Bettina Klusemann Die Unschuld der Kastanienblüten

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Inhaltsangabe zu „Die Unschuld der Kastanienblüten“ von Bettina Klusemann

Die Kinder Sophie und Hanno finden in der Nachkriegszeit am katholischen Niederrhein zueinander. Hannos Eltern haben Auschwitz überlebt. Noch ist der Geist des Nationalsozialismus überall deutlich spürbar. Die Familien kämpfen gegen Ablehnung und Vorurteile, an denen Hannos Vater zerbricht. Er nimmt sich das Leben. Für Hanno beginnt eine rastlose Zeit des Suchens nach Identität. Als aus der kindlichen Freundschaft Liebe wird, hofft Sophie auf eine gemeinsame glückliche Zeit. Wird Hanno ihr diesen Wunsch erfüllen können? Sophie gibt die Hoffnung nicht auf.

Kein literarisches Meisterwerk, auch nicht die gelungenste Liebesgeschichte, aber eine gute Charakterisierung einer Kindheit in den 1950ern.

— Forti
Forti

Erzählung aus der Nachkriegszeit.

— Vampir989
Vampir989

Ein beeindruckendes Bild der Nachkriegsjahre!

— mabuerele
mabuerele

Begegnungen im Nachkriegsdeutschland, die den Ressentiments nicht standhalten

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Das Buch beschreibt eine verworrenen Liebe zwischen Hanno und Sophia.

— Gartenfee007
Gartenfee007

Nichts ist vergessen. Vorurteile, die Kinder der Nachkriegsjahre und Hanno, der jüdische Junge …

— monde
monde
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  • Kindsein im Nachkriegsdeutschland

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    Forti

    Forti

    24. May 2017 um 11:34

    Mit der aufgeweckten Ich-Erzählerin Sophie erlebt der Leser eine Kindheit kurz nach Kriegsende. Die evangelische Sophie und der jüdische Hanno lernen sich 1952 als Grundschüler kennen, als Hanno mit seinen Eltern in das kleine Örtchen in der Nähe von Düsseldorf zieht. Episodenhaft wird die kindliche Erfahrung in der jungen Bundesrepublik beschrieben. Die Zeit ist geprägt von Ressentiments und Schweigen über die Vergangenheit. Sophie will das so nicht hinnehmen und erfährt von ihren eigenen und auch von Hannos Eltern durch konsequentes Nachfragen immer mehr über den Holocaust. Ca. zwei Drittel des Buches beschreiben das Jahr 1952, in dem sich die beiden Kinder kennen lernen und nach kurzer Zeit schon wieder verlieren. Die beiden finden im Jugend- und Erwachsenenalter immer wieder zusammen, bevor es dann wieder auseinander geht. Dieses Hin und Her über mehrere Jahrzehnte hinweg, wird in meinen Augen etwas zu kurz im letzten Drittel des Buches abgehandelt. So kurz, dass der Rest vom Leben etwas zu kurz kommt - es dreht sich zumindest auf Sophies Seite alles nur um diese Beziehung.Kein literarisches Meisterwerk, auch nicht die gelungenste Liebesgeschichte, aber eine interessante Charakterisierung einer Kindheit in den 1950er Jahren.

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  • Erzählung aus der Nachkriegszeit

