Bettina Steinbauer Das Unbehagen der Elsa Brandt

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Inhaltsangabe zu „Das Unbehagen der Elsa Brandt“ von Bettina Steinbauer

"Liebe. Ich scheue diese fünf Buchstaben. Wenn es Liebe war, wäre nichts Größeres mehr vorstellbar." Elsa, Anfang vierzig, stellt Fragen, unbequeme Fragen. Denn: "Ich warte noch immer auf Wesentliches. Auf einen Kern, etwas Radikales, das mich zutiefst irritiert." Vergeblich hält sie Ausschau nach einem Mann, der ihren Fragen nicht ausweicht, sondern ihnen standhält. Stattdessen findet sie Männer mit Hobbys. Nach einem selbstprovozierten Unfall lässt sie sich in eine Nervenklinik einweisen. Aber die störrische Außenseiterin wird bald von der Klinikleitung auf die Straße gesetzt. Elsa bleibt kompromisslos, kündigt Job und Wohnung und bricht zusammen mit ihrer Nachbarin Ottilie zu einer Nordseeinsel auf. Dort begegnet ihr Justus, der ihr merkwürdig provokantes Verhalten zu durchschauen scheint.
Nach ihrem hochgelobten Debüt „Zwei im Sinn“ hat Bettina Steinbauer nun einen weiteren Roman geschrieben, der seine Leser nicht nur mit scharf formulierten Grundsatzfragen, sondern auch mit pointierten Dialogen und eigenwilligem Humor fesselt.

"Inmitten all der weichgespülten Charaktere der Gegenwartsliteratur ist Elsa eine große Ausnahmeerscheinung. Mit Ihrer Kompromisslosigkeit und Nonkonformität ist sie für mich eine der ehrlichsten Heldinnen, über die ich in letzter Zeit las. Bettina Steinbauer erinnert mich in ihrem Stil an Doris Knecht, Jackie Thomae oder Annika Reich, Autorinnen, deren Protagonistinnen jenseits der brachialen Emanzipationsideologie der Achtziger Jahre ihren selbstbestimmten Lebensweg suchen und dabei immer wieder über das eine unergründliche und lebenswerteste Thema stolpern: Die Liebe." Claudia Hüllmann, Thalia Magdeburg

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    Das Unbehagen der Elsa Brandt

    R_Manthey

    18. October 2015 um 17:52

    Elsa Brandt leidet. Sie kann das Leben nicht fassen. "Warum soll ich etwas fassen, was ich am Ende nicht halten kann?", fragt sie sich. Klar kennt sie "den abgelutschten Carpe-diem-Anspruch" und die wenigen Momente, in denen alles gut ist. Doch, so klagt sie, solche Augenblicke kann man nicht mitnehmen. Und schon gar nicht ins Grab. "Lieber das Unerträgliche als das halb Erträgliche. Das Unerträgliche bringt mich um oder verändert mich. Das halb Erträgliche hält nur aus." Klingt irgendwie nach Nietzsche, aber es beschreibt den Schmerz, der in Elsa Brandt rumort. Deshalb findet man diese Sätze wohl auch als eine Art Hinweis bevor man überhaupt die erste Seite dieses Romans gelesen hat. Elsa Brandt macht merkwürdige Dinge. Sie hört den Verkehrsfunk nach Staus in ihrer Nähe ab, um dann dorthin zu fahren und sich Männern anzudienen. Vielleicht steckt ja in irgendso einer Zufallsbekanntschaft noch ein Kick, der ihre Gefühlstaubheit wenigstens zeitweise aufhebt. Aber da kommt nichts außer Öde. Elsa ist "nur noch genervt und aller Dinge überdrüssig." Lorenz, der "ihr Leben warm gemacht hat", ist weg. Sie weiß nicht einmal, ob sie ihn geliebt hat. Schon bei dem Wort Liebe kommt Angst in ihr auf, denn "wenn es Liebe war, wäre nichts Größeres mehr vorstellbar". Davor fürchtet sie sich, weil Lorenz in ihr nicht das Feuer entfachen konnte, das sie nicht beschreiben kann, weil sie es noch nicht erlebt hat. Aber irgendwoher weiß sie, dass sie sich danach sehnt. In Elsa tobt ein Dilemma. Ein wildes Herz sucht nach einem Gegenstück. Ohne diese unerträglichen Halbheiten. Passend, aber nicht abgeschliffen. Sie kann es nicht finden, weil sie Angst hat, sich wirklich zu öffnen und sich der Ungewissheit des Lebens zu stellen. Sie sehnt sich nach leidenschaftlicher Liebe und redet sich gleichzeitig ein, dass dieser leere Platz in ihr wohl niemals besetzt werden wird. Nach außen trägt sie nur Schroffheit und Provokation. Bis sie Justus trifft, der sich davon nicht abschrecken lässt. Bettina Steinbauers sprachgewaltiger Roman erzählt Elsas Suche nach einem Anker in ihrem Leben. Auf die eine oder andere Art werden ihre Leser Elsas Unbehagen vielleicht selbst schon einmal kennengelernt haben. Man weiß, dass einem etwas fehlt, aber man glaubt einfach nicht mehr daran, dass dieser Mangel überhaupt jemals beseitigt werden kann. Bis sich plötzlich eine Tür öffnet, gegen die man unvermutet gerannt ist, weil man sie noch nicht einmal gesehen hat. Ein überraschend gutes Buch über einen Schmerz, der so selten nicht ist.

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