Bettina Landgrafe Weiße Nana

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Inhaltsangabe zu „Weiße Nana“ von Bettina Landgrafe

»Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mein Leben den Menschen in Afrika widme. Man muss ihnen nur einmal in die Augen sehen – das ist es, was ich darauf antworte.« Kinder, die als Sklaven arbeiten müssen, hochschwangere Frauen, die von medizinischer Versorgung nur träumen können, und Leprakranke, die von ihren Familien verstoßen werden. Als die deutsche Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe zum ersten Mal nach Ghana kam, ließ sie das Schicksal der Menschen dort nicht mehr los. Sie beschloss, nach Afrika zurückzukehren und zu helfen. Und so wurde aus einmal für immer: Mittlerweile ist Ghana für Bettina Landgrafe zur zweiten Heimat geworden – und sie selbst zur Weißen Nana, einer Königin der Ashanti.

Ich bin erstaunt darüber, daß dieses wunderbare Buch hier nur in 8 Regalen steht, obwohl es den Leserpreis 2011 erhalten hat.

— Birkhenne
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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    Mirka

    Mirka

    24. August 2012 um 08:34

    Beeindruckend ist das, was die Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe leistet, was sie zu dem Sinn ihres noch jungen Lebens gemacht hat. Jede Zeile zeugt von ihrer Liebe zu Afrika, ihrer Selbstlosigkeit, ihrem Wunsch, dort zu helfen, wo Hilfe am Nötigsten ist. Landgrafe ist es wichtig, dass diese Hilfe nicht über den Kopf der Einheimischen hinweg geschieht, sondern dass Verbesserung (zum Beispiel der Bau eines Brunnes) gemeinsam mit ihnen in Angriff genommen wird, sodass diese Verbesserungen im Endeffekt auch von den Einheimischen akzeptiert und genutzt werden. Aufmerksam wurde ich auf das Buch, nachdem ich die unglaublich mitreißende Bettina Landgrafe im Kölner Treff, der Freitagabend-Talkrunde von Bettina Böttinger, gesehen hatte und sie mich schier aus den Schuhen gehauen hatte mit ihrer Art, die Begeisterung für Ghana, für ihre Arbeit und das Helfen zu kommunizieren. Selten habe ich jemanden erlebt, der so begeisterungsfähig erzählen kann. In ihrem Buch erfährt man noch viel mehr über ihre Arbeit, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass sie nach Ghana ging (Zufall und Spontaneität), wie sie ihr Herz an das Land und seine Bewohner verloren hat, dass sie anfangs noch parallel als Krankenschwester in Hagen gearbeitet hat und dass es ihr wichtig ist, ihren Verein möglichst klein zu halten, damit die Spendengelder nicht für Verwaltungskosten draufgehen. “Weiße Nana” mag vielleicht kein literarisches Meisterwerk sein – der Schreibstil ist eher durchschnittlich, die Erzählzeiten wechseln häufig, mal wirkt der Text formeller, dann wieder eher umgangssprachlich -, aber man ist dennoch gepackt von Landgrafes Erfahrungsbericht, von ihren Erlebnissen und Erinnerungen, und man hat fast ein wenig das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein, als sie darum bangte, ob der Brunnenbau im Hinterland gelingen würde, als sie Freundschaften schloss und schließlich sogar zur Nana, also zur Königin des Dorfes, in dem sie hilft, gekürt wurde – als einzige Weiße! Auch ihre Unternehmungen gegen Kinderarbeit und Sklavenarbeit sind beispiellos. Für alle, die selbst überlegen, sich zu engagieren oder die sich einen ersten Überblick über die Situation in Ghana verschaffen wollen, ist Bettina Landgrafes Buch mehr als empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    rumble-bee