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    Vampir989

    Vampir989

    21. May 2017 um 07:08

    Klapptext:Die Kinder Sophie und Hanno finden in der Nachkriegszeit am katholischen Niederrhein zueinander. Hannos Eltern haben Auschwitz überlebt. Noch ist der Geist des Nationalsozialismus überall deutlich spürbar. Die Familien kämpfen gegen Ablehnung und Vorurteile, an denen Hannos Vater zerbricht. Er nimmt sich das Leben. Für Hanno beginnt eine rastlose Zeit des Suchens nach Identität. Als aus der kindlichen Freundschaft Liebe wird, hofft Sophie auf eine gemeinsame glückliche Zeit. Wird Hanno ihr diesen Wunsch erfüllen können? Sophie gibt die Hoffnung nicht auf.Wir lesen hier eine Geschichte von zwei Menschen aus der Nachkriegszeit.Es geht um Sophie und Hanno.Erzählt wird diese aus der Sicht von Sophie.Mich hat das Buch von Anfang an sehr beeindruckt.Der Schreibstil ist leicht und flüssig.Man kommt mit dem Lesen sehr gut voran.Die Seiten fliegen nur so dahin.Einmal angefangen mit Lesen möchte man gar nicht mehr aufhören.Die Protoganisten wurden uns sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir bildlich gut vorstellen.Durch die sehr guten Recherchen der Autorin erhalten wir viele Informationen und Wissenswertes über die schwere Zeit nach dem Krieg.Die Menschen hatten zu kämpfen mit Not,Hunger,Elend,Krankheiten und Judenhass.Speziell auf das Thema "Juden " geht die Autorin besonders ein und versucht es uns nahe zu bringen.Sehr realistisch und authentisch erzählt Sie uns wie dieses Menschen teilweise abwertend ,grausam und brutal behandelt wurden.Und dies auch noch nachdem der Krieg beendet war.Das hat mich tief bewegt und sehr berührt.Gut gefallen hat mir,wie die Autorin die Entwicklung und Beziehung zwischen Hanno und Sophie beschreibt.Geprägt von unterschiedlicher Herkunft,war diese nicht immer leicht.Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich wurde in eine Zeit verführt die sehr schwer war.Es war interessant darüber zu lesen und ich wurde zum Nachdenken angeregt.Für geschichtsinteressierte Leser ist diese Lektüre sehr zu empfehlen.

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  • Das Erbe der Eltern

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    mabuerele

    mabuerele

    19. May 2017 um 21:10

    „...Im Halbschlaf lösten sich Schatten aus der Dunkelheit. Meine Mutter winkte mir zu. Komm, schien sie zu sagen, ich nehme dich an die Hand und wir gehen noch einmal den Weg, den wir damals gegangen sind...“ Eine junge Frau reist 1972 beruflich nach Paris. Doch innerlich hofft sie, dort Hanno wiederzusehen, den Freund ihrer Jugend. Sie sieht ihn zwar, aber zu einer Begegnung kommt es nicht. Am Abend fallen die Sätze, die ich zu Beginn zitiert habe. Dann wechselt die Geschichte ins Jahr 1945. Sophie ist drei Jahre und erlebt das Kriegsende in einem Dorf bei Görlitz. 1948 holt sie die Mutter an den Niederrhein, wo der Vater auf die Familie wartet. Dort verlebt sie ihre Kindheit. Dann aber zieht eine neue Familie in den Ort. Die Autorin hat in ihrem Buch zwei unterschiedliche Lebensbilder miteinander verknüpft. Sie zeichnet gleichzeitig ein vielschichtiges Bild der Nachkriegszeit. Die Geschichte lässt sich gut lesen und regt zum Nachdenken an. Das Geschehen wird von Sophie erzählt. Die Begegnung mit Hanno wird ihr ganzes Leben prägen. Sie will nicht ohne ihn sein. Aber die Gräben, die sie trennen, sind tief. Hanno ist Jude. Seine Eltern haben die Hölle von Auschwitz überlebt. Doch diese Zeit überschattet ihr zukünftiges Leben. Hanno selbst hat diese Jahre in England bei einer Tante verbracht. Der Schriftstil des Buches ist ausgefeilt. Das braucht es bei dem Thema auch. In der Schule trifft Hanno auf eine Lehrerin, die noch nicht in der neuen Zeit angekommen ist. Anfangs verletzt sie den Jungen mit brutalen Worten, später sind es subtile Stiche, die Wunden hinterlassen. Für mich unverständlich war das lange Schweigen der Erwachsenen. Schuldgefühle werden verdrängt. Währenddessen wächst eine sanfte Zuneigung zwischen Sophie und Hanno. Aber die Vergangenheit stellt sich immer wieder zwischen sie. Einige Bewohner lassen Hannos Familie ihre Abneigung spüren, andererseits macht der Hass von Hannos Vater auch vor den Kindern nicht Halt. Einer der stilistischen und inhaltlichen Höhepunkte ist der Brief von Ursel. Sie war in Berlin die Freundin von Sophies Mutter – und Jüdin. Ihren Eltern war es gelungen, mit dem Kind nach Chile auszuwandern. Als Arzt konnte sich ihr Vater dort ein neues Leben aufbauen. Der Brief ist vielschichtig. Hier wird in wenigen Zeilen wiedergegeben, wie es sich anfühlt, wenn man die Heimat unfreiwillig verlassen muss und immer wieder Todesnachrichten von Angehörigen bekommt. Hanno und Sophie kommen mir im Verlaufe der Geschichte immer mehr als Getriebene vor. In Hanno steckt eine Rastlosigkeit, die ihn keine Ruhe finden lässt. Selbst bei seiner Arbeit als Arzt fragt er sich, ob er die Entscheidungen, die er fällen muss, fällen kann. Das Bild des KZ-Arztes wird ihn sein Leben lang begleiten. Er kennt ihn aus den Gesprächen der Eltern, die eigentlich nicht für ihn bestimmt waren. Bei Sophie sieht die Situation anders aus. Sie hat in Berlin Arbeit und Heimat gefunden. Allerdings ist sie nicht bindungsfähig. Für sie gibt es nur Hanno. Sie kann sich nicht von ihm lösen, auch wenn sie tausende Kilometer trennen. Was mich betroffen gemacht hat, sind die Widersprüche, die in der Nachkriegszeit offen zutage treten. Sophies Oma öffnet den Flüchtlingen aus dem Osten Haus und Keller. Am Niederrhein erlebt Sophie, dass die Hausbesitzerin mit kleinen Schikanen die Familie ihre Abneigung spüren lässt. Die offene Feindseligkeit der katholischen Bevölkerung gegenüber den evangelischen Ankömmlingen ist für mich nicht nachvollziehbar. Sie überschattet Sophies Kindheit, denn oft spürt sie, dass sie nicht dazu gehört. Das Kriegsende hat in den Köpfen nur wenig geändert. Man ist zwar entnazifiziert, doch in vielen regiert noch der alte Geist. Das gelbe Cover mit der einzelnen Kastanienblüte weckt Interesse. Diese Kastanienblüte zieht sich an vielen Stellen als Bild der Beständigkeit, aber auch der Veränderung – je nach Sichtweise – durch die Handlung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin versteht es, darzustellen, wie sehr erlebte Verletzungen nicht nur das Leben des Verletzten, sondern unter Umständen auch das der folgenden Generation prägen.

