Bettina Spoerri Konzert für die Unerschrockenen

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Inhaltsangabe zu „Konzert für die Unerschrockenen“ von Bettina Spoerri

Wie ein Familienmythos zur Geschichte eines Menschen mit einem schwierigen Schicksal wird: Der Tod ihrer jüdischen Großtante, der Cellistin Leah, verändert für Anna nicht nur den Blick auf einen geliebten Menschen, sondern auch die Perspektive auf ihr eigenes Leben.
Anna reist von Zürich nach London, um Abschied von ihrer Großtante Leah zu nehmen. Die Tagebücher der Verstorbenen bringen die wenigen Versatzstücke aus Leahs Leben und die Handvoll Schwarz-Weiß-Fotografien, die Anna bis dahin bekannt waren, in Bewegung, zeigen Widersprüche, füllen sich mit Geschichten, Bildern, Musik. Zerrissen zwischen ihren Rollen als Mutter, Geliebte und Künstlerin versuchte die jüdische Cellistin Leah ihren Weg zu gehen - unerschrocken und abenteuerlustig, aber auch hart geprüft von Flucht und Verlust. Im Spiegel von Leahs Aufzeichnungen, in Auseinandersetzungen mit ihrer Familie und in der aufkeimenden Liebe zu einem Mann gewinnt Anna einen neuen, befreienden Blick auf die Geschichte ihrer Familie, befragt ihre Ängste und Hoffnungen - und wagt endlich den Aufbruch.
Die Geschichte von Anna hinterfragt, wie sehr wir von den Umständen geprägt sind, in die wir hineingeboren werden. Sind wir von familiären Wiederholungsmustern bestimmt oder können wir Grenzen durchbrechen und neue Wege einschlagen? "Konzert für die Unerschrockenen" ist die aufwühlende Erzählung eines leisen Erdbebens, das alte Verkrustungen aufbricht und aus der Vergangenheit eine Zukunft entstehen lässt.

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  • Wunderbarer Roman!

    Konzert für die Unerschrockenen

    Petris

    23. March 2014 um 08:57

    Annas Großtante Leah ist gestorben, deren Sohn Philipp, der in England aufgewachsen ist, schenkt Anna die Tagebücher seiner Mutter. Anna macht sich auf die Reise in die Vergangenheit. Drei unglückliche Ehen, drei Kontinente, Musik,... Auch Annas Großmutter Rebecca hatte eine unglückliche Ehe geführt mit einem gewalttätigen Mann, der ihr den Sohn (Annas Vater) entzog. Ist ihr Vater deshalb so distanziert und kühl zu seinen Kindern Anna und Daniel? Daniel schafft sich seine Ersatzfamilie, Anna hat ihre Schwierigkeiten mit Nähe und Beziehung. Am Ende ihres Ausfluges in die Vergangenheit fühlt sie sich etwas freier und es ist auch ein neuer Mann in ihrem Leben aufgetaucht.  Wunderbare, vielschichtige Lektüre! Sehr empfehlenswert!

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  • Berührende Stille

    Konzert für die Unerschrockenen

    Heane

    06. November 2013 um 23:01

    Da müht man sich ab, ist vielleicht sehr intelligent, begabt, außergewöhnlich, doch am Schluss mündet das Leben in Unscheinbarkeit. Und viel Erinnerung. (S.80) Anna fliegt nach London zur Beerdigung ihrer Großtante Leah. Leah war eine jüdische Cellistin, die in ihrem Leben viel herumgekommen ist und ihr spätes zu Hause in London fand. Anna wohnt in der Schweiz. Trotz der großen Entfernung hat sie ihre Großtante oft und regelmäßig besucht, vor allem in den letzten Jahren vor Leahs Tod. Nach dem Begräbnis überlässt ihr der Sohn der Verstorbenen deren Tagebücher. Diese sind auf Deutsch verfasst, eine Sprache, die die Großtante im Laufe ihres Lebens immer seltener verwendet hat. Durch die Tagebücher erhält Anna einen neuen Einblick in das Leben von Leah und sie gewinnt ein neues Verständnis für ihr eigenes Leben und ihren eigenen Schmerz. Bettina Spoerri erzählt die Geschichten zweier Frauen, die getrennt durch die Zeit unterschiedliche Lebensumstände vorfinden und dennoch mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Während Leah in den Wirren des Krieges die halbe Welt bereist und erleben muss wie jüdische Freunde und Verwandte dem Nationalsozialismus zum Opfer fallen, lebt Anna in unserer Gegenwart ein beschauliches Leben. Zu Leahs Lebzeiten zerbricht eine ganze Weltordnung um dann mühevoll in vielen Jahrzehnten wieder aufgebaut zu werden. Dennoch sind es vorrangig Themen, die sich um die Liebe und ihre Familie drehen, die Eingang in ihr Tagebuch finden. Gerade diese persönliche Sicht auf Leahs Leben hilft Anna auf ihre eigenen Themen zu reflektieren und aufzuarbeiten. Spoerri hat ein Buch mit sympathischen Charakteren geschaffen, deren persönliche Krisen uns nahe gehen, weil wir viele davon aus unserem eigenen Leben kennen. Erfrischend ist, dass sie eine andere Geschichte der jüdischen Großtante erzählt als die des Umgangs mit dem Nationalsozialismus. Vielmehr erzählt die Autorin uns von den persönlichen Krisen und Erfolgen im Leben Leahs. Ein nachdenkliches, ruhiges Buch von zwei Frauen auf ihrem Weg.

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