    rumble-bee

    03. March 2012 um 12:30

    Nach kleinem Zögern entscheide ich mich für 5 Sterne für dieses wunderbare Buch, das ich so ungern als Sachbuch bezeichnen möchte. Sicher, rein fachlich betrachtet ist es ein Erfahrungsbericht, nämlich die Lebensgeschichte einer Krankenschwester aus Hagen, und die Geschichte ihres Engagements für das afrikanische Land Ghana. Aber es hat für mich noch andere Qualitäten, die eben sonst bei einem Sachbuch selten anzutreffen sind. Und genau das hat die Lektüre für mich zu etwas Besonderem gemacht. Verblüfft hat mich zuerst einmal das Vorwort von Atze Schröder. Ja, richtig gelesen, Atze Schröder! Dem hätte ich am allerwenigsten so viel Ernst und Tiefe zugetraut. Und doch hat er die Autorin kennengelernt und getroffen, ist mit ihr nach Ghana gereist - und hat wohl auch als Spendenbotschafter für sie fungiert, obwohl dies völlig an mir vorbeigegangen ist, wie ich gestehen muss. Diese Frau muss einfach etwas Besonderes haben, wenn ein gestandener Comedian sich für sie einsetzt! Das Buch beginnt wie ein typischer Erfahrungsbericht unter vielen, die ja nach wie vor auf dem Buchmarkt im Schwange sind, und sich gut verkaufen. Doch schon bald merkt man, die Autorin berichtet eigentlich ungern von sich selber, sie berichtet gerade so viel von ihrer Kindheit und Jugend, wie zum weiteren Verständnis nötig ist. Sobald wir als Leser mit ihr in Afrika landen, beginnt sich die Chronologie zu verwischen, werden Fakten und ihre eigene Person in den Hintergrund gedrängt. Das Ganze wird, ich kann es nicht anders sagen, zu einer Liebesgeschichte - nämlich einer Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Land Ghana, und vor allem seinen Menschen. Im absoluten Vordergrund steht die Schilderung einzelner Projekte, und der damit verbundenen Schwierigkeiten. Jahreszahlen und technische Abläufe kommen nur sehr am Rande vor - immer geht es nur um den Eindruck der nächsten "Notwendigkeit". Und das alles beschrieben in einer absolut menschlichen, aber sehr farbigen Ausdrucksweise, mit viel Liebe zum "sprechenden Detail", mit treffsicherem Blick für menschliche Eigenheiten vor Ort, mit großem, ja größtem Respekt vor gewachsenen Strukturen. Bettina Landgrafe ist eben nicht die Weiße, die alles besser weiß - sondern sie sieht sich als Mensch unter Menschen, der den besten Weg sucht, um nachhaltig die Lebensumstände zu verbessern. Ein Freund, der helfen will - nicht ein Westler, der sich von oben herab einbringen will. Gleichzeitig spricht zu jedem Zeitpunkt aus ihren Worten das eigene Erstaunen, wie viel gelingen konnte, wie viel angepackt wurde. Auch nicht die Spur von Stolz - nur Freude, Freude über jeden Schritt, der in Richtung Besserung gegangen werden konnte. Das macht dieses Buch so menschlich! Erstaunt hat mich, wie sehr sie ihr Privatleben schützt - sofern es sich in Ghana abspielt, wird es beschrieben, aber der in Deutschland liegende Teil verbleibt wie unter einer Schutzhaube. Dies unterstreicht für mich die Glaubwürdigkeit der Autorin - sie geht eben vollends in "ihrer Sache" auf. Sehr, sehr beeindruckend! Nein, reines Sachbuch ist es sicher nicht. Es hat Anteile einer Liebesgeschichte, aber durch das Vernetzen eines Projektes mit dem nächsten hat es auch etwas von einem Abenteuer-Roman. Da die Menschen zu jeder Zeit im Vordergrund stehen, sogar diejenigen, die unsereins zu den "Bösen" zählen würde, entsteht der Eindruck, selber vor Ort gewesen zu sein. Dokumentarisch, authentisch, liebevoll, farbig - alles das ist dieses Buch. Mich hat es zu einem Zeitpunkt meines Lebens erwischt, wo auch ich zu "neuen Ufern" aufbreche. Ich nehme daher sehr viel aus der Lektüre mit - Mut, aber auch Ergriffenheit. Wie viel man doch bewegen kann, wenn man an etwas glaubt, hat mir die Autorin aufs Eindrücklichste bewiesen.

