Bettina Tietjen

 4.5 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Unter Tränen gelacht, Unter Tränen gelacht und weiteren Büchern.

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Bettina TietjenUnter Tränen gelacht
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Unter Tränen gelacht
Unter Tränen gelacht
 (45)
Erschienen am 09.03.2015
Bettina TietjenSchuheputzen mit Damenstrümpfen
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Schuheputzen mit Damenstrümpfen
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 (1)
Erschienen am 02.01.2014
Bettina TietjenUnter Tränen gelacht
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Unter Tränen gelacht
Unter Tränen gelacht
 (3)
Erschienen am 09.03.2015

Neue Rezensionen zu Bettina Tietjen

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hannelore_bayers avatar

Rezension zu "Unter Tränen gelacht" von Bettina Tietjen

Ich nicht weiß!
hannelore_bayervor 2 Jahren

Ich war gespannt auf dieses Hörbuch, da ich Jahre zuvor auch schon Demenz in der eigenen Familie erleben konnte.
Frau Tietjen erzählt ohne zu beschönigen, die guten und die schlechten Erlebnisse mit ihrem zunehmend dementen Vater in seinen letzten zweieinhalb Jahren. Man mag Borchard Schniewind sofort. Er ist ein sehr netter gebildeter Mann, der als Architekt tätig war. Freundlich bleibt er bis zu letzt. Man kann noch richtig dazu lernen. Diese Gedichte, die er liebend gerne rezidiert, konnte ich auch mal. Ob ich das heute noch könnte? Es wwerden sehr schön die Anfangsschwierigkeiten erklärt, die man eigentlich noch gar nicht richtig wahr haben will. Auch das Problem ausländische Haushaltshilfe kommt vor. In Herrn Schniewinds Fall sind es zwei Lettinnen, deren "Deutsch" er übernimmt. "Ich nicht weiß" zieht sich durch die ganze Zeit und wirkt irgendwie drollig. Auch sonst ist er ein sehr lustiger Kerl geblieben. In Anlehung an seinen Beruf, sagt er gerne Reißbrett-Scheißbrett und grinst in sich hinein. Bald geht das aber auch nicht mehr mit den Lettinnen und Frau Tietjen und ihre Schwester sehen sich gezwungen, sich nach einem Seniorenheim umzuschauen. In Hamburg landet der Herr Schniewind schließlich in einem sehr netten Heim. Bettina besucht ihn jeden Tag und man erfährt so manches über Heime, gute und schlechte Pfleger. Im Heim geht es lustig zu, es wird viel gefeiert.
Irgendwann dreht das Schicksal den Spieß um und es geht nicht mehr so gut. Bettina und ihr Vater machen eine Odysse durch die Krankenhäuser, da er immer wieder an Lungenentzündungen leidet. Eines Tages stehen sie vor der Frage nochmal Leben
verlängern mit Antibiotika oder einfach nur ein Schmerzmittel.

Alles in Allem ein sehr sehr beeindruckend wie Frau Tietjen ihre Schwierigkeiten und die der Familie beschreibt, vom ersten Schlag "Diagnose Demenz" bis zuletzt. Als Laie erfährt man einiges, was im Umgang mit Dementen besser vermieden wird oder auch, was immens wichtig ist. Man kriegt ansatzweise ein Gefühl für die Arbeitslast des Pflegepersonals.Gut fand ich auch, daß sich in Herrn Schniewinds Heim mit den Dementen immer beschäftigt wurde.
Ich denke aber auch, daßein gutes Pflegeheim immer auch vom Geld abhängig ist. In jeder Hinsicht, ob es jetzt die Bezahlung des Personals angeht oder auch wie teuer die Pflegeplätze sind. Die wirklich guten können sich denke ich nur wenige Leute leisten. Das Gros muß froh sein, wenn es überhaupt unterkommt.

