Die Stimmen über dem Meer

von Bettina Storks 
4,5 Sterne bei34 Bewertungen
Die Stimmen über dem Meer
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Positiv (28):
Annejas avatar

Ein intensiver Roman über das Leben und die Vergangenheit

Kritisch (3):
L

Das Rätselhafte wurde nicht ausgespielt. Die Geschichte hat nicht überzeugt. Einstieg und Ende sind eher gelungen. Als Reiselektüre okay.

Alle 34 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Stimmen über dem Meer"

Eigentlich wollte die Halbfranzösin und Übersetzerin Morgane ihr geerbtes Häuschen nur rasch verkaufen und zurück nach Deutschland. Doch mit dem Haus hat sie auch Schulden geerbt - und die alte Paulette, der Morganes Tante angeblich ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert hat. Außerdem bemerkt Morgane gleich am ersten Tag: Diese raue, wunderschöne Landschaft löst etwas in ihr aus und die bretonische Sagenwelt scheint auch ihre Geschichte zu erzählen. Kein Wunder: Hier ganz in der Nähe ist ihre Mutter aufgewachsen und bei einem mysteriösen Badeunfall ums Leben gekommen. Morgane bleibt und beschließt zu kämpfen: um ihr Haus, ihre Unabhängigkeit und um die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter zu erfahren. Sie findet Freunde und verliert eine Liebe. Sie findet Antworten und droht den Glauben an ihren Traum zu verlieren. Aber Morgane hat auch die bretonische Sturheit geerbt...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783827012524
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Berlin Verlag
Erscheinungsdatum:05.10.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Annejas avatar
    Annejavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein intensiver Roman über das Leben und die Vergangenheit
    Leben, lieben, und lachen in der Bretagne

    Für mich hieß es mit diesem Buch, wieder meinen Weg in die zauberhaften Landschaften von Frankreich zu finden. Denn bevor die Autorin mich mit ihren liebevollen und detaillierten Beschreibungen beeindruckte, war Frankreich für mich nicht wirklich existierend bzw. beschränkte sich nur auf Paris.

    Durch den Tod ihrer Tante, reisen wir mit unserer  Hauptprotagonistin Morgane in die Bretagne, in der sie das Haus jener erben soll. Klingt vielleicht erstmal einfach, entpuppte sich aber wieder als emotionale und tiefsinnige Geschichte, die auch mal die Schattenseiten des Lebens zeigen konnte. 

    Das die Autorin Frankreich und seine Landschaften sehr schätzt, konnte ich aus jeden Satz heraus lesen. Die Beschreibung des Windes, des Wassers, der Leute, alles war so intensiv, das ich am liebsten sofort an diesen Ort gefahren wäre. Aber selbst beim Lesen, genoss ich es, mir alles gedanklich vor zu stellen. Dazu trug auch der Schreibstil bei, welcher mit Details nicht sparte und ein Grund ist, warum ich die Bücher der Autorin so gerne lese.

    Die Geschichte selbst baute sich so nach und nach auf und wurde dabei immer intensiver. Teilweise genoss ich dies, teilweise stieß ich aber auch an meine Grenzen, da die Ansichten und Handlungen von Morgane nicht immer meinen entsprachen und ich ein paar Mal den Kopf schütteln musste, wenn mich etwas ärgerte. 

    Tatsächlich hätte es mir gereicht, zu erfahren was mit ihrer Tante geschah, als dann auch noch den Tod der Mutter genauer zu beleuchten. Hier möchte ich jedoch einwenden, das die Autorin einen privaten Trauerfall mit in die Geschichte einbaute, um ihn zu verarbeiten. Ich empfand dies als sehr mutig, muss aber trotzdem sagen, das es für diese Geschichte einfach zu viel war. 

    Überhaupt nicht zu viel waren die Mythen und Sagen aus dieser Ecke von Frankreich. Seien es Namen, Orte oder Gegenstände, die Bretagne hat eine viel Vielzahl von Legenden, welche teilweise ihren Weg ins Buch fanden und mir so manchen magischen Moment ermöglichten.