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    LiteraturClub

    LiteraturClub

    27. December 2011 um 17:25

    Wie aus einmal für immer wurde: Als die Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe vor zehn Jahren nach Ghana kam, um in einer Buschklinik zu arbeiten, ahnte sie nicht, dass diese Erfahrung ihr Leben verändern würde. Sie begegnete Leprakranken, die von ihren Familien verstoßen wurden. Kindern, die als Sklaven arbeiten mussten. Und Kranken, die von medizinischer Versorgung nur träumen konnten. Das Schicksal der Menschen in Ghana ließ sie nicht mehr los. Und sie beschloss zu helfen. Zurück in Deutschland gründete Bettina Landgrafe den Verein Madamfo Ghana, mit dem sie heute Schulen und Brunnen baut, Kindern die Chance auf Bildung eröffnet und den Ärmsten der Armen gibt, was sie zum Leben brauchen. In diesem Buch erzählt Bettina Landgrafe, warum die Hoffnung, die sie nach Afrika bringt, für sie wertvoller ist als alles, was sie in Deutschland je hatte. Und wie es kam, dass die Menschen in Ghana sie zur Weißen Nana, zu ihrer Königin, machten. "Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mein Leben den Menschen in Afrika widme. Man muss ihnen nur einmal in die Augen sehen - das ist es, was ich darauf antworte." Bettina Landgrafe, geboren 1976, kam vor zehn Jahren zum ersten Mal nach Afrika. 2007 gründete die gelernte Kinderkrankenschwester den Verein "Madamfo Ghana". Zunächst arbeitete sie die Hälfte des Jahres in Deutschland und verbrachte die restliche Zeit in Ghana. Seit 2010 widmet sie sich hauptsächlich ihrem Verein. Nebenher hält sie Vorträge und hat einen Lehrauftrag an der Fernuni Hagen.Beate Rygiert studierte Theater-, Musik- und Literaturwissenschaft in München und war danach als Dramaturgin an verschiedenen Theatern engagiert, bevor sie mit Bronjas Erbe (Claassen 2000) ihren ersten Roman vorlegte. Mit dem Autor Daniel Oliver Bachmann gestaltet sie unter dem Namen "Salz & Pfeffer" Lesungen und literarische Performances und schreibt Drehbücher für Spielfilme. Beate Rygiert lebt und arbeitet in Stuttgart. Das Buch ist im Oktober 2011 im Knaur Verlag erschienen, hat 264 Seiten und kostet 16,99€. Bettina Landgrafe, die Gründerin des Vereins Madamfo Ghana (=Freunde Ghanas) schildert eindrucksvoll ihre Erlebnisse in Ghana. Wie alles begann und wie sie zu ihre Projekte fand. Egal welches Projekt: Jedes Projekt ist einzeln beschrieben und besonders die Einzelfälle gehen ans Herz. Sie zeigt uns ihren Weg, der vorher nicht durchgeplant war, sie wollte lediglich als Krankeschwester nach Ghana und dort ein bisschen helfen. Doch alles kommt anders: Die Armut zwingt sie, hier zu bleiben und die Liebe zum Land Ghana, bringt sie dazu, dass sie immer öfters nach Ghana reist. Dort lernt sie die unterschiedlichsten Leute kennen. Zuerst muss sie sich jedoch beweisen und Eindruck verschaffen. Die Menschen glauben schon lange nicht mehr, dass was getan wird. Zu oft wurden Versprechungen gemacht, und nichts wurde eigehalten. Bettina beweist das Gegenteil. Ihr Geheimnis ist die Nähe zu den Menschen. Wenn sie etwas sagt, dann nur, weil sie weiß, dass es auch umsetzbar ist. Die Leute merken schnell das es Bettina mit der ganzen Sache sehr ernst ist. Sie verschafft sich im Nu einen Namen in Ghana. Wenn sie nach Deutschland reist, dann aufgrund ihrer Arbeit als Krankenschwester und zum Auftreiben von Spendengeldern, denn ohne die Spenden wäre dies alles gar nicht möglich. Zusätzlich bekommt man in diesem Buch auch Informationen über ihre Kindheit und über ihren Charakter. Ich habe nie erwartet, dass das Buch sprachlich sehr hochgehalten wurde. So war es tatsächlich nicht. Es gab viele Fehler, sowohl in der Rechtschreibung als auch im Satzbau. Das ist aber auch nicht das, worauf es in diesem Buch ankommt. Bettina möchte erreichen, dass die Menschen auf ihren Verein aufmerksam werden und sich auch über andere Menschen, denen es schlechter geht, Gedanken machen. Nicht nötig waren für mich die Informationen über ihre Kindheit, weil dies nichts mit ihrem Einsatz in Afrika zutun hat. Trotz allem ein bewegendes Buch, das mich sehr berührt hat. Mehr Infos zum Verein unter: www.madamfo-ghana.de Die Personen sind einem sehr ans Herz gegangen. Ich habe sehr schnell das Buch gelesen und es durchaus genossen. Mir wurde so einiges klar und ich bewundere Bettina für ihren Einsatz in Ghana. Sie gibt ihr Leben den Menschen in Ghana und die Menschen haben ihr den Titel der Nana überreicht. Sie hat es geschafft, Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie hatte bereits drei Fernsehauftritte bei SternTV und mehrere Interviews mit Zeitungen. Ohne das Geld der Spender wäre vieles nicht möglich und so versucht sie über die Öffentlichkeit, die Menschen zu informieren. Das macht sie sehr geschickt. Sie ist ein wahrer Engel für Ghana und auch für mich, denn ich möchte auch mich bewusst für Entwicklungsländer einsetzen, und helfen so gut es geht. Bettina hat es geschafft, mich zu überzeugen, dass man auf das Herz hören muss. Ein wunderbares Buch mit einer tollen Botschaft! Der einzige Stern, den ich abziehen muss, gebührt der Sprache.

