Bettina Fraisl

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Cover des Buches Bin ich ein überflüssiger Mensch? (ISBN: 9783854205746)

Bin ich ein überflüssiger Mensch?

 (3)
Erscheint am 30.09.2022

Neue Rezensionen zu Bettina Fraisl

Cover des Buches Bin ich ein überflüssiger Mensch? (ISBN: 9783854205746)J

Rezension zu "Bin ich ein überflüssiger Mensch?" von Mela Hartwig

Das Extrem der Mitte
JayBrontevor 3 Jahren

Hartwigs Roman ist zirka in den Jahren 

1929-1931 entstanden und wurde zu ihren 
Lebzeiten nicht publiziert da Ihr Verlag 
aufgrund des veränderten Lesegeschmacks
des Publikums kein Absatzpublikum für den 
Roman sah das dem damals modernen Bild 
der selbstsicheren Frau, Der Kraftquelle des
 heimischen Herds eine Neurotikern
 gegenüberstellt die sich über die Normen 
ihrer Zeit hinwegsetzt. 

Setzte Hartwig den Schwerpunkt ihrer
vorangegangen Schriften in der Auslotung von 
Gegensätzen wie gut und böse, 
schön und hässlich begibt Sie sich nun in die
Mitte der Gesellschaft. Wobei sie ihren
s ozialkritischen Blickpunkt erstmals in 
einen historischen Kontext einarbeitet und auch
die sozialökonomischen Bedingungen der Zeit
des Geschehens einfließen lässt.

Das Übergeordnete 
Thema des Buchs ist die selbstdiagnostizierte 
'Durchschnittlichkeit' ihrer Protagonistin Aloisia.
Die sachliche und nüchterne Sprache der 
Ich-Erzählerin unterstreichen den inneren Kampf 
des Charakters die ihre Erinnerungen aufrollt
und jedes Indiz ihrer eigenen 
Empfindungslosigkeit gnadenlos gegen ihr 
eigenes Schicksal richtet. Analytisch geht Sie 
mit sich selbst und Ihrer eigenen
 'Mittelmässigkeit' ins Gericht, reflektiert jede 
Vergangene Handlung und Gefühlsregung.
Jeder Verdacht  eigener Gefühlskälte ein
Beweis sich  Wiederstands- und 
Wiederspruchslos in das  eigene Schicksal zu 
fügen. Doch spiegelt sich  darin auch eine 
stumme Aufforderung des  Wiederspruchs von
aussen gegen die eigene  Überflüssigkeit. 
Der eigentlichen Unsicherheit der Protagonistin 
bezogen auf ihren eigenen Wert stehen
Situationen gegenüber in denen sie den eigenen
und fremd Erwartungen zuwiederhandelt.
Eine Art aufbegehren gegen das vorbestimmte
Schicksal. 

Ein mutiges Buch das in mir beim Lesen ein ums 
andere Mal die Frage aufwarf wie hoch der
A nspruch der Gesellschaft und des Individuums
an den einzelnen sein darf bevor er zerbricht.
Wieviel Anpassung an Normen verträgt die 
Persönlichkeit bevor sie zu einem Schatten wird.
Ist das Buch auch historisch in einen zeitlichen 
Kontext eingebunden so hat es doch an 
Aktualität nicht verloren. Die Autorin lässt die 
Frage nach dem weiteren Schicksal ihrer
Protagonistin unbeantwortet offen auf das jeder 
Leser die Frage nach Schicksal oder kein 
Schicksal selber beantworten kann und muss.


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