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Wichmanns avatar

Rezension zu "Unter Tränen gelacht" von Bettina Tietjen

Mit Augenmaß und Empathie geschrieben
Wichmannvor 2 Jahren

Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Inhalt und Aufteilung des Buches
So wie das Leben spielt. Es überrascht. Es fordert. Es ist bunt. Und just in dem Moment, in dem die üblichen Absprachen nicht greifen können, erhält die Protagonistin einen Anruf von der Polizei. Der Weg ist weit und die unterstützende, günstige Haushaltshilfe betrunken. So bleibt nur der Weg in die entfernte Stadt, um Ordnung zu schaffen und den Vater aus seiner Wohnung in ein Heim für Demenzerkrankte zu geben, dass nahe genug liegt, um ihn oft besuchen zu können und seinen weiteren Lebensweg zu unterstützen und mitzuerleben.
Es handelt sich um eine durchaus realitätsnahe Geschichte, die ebenso geschrieben ist: nachvollziehbar.
Ein jeder könnte selbst in diesem Erleben stecken. Die Bilder entstehen im Kopf und lassen den Leser mitfiebern. Bereits der Prolog führt gut in diesen lesenswerten, tiefgründigen Erfahrungsbericht ein, der so liebevoll geschrieben ist.  

Das Buch macht Mut, lebt teils von Andeutungen, die sich später auflösen und streut Schicksale anderer ein. Geschrieben ist es, ich zögere beim Wort: ‚Unterhaltsam‘. Dieser Begriff jedoch kommt mir sofort in den Sinn, bei diesem mehr als 300 Seiten starken Buch und unterhalten hat es, auch wenn der Hintergrund ernst ist. Doch diese Geschichte ist nicht wehleidig oder übertrieben dargestellt, sondern einfühlsam genug, sodass man mitgehen, mitbangen und miterleben kann.

Zielgruppe
Für alle, die auch die leisen Töne verstehen.

Stil
Das Buch liest sich fast wie ein Roman, hält den rechten Abstand ein zu Randpersonen und ist in der personalen Erzählperspektive geschrieben.

Fazit
Ein sehr schön umgesetzter Erfahrungsroman. Lohnenswert zu lesen und sollte im Buchregal für ein erneutes Lesen aufgehoben werden.

Rezension von Wichmann-Reviews.de

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Flohs avatar

Rezension zu "Unter Tränen gelacht" von Bettina Tietjen

Ein bewegendes Buch, bei dem mein Herz vor Traurigkeit weinte und vor Freude hüpfte! Schön.
Flohvor 2 Jahren

Das Thema Pflege, Demenz, Alzheimer, Pflegeheim, Altern, Sterben... gerne verschließen wir uns davor, doch hier in diesem herzlichen und aus dem echten Leben gegriffenen Roman „Unter Tränen gelacht – Mein Vater, die Demenz und ich“ von der Autorin und Moderatorin Bettina Tietjen erleben wir, wie das Altern auch der langsame Abschied ins Vergessen ganz anders funktionieren kann, und eine Begleitung eines Erkrankten in all seinen Stadien der Krankheit auch eine Bereicherung und unfassbare Intensität bieten kann. Hier spricht eine wahre Geschichte, und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen der Autorin öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Umdenken an. Autorin Bettina Tietjen berichtet nicht nur von ihren Erlebnissen mit ihrem geliebten Vater, nein, sie zeigt die Schatten- sowohl auch die Sonnenseiten, sie zeigt die Hoffnung, blickt auf die Arbeit der Pfleger und Ärzte, auf Behandlungsmöglichkeiten, Unterstützung und Hilfe. Sie versucht den Umgang mit einem Demenzkranken zu erleichtern und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Dass dies nicht immer gelingt, und es auch Tiefphasen und dunkle Löcher gibt, versteht sich von selbst. Aber auch darüber spricht die Autorin und gibt einen ehrlichen und warmen Blick in ihr persönliches Familienleben. Sie öffnet die Tür zu ihrem Zuhause, zum Pflegeheim, zum Sterbebett und zu den Herzen der Angehörigen und Betroffenen… Bettina Tietjen hat es sich in ihrem bewegenden und erklärenden Buch "Unter Tränen gelacht – Mein Vater, die Demenz und ich" mit ihren gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten zur Aufgabe gemacht zu informieren, aufzuklären, Hoffnung zu schenken und ein Anreiz für unvergessliche letzte Lebensabschnitte zu geben.
Ein lohnendes Buch, welches mit viel Herz, Humor, Lachern, Wissen, Hintergründen, Offenheit, Trauer, Schmerz, Bürokratie, Rückschlägen, Aufopferung und Wahrheit trumpft!
Erschienen im Piper Verlag (https://www.piper.de/)


Inhalt / Beschreibung:
"In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein."

