Bettina Landgrafe

 4.2 Sterne bei 16 Bewertungen
Autorin von Weiße Nana.
Bettina Landgrafe

Lebenslauf von Bettina Landgrafe

Bettina Landgrafe wurde im Jahr 1976 geboren. Im Alter von zehn Jahren kam sie zum ersten Mal nach Afrika. 2007 gründete die gelernte und examinierte Kinderkrankenschwester den Verein "Madamfo Ghana". Zunächst arbeitete sie die Hälfte des Jahres in Deutschland und verbrachte die restliche Zeit in Ghana. Seit 2010 widmet sie sich hauptsächlich ihrem Verein. Ihr Organisation wird unter anderem von Atze Schröder unterstützt und begleitet.

Alle Bücher von Bettina Landgrafe

Weiße Nana

Weiße Nana

 (16)
Erschienen am 02.11.2012

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Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

Beeindruckender Inhalt, der über die literarischen Schwächen hinwegsehen lässt
Xirxevor 10 Monaten

Bettina Landgrafe ist eine beeindruckende Person. Nachdem sie in ihrem Urlaub mit einer Organisation in Gambia war, um die Menschen dort mit medizinischer Hilfe zu unterstützen (sie ist Krankenschwester), war sie so begeistert von diesem Land, dass sie fortan regelmäßig wiederkehrte, allerdings auf eigene Faust. Zudem begann sie Spenden zu sammeln, um in 'ihrem' Dorf eine Toilettenanlage zu installieren - der grösste Wunsch der BewohnerInnen. Tatsächlich gelang es ihr - und nicht nur das. Auch ein Brunnen konnte gebaut werden und mit jedem weiteren Erfolg stieg ihre Bekanntheit und damit auch das Spendenaufkommen, sodass ihre Projekte sich mittlerweile beinahe über ganz Gambia erstrecken. In 'ihrem' Dorf wurde sie sogar zur Königin ernannt, eine größere Ehre ist kaum vorstellbar.
Mittlerweile hat sie ihr Leben praktisch Gambia verschrieben und fühlt sich dort mehr zuhause als in Deutschland. Wie es dazu kam und was sie dort Alles bewegt und erreicht hat, davon erzählt sie in diesem Buch. Es ist eine fast unglaubliche Geschichte und wäre ihr Tun durch die Medien nicht so gut dokumentiert, könnte es man auch für bloße Übertreibung halten. Daher wäre allein der Inhalt ohne jede Frage sofort fünf Sterne wert, doch leider ist die Umsetzung nicht so gelungen. Bestimmte Dinge, die ihr offenbar sehr wichtig sind, werden so häufig wiederholt, dass ich sie nur noch quer gelesen habe. Beispielsweise, dass man den Menschen auf Augenhöhe begegnen, sie in Entscheidungen einbeziehen und ihre Erfahrungen berücksichtigen muss. Natürlich ist dies wichtig, sogar sehr wichtig (und wird dennoch noch immer nicht ständig berücksichtigt). Und keine Frage, es muss auch immer wieder in Erinnerung gebracht werden. Doch in der Häufigkeit, wie es in diesem Buch geschieht, ist es einfach des Guten zuviel, weshalb es 'nur' für vier Sterne reicht.

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Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe
Mirkavor 6 Jahren

Beeindruckend ist das, was die Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe leistet, was sie zu dem Sinn ihres noch jungen Lebens gemacht hat. Jede Zeile zeugt von ihrer Liebe zu Afrika, ihrer Selbstlosigkeit, ihrem Wunsch, dort zu helfen, wo Hilfe am Nötigsten ist. Landgrafe ist es wichtig, dass diese Hilfe nicht über den Kopf der Einheimischen hinweg geschieht, sondern dass Verbesserung (zum Beispiel der Bau eines Brunnes) gemeinsam mit ihnen in Angriff genommen wird, sodass diese Verbesserungen im Endeffekt auch von den Einheimischen akzeptiert und genutzt werden.
Aufmerksam wurde ich auf das Buch, nachdem ich die unglaublich mitreißende Bettina Landgrafe im Kölner Treff, der Freitagabend-Talkrunde von Bettina Böttinger, gesehen hatte und sie mich schier aus den Schuhen gehauen hatte mit ihrer Art, die Begeisterung für Ghana, für ihre Arbeit und das Helfen zu kommunizieren. Selten habe ich jemanden erlebt, der so begeisterungsfähig erzählen kann. In ihrem Buch erfährt man noch viel mehr über ihre Arbeit, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass sie nach Ghana ging (Zufall und Spontaneität), wie sie ihr Herz an das Land und seine Bewohner verloren hat, dass sie anfangs noch parallel als Krankenschwester in Hagen gearbeitet hat und dass es ihr wichtig ist, ihren Verein möglichst klein zu halten, damit die Spendengelder nicht für Verwaltungskosten draufgehen.

