Bettina Brömme

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Interview mit Bettina Brömme

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Na, ich schreibe natürlich schon seit ich sechs bin ;-) Okay, die ersten Schulaufsätze waren vielleicht noch nicht so interessant. Los ging's dann im Teenageralter mit dem klassischen Tagebuchschreiben, Gedichte, erste Kurzgeschichten, die immer länger wurden usw. Dann habe ich ein Germanistik- und Journalistikstudium in Bamberg eingeschoben, weil ich dachte, dass hat ja immerhin auch was mit Schreiben zu tun. 1996 habe ich mein erstes Buch angefangen: „So toll kann doch kein Mann sein“, ein witziger Frauenroman um die Nöte einer 30-jährigen Singlefrau. Die Veröffentlichung lief in etwa so ab, wie es sich jeder Neuling erträumt und wie es leider in den seltensten Fällen eintritt. Ich habe das Manuskript an den Verlag geschickt (in diesem Fall war es Reclam Leipzig) und nach einer Woche lag ein Vertragsangebot im Faxgerät. Da war ich natürlich ziemlich platt und schwebte auf Wolke 7. Zugegebenermaßen lag das Buch auch noch bei einigen anderen Verlagen und es war schon sehr lustig, dass noch Absagen kamen, als das Buch dann 1998 tatsächlich veröffentlicht wurde. Es hat sich dann ungefähr 35.000 Mal verkauft.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ich liebe viele Bücher von John Irving und Ian McEwan, gerade habe ich endlich Jonathan Frantzen entdeckt. Ich lese so ziemlich quer durch den Gemüsegarten, finde von den nordischen Krimileuten Arne Dahl und Hakan Nesser klasse, fiebre oft den Auflösungen in Barbara Vines Büchern entgegen, habe Daniel Glattauers Email- Romane „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ aufgefressen, kann sehr über Kerstin Gier lachen. Richtig langfristig beeindruckend finde ich – mal was Klassisches - „Candide“ von Voltaire oder „Große Erwartungen“ von Charles Dickens. Ach, es gibt so viele: Siri Hustvedt, Sheruya Zalev, und jetzt hätte ich fast einen meiner Lieblingsautoren vergessen: Haruki Murakami – ganz groß!!

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich lasse mich gerne von Geschichten inspirieren, die Menschen mir erzählen (also Obacht, was ihr so von euch gebt ;-), manchmal sind es auch Zeitungsausschnitte. Oft sind das Geschichten, in denen Menschen aus ihrer Normalität gerissen werden, durch Zufall oder Schicksal oder wie man es nennen will. Familiengeschichten finde ich extrem spannend, dieses Verhaftetsein an- und miteinander, woraus immer wieder großes Unglück entstehen kann. Ich liebe die Extreme, auch beim Schreiben: Lustiges, Witziges, Groteskes und Komisches – aber auch Dramatik, Abgründe, Verderben. Mein neuestes Buch ist ein witziger Frauenroman übers Dick- und Dünnsein, im Oktober kommt dann bei Arena ein Jugend-Thriller, in dem meiner Heldin ziemlich übel mitgespielt wird.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Da ich eine Schreibpause hatte (Weltreise, Kind, Hausstand gründen), möchte ich gerne wieder in Kontakt kommen. Ich mache sehr gerne Lesungen, freue mich aber auch auf und über Emails oder andere Arten von Austausch im Netz.

Wann und was liest Du selbst?

Ich lese jeden Abend vorm Schlafen gehen. Ohne Lesen könnte ich, glaub ich, gar nicht einschlafen, und wenn es nachts um zwei ist. Im Urlaub natürlich auch mal tagsüber. Was ich lese? Siehe oben, im munteren Wechsel. Ich freue mich jetzt auf einen Historienroman: „Die Hexengabe“ von Beatrix Mannel. Der Anfang ist schon sehr viel versprechend.