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. December 2011 um 08:47

    »Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mein Leben den Menschen in Afrika widme. Man muss ihnen nur einmal in die Augen sehen – das ist es, was ich darauf antworte.« Kinderarbeit, Menschenhandel, Hygieneverhältnisse, die bei uns einem Alptraum gleichen, hochschwangere Frauen, die von medizinischer Versorgung nur träumen können, und Leprakranke, die von ihren Familien verstoßen werden. Als die deutsche Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe zum ersten Mal nach Ghana kam, ließ sie das Schicksal der Menschen dort nicht mehr los. Sie nahm sich vor, etwas gegen die Missstände zu unternehmen und nicht, wie die meisten anderen einfach tatenlos zu zusehen. Bettina entschloss sich für ein Leben, zwischen zwei Ländern. Auf der einen Seite: Deutschland, mit ihren Verwandten und Freunden. Auf der anderen Seite: Ghana, mit Menschen, die viel mehr als nur Freunde für sie geworden sind. Für Bettina Landgrafe war klar: Die Ghanaer werden sie so schnell nicht mehr los! Ghana wurde für sie zur zweiten Heimat – und sie selbst zur Weißen Nana, einer Königin der Ashanti. * Erst einmal möchte ich meinen imaginären Hut vor dieser Frau ziehen! Ihre Entschlossenheit ist einfach bewundernswert. Immerwieder spricht sie selbst davon, dass viele mit denen sie in Deutschland über ihr Projekt "Madamfo Ghana" sprach, meinten, was sie tue sei doch "nur ein Tropfen auf dem heißen Stein". Doch davon ließ sich Bettina nicht einschüchtern. Sie kämpft immer weiter für das Wohl der Ghanaer. Dennoch blieb mir dieses Zitat wahrscheinlich am besten im Kopf. Denn ich finde, dass ist es, was viele hier in Deutschland tatsächlich denken, mich teilweise miteingeschlossen! Dabei bedenkt man gar nicht, was dieser Tropfen für die Menschen bedeutet. Das das heißen könnte, zum ersten Mal laufen zu können, nicht an Lepra zu sterben, aus der Kinderarbeit befreit zu werden... . Und genau das schafft Bettina Landgrafe zu ändern! Durch ihr Buch öffnet sie ihren Lesern die Augen dafür, wie groß und bedeutend etwas, was wir als "Kleinigkeit" bezeichnen würden, in den Augen der Menschen ist, denen man dadurch zu einem besseren Leben verhilft! * Den Aufbau des Buches finde ich ganz besonders gelungen. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um eine strukturlose und trockene Beschreibung ihrer Tätigkeiten bzw. ihres Vereins, sondern um eine chronologische Aufzählung der Ereignisse, die Bettina Landgrafe dazu bewegt haben, Madamfo Ghana zu gründen und ihr Leben Afrika zu widmen. Es handelt sich bei diesen Ereignissen allerdings nicht ausschließlich um besonders grausame oder bewegende Ereignisse, sonder vielmehr um solche, von denen man merkt, dass die Frau Landgrafe besonders im Gedächtnis geblieben sind. So schildert sie nicht nur, wie sie eines Tages