“Weiße Nana” mag vielleicht kein literarisches Meisterwerk sein – der Schreibstil ist eher durchschnittlich, die Erzählzeiten wechseln häufig, mal wirkt der Text formeller, dann wieder eher umgangssprachlich -, aber man ist dennoch gepackt von Landgrafes Erfahrungsbericht, von ihren Erlebnissen und Erinnerungen, und man hat fast ein wenig das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein, als sie darum bangte, ob der Brunnenbau im Hinterland gelingen würde, als sie Freundschaften schloss und schließlich sogar zur Nana, also zur Königin des Dorfes, in dem sie hilft, gekürt wurde – als einzige Weiße! Auch ihre Unternehmungen gegen Kinderarbeit und Sklavenarbeit sind beispiellos.

Für alle, die selbst überlegen, sich zu engagieren oder die sich einen ersten Überblick über die Situation in Ghana verschaffen wollen, ist Bettina Landgrafes Buch mehr als empfehlenswert.

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rumble-bees avatar

Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe
rumble-beevor 7 Jahren

Nach kleinem Zögern entscheide ich mich für 5 Sterne für dieses wunderbare Buch, das ich so ungern als Sachbuch bezeichnen möchte. Sicher, rein fachlich betrachtet ist es ein Erfahrungsbericht, nämlich die Lebensgeschichte einer Krankenschwester aus Hagen, und die Geschichte ihres Engagements für das afrikanische Land Ghana. Aber es hat für mich noch andere Qualitäten, die eben sonst bei einem Sachbuch selten anzutreffen sind. Und genau das hat die Lektüre für mich zu etwas Besonderem gemacht.

Verblüfft hat mich zuerst einmal das Vorwort von Atze Schröder. Ja, richtig gelesen, Atze Schröder! Dem hätte ich am allerwenigsten so viel Ernst und Tiefe zugetraut. Und doch hat er die Autorin kennengelernt und getroffen, ist mit ihr nach Ghana gereist - und hat wohl auch als Spendenbotschafter für sie fungiert, obwohl dies völlig an mir vorbeigegangen ist, wie ich gestehen muss. Diese Frau muss einfach etwas Besonderes haben, wenn ein gestandener Comedian sich für sie einsetzt!

Das Buch beginnt wie ein typischer Erfahrungsbericht unter vielen, die ja nach wie vor auf dem Buchmarkt im Schwange sind, und sich gut verkaufen. Doch schon bald merkt man, die Autorin berichtet eigentlich ungern von sich selber, sie berichtet gerade so viel von ihrer Kindheit und Jugend, wie zum weiteren Verständnis nötig ist. Sobald wir als Leser mit ihr in Afrika landen, beginnt sich die Chronologie zu verwischen, werden Fakten und ihre eigene Person in den Hintergrund gedrängt. Das Ganze wird, ich kann es nicht anders sagen, zu einer Liebesgeschichte - nämlich einer Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Land Ghana, und vor allem seinen Menschen.

Im absoluten Vordergrund steht die Schilderung einzelner Projekte, und der damit verbundenen Schwierigkeiten. Jahreszahlen und technische Abläufe kommen nur sehr am Rande vor - immer geht es nur um den Eindruck der nächsten "Notwendigkeit". Und das alles beschrieben in einer absolut menschlichen, aber sehr farbigen Ausdrucksweise, mit viel Liebe zum "sprechenden Detail", mit treffsicherem Blick für menschliche Eigenheiten vor Ort, mit großem, ja größtem Respekt vor gewachsenen Strukturen. Bettina Landgrafe ist eben nicht die Weiße, die alles besser weiß - sondern sie sieht sich als Mensch unter Menschen, der den besten Weg sucht, um nachhaltig die Lebensumstände zu verbessern. Ein Freund, der helfen will - nicht ein Westler, der sich von oben herab einbringen will.

Gleichzeitig spricht zu jedem Zeitpunkt aus ihren Worten das eigene Erstaunen, wie viel gelingen konnte, wie viel angepackt wurde. Auch nicht die Spur von Stolz - nur Freude, Freude über jeden Schritt, der in Richtung Besserung gegangen werden konnte. Das macht dieses Buch so menschlich!

Erstaunt hat mich, wie sehr sie ihr Privatleben schützt - sofern es sich in Ghana abspielt, wird es beschrieben, aber der in Deutschland liegende Teil verbleibt wie unter einer Schutzhaube. Dies unterstreicht für mich die Glaubwürdigkeit der Autorin - sie geht eben vollends in "ihrer Sache" auf. Sehr, sehr beeindruckend!

Nein, reines Sachbuch ist es sicher nicht. Es hat Anteile einer Liebesgeschichte, aber durch das Vernetzen eines Projektes mit dem nächsten hat es auch etwas von einem Abenteuer-Roman. Da die Menschen zu jeder Zeit im Vordergrund stehen, sogar diejenigen, die unsereins zu den "Bösen" zählen würde, entsteht der Eindruck, selber vor Ort gewesen zu sein. Dokumentarisch, authentisch, liebevoll, farbig - alles das ist dieses Buch. Mich hat es zu einem Zeitpunkt meines Lebens erwischt, wo auch ich zu "neuen Ufern" aufbreche. Ich nehme daher sehr viel aus der Lektüre mit - Mut, aber auch Ergriffenheit. Wie viel man doch bewegen kann, wenn man an etwas glaubt, hat mir die Autorin aufs Eindrücklichste bewiesen.

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