen japanische Kleidung und Waffen, leben die Traditionen Japans und werden umgeben von Youkai, verschiedensten Geisterwesen, die nur wenige Menschen sehen können. Asa ist eine von ihnen und sie macht sich deren Eigenschaften auch mal zu Nutze. Die Schneefrau bittet sie um Hilfe, als sie das Mädchen und den Wolfsgeist ins Haus bringen will und mit einem Wassergeist schließt sie einen Pakt um mehr Stärke zu erhalten. Von diesen Youkai gibt es ziemlich viele in den unterschiedlichsten "Ausführungen". Sie fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und haben zum Teil ihre ganz eigenen Regeln und Verhaltensweisen.

Zu Anfang eines jeden Kapitels werden einige Youkai vorgestellt oder Informationen gegeben, die für den darauf folgenden Abschnitt wichtig sind. Das Buch selbst ist in vier unterschiedliche Teile gegliedert, die sich an den Orten orientieren, an denen die Handlung angesiedelt ist. Durch die vielen detaillierten Beschreibungen kann man sich alles ganz genau vorstellen. Ein Register am Ende des Buches hilft dabei unbekannte Begriffe zu entschlüsseln, wobei sich das meiste aus dem Text ergibt. Nach und nach werden immer mehr Personen eingeführt, die für den weiteren Verlauf der Handlung wichtig werden. Dabei sind die Charaktere zum Teil sehr gut ausgearbeitet, zum Teil beschränken sie sich auf einige wenige Eigenschaften, was ich ebenfalls mit Anime verbinde. Vor allem die Protagonisten haben mir gut gefallen, sodass ich mit ihnen mitfiebern konnte. Ihr Alter würde ich zwischen Teenager und Ende Zwanzig schätzen, was auch der Zielgruppe des Buches entsprechen dürfte. Da die Wahrnehmung des Geschehens aus Sicht von unterschiedlichen Personen geschildert wird, kann man keine eigentliche Hauptfigur angeben. Für mich war es Asa, weil ich das Gefühl hatte, sie am besten kennen gelernt zu haben. Zu Yoru dagegen hatte ich nicht so sehr Zugang, was wohl an seiner ritterlichen Einstellung lag (u.a. Ehre und Stärke).

 

Für mich ist "Das Schweigen des Schnees" ein spannender Fantasy-Roman, bei der auch die Komik und ein Schuss Romantik nicht fehlen. Ich freue mich schon darauf, neues von Asa, Yoru und allen anderen zu lesen, die mir so ans Herz gewachsen sind.

Für Japan-Fans ein absolutes Muss!

 

 

 

weitere Bücher von Bettina Bellmont:

Kame Nikki - Tagebuch einer Schildkröte (Kurzgeschichte über Mizuumi, Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Bettina-Bellmont/Kame-Nikki-1195287810-w/rezension/1212806174/)

Autor: Bettina Bellmont
Buch: Das Schweigen des Schnees
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