zu einem Mann kam, der einsam und verlassen auf eine Mauer saß, verstoßen von seiner Familie, und dessen Bein vollkommen verfault war, sondern auch von dem Moment, in dem sie einem der ältesten und ehrwürdigsten Männern des Dorfes begegnet. Diese Aufmachung finde ich besonders eindrucksvoll, da man hierdurch sehr gut nachvollziehen kann, wieso sich Bettina Landgrafe in diese Land und vorallem in seine Einwohner verliebt hat. * Zudem werden diese für Frau Landgrafe so tief prägenden Ereignisse nicht etwa einfach erzählt, sondern durch ihre Art zu beschreiben mit Leben gefüllt. Ihre Gefühle werden durch ihren Schreibstil so klar deutlich, dass die Ereignisse auf mich als Leser noch eindrucksvoller wirkten. Als Leser hat man ein klares Bild von der Situation und der Landschaft Ghanas vor Augen und muss sich gar nicht erst fragen, wie sich Bettina wohl in diesem und jenem Augenblick gefühlt haben mochte, da man alles automatisch am eigenen Leibe mitfühlt. * Nun muss ich allerdings sagen, dass Frau Landgrafe natürlich von Beruf keine Schriftstellerin ist und das merkt man auch! So eindrucksvoll und emotional sie auch schildern mag, ihr Schreibstil hat mir an manchen Stellen dennoch gar nicht gefallen. Es werden unglaublich viele Floskeln und Redewendungen eingebracht, die den Text wohl auflockern sollen, ihn aber leider ganz im Gegenteil eher hölzern erscheinen lassen. Dadurch verliert das Buch ein wenig an seiner Echtheit. Außerdem wiederholen sich einige Aussagen immer und immer wieder. Leider wirkte das auf mich nicht, wie vermutlich gewünscht, besonders einprägsam sonder eher nervig. Nachdem man zum sechsten Mal gelesen hat, dass Bettina auf die Menschen dort wie eine "Erscheinung" gewirkt haben muss, hat man es dann langsam auch verstanden! * Allerdings geht es hier ja auch gar nicht darum, dass Bettina Landgrafe ihr schriftstellerisches Können zur Schau stellen möchte! Mit diesem Buch verfolgte sie ganz andere Ziele. Die Menschen wachrütteln, Klischees aufdecken, den Lesern die teilweise auswegslose Lage der Ghanaer vor Augen führen und ihnen trotzdem Mut machen, etwas gegen diese Missstände zu unternehmen, da schon die kleinste Geste Leben retten kann. Und das gelingt ihr hervorragend! Daher möchte ich den Schreibstil gar nicht zu sehr in meine Beurteilung miteinfließen lassen. * Trotz des Schreibstils, der meine Meinung nach teilweise tatsächlich gar nicht gelungen ist, gebe ich dem Buch 4,5 Sterne. Denn was Bettina da in Ghana leistet ist einfach unglaublich. Genauso unglaublich ist, wie sie diese Ereignisse in dem Buch niederschreibt. Wenn auch manchmal etwas hölzern, dafür aber umso eindrücklicher und emotionaler! Dieses Buch wird mich noch sehr lange im Gedächtnis bleiben, das es mich wirklich tief bewegt und meine Einstellung, vorallem was den "Tropfen auf den heißen Stein" angeht, grundlegend geändert hat!

