Bettina Spoerri

 4.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Herzvirus, Konzert für die Unerschrockenen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bettina Spoerri

Bettina Spoerri, *1968 in Zürich, aufgewachsen in Basel, studierte Germanistik, Philosophie und Theater- und Musikwissenschaft in Zürich, Berlin und Paris. Autorin, Kuratorin, Dozentin, Moderatorin. Als Schriftstellerin hat sie bisher veröffentlicht: Konzert für die Unerschrockenen (Roman, Braumüller, Wien 2013), Herzvirus (Roman, ebd., 2016), Zürich abseits der Pfade und Budapest abseits der Pfade (mit Fotografien von Miklós Klaus Rózsa, ebd., 2019 bzw. 2020). Auszeichnungen u. a.: diverse Preise sowie ein Werkjahr des Kantons Zürich 2017. Seit 2013 Leitung des Aargauer Literaturhauses. Vgl.: www.seismograf.ch

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Bettina Spoerri

Cover des Buches Herzvirus (ISBN: 9783992001545)

Herzvirus

 (4)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Konzert für die Unerschrockenen (ISBN: 9783992000968)

Konzert für die Unerschrockenen

 (2)
Erschienen am 01.09.2013
Cover des Buches Zürich abseits der Pfade (ISBN: 9783991002987)

Zürich abseits der Pfade

 (1)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Schwellenzeit (ISBN: 9783038761846)

Schwellenzeit

 (0)
Erschienen am 31.08.2020
Cover des Buches Budapest abseits der Pfade (ISBN: 9783991003175)

Budapest abseits der Pfade

 (0)
Erschienen am 05.10.2020
Cover des Buches Schneller als Licht (ISBN: 9783726900328)

Schneller als Licht

 (0)
Erschienen am 01.06.2016

Neue Rezensionen zu Bettina Spoerri

Neu

Rezension zu "Zürich abseits der Pfade" von Bettina Spoerri

Überraschende Einblicke
aus-erlesenvor einem Jahr

Dieser Reiseband wird für Enttäuschungen sorgen! Und zwar bei denen, die schon in Zürich waren und dieses Buch nicht dabei haben konnten. Denn dieses Buch verzichtet auf die großen Sehenswürdigkeiten wie Frauenkloster und Bahnhofsstraße – ohne sie dabei aus den Augen zu verlieren – und zeigt eine Weltstadt, die gern ihre Türen öffnet und den Blick auf die eigene Geschichte freigibt.

Bettina Spoerri und Miklós Klaus Rózsa sind immer an der Seite des Lesers, wenn es gilt Barrikaden aus dem Weg zu räumen. Jedes noch so unauffällige Haus, an dem man ohne dieses Buch achtlos vorüberlaufen würde, führt im Lebenslauf eine kuriose Geschichte mit sich. Die Stadt an Limmat und gleichnamigen See genießt heute den Ruf die Stadt mit einem der teuersten Pflaster zu sein. Das stimmt größtenteils auch. Selbst für den kleinen Hunger bringen die Münzen schon einiges an Gewicht auf die Waage. Was der Attraktivität Zürichs aber nicht abträglich ist. 

Wie Forscher durchläuft man schon beim Lesen Straßen, Gassen und überquert Plätze, die man selbst als Transitstrecke sonst nur wahrnimmt. Dass hinter den Mauern und Fassaden teils Weltgeschichte geschrieben wurde, wird beim Queren nur allzu oft übersehen. 

Von der Badekultur der Stadt über alte Kinos, Genossenschaften, lauschige Restaurants bis hin zu Architektursünden, Kapitalismuskritik und idyllischen Ausblicken, die die Zürcher gern den Besuchern überlassen – hier wird der Titel so ernst genommen wie selten in einem Buch. Abseits gucken und staunen, ohne selbst im Abseits zu stehen, das ist der große Vorteil, den man als Buchbesitzer und Zürichbesucher genießen kann. 

Immer wieder vertiefen sich die beiden in ein Zwiegespräch, dass vom Leser aktiv belauscht werden darf. Mit den Augen an den Fassaden klebend oder im Buch blätternd, schlendert man durch eine Stadt, die sich im Zwiespalt eingerichtet hat. Auf der einen Seite Mietpreise, die viele ins Umland treibt, auf der anderen Seite wiederum eine entspannte Atmosphäre, die jeden Tag wie einen Erlebnistrip erscheinen lässt. 

„Zürich abseits der Pfade“ ist kein klassischer Reiseband mit Grafiken und allerlei Buntmalerei. Hier sprechen die Worte zum Leser. Immer wieder muss man wegen der Fülle der Informationen kurz innehalten. Vielleicht dabei ein Eis schlecken – mal sehen, wem neben den Autoren das besondere an den Eiswagen auffällt? – oder einfach nur auf der Bank sitzen. Was man allerdings nicht machen sollte, ist diesen Band außer Acht lassen. Er ist begehrt! Weil umfassend informativ und unterhaltsam geschrieben. Das merkt man aber der ersten Seite.


Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Herzvirus" von Bettina Spoerri

Hervirus
Sumsi1990vor 5 Jahren


Dies ist mein 9. buch in der heurigen Romanchallenge und bisher mein persönliches Highlight. 