    Wie schon bereits erwähnt, dreht sich die Geschichte um Morgane. Doch nicht um sie allein, denn Morgane hat so einiges auf zu arbeiten, sei es Beziehungs oder Familien-technisch. Dabei wirkt sie meist sehr stark, hat aber auch ihre schwachen Momente, wobei sie dadurch sehr lebendig wirkt.

    Ihre Familie wirkt in der ganzen Geschichte sehr zerrüttet, was einem stets leid tut. Man versteht einfach nicht, weshalb Familienmitglieder so handeln, wie sie handeln. Doch dies legt sich am Ende, wo alles ausführlich aufgeklärt wird.

    Wie Personen aus der Bretagne wirklich sind und ob sie tatsächlich so ihre Eigenarten besitzen, wie im Buch beschrieben, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Sie wirken sehr stark und tragen ihr Herz auf der Zunge, sind aber gleichzeitig auch distanziert und hart. Ein schwieriger Mix, der aber toll zur Geschichte passt. 

    Allgemein fand ich die Mischung der Personen toll. Die Beschreibungen wie sie ihr Leben in diesem Abschnitt von Frankreich lebten war spannend und zu gleich auch entspannend. Ihre Lebensart und ihr Art zu arbeiten war stellenweise sehr unterhaltsam und hätte mich, genau wie Morgane, wohl auch fertig gemacht. Der Unterschied zwischen uns Deutschen und ihnen wird schnell merkbar, wobei jeder seine Eigenarten hat. 

    Das Buch selbst, sieht sehr unscheinbar aus, mit seinen blauen und grauen Tönen. Die Schrift ist gut gewählt, hätte aber für meinen Geschmack, noch einen Hauch größer sein können. Trotz allem schaue ich es mir gerne an, da das benutzte Bild, zum Träumen einlädt.

    Auch diesmal schaffte es die Autorin mich in ihren Bann zu ziehen. Die Geschichte war voller Höhen und Tiefen und fesselte ab der ersten Seiten. Die dazu gebotene Darstellung der Bretagne, sei es Landschaft oder die Leute, war ein Erlebnis für die Sinne und voller Emotionen.

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    L
    lesemaedelvor 6 Monaten
    Unter der bretonischen Sonne

    Familiengeschichte, Liebesroman, Reiseführer und Legendensammlung.Der Roman vereint viele Elemente und lässt alles zu einer Liebeserklärung an die Bretagne aufblühen.
    Eindrücklich und liebevolle erzählt die Autorin von einer Suche nach der eigenen Vergangenheit, der Liebe zur Heimat und dem Sein im hier und jetzt. Die junge Morgane trägt nicht nur einen bedeutsamen Bretonischen Namen, sondern spürt auch immer mehr die Sehnsucht nach dem Meer. Nach dem Tod ihrer Mutter ist sie jahrelang nicht mehr am Meer gewesen. Das Erbe ihrer Tante Fanny lässt alte Wunden brennen, und neue Freunde in ihr Leben. Die Geschichte geht zu Herzen und für ein paar Stunden können wir beim Lesen den Atlantik rauschen hören. Neben der sprachlichen und landschaftlichen Schönheit im Buch, lassen die eingebauten Legenden und Märchen aus der Bretagne, das Buch zu einem kleinen Bücherliebling werden.

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    lenisveas avatar
    lenisveavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schöne Familiengeschichte mit französischem Flair
    Die Stimmen über dem Meer