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    savanna

    savanna

    02. December 2011 um 22:33

    Für einen fünfwöchigen Freiwilligendienst reiste die Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe im Jahr 2001 erstmals in das westafrikanische Ghana. Mit wenig Gepäck und großen Ambitionen, die Menschen dort im Rahmen ihres Urlaubes tatkräftig zu unterstützen, kam Landgrafe am Bosumtwi-See in der Ashanti Region an. Der Mangel an medizinischer Basisversorgung, sanitären Einrichtungen und nicht zuletzt sauberem Trinkwasser ernüchterte die junge Frau jedoch schlagartig. Obwohl Landgrafe nach wenigen Wochen in ihre alten Strukturen in Deutschland zurück musste, versprach sie der Dorfgemeinschaft wiederzukommen. Was mit der spontanen Plünderung des eigenen Sparkontos begann, sich zu wiederholten Spendenaufrufen im Familien- und Bekanntenkreis entwickelte, gipfelte im Jahr 2003 in einem eingetragenen Verein: Madamfo Ghana e.V.. Entsprechend der dringendsten Bedürfnisse im ländlichen Ghana hat sich der Verein zuerst dem Bau von Brunnen, sanitären Anlagen und Krankenstationen in mehreren Dörfern gewidmet. Ein Projekt zur Unterstützung von Lepra-Patienten und zur Zerschlagung von Kinderhandel folgten auf dem Fuß. Als respektvolle Anerkennung für ihr Engagement wurde Landgrafe in ihrem ‘Heimatdorf’ Apewu am Bosumtwi-See zur Nana ernannt. Als Nana Enimkorkor (‘Königin der Entwicklung’) hat sie seitdem den offiziellen Rechten und Pflichten einer Beraterin des örtlichen Chiefs nachzukommen, was sie mit Würde, Sachverstand und viel Herzblut gerne tut. Weiße Nana. Mein Leben für Afrika ist Landgrafes sehr persönlicher Bericht über ihr Lebenswerk mit einem Vorwort von Atze Schröder – Moment mal! Ausgerechnet Atze Schröder? Tatsächlich unterstützt der Comedian mit der Puschelfrisur den Verein Madamfo Ghana e.V. schon seit 2009, nachdem er bei einem Promi-Spezial der beliebten Quizsendung „Wer wird Millionär“ eine halbe Millionen Euro gewonnen hat. Da er von der Sinnhaftigkeit und Langfristigkeit der Projekte vollends überzeugt ist, fungierte er in den Jahren 2010 und 2011 zudem als Pate im „RTL Spendenmarathon“. Im Rahmen dieser mittlerweile freundschaftlichen Kooperation besuchte er nun schon zum dritten Mal die ghanaischen Projektstandorte – scherzvergnügt und gleichzeitig ergriffen. In seinem Vorwort findet Atze Schröder ungewohnt ernste und ehrliche Worte zur Person Bettina Landgrafe und zu ihren zahlreichen Projekten. Damit fungiert Atze Schröder de facto als optimale Gallionsfigur, denn er schafft es die Ernsthaftigkeit der menschlichen Not und das Glücksgefühl der erfolgreichen Mithilfe weit hinein in die deutsche Medienwelt zu transportieren. Eine Neuerscheinung, vor dessen Autorin man sofort achtungsvoll den Hut ziehen und hoffnungsvoll die Brieftasche zücken möchte! Und definitiv ein Buch jenseits der romantisierten Afrika-Klischees!

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    verena83

    verena83

    29. November 2011 um 10:49

    Vor 10 Jahren kam Bettina Landgrafe zum ersten Mal als Volunteer nach Ghana und fühlte sich dort sofort heimisch. Deshalb ließ sie auch die Armut und das Leid vieler Ghanaer nicht mehr los und sie beschloss zu helfen. Sie gründete den Verein Madamfo Ghana e.V. (Freunde Ghanas) und seither entwickelt sie unermüdlich Selbsthilfeprojekte. Aus Dankbarkeit für ihren selbstlosen Einsatz machte ein Dorf der Ashanti sie außerdem zu ihrer Königin… der Weißen Nana. Und so wurde Ghana für Bettina Landgrafe innerhalb kürzerster Zeit zur zweiten Heimat – fühlt sie sich doch in ihrem Herzen als Afrikanerin. „Weiße Nana – Mein Leben für Afrika“ erzählt die überaus beeindruckende Lebensgeschichte der ehemaligen Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe. Von Beginn an war ich absolut fasziniert davon, wie sehr sich diese junge Frau für die Menschen in Afrika einsetzt. Völlig selbstlos und ohne auf ihren eigenen Vorteil bedacht (so wie es heutzutage bei vielen Hilfsorganisationen leider doch der Fall ist) hilft sie den Ghanaern… und das gepaart mit einer unglaublichen Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit. Diese Einstellung ermöglicht es Bettina Landgrafe im wahrsten Sinne des Wortes – kleine, aber auch hin und wieder größere – Berge zu versetzen. Bei ihren Verhandlungen mit den Einheimischen respektiert sie dabei auch deren Bräuche und Sitten, hält sich im Hintergrund und überlässt ihren ghanaischen Mitarbeitern das Wort. Ich denke, das ist auch einer der Hauptgründe, warum Bettina Landgrafe mit ihrer Arbeit in Ghana so erfolgreich ist… sie achtet einfach die afrikanische Kultur und versucht nicht die Menschen auf irgendeine Art und Weise zu missionieren. Bei all dem Einsatz, den Bettina Landgrafe für Ghana leistet, hat mich außerdem vor allem die Tatsache beeindruckt, dass sie jahrelang weiterhin in Deutschland als Kinderkrankenschwester arbeitete und sich erst vor kurzem dazu entschloss ihren Job aufzugeben, um nun ihr ganzes Leben Afrika zu widmen. Alles in allem hat mich dieses Buch von und über Bettina Landgrafe sehr fasziniert… es ist einfach bewundernswert, wie sehr sie sich für die Menschen in Afrika aufopfert, um deren Welt ein bisschen besser zu machen. Und es ist absolut nachvollziehbar, weshalb die Bewohner des Dorfes Apewu sie zu ihrer Königin machten… denn Bettina Landgrafe ist ein Mensch, der nicht einfach wegsieht, sondern genau für diejenigen da ist, denen Leid widerfährt. Und das macht sie zu einem wahrhaftigen Engel für Ghana!

