Neuer Beitrag

nirak03

vor 2 Jahren

(29)

1724 wird in einem Wald in der Nähe von Hameln ein verwildertes Kind gefunden. Es ist ein Junge und er bekommt den Namen Peter. Zunächst soll sich das Armenhaus um das Kind kümmern. Grete, die Tochter des Aufsehers nimmt sich bald des Knaben an, dieser kann weder sprechen noch kennt er menschliche Nähe, sein Verhalten gleicht dem eines Wolfes. Grete, versucht sein Vertrauen zu gewinnen und ihm zu helfen. Dann taucht Aristide Burchardy auf, er ist ein Kommissar mit Geheimnissen. Auch er interessiert sich für den Knaben, vor allem aber für dessen Herkunft. Ein Stofffetzen den Peter bei sich trug könnte Aufklärung bringen. Schon bald stellt sich heraus, dass Peter und Aristide mehr verbindet als zunächst gedacht. Die Untersuchungen von Aristide gehen bis in die höchsten Kreise.

Spannend wird hier von dem Knaben erzählt, der im 18. Jahrhundert im Wald von Hameln gefunden wurde. Viele Legenden ranken sich um die Geschichte. Die Autorin Bettina Szrama hat ihm nun ein Gesicht gegeben. Aber nicht nur dem wilden Kind, sondern vor allem den Menschen, die es fanden und aufzogen und versuchten ihm ein Heim zu geben. Grete, die Tochter des Aufsehers, sie hatte sich bemüht dem Jungen zu helfen und gleichzeitig zeigt ihr Leben auch, wie die Menschen damals lebten. Grete durfte als Frau nicht über sich selbst bestimmen, sie versucht nun hier ihr eigenes Schicksal zu ändern. Sie setzt sich über so manches Verbot des Vaters hinweg und ist bereit für Peter zu kämpfen aber auch für ihre eigene Liebe und Zukunft. Zu Beginn der Geschichte ist Grete noch ein unbedarftes junges Mädchen aber sie wächst mit ihren Aufgaben und der Verantwortung für den Jungen.

Aristide Burchardy ist ein ziemlich undurchsichtiger Charakter. Er will die Herkunft des Kindes klären und stößt dabei auf noch mehr Geheimnisse vor allem am englischen Königshof von Georg I.. Die Suche nach Peters Herkunft bringt auch für Burchardy einiges an Informationen an den Tag. Immer wieder wird das Kind hin und her geschoben und ausgestellt. Die Autorin schafft es wunderbar, die Hilflosigkeit Peters zu vermitteln. Aber auch die Versuche von Grete, ihn als das zu sehen was er ist, nämlich ein hilfloses Kind, sind wunderbar dargestellt. Es macht einfach Spaß der Geschichte von Peter zu folgen. Es wird spannend und vor allem authentisch erzählt. Mir hat gerade diese Geschichte von Bettina Szrama wunderbar gefallen. Es stehen einem einfach Bilder vor Augen, man sieht förmlich das Kind Peter und dann später auch schon den jungen Mann, der er einmal werden wird. Aber nicht nur Peter ist gut dargestellt auch die anderen Charaktere wie eben Grete und Aristide sind lebhaft und wirken lebendig und echt.

„Das wilde Kind von Hameln“ ist eine fiktive Geschichte mit einem realen Hintergrund. Die Autorin hat sie wunderbar ausgearbeitet und lebendig werden lassen. Sie erzählt von dem Leben des Kindes und von den Schwierigkeiten, die gerade das 18. Jahrhundert mit sich brachten. Gleichzeitig ist diese Geschichte voller Geheimnisse, die sich so nach und nach entschlüsseln. Unbedingt lesen, es ist interessant und lebhaft erzählt. 

Autor: Bettina Szrama
Buch: Das wilde Kind von Hameln
Neuer Beitrag