    Die Stimmen über dem Meer Bettina Storks ROMAN Erschienen am 05.10.2015 384 Seiten Klappenbroschur ISBN: 978-3-8270-1252-4 € 14,99 [D], € 15,50 [A], sFr 20,50 Zum Buch: http://www.berlinverlag.de/buecher/die-stimmen-ueber-dem-meer-isbn-978-3-8270-1252-4 Zum Inhalt: Nirgendwo kann man so schön schweigen wie in einer bretonischen Hafenkneipe. Doch die Wahrheit darf nicht schweigen. Eigentlich wollte die Halbfranzösin und Übersetzerin Morgane ihr geerbtes Häuschen nur rasch verkaufen und zurück nach Deutschland. Doch mit dem Haus hat sie auch Schulden geerbt - und die alte Paulette, der Morganes Tante angeblich ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert hat. Außerdem bemerkt Morgane gleich am ersten Tag: Diese raue, wunderschöne Landschaft löst etwas in ihr aus und die bretonische Sagenwelt scheint auch ihre Geschichte zu erzählen. Kein Wunder: Hier ganz in der Nähe ist ihre Mutter aufgewachsen und bei einem mysteriösen Badeunfall ums Leben gekommen. Morgane bleibt und beschließt zu kämpfen: um ihr Haus, ihre Unabhängigkeit und um die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter zu erfahren. Sie findet Freunde und verliert eine Liebe. Sie findet Antworten und droht den Glauben an ihren Traum zu verlieren. Aber Morgane hat auch die bretonische Sturheit geerbt... Meine Meinung: Ich habe vor einiger Zeit ein anderes Buch der Autorin gelesen und zwar "Das Haus am Himmelsrand". Dieses hatte mir sehr gut gefallen, bei Recherchen habe ich dann festgestellt, dass vor kurzem ein weiteres Buch von ihr erschienen ist, welches ich dann natürlich auch gerne lesen wollte. Es hat einige Zeit gebraucht, um in das Buch hinein zu kommen. Es hat für mich länger gedauert, bis die Geschichte Fahrt aufgenommen hat. Der Schreibstil hat mir aber von Anfang an wieder gut gefallen. Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet, sie hatten alle ihre Stärken und Schwächen, vor allem auch Paulette. Man hat auch sehr gut merken können, was es in einem Kind auslöst, wenn die Mutter auf einmal fehlt und die Wahrheit nie ans Licht gekommen ist. Die langsam aufkeimende Freundschaft zu Annick und der kleinen Viviane fand ich auch sehr toll genauso wie der Zusammenhalt nach den Anfangsschwierigkeiten zwischen Morgane und Paulette. Alles in allem eine schöne Geschichte für zwischendurch mit tollen Landschaftseindrücken, die mich aber nicht komplett überzeugen und begeistern konnte, daher gebe ich diesem Buch 3,5 Sterne.

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    Uschi69vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: "Die Stimmen über dem Meer" - ein wunderschöner Buchtitel, der mich bereits neugierig auf den Inhalt der Geschichte machte.....
    Ein faszinierender Roman

    Die Hauptfigur des Romans, Morgane, reist in die Bretagne, um dort ihr Erbe anzutreten. Die junge Deutschfranzösin befindet sich schon bald inmitten von allerlei Schwierigkeiten und Unklarheiten, die bis tief an ihre eigenen Wurzeln reichen. Sämtliche
    Umstände scheinen sich gegen sie verschworen zu haben, doch Morgane beginnt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen...

    Getragen von einer wunderbaren Geschichte finde ich das gesamte Buch ebenso wunderbar geschrieben. Durch die hervorragend getroffene Wortwahl und einem Schreibstil, der dem Leser das Miterleben fast aller Sinne ermöglicht,  empfindet man die verschiedensten Charakteren der Geschichte sehr authentisch und interessant beschrieben. Überhaupt ist die Handlung des Buches durchgängig fesselnd, unvorhersehbar und es bereitete mir großen Spaß das Buch zu verschlingen.

    Überzeugte 5 Sterne hierfür -  mit der Bitte verbunden bald wieder so ein tolles neues  Buch von Bettina Storks lesen zu dürfen.

     

     

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    WinfriedStanzickvor 3 Jahren
    Ein bezaubernder Roman über das Finstere




    Mit ihrem Debütroman "Das Haus am Himmelsrand" konnte die früher als Redakteurin arbeitende Schriftstellerin Bettina Storks bei Bloomsbury ein breites Publikum begeistern und überzeugen.