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  • Leserunde zu "Die Unschuld der Kastanienblüten" von Bettina Klusemann

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    betty

    betty

    Der Roman behandelt das Schicksal eines jüdischen Jungen, der in der Nachkriegszeit am Niederrhein aufwächst.



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  • Die Nachkriegszeit aus Kindersicht

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    15. May 2017 um 13:14

    Sehr realitätsnah und ungeschminkt erzählt Bettina Klusemann die Geschichte von Sophie und Hanno, die nach dem 2. Weltkrieg zueinander finden und doch immer wieder getrennt werden.Das Thema 2. Weltkrieg/Nachkriegszeit/Wirtschaftswunder der 50er Jahre hat mich schon immer sehr interessiert, weshalb ich auch den Roman sehr fesselnd fand. Die Kapitel sind relativ kurz und ständig passiert irgendwas. Im letzte Teil zieht es sich ein wenig in die Länge, aber sonst lässt sich die Geschichte flüssig lesen.Die Kinder, eins christlich, das andere jüdisch, sind natürlich völlig unterschiedliche aufgewachsen und haben doch sehr viel gemeinsam. Für Sophie ist es sehr hart zu erfahren was im Krieg wirklich passiert ist. Für den Leser ist das sehr spannend, da man darüber ansonsten nicht so viel liest. Es geht sonst eher um die Zeit bis 1945.Wer den Film "Das Labyrinth des Schweigens" mochte, der wird auch dieses Buch mögen. 4 von 5 möglichen Sternen für eine authentische, solide Nachkriegsgeschichte über zwei junge Menschen.

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  • Begegnen und wieder verlassen - zwei Menschen im Nachkriegsdeutschland

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    15. May 2017 um 06:54

    Bettina Klusemann schildert in ihrem Buch die deutsche Nachkriegszeit. Vor allem schildert sie das Schweigen und Verdrängen der Nazi-Gräuel sowie den nach wie vor verbreiteten Antisemitismus der Menschen. Zwei Kinder, die aus Sachsen geflüchtete Sophia und der Jude Hanno, begegnen einander in der Schule. Anders als in den meisten Familien erhält Sophia viele ihrer Fragen zu Hitler beantwortet. Die beiden werden älter und ihre Lebenswege berühren einander und trennen sich wieder. Hanno führt das unstete Leben eines "Wanderjuden" und reißt Sophia, die eine recht ungesunde Obsession zu ihm entwickelt hat, mit in seinen persönlichen Abgrund.  Meine Meinung: Die Schilderung der Kriegs- und Nachkriegsumgebung ist der Autorin gut gelungen. Besonders die Situation von Hannos jüdischer Familie sowie die Grausamkeit der Schulkinder Hanno gegenüber, ist glaubwürdig dargestellt. Die kindliche bzw. jugendliche Sophie kann ich auch noch verstehen. Aber, dass sich sie sich als Erwachsene in diese Abhängigkeit von Hanno begibt, versteh' ich nicht ganz. Sie kreist wie ein Trabant um Hanno. Der tut und lässt, was ihm gerade gefällt. Nicht alles kann man mit seinen Erlebnissen in der Nazizeit entschuldigen. Warum sich Sophie beinahe schon pathologisch an Hanno hängt, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Hier hätte ich mir persönlich noch ein paar erklärende Seiten gewünscht.  Daher nur drei Sterne.

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  • Die Kastanienblüten

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    Gartenfee007

    Gartenfee007

    14. May 2017 um 17:25

    Darum geht es (Klappentext):Die Kinder Sophie und Hanno finden in der Nachkriegszeit am katholischen Niederrhein zueinander. Hannos Eltern haben Auschwitz überlebt. Noch ist der Geist des Nationalsozialismus überall deutlich spürbar. Die Familien kämpfen gegen Ablehnung und Vorurteile, an denen Hannos Vater zerbricht. Er nimmt sich das Leben. Für Hanno beginnt eine rastlose Zeit des Suchens nach Identität. Als aus der kindlichen Freundschaft Liebe wird, hofft Sophie auf eine gemeinsame glückliche Zeit. Wird Hanno ihr diesen Wunsch erfüllen können? Sophie gibt die Hoffnung nicht auf.Meine Meinung:Der Schreibstil hat mir eigentlich ganz gut gefallen, nur das Ende ging mir etwas zu schnell. Sophie und Hanno wurden gut beschrieben, wie auch die anderen Personen. Das Leben nach dem Krieg war schwer für alle und das konnte die Autorin gut rüber bringen. Mir fehlte es aber an "Ausschmückungen", da das Buch sehr schnell beendet wurde.

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  • Nachkriegsjahre fressen die Unschuld

    Die Unschuld der Kastanienblüten
    monde

    monde

    25. April 2017 um 14:56

    Die Sicht eines Kindes, verbunden mit der Lebensrückblende der Erwachsenen ist der Autorin ohne rührselige und falsche Sentimentalitäten geglückt. Eingebettet in den Blick nach gestern kommen das Kind und seine damaligen Freunde, diese Kinder der Nachkriegszeit mit scharfem Blick auf die jeweiligen Lebensumstände und dem Blick auf diesen ‚komischen‘ Jungen, dem Hanno, dem Judenjungen. Lakonisch und mit einer verblüffenden Authenzität tauche ich als Leser in die Gedanken der jungen Sophie ein, fühle ihre Annäherung zu Hanno, an ihre gemeinsame Nähe und Distanz. Vorurteile der Familien aus der Umgebung treiben Hannos Vater in den Suizid. Das Fortziehen und Neu-Wieder-Begegnen - die Suche nach einer gemeinsamen Liebe in Berlin, während die selbst auferlegte Last des ewigen Juden Hanno zum rastlosen Sucher macht.

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