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Lizzy_Curse

vor 3 Jahren

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Das Leben der Geschwister Asa und Yoru gestaltet sich friedlich, bis plötzlich in den Nordbergen fremde Krieger auftauchen. Und als Asa den Wolfsgeist Shiro rettet und die Krieger die Hütte der Geschwister angreifen, ahnt Yoru das ihr zurückgezogenes Leben beendet ist. Eine Verschwörung naht... Und Yoru, Asa und Shiro befinden sich Mitten in ihr. Unbekannte versuchen die Siegel zu brechen, die die alten Familien von Generation zu Generation verwahren. Nur einer kann sie aufhalten – Yoru, der 7. Siegelträger. Eine gefahrvolle Reise beginnt und ein Kampf um die Zukunft des Reiches.

Das Schweigen des Schnees hat mich von den ersten Seiten an fasziniert. Bücher, deren Geschichte mit der japanischen Mythologie und Kultur verwoben ist, findet man recht selten. Umso begeisterter war ich, dass dieses Buch so ausführlich genau auf diese Dinge eingeht. Geister und Samurai treffen auf Kultur und Ehre, und der Humor kommt dabei auch nicht zu kurz. Von der Thematik war ich folglich höchst begeistert und habe das Buch auch dementsprechend genossen.

Die Handlung entfaltete sich nach wenigen Kapiteln recht komplex. Schnell fand ich mich tief verstrickt in Verrat, Geheimnissen, einer Suche und vielen Charakteren wieder, sodass ich manchmal gar nicht wusste, auf wen ich meine Aufmerksamkeit lieber legen sollte, da alle Charaktere etwas für sich hatten.

Doch ich fand mich in Mitten der japanischen Mythologie meist problemlos zurecht, was wohl an meiner Affinität zu Japan, dessen Kultur und Geschichten gelegen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass die Begriffe, Anreden und Wendungen für ungeübte Leser zu Anfang verwirrend sein mögen. Aber ich für meinen Teil hatte rasch Zugang zu dem Buch und habe mich sehr gefreut, dass die Anreden so authentisch verwendet worden sind.

Die Protagonisten Yoru und Asa hatte ich schnell liebgewonnen. Die beiden Geschwister sind mutig und treffen auf viele verschiedene Charaktere, die ihnen bisweilen helfen, bisweilen jedoch auch feindlich gesinnt sind. Nicht immer ist der Leser sich sicher, ob er nun Freund oder Feind gegenübersteht. Diese Situationen schaffen ein unterschwelliges Gefühl der Spannung, welches bis zum Schluss erhalten bleibt und sich dann förmlich explosionsartig entlädt.

Mir persönlich gefielen, so glaube ich, das Berg-Kapitel und das Hauptstadt-Kapitel am Besten. Den Grund dafür kann ich gar nicht so richtig benennen. Ich fand die Stimmung in diesen Kapiteln, welche die Autorin in allen Kapiteln im Übrigen sehr gut zu vermitteln vermochte, einfach sehr schön. Das langsame Kennenlernen der Protagonisten und die Formierung der Nebencharaktere, das Zusammenballen der locker verlaufenden Handlungsstränge.

Eventuell hätte ich mir gewünscht, dass sich die Autorin hier und da ein wenig kürzer gefasst hätte. Doch dieser Kritikpunkt hindert weder die komplexe Handlung, noch unterbricht er den Spannungsbogen.

Außerdem wäre vielleicht eine Karte nicht verkehrt gewesen (ich bin ein Fan von Karten, um den Weg, den die Charaktere zurücklegen, mit zu verfolgen) – Eventuell ist er ja in der Print-Version enthalten?

Mein Resümee?

Ein tolles, spannendes Buch, in dem ich versinken und mit den Charakteren lachen und weinen konnte. Zudem wertete die liebevolle Gestaltung, die auch in der E-Book-Version enthalten war, das Buch noch einmal zusätzlich auf. Ich kann diesem fantastischen Buch voller japanischer Mythologie guten Gewissens fünf Sternchen verleihen, da es in mir eine längst eingeschlafene Lust wieder aufgeweckt hat. Und ich freue mich schon auf mehr aus der Feder Bettina Bellmonts

Autor: Bettina Bellmont
Buch: Das Schweigen des Schnees

BettinaBellmont

vor 3 Jahren

@Lizzy_Curse

Nochmals tausend Dank für die tolle Rezi! *.*

Leider gibt es auch in der Print-Version keine Karte ... was aber auch nur an meinen miserablen Zeichnungskünsten liegt. Als Teenie hab ich meine (grässlichen) Manuskripte auch immer mit Paint-Karten vollgekritzelt, aber für "Schweigen" wäre das etwas zu wenig gewesen. :)

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