    In ihrem neuen Roman "Die Stimmen über dem Meer" entführt sie den mit jeder weiteren Seite mehr gefangenen Leser in "das Land am Ende der Welt" , wie die Bretonen seit alters her ihre unvergleichlich schöne Heimat nennen. Und auch Bettina Storks,obwohl sie darüber keine Angaben macht, ist dem Zauber dieses Landes am Atlantik und seiner Geschichte voller Kultur und Bräuche offenbar total erlegen, sonst hätte sie diesen bezaubernden, spannenden und kulturell lehrreichen Roman nicht so schreiben können.
    Ein Roman, in dem es neben einer auch von einer Liebesgeschichte geprägten Haupthandlung immer wieder geht um bretonische Geschichte und Kultur, um die Einzigartigkeit eines Landstrichs, dem auch Jean-Luc Bannalec mit seinen Kriminalromanen schon viele literarische Denkmäler gesetzt hat.

    Morgane, die als Übersetzerin in München mit einem ehrgeizigen beruflich sehr angespannten  Mann in einer von ihr immer für glücklich gehaltenen Beziehung lebt, hat als Kind ihre bretonische Mutter bei einem Unfall ans Meer verloren.

    Nun nach vielen Jahren in Deutschland bekommt sie von ihrer verstorbenen Tante, bei der sie als Kind unzählige unvergessene Ferienaufenthalte erlebt hat, nicht nur ein Haus vererbt, sondern auch die zunächst völlig unzugängliche Paulette, von der sich bald herausstellt, dass sie über eine lange Zeit die Partnerin der Tante war, der diese ein lebenslanges Wohnrecht zusicherte.

    Von der Idee, das Haus zu verkaufen, kommt Morgane bald ebenso ab, wie von dem Plan, zu ihrem Partner nach München zurückzukehren. Auch als sich herausstellt, dass das Haus mit erheblichen Schulden belastet ist, wird ihre vom ersten Tag ihres Aufenthaltes geweckte Begeisterung und Faszination für diese raue und wunderschöne Landschaft zwischen den Meeren nicht geschmälert,  zumal die reiche Sagenwelt seiner Kultur sie immer mehr in ihren Bann zieht, scheint sie doch genau ihre Geschichte zu erzählen.....

    Ein bezaubernder Roman über das Finstere, der in mir erneut (nach den Romanen von Bannalec) den unbändigen Wunsch weckte, dieses bedrohte Stück Land am Ende der Welt einmal selbst zu besuchen und mich von seiner Schönheit bezaubern zu lassen.




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    Marnys avatar
    Marnyvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine eher leise aber sehr fesselnde Geschichte, die mich mit allen Sinnen in die Bretagne entführt hat ...
    Bettina Storks - Die Stimmen über dem Meer

    Die Halbfranzösin Morgane erbt von ihrer Tante ein altes Steinhaus in der Bretagne und kehrt so an den Ort zurück, an dem ihre Mutter vor langer Zeit bei einem Badeunfall verunglückte. Eigentlich will sie ihr Erbe verkaufen, aber das Haus, die Landschaft und auch die Menschen berühren ihre Seele. Morgane stellt sich ihrer Vergangenheit und beginnt ein neues Leben, das es ihr nicht leicht macht – aber sie hat auch die bretonische Sturheit geerbt …

    Der Prolog fesselt und lässt mich mit Fragen, aber auch ganz unterschiedlichen Empfindungen zurück. Eine Frau ertrinkt, ohne dass wir wissen, wie genau sie in diese Situation gekommen ist. Zuletzt ist da auch etwas tröstendes, schwereloses – und sie hört ein ihr vertrautes Lied. Dadurch wurde ich neugierig auf Details rund um den Tod von Morganes Mutter, fragte mich aber auch, ob dieser Roman womöglich einen Hauch Mystik beinhalten würde.

    Mich hat beeindruckt, wie intensiv ich die Landschaft und vor allem das Meer gespürt habe. Da waren nicht nur wunderbare Bilder, sondern auch Sinneseindrücke – beispielsweise konnte ich den Wind spüren, den Geruch der Luft wahrnehmen. Das ist für mich sehr wichtig, ganz besonders wenn eine Geschichte am Meer spielt, und trägt auch zu der dichten Atmosphäre bei.

    Ich habe mich bisher nicht viel mit den Bretonen beschäftigt, aber dieser Roman macht eindeutig Lust auf mehr und bringt einem diesen Landstrich auf unterschiedliche Weise näher. Lebensart, Menschenschlag, Landschaft, Mythen und auch die Küche – das alles hat sich zu einem faszinierenden Eindruck verdichtet, der neugierig auf mehr macht.