Zur Optik:
Das Cover des Romans ist einfach wunderschön. Es zeigt ein Bild einer Frau, die unter ihree Sonnenbrille versteckt ist. Aufgrund des diesbezüglichen Inhalts des Buches gehe ich davon aus, dass dieses Foto die Mutter der Autorin zeigt und würde diese Tatsache dann noch toller finden. Das Buch ist gebunden, jedoch für das relativ kleinformatig und liegt gut in der Hand.


Zum Inhalt:
Bettina Spoerri verarbeitet in diesem Buch das Leben ihrer Mutter. Diese war alleinerziehende Singlemutter von 3 Kindern, Sekretärin und Lehrerin und erkrankte mit zunehmenden Alter immer stärker an psychischen Problemen unter anderem Depressionen, Wahn und manisch depressiven Episoden. 


Zum Schreibstil: 
Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert (zirka 3 bis 12 Seiten). Die Geschichte wird aus Sicht der Tochter, also der Autorin erzählt. Zwischendurch finden sich jedoch auch immer wieder Aufzeichnungem der tragischen Heldin selbst. 


Das Buch besitzt einen solch herzerwärmenden, aber doch nüchternen Schreibstil, wie es wohl nur eine Tochter über die eigene Mutter schreiben kann. Es ist - trotz der starken emotionalen Aspekte des Romans und des schwierigen Thema - so leicht und schnell zu lesen, dass man es besser nicht machen kann!


Mein Fazit:
Ich hatte dieses Buch schon sehr lange zu Hause bevor ich zu lesen begonnen habe. Wahrscheinlich auch gerade wegen dem schlimmen, emotionalen Thema. Aber es hat alle meine Erwartungen übertroffen.


Die Autorin lässt uns mit einem solchen Einfühlungsvermögen und mit so viel Herz an einer ihrer persönlichsten Geschichten teilhaben, dass man dies einfach mit ganz viel Lob honorieren muss.


Abgesehen davon berührt mich diese Hommage an ihre Mutter, die gleichzeitig das größte Kompliment und Geschenk für diese ist ungemein. In Wirklichkeit sollte jeder Mensch, unabhängig davon ob diese ein solch außergewöhnlicher Mensch war oder nicht, ein solches Buch über die eigene Mutter schreiben!

Kommentieren0
4
Teilen

Rezension zu "Herzvirus" von Bettina Spoerri

Mutter und Tochter
Petrisvor 5 Jahren

Bettina Spoerris Erstling „Konzert für die Unerschrockenen“, das der jüdischen Cellistin Leah ein Denkmal setzt, ist mir in guter Erinnerung geblieben. Deshalb war ich auch sehr neugierig auf den neuen Roman der Autorin.

Das Cover fand ich anziehend, etwas verschwommen das Portrait eine Frau in Nahaufnahme, wohl die Mutter der Autorin, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen sollte.
Ich mag Spoerris Schreibstil sehr, wie sie beobachtet und formuliert, das lässt mich immer ganz nah dran sein am Geschehen. Der Stil und die Erzählweise sind es auch, die mich das Buch mit vier Sternen bewerten lassen. Und auch die Stellen, in denen sie über Musik schreibt. Die fand ich sehr gelungen.

Inhaltlich hatte der Roman allerdings definitiv Längen, das Erzählte erschien mir teilweise auch zu alltäglich, nicht erzählenswert,…
Mein Problem habe ich auch damit, wenn eine wahre Familiengeschichte erzählt wird und das Ganze dann als Roman bezeichnet wird. Ich dachte immer, dass die Fiktion ein Merkmal des Romans ist. Das hier könnte man maximal als autobiographischen Roman bezeichnen, aber selbst dafür ist er zu nahe dran an der Realität. Ich finde eher, dass das hier eine wahre Geschichte ist. Literarisch erzählt, das schon, aber für mich einfach kein Roman! Sollte ich mich irren und doch sehr viel daran Fiktion sein, ist es nicht wirklich zu erkennen und auch im Klappentext nicht so beschrieben.
Und damit hat auch der nächste Kritikpunkt zu tun. Die eigene Geschichte zu erzählen ist hart, sehr mutig auch und dann noch die nötige Distanz zu wahren, um zu unterscheiden, was nur für einen selber interessant ist oder auch für Außenstehende, das ist unglaublich schwer und hier nicht unbedingt gut gelungen.

Alles in allem habe ich den Roman sehr gerne gelesen, war aber nach dem ersten Buch ein wenig enttäuscht. Ich habe lange überlegt, wie ich ihn bewerten soll, auch weil ich die Autorin auf einer Lesung letztes Jahr in Leipzig als sehr interessante und sympathische Frau erlebt habe, das macht es mir immer schwerer, kritisch zu sein. Deshalb und weil ich stellenweise richtig gefesselt war und eben auch die Erzählweise sehr gemocht habe, sind es vier Sterne geworden. Und ihren nächsten Roman werde ich sicher wieder lesen wollen!

Kommentieren0
36
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 21 Bibliotheken

auf 13 Wunschzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks