Bettina Flitner

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Frauen mit Visionen, Väter & Töchter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bettina Flitner

Bettina Flitner ist Absolventin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, seit 1990 freie Fotografin. Mit ihren meist seriellen Porträts und Reportagen entwickelte sie »eine singuläre Position in der deutschen Fotoszene« (Photonews). Zahlreiche Einzelausstellungen und Buchpublikationen. Ihre erste Reportage über Algerien hat sie 1991 veröffentlicht: »Tage in Algier« (u.a. in »Die Gotteskrieger«).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Bettina Flitner

Cover des Buches Meine algerische Familie (ISBN: 9783462051209)

Meine algerische Familie

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Erschienen am 15.02.2018
Cover des Buches Frauen mit Visionen (ISBN: 9783896603579)

Frauen mit Visionen

 (1)
Erschienen am 31.03.2006
Cover des Buches Reisen in Burma (ISBN: 9783832194246)

Reisen in Burma

 (1)
Erschienen am 01.01.2013
Cover des Buches Väter & Töchter (ISBN: 9783945543832)

Väter & Töchter

 (0)
Erschienen am 07.03.2021
Cover des Buches Frauen, die forschen (ISBN: 9783899104028)

Frauen, die forschen

 (0)
Erschienen am 04.09.2008

Neue Rezensionen zu Bettina Flitner

Cover des Buches Reisen in Burma (ISBN: 9783832194246)HeikeGs avatar

Rezension zu "Reisen in Burma" von Alice Schwarzer

Rezension zu "Reisen in Burma" von Alice Schwarzer
HeikeGvor 9 Jahren

Das Land, wo der Pfeffer wächst
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Da, wo der Pfeffer wächst ist ein Ort, von dem zwar jeder spricht, aber dann doch niemand weiß, wo er eigentlich liegt. Wenn man jemanden also dahin schicken möchte, spielt man ganz einfach auf diese "Ferne" an, in die man einen ungeliebten Zeitgenossen manchmal wünscht. Pfeffer wird nämlich hauptsächlich in Indien, Brasilien, Indonesien und Malaysia angebaut. Seine Wildform allerdings, so deutet es sich zumindest an, stammt offensichtlich aus einem Land, in dem auch heute noch in jedem Garten Pfeffer für den Eigenbedarf angebaut wird: Burma, dem heutigen Myanmar.
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Alice Schwarzer und die Fotografin Bettina Flitner bereisten von 2000 bis 2012 sechs Mal diesen lange Zeit isolierten, von den britischen Kolonialherren geschmiedeten Vielvölkerstaat, der einst als das reichste Land Asien galt und heute weder über ein Gesundheits-, ein Bildungs-, ein Rechtssystem und eine funktionierende Wirtschaft verfügt. Über hundert Ethnien leben in der so verwunschenen Region zwischen China und Indien, und es ist nicht sicher, wie es nach der völlig überraschten Öffnung in ein paar Jahren aussehen wird. Medienpräsent ist es mittlerweile geworden, nicht zuletzt durch den Teilsieg der "Nationalen Liga für Demokratie" und deren Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die "Lady", wie die Tochter des revolutionären Staatsgründers General Aung San und Witwe eines Engländers vom Volk genannt wird. Sie gilt als Symbol der Hoffnung in dem von einer postsozialistischen Militärdiktatur bevormundeten Land. Doch die Öffnung birgt neben den vielen Chancen zugleich Gefahren "für das bisher relativ unberührte Land und seine entsprechend ahnungslose Bevölkerung", wie Alice Schwarzer treffend feststellt.
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"Reisen in Burma" ist eine Ode an dessen äußerst liebenswürdigen Bewohner, ihre Kultur und die überwältigenden Landschaften sowie einen allgegenwärtigen Buddhismus. Beide Frauen sind durch die mittelalterlichen Markhallen von Yangon gestreift, haben mit den Burmesen barfuß bei Sonnenuntergang die unvergleichliche Shwedagon umrundet, "die Tausend-Pagoden-Felsen von Bagan durchwandert und unter dem mächtigen Eulen-Baum am Ayerwaddy lauwarmes Myanmar-Bier getrunken. Sie riskierten auf den staubigen Straßen Mandalay in Fahrrad-Rikschas ihr Leben und sahen den Goldbeatern beim Schlagen der Goldplättchen zu, die im ganzen Land als Zeichen der Ehrerbietung meterdick die Buddhas bedecken. "Wir sind vom nördlichen Bhamo aus mit dem öffentlichen Verkehrsboot unter Hunderten von Burmesen und Reissäcken den Ayerwaddy hinuntergeglitten und haben gestaunt, wie gut ein Curry mit frischem Fisch aus dem Fluss und so einer verdreckten Bordküche schmecken kann." Schwarzer und Flitner sind mit einem ehemaligen Rebellenführer in den verbotenen Süden des Inle-Sees gefahren, haben "nachts die Hyänen heulen hören und am Tag biblische Szenen unter Palmen bestaunt."
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Von all diesen wunderbaren Eindrücken schreibt Alice Schwarzer in sechs kurzen Reiseberichten. Doch das Buch wirkt vor allem durch die eindrücklichen Aufnahmen von Bettina Flitner. Es sind weniger ihre verwunschen-märchenhaften Landschaftsaufnahmen, sondern größtenteils die Menschen, die vor ihrer Linse auf Resonanz stoßen. Alltagsszenen auf einem Markt, Fischer beim Einholen ihrer Netze oder eine religiöse Zeremonie in einem Tempel, stehen neben größeren und kleineren Porträtaufnahmen von zumeist jungen und alten Frauen sowie Kindern in ihrer traditionellen Sandelholz-Bemalung. Auf einer Seite stolziert eine ältere Burmesin hocherhobenen Hauptes durch einen Markt, auf dem Kopf trägt sie einen Krautkopf. Auf einer anderen flickt eine junge Frau alte Plastiksäcke. Stolz präsentiert sich ein paar Seiten weiter eine Nonne im rosa Gewand mit einem papiernen Sonnenschirm.
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Nach der Lektüre dieses wunderbaren Buches schließt man sich unweigerlich den von Alice Schwarzer geäußerten Wunsch an: Möge "die sanfte Öffnung [dieses Landes] gelingen und ein behutsamer Übergang vom Militärregime zur Demokratie westlichen Stils oder vielleicht sogar ein dritter Weg gangbar sein - dann wäre das nicht nur gut für Burma, sondern gut für alle, die dieses Land lieben gelernt haben. So wie wir."

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