    Ich mag die Figuren, gerade weil sie so unterschiedlich gestrickt sind und ihre ganz eigenen Probleme dazu passen. Sie wirken echt, sind facettenreich und lassen es zu, dass man auch einen Blick hinter die Fassade werfen kann. Viele von ihnen waren mir sehr nah und haben damit auch für so einige berührende Szenen gesorgt.

    In die Geschichte werden auch bretonische Mythen eingebunden – das war für mich eine besondere Ebene, die mir viel Freude gemacht hat. Ich konnte da auch viel entdecken! Sogar der Titel des Romans beruht auf einer Legende: Es heißt, dass sich an der Baie de Trépassés, der Bucht der Verstorbenen, die Ertrunkenen versammeln, um noch einmal an Land zu gehen. An Allerseelen laufen ihre Seelen über die Wellenkämme des Meeres und in der ganzen Bucht sollen Stimmen, Rufe und Geflüster erklingen – die Stimmen über dem Meer.

    An diesem Roman gefällt mir aber auch die Vielfalt der Themen, da gab es für mich einige Überraschungen. Es geht eben nicht nur um ein geerbtes Haus oder die Vergangenheit oder darum, wie man mit einer gerade pausierenden Beziehung umgeht. Es ist mehr wie ein Puzzle, die Themen verweben sich und werden ein großes Ganzes. Jeder setzt da natürlich andere Schwerpunkte, ganz nach seinem individuellem Geschmack.

    „Die Stimmen über dem Meer“ war eine eher leise, aber sehr fesselnde und abwechslungsreiche Lektüre, mit der ich mich einfach wohl gefühlt habe. Emotional, mit intensiven und berührenden Eindrücken. Eine Geschichte, die man mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten lesen und auch weiterspinnen kann. Es kann einem allerdings passieren, dass man danach mehr über die Bretonen lesen möchte …

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    G
    Geheimtippvor 3 Jahren
    Ein wunderschöner Roman der leisen Töne - hinreißend erzählt!

    Nach Bettina Storks erstem Roman "Das Haus am Himmelsrand" legt die Autorin jetzt mit "die Stimmen über dem Meer" ihren zweiten Roman vor. Zum Inhalt: Morgane erbt im Finstere in der Bretagne ein Häuschen und wird während ihres Aufenthaltes mit vielen Problemen und mit den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie gewinnt Freunde, verliert eine Liebe und entdeckt am Ende ein Geheimnis, das ihre verstorbenen Mutter ein Leben lang gehütet hatte.

    Ich fand die Geschichte hinreißend und äußerst spannend erzählt. Man fiebert mit den Figuren mit und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Sprachlich und stilistisch konnte mich das Werk komplett überzeugen - die Naturbeschreibungen der wilden Bretagne sind gelungen wie auch die emotionale Entwicklung von Morgane samt Nebenfiguren. Überraschende Wendungen, vielschichtige und komplexe Charaktere runden den Roman ab. Das elegante Einweben der bretonischen Sagenwelt war ein weiteres Lesevergnügen.
    Das Cover trifft meinen Geschmack und es kündigt auf dezente Weise an, wohin die Reise führt. Auch den Titel finde ich geheimnisvoll und tiefgründig.

    Für mich ist Bettina Storks Roman "Die Stimmen über dem Meer" ein Buch der leisen Töne und ein Lese-Highlight 2015 - fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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    Lesegenusss avatar
    Lesegenussvor 3 Jahren
    Wo dein Herz zu Hause ist ... ein ansprechender Roman vor atemberaubender Kulisse der Bretagne

    "Das Land am Ende der Welt" - so bezeichnen die Bretonen ihre Heimat. Am Rande des  kleinen Fischerort Le Conquet steht das Haus von Morganes Tante Fanny, das diese ihr vererbt hat. Im November reist Morgane nach Frankreich. Morgane, eine Halbfranzösin, deren Mutter ihre Wurzeln in der Bretagne hatte, der Vater ein Deutscher. Ansich hatte sie vor, das Haus so schnell wie möglich zu verkaufen. Doch da ist Paulette, die behauptet, sie hätte ein Wohnrecht auf Lebenszeit in diesem Haus.
    Die Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit wecken längst vergrabene Gefühle und Erinnerungen. Sehr schmerzlich war der Verlust ihrer Mutter, die hier in der Bretagne ihr Leben verlor. Morgane beschließt erst einmal in Frankreich zu bleiben. Ihre langjährige Beziehung zu Stefan, der sich beruflich nach Wien orientieren wollte, war auf Eis gelegt. Eine Auszeit für beide?!
    Mit dem Haus kommen allerdings auch große finanzielle Ausgaben auf Morgane zu, zumal noch eine Altlast bei der Bank vorhanden ist. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, arrangiert sich mit Paulette und nicht nur dass, sie stellt sich ihrer Vergangenheit. Der Tod ihrer Mutter, war es wirklich ein Unfall gewesen? Sie vermutete hinter all dem ein Geheimnis, dass man ihr jedoch nicht verraten hat. Zu ihrem Vater hat Morgane bis heute ein sehr distanziertes Verhältnis. Wird sie herausfinden, was damals wirklich passiert ist?

    Die Schönheit und Faszination der Bretagne, die Landschaft als auch die Ortsbeschreibungen werden dem Leser sehr gut beschrieben, so dass man es bildlich vor Augen hat.  Bei bestimmten Abschnitten  hatte ich den Geruch von Meerwasser in der Nase und das Rauschen der Wellen im Ohr. Ebenso erwähnenswert die bretonischen Bräuche bzw. Sitten, die Menschen im besonderen, ja es ist ein eigener Menschenschlag. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Sie haben Ecken und Kanten, vom Leben geprägt. Sie haben Mauern um sich herum, es wirkt wie eine Art Selbstschutz. Nur manchmal muss man Dinge tun, die in den Augen anderer falsch sind. Doch wenn man davon überzeugt ist, dass das in diesem Moment für einen selbst richtig ist, sieht man am Ende des Weges den Schimmer der Hoffnung, wenn der Sturm der Wellen sich gelegt hat.

    "Die Stimmen über dem Meer", das Buch hat mir gezeigt, dass die Autorin einen ganz besonderen Schreibstil hat. Es gibt die eine oder andere Autorin, die ebenso in dieser Stilrichtung schreibt und das mag ich. Auch jetzt, Tage nachdem ich das Buch beendet habe, klingt es nach.

    Fazit:
    "Die Stimmen über dem Meer" ist ohne Zweifel großartig geschrieben und entwickelt, und wenn man einmal angefangen hat, mag man sich dem nicht mehr entziehen. Nach und nach sieht man die Zusammenhänge und es ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.
    Ein tolles Buch, das mich nun davon träumen lässt, eine Reise an die atemberaubende Kulisse der Bretagne zu reisen.
    Lesenswert, ich empfehle den Roman gerne weiter für alle Liebhaber guter, ansprechender Literatur.

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    Becky_loves_bookss avatar
    Becky_loves_booksvor 3 Jahren
    Bewegend!

    Cover: Ich finde, dass das Cover sehr gut zum Buch passt. Durch den bewölkten Himmel wirkt es melancholisch und geheimnisvoll. Der Himmel dominiert das Bild und die Küste ist eher klein gehalten. Genau das gefällt mir daran.

    Meinung: Normalerweise kann ich mit Frankreich nicht so viel anfangen, dennoch habe ich mich auf dieses Buch eingelassen. Zum Glück, denn sonst hätte ich diese tolle Geschichte verpasst. Morgane lebt eigentlich in Deutschland, hat aber bretonische Wurzeln. Nun kehrt sie zurück, denn ihre Tante mütterlicherseits hat ihr ein Haus an der Küste hinterlassen. Sie entschließt sich, zu bleiben und wird nun mit diversen Schwierigkeiten konfrontiert,  wie z. B. Schulden, einer skurrilen Mitbewohnerin und der Vergangenheit ihrer Mutter, die vor Jahren einen tödlichen Unfall hatte. Das Buch beginnt schon geheimnisvoll und machte mich bereits nach kurzer Zeit neugierig. Obwohl es keine große Action gibt, passiert durchgehend etwas. Mir wurde also zu keiner Zeit langweilig. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, mitreißend ohne aufdringlich zu sein. Die Kapitel lassen sich gut und zügig lesen. Auch die Protagonisten hat sie sehr liebevoll entworfen. Morgane ist eine interessante Persönlichkeit und ihre Geschichte berührt und besonders das Ende ging mir sehr ans Herz.
    Fazit: Dieser Roman ist die emotionale Reise einer Frau, die zu ihren Wurzeln findet und auch sich selbst neu entdeckt. Lest es, dann sind euch schöne Lesestunden garantiert!

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 3 Jahren
    Das bretonische Herz

    „In der Bretagne stirbt man nicht, hier schwimmt man hinaus aufs Meer. Man geht nur auf Reisen.“ (S. 111)

    Morgane war 10 Jahre alt, als ihre bretonische Mutter Elaine bei einem mysteriösen Badeunfall in der Bretagne tödlich verunglückte. Als nun Morganes Tante Fanny stirbt, vermacht diese der Nichte ihr Klippenhaus im Örtchen Le Conquet im Finistère. Morgane, die als Übersetzerin für französische Belletristik arbeitet und deren Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Stefan gerade in einer schwierigen Phase ist, entscheidet sich dafür, in die Bretagne zu reisen, obwohl sie sich einst nach dem Tod der Mutter geschworen hat, niemals mehr zurückzukehren. Die Landschaft, das Meer und ihre Erinnerungen an die Vergangenheit nehmen Morgane bei ihrer Ankunft sofort gefangen und lassen ihr bretonisches Blut wieder aufleben. Deshalb entschließt sie sich, das Erbe ihrer Tante anzunehmen und ihr Leben neu einzurichten. Das Klippenhaus hat eine Renovierung dringend nötig, und Morgane hat nicht nur in dieser Hinsicht zu tun, sondern muss sich auch mit ihrer „Mitbewohnerin“ Paulette auseinandersetzen, die ihre Tante bis zu deren Tod gepflegt und ein lebenslanges Wohnrecht im Haus hat. Außerdem fühlt sich Morgane immer mehr wie angekommen, obwohl ihre Gedanken sich um Schulden, ihre verfahrene Beziehung mit Stefan und auch um den Tod ihrer Mutter drehen. Werden Land und Leute sie überzeugen können, ihr Leben in der Bretagne zu verbringen? Aber vor allem: wie ist ihre Mutter nun wirklich gestorben?

    Bettina Storks hat mit „Die Stimmen über dem Meer“ einen wunderschönen und berührenden Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar gefühlvoll und bildhaft, manchmal ein wenig melancholisch. Er rührt am Herz des Lesers, der sich beim Lesen nach den ersten Zeilen bereits in den Schatten der Hauptprotagonistin begibt und dieser nicht mehr von der Seite weicht. Die Landschaftsbeschreibungen sind ebenso gewaltig wie lebensecht. Die eingestreuten Geschichten und Legenden um die bretonische Küste, die über die Jahre von Generation zu Generation überliefert werden, verleihen der Gegend einen Hauch von Mystik und erinnern an die Kindheit, in der man diesen Geschichten gelauscht und sich an diesen Ort geträumt hat. Die Autorin erzählt alles so authentisch, dass man den Duft der Kräuter, das Salz des Meeres und sogar den Geruch von Calvados in der Nase verspürt, man ein Fernweh empfindet zu einer Gegend, die so rau und unbezähmbar ist und dennoch so liebenswert aufgrund ihrer kauzigen Bewohner mit ihren Eigenheiten.