Warum habe ich dieses Buch entdeckt und gelesen?
Für mich war es der Titel, der mich neugierig gemacht hat. Das Buch sollte ein Geschenk für meine Schwiegermutter werden, die mit ihren über 55 Jahren noch eine Ausbildung als Altenpflegerin begonnen hat und die mit ihrer Schwiegermutter, also meiner angeheirateten Schwiegeroma, nun mit dem Thema Demenz und Vergessen in Berührung kommen. Daher wurde dieses Buch, was ich gleich doppelt bestellt habe, dann auch für mich zu einem interessanten und wichtigen Thema. Ich bereue keine einzige Zeile von diesem erklärenden, verständnisvollen, traurigen und hoffnungsvollen Buch. Die Moderatorin und Autorin Bettina Tietjen schreibt faszinierend und berührend ehrlich und ein jeder Betroffener fühlt sich verstanden und hat das Gefühl, eine feste Brandung im Sturm um das langsame Entschwinden naher Angehöriger im Sog des Vergessens gefunden zu haben.

Schreibstil:
Besonders beeindruckend empfinde ich den wahnsinnig nahen und ehrlichen Einblick in das Leben der Moderatorin und ihres erkrankten Vaters. Sie beginnt ihren Roman damit, als die Diagnose gestellt wurde und der Vater aus seiner eigenen Wohnung in ein Seniorenheim umzieht. Er lässt sein eigenständiges Leben in Wuppertal hinter sich und wohnt fortan unter Betreuung und Pflege in Norddeutschland in der Nähe seiner Tochter. Damit verändert sich auch das Leben der Autorin, was sie sehr gekonnt beschreibt. Man spürt beim Lesen dieses Romans einfach auch, dass es die Autorin beherrscht zu sprechen und zu moderieren und zu berichten. Zwar erscheint ihr Schreibstil hier keinesfalls als Moderation, aber sie versteht ihr Können, Gefühle in Worte zu kleiden. Trotz des allmählichen Verfalls und Vergessens bis zum Tod des Vaters, ist es hier vorwiegend auch das sprühende Leben, welches hier aus den Zeilen dringt. Denn zwar werden in der Demenz bei den Erkrankten viele Dinge in Vergessenheit geraten, aber auch viele sehr persönliche oft auch zurückliegende Momente, Eigenschaften und Erlebnisse der Menschen dringen an die Oberfläche und ermöglichen einen wunderbaren Ansatz diese aufzugreifen und den betroffenen Patienten, immer noch als vollwertigen und liebenswürdigen Menschen zu sehen. Da die Autorin eigene Erfahrungen mit ihrem dementen Vater in diesem Buch niederschreibt, bekommt es unheimlich viel Tiefe und Nähe, zeigt aber auch nur die eine Seite aus der Situation, wo man einen Menschen begleitet, der einem lieb ist und zu dem man sich schon immer verbunden gefühlt hat. Die etwas traurige und zehrende Seite jemanden zu begleiten, den man als Last oder als Groll empfindet, wird hier daher nicht durchleuchtet. Es ist eben ihr persönliches Buch, ihre Lebenserfahrung der letzten knapp 3 Jahre mit ihrem Vater. Nichts anderes. Beinahe in Romanform berichtet Tietjen von ihren Erfahrungen mit den Behörden, dem Pflegepersonal, die Bürokratie, die Pflegesituation, Momente mit dem Umgang der Erkrankung Demenz in der eigenen Familie und dem eigenen Umfeld der Autorin dargelegt und neben all den Hindernissen und Alltagsproblemen werden aber auch all die Hoffnungen und Bereicherungen beschrieben. Die Autorin zeigt durch ihren lockeren Ton, ihrer manchmal flapsigen Mundart, ihren Gedanken und Entscheidungen, dass ein Leben mit erkrankten Angehörigen KEIN Dahinsiechen sein muss.

Es ist Dank des ehrlichen, emotionalen und optimistischen Schreibstils ein Unterhaltungsroman entstanden, den man liebend gerne als Film erleben möchte. Humorvolle Momente, Dialoge zum Schmunzeln, Anekdoten, Erlebnisse und aber auch Wege und Hilfestellung. Der Schreibstil der Autorin Bettina Tietjen macht aus diesem Buch, aus dieser Geschichte, einen ehrlichen und zu Tränen rührenden Roman, den man gerne ein weiteres Mal liest und sich immer wieder in die Atmosphäre dieser besonderen Vater-Kind-Beziehung spüren lässt.
Neben all den humorvollen und sogar bereichernden Momenten, zeigt die Autorin jedoch auch tragische und rührende Ereignisse und findet auch hier durch ihre Erzählweise genau den treffenden Tonus um jeweilige Passagen an den Leser zu bringen und ihn mitzunehmen. Ganz großartige Umsetzung. Ich assoziiere stetig mit dem Kinohit „Honig im Kopf“ von Till Schweiger.

Meinung:
Dieses Buch zeigt uns, dass es auch anders geht. Der Umgang mit Demenz muss nicht zwangsläufig hoffnungslos und belastend sein. Zwar werden auch Fakten genannt, die schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang des Sterbens und Alterns und der behördlichen und pflegerischen Wege aufzeigen, aber es gibt Lichtblicke, wenn man auch außergewöhnliche Wege gehen will. Hier berichtet die Autorin Bettina Tientjen von sich und ihrem Vater, von ihren Erfahrungen und gewonnen Kenntnissen, aber sie berichtet nicht allein, denn Autorin Tietjen wirft auch einen Blick auf die wegbegleitenden Menschen aus Ärzten, Pflegepersonal, Beamten und Behörden. Freundschaften und Kontakte, die sie schließt, wie und wo sie sich informiert und was für sie die richtigen Entscheidungen sind, dem Vater gerecht und würdig zu werden. Sehr sehr bewegende und auch Mut machende Themen und Momente werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem Verfall, dem Tod und das Warten auf den Tod zunächst in einem Pflegeheim darstellen und später all die Lebensfreude in Rückblenden aufzeigen. Hier wird, ist und bleibt der Mensch Mensch!!! Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Man wird den Vater, aber auch die Autorin mit ihrem beherzten handeln ins Herz schließen, trotz oder gerade wegen ihrer gravierenden Eigenarten. Zum Nachdenken und Umdenken anregend, offen, ehrlich und fundiert erläutert die Autorin neben ihrem persönlichen Erfahrungsbericht mit der einprägsamen Geschichte auch die Fakten, den Ist-Zustand, die Moral und die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, Versäumnisse und Tücken der Regierung und der Lobby. Der Autorin durchkämmt das gesamte Spektrum, welches das Thema Demenz mit sich bringt und zeigt Erfahrung und Wissen und vereint alles gekonnt und stimmig in einem Roman, der unvergessen bleibt und aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz schreibt und daher wirklich nur ihre Seite zeigt. Dass es auch andere, sehr traurige und zermürbende Erlebnisse und Schicksale mit der Erkrankung und den Erkrankten gibt, erfährt man hier natürlich durch ihren positiven Blick nicht. Daher ist der Bericht doch sehr einseitig, aber eben auch ihr eigener persönlicher Bericht. Manche ihrer Zitate und Feststellungen konnte ich jedoch nicht immer ganz gutheißen. So unterstellt sie manche Dinge, oder stellt es als Fakt dar, den man aber falsch interpretieren könnte. Je nachdem in welcher Gefühlslage man sich beim Lesen befindet, stoßen manche Äußerungen auch sehr an und provozieren gar. Da das Buch doch sehr hoffnungsvoll, schön und optimistisch geschrieben ist, was mir sehr gefällt und zusagt, so stimmt es andere Leser und Betroffene bestimmt auch traurig, da sie diese geschilderten Emotionen und diese nahe Verbindung zueinander nicht spüren oder erleben in ihrem persönlichen Umfeld oder Fall… Der Leser hat immer die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass Bettina Tietjen nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend den Menschen und ihre eigene persönliche Lebensgeschichte sprechen lässt. Somit erreicht sie die Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang gepaart mit einem wundervollen Roman und einzigartigen Momenten mit dem Vater bis zu seinem Tod. Ich habe bei diesem Buch geweint, gehofft, gelacht und Zuversicht geschöpft.

Großes Lob geht aber an die Idee, die Sicht aus den Augen der Betroffenen darzustellen und diese Lebenserfahrung in dem Buch für andere zugänglich zu machen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht, auch wenn es nur ein Fallbeispiel ist und nicht den gesamten Alltag und alle individuellen Möglichkeiten, Verläufe und Umgänge schildert. Aber wie sollte es auch? Bettina Tietjen wollte ihren persönlichen Lebensabschnitt, den sie mit dem Vater und der Demenz geteilt hat erzählen. Und das ist ihr gelungen. Ein Umdenken und eine neue Sicht der Dinge werden dem Leser hier geschenkt.
Ganz besonders hervorheben möchte ich den Persönlichkeitsfaktor des Buches durch Fotografien aus dem Familienalbum und durch Zeichnungen im Buch. Mit diesem Buch darf man sich gemeinsam Erinnern, Unterstützen, Helfen, Beglücken und an Bettina Tietjens Zeit mit dem Vater im Pflegeheim anknüpfen.

Persönliche Kritik:
• Das Buch vermittelt natürlich nur eine einzige persönliche Momentaufnahme. Die Momente der Autorin mit ihrem Vater. Das deckt nicht die ganze Bandbreite an Situationen ab, die diese Erkrankung in der Familie für die Angehörigen mit sich bringt.
• Der Blick auf die Krankheit und den Umgang mit der Krankheit ist daher sehr einseitig und könnte bei einem gestörten Verhältnis oder einem schlechten Seniorenheim oder Verlauf der Demenz an sich ganz anders aussehen.
• Manche der Schlussfolgerungen der Autorin könnten im schlimmsten Fall falsch interpretiert werden, oder erreichen den Leser je nach eigener Stimmung völlig falsch. Manchmal besagen ihre Äußerungen vielleicht dann nicht dass, was sie besagen sollten…
• Die Rückblenden und Erinnerungen werden für meinen Geschmack zu zerstreut in die Erzählung verwoben. Hier wird man manchmal durch einen schönen Erinnerungsmoment aus der Ist-Situation gerissen, wo man es noch gar nicht gewollt hätte. Das fordert dem Leser Flexibilität heraus.

Die Autorin:
"Bettina Tietjen, geboren 1960, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Romanistikstudium als Moderatorin, Reporterin und Autorin für den RIAS Berlin, die Deutsche Welle, den WDR und diverse Printmedien. Seit 1993 ist sie beim NDR-Fernsehen Gastgeberin auf dem Roten Sofa der Sendung »DAS!«. Außerdem empfängt sie einmal im Monat prominente Gäste in ihrer Freitagabend-Talkshow, seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes („Bettina und Bommes“). Seit 2008 talkt sie auch im Radio in ihrer Sendung »Tietjen talkt« bei NDR 2. Bettina Tietjen ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Hamburg."

Fazit:
Sehr persönlich, bewegend, hoffnungsvoll, herzlich, humorvoll, nah, intensiv, traurig, erschütternd, tragisch und so voller Liebe, dass es das ganze Herz und alle erdenklichen Emotionen ausfüllt. Ein schönes Buch, was mich selbst beglückt hat und welches ich nun als Geschenk guten Gewissens besorgen kann. Ein Erfahrungsbericht mit Herz und Seele und vielen bezaubernden Momenten bei einer ernsten Thematik. Eine absolute Leseempfehlung für die, die sich mit dem Thema befassen möchten, betroffen sind, oder einen Blick hinter die Kulissen der Pflegeheime und des Alterns werfen möchten und auch andere Lösungen finden mögen. Für Romanliebhaber und Leser herzerfrischender Geschichten a la „Honig im Kopf“!