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    BeautyBooks

    BeautyBooks

    24. November 2011 um 21:57

    Bettina Landgrafe, gelernte Kinderkrankenschwester, kam vor 10 Jahren das erste mal nach Ghana.. Sie arbeitete dort in einer Buschklinik um kranken Menschen zu helfen.. Sofort verliebte sie sich in das Land Afrika, sie fühlte sich wie zu Hause.. Ihr Aufenthalt in Ghana veränderte alles.. Dort hat sie so einiges erlebt, dass sie nicht vergessen konnte.. Sie wollte helfen.. Den Kranken, die keine Aussicht auf medizinische Versorgung haben, den Kindern, die nicht zur Schule gehen können, den Menschen, die hungerten.. Die Armut und das Leid dieser Menschen ließ sie nicht mehr los.. In Deutschland gründete sie den Verein Madamfo Ghana e.V. - Freunde Ghanas.. Mit diesem Verein baut sie heute in Afrika Schulen, Brunnen, entwickelt Selbsthilfegruppen, um den Ärmsten der Armen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.. In einem Dorf in Afrika, in Ashanti, wurde sie zur Weißen Nana, zu ihrer Königin, ernannt.. Meine persönliche Meinung: Ich als Afrika Fan musste dieses Buch natürlich lesen ;) Umso mehr freute ich mich, als mich Lovelybooks und der Verlag für diese Blogger-Aktion ausgewählt haben.. Vielen lieben Dank!! Nun hab ich das Buch verschlungen und ich kann Frau Landgrafe total verstehen.. Als ich das erste mal meine Schwester in Afrika, Capetown, besucht habe, fühlte ich mich ebenso sofort wie zu Hause.. Alle die schon in Afrika waren, werden dies wohl verstehen ;) Ein wuunderschönes Land.. Genauso habe ich auch mit Frau Landgrafe mitgefühlt.. Was will man anderes tun, wenn man schwerkranke Menschen sieht, die sich selbst überlassen sind und auf keine Hilfe hoffen können, als einfach nur zu helfen..? Leider schauen viele einfach nur zu, denn uns betrifft es ja nicht.. Auch ich habe sehr sehr viele arme Menschen in Afrika gesehen.. 5 jährige Kinder gehen betteln, sitzen alleine am Straßenrand, barfuß & abgemagert.. Ich hatte sehr sehr oft Tränen in den Augen, Herzschmerz pur.. Diese Frau ist ein rießengroßes Geschenk für die Menschen in Afrika.. Was sie sich in den Kopf setzt, setzt sie auch schnellstmöglich in die Tat um.. Das ein oder andere Menschenleben hat sie schon gerettet, die Afrikaner vergöttern sie.. Sie ist ihre Königin, ihre weiße Nana.. Eine tolle Biografie von Bettina Landgrafe, die einem die Augen öffnet, wie gut es wir eigentlich haben, und wie arm viele Menschen in Afrika wirklich sind..