    „Die Menschen ändern sich nicht, sie entfalten sich nur.“ (S. 311)

    Die Charaktere sind sehr vielfältig und detailliert skizziert, jeder hat seine Ecken und Kanten, seine Eigenheiten, aber auch eine harte Schale, die innen ganz butterweich ist, man muss nur zu ihr vordringen. Morgane ist ein unsicherer Mensch, seit dem Tod ihrer Mutter trägt sie diesen Riesenverlust in sich und hofft, ihr auf ihrer Reise in die Bretagne wieder etwas näher zu kommen. Aber sie ist auch auf der Suche. Morgane wirkt verloren und unglücklich, als wäre sie in sich selbst eingesperrt und sucht einen Weg, sich selbst zu befreien. Ihre Entwicklung im Verlauf des Romans ist wunderbar zu beobachten, erst in zaghaften Schritten, dann fast schon ein Sprung, den man ihr zu Beginn des Romans nicht zugetraut hätte. Paulette ist eine eher unterkühlte Frau, die sehr zurückgezogen lebt und es Morgane nicht leicht macht, sie zu mögen. Die Wohnsituation der beiden Frauen verlangt ihnen einiges ab, doch bewirkt es bei Morgane auch eine gewisse Ruhe, nicht allein zu sein und von Paulette einiges zu lernen. Annick sprüht vor Lebenslust und ist das genaue Gegenteil von Morgane, wodurch sich die beiden Frauen wunderbar ergänzen. Armel ist ein ruhender Pol, dabei undurchsichtig und voller Geschichten von der Vergangenheit, ein Gesprächspartner, der Morgane herausfordert. Auch die anderen Protagonisten heben sich durch ihr Wesen und ihre Eigenheiten auf besondere Weise hervor. Das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere und ihre Beziehung untereinander machen die Geschichte besonders und so authentisch.

    Bettina Storck ist mit „Die Stimmen über dem Meer“ ein ganz besonderer Wurf gelungen. Der Roman vermittelt dem Leser die ganze Bandbreite an Gefühlen. Die Geschichte erzählt von Verlust, Verrat, Trauer, Liebe, Freundschaft, Hoffnung, und Glück, so wie das richtige Leben. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich in einem wunderbaren Schreibstil mit einer gefühlvollen Geschichte verlieren wollen. Chapeau, besser geht es nicht!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Berlin_Verlags avatar

    Eine Hommage an die Bretagne und ihre Bewohner

    Liebe LovelyBooker,

    bald ist es so weit: Am 05. Oktober erscheint der neue Roman von Bettina Storks DIE STIMMEN ÜBER DEM MEER und wir freuen uns sehr, dass die Autorin sich auch dieses Mal an der Leserunde beteiligen wird.

    Eigentlich wollte die Halbfranzösin und Übersetzerin Morgane ihr geerbtes Häuschen nur rasch verkaufen und zurück nach Deutschland. Doch mit dem Haus hat sie auch Schulden geerbt - und die alte Paulette, der Morganes Tante angeblich ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert hat. Außerdem bemerkt Morgane gleich am ersten Tag: Diese raue, wunderschöne Landschaft löst etwas in ihr aus und die bretonische Sagenwelt scheint auch ihre Geschichte zu erzählen. Kein Wunder: Hier ganz in der Nähe ist ihre Mutter aufgewachsen und bei einem mysteriösen Badeunfall ums Leben gekommen. Morgane bleibt und beschließt zu kämpfen: um ihr Haus, ihre Unabhängigkeit und um die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter zu erfahren. Sie findet Freunde und verliert eine Liebe. Sie findet Antworten und droht den Glauben an ihren Traum zu verlieren. Aber Morgane hat auch die bretonische Sturheit geerbt...

    Bettina Storks, geboren 1960, lebt am Bodensee. Sie ist promovierte Germanistin und war mehrere Jahre als Redakteurin beschäftigt. 2007 begann sie mit dem Schreiben belletristischer Texte, erhielt im Jahre 2008 ein Stipendium vom Förderkreis Deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg und veröffentlichte 2014 mit »Das Haus am Himmelsrand« ihren ersten Roman bei Bloomsbury Berlin.

    Bettina Storks freut sich schon sehr auf zahlreiche Bewerbungen, Eure Eindrücke und Fragen.

    Wollt Ihr dabei sein? Dann kommentiert bis zum 16. September die Leseprobe und schon habt Ihr die Chance auf ein Freiexemplar.

    Viel Glück!

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    Nirgendwo kann man so schön schweigen wie in einer bretonischen Hafenkneipe. Doch die Wahrheit darf nicht schweigen.

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