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  • Rezension zu "Weiße Nana" von Bettina Landgrafe

    Weiße Nana
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. October 2011 um 09:55

    Bettina Landgrafe entführt uns in ein Land, an das sie ihr Herz vor zehn Jahren verloren hat. Afrika, ein faszinierender Kontinent, den sie uns mit ihrem herzlichen Buch ein Stückchen näher bringt, ohne in romantische heile-Welt-Stimmung zu verfallen. Es ist zwar ihre große Liebe, aber eine Liebe mit vielen kleinen, dunklen Schatten. . Die weisse Nana, Nana Enimkorkor – die Königin der Entwicklung, wird Bettina ab dem Moment, wenn sie afrikanischen Boden unter den Füßen spürt. Begonnen hat Alles vor 10 Jahren, als sie als Volontärin nach Afrika kam, um Gutes zu tun. Ein löblicher Vorsätz, der jedes Jahr von vielen Menschen gefasst wird. Die Wenigsten haben aber wirklich eine Ahnung, was sie erwartet. Als Kinderkrankenschwester war sie natürlich schon einiges gewöhnt, dennoch schockten sie die Ausmaße der Krankheiten, die in Afrika immer noch weit verbreitet sind. . Glaubwürdig und ehrlich schildert Bettina Landgrafe ihre ureigenen Beweggründe, beleuchtet dabei kurz ihren familiären Hintergrund, der einen großen Teil zu ihrem heutigen Engagement beigetragen hat. . Humorvoll betrachtet sie ihre letzten zehn Jahre, erzählt dabei offen, wie sie von ihrem eigenen Engagement beinahe überrollt wurde und dennoch bis heute alle Zügel in der Hand hält und jedes neue Projekt selbst betreut. . Wirklich positiv empfand ich ihre eigene Art, an neue Projekte heranzugehen. Sie stolziert nicht mit dem prallgefüllten Geldbeutel in bedürftige Dörfer, sondern plant und diskutiert mit den Bewohnern auf Augenhöhe. Sie hinterfragt Situationen und Umstände, analysiert die Bedürftigkeit und schätzt gekonnt ab, ob sich die gewünschten Projekte überhaupt realisieren lassen. Wichtig ist ihr dabei, nach eigenen Aussagen, den Bewohnern nichts aufzudrängen und sie in den Bauprozess aktiv einzubinden. Sie organisiert nur Fachkräfte, die die Bewohner beim Bau unterstützen und natürlich die finanziellen Mittel. Selbst beschreibt sie es so: . die Menschen hier haben sehr konkrete Vorstellungen von dem, was sie brauchen und was sie wollen. Dazu benötigen sie uns nicht. Sie brauchen einen Partner oder einen Freund, der ihnen hilft, die eigenen Ideen umzusetzen. (S.43) . Getreu dem Motto „geht nicht – gibt´s nicht“ organisiert sie ein Projekt nach dem anderen. Trinkwasserbrunnen, Sanitäranlagen, Versorgung der Kranken.. es liest sich wie ein kompletter Bauplan einer neuen Stadt, aber genau das soll es nicht sein. Das Leben der Bewohner wird eben nicht komplett auf den Kopf gestellt, sondern insoweit verbessert, als dass es menschenwürdig wird. . So little done, so much to do (S. 232) . Die bildhafte Sprache hat es mir unglaublich einfach gemacht, in jeder Situation ein Bild vor Augen zu haben. Zwischendurch fühlte ich mich, als würde ich die Umgebung durch Bettinas Augen sehen, so real und greifbar waren die einzelnen Ausschnitte, die sie zwischen den zahlreichen Informationen einstreute. . Fazit: Für mich ein sehr lehrreiches Buch, das keine falschen Hoffnungen über den wunderbaren Kontinent weckt, sondern ehrlich und glaubwürdig die Probleme schildert – mit den entsprechenden Lösungsansätzen. Die Liebe zu Afrika und ihren Bewohnern war auf jeder einzelnen Seite deutlich spürbar, kombiniert mit einer interessanten Lebensgeschichte und beeindruckenden Leistungen. Eine Biografie, die wirklich etwas zu sagen hat!

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