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Als am Sonntagabend gegen 22 Uhr mein Handy klingelt, weiß ich noch nicht, dass dieser Anruf mein Leben verändern wird"

Die Geschichte eines schönen, schweren Abschieds.
Die bekannte Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen hat ein mutiges Buch geschrieben, in dem sie offen über etwas spricht, von dem keiner betroffen sein möchte: die Demenzkrankheit ihres Vaters. In "Unter Tränen gelacht" erzählt sie manchmal traurig, manchmal humorvoll über dieses sehr private Thema und darüber, wie sie gelernt hat, dieses schwere Schicksal zu akzeptieren.

Zum Inhalt
In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten "Tüdeln" bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.

Mit 21 Fotos und 10 Zeichnungen, die Bettina Tietjens Vater in seinen letzten Lebensjahren angefertigt hat.

Leseprobe

Zur Autorin
Bettina Tietjen, geboren 1960, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Romanistikstudium als Moderatorin, Reporterin und Autorin für den RIAS Berlin, die Deutsche Welle, den WDR und diverse Printmedien. Seit 1993 ist sie beim NDR-Fernsehen Gastgeberin auf dem Roten Sofa der Sendung "DAS!". Außerdem empfängt sie einmal im Monat prominente Gäste in ihrer Freitagabend-Talkshow, seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes ("Bettina und Bommes"). Seit 2008 talkt sie auch im Radio in ihrer Sendung "Tietjen talkt" bei NDR 2. Bettina Tietjen ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Zusammen mit dem Piper Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Unter Tränen gelacht" unter allen, die dieses emotionale Buch im Rahmen einer Leserunde lesen, sich darüber austauschen und abschließend eine Rezension schreiben möchten. Wenn ihr euch bewerben* möchtet, dann beantwortet bitte folgende Frage:

Bettina Tietjen ist davon überzeugt, dass Demenz auch Kraftquell sein kann. Das könnte auch für andere Schicksalsschläge gelten.
Teilt ihr diese Meinung? Oder habt ihr vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht?


Vielen Dank für eure Antworten.

Ich wünsche euch viel Glück für die Verlosung.

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
Zur Leserunde
PamelaReadings avatar

Demenz ist nicht nur zum Heulen - die Geschichte eines schönen, schweren Abschieds

Autorin und Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen lässt uns mit "Unter Tränen gelacht" an der sehr persönlichen Erfahrung mit ihrem demenzkranken Vater teilhaben. Mit viel Liebe, Humor und entwaffnender Ehrlichkeit beschreibt sie, wie sie gelernt hat dieses schwere Schicksal zu akzeptieren. Ihr habt in diesem Fragefreitag die Möglichkeit Bettina Tietjen kennenzulernen und mehr über sie und die Geschichte hinter dem Buch zu erfahren.

Mehr über die Autorin
Bettina Tietjen wurde 1960 geboren. Nach ihrem Germanistik- und Romanistikstudium war sie als Moderatorin, Reporterin und Autorin für den RIAS Berlin, die Deutsche Welle, den WDR und verschiedene Printmedien tätig. Beim NDR-Fernsehen empfängt sie seit 1993 Gäste auf dem Roten Sofa der Sendung »DAS!«. Außerdem hat sie seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes ihre eigene Freitagabend-Talkshow („Bettina und Bommes“). Regelmäßig talkt sie auch im Radio in ihrer Sendung »Tietjen talkt« bei NDR 2. Bettina Tietjen lebt mit Ehemann und Familie in Hamburg.

Mehr zum Buch
In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.

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Wenn ihr Bettina Tietjen gerne kennenlernen und mit ihr plaudern möchtet, dann könnt ihr jetzt eure Fragen stellen. Zusammen mit  dem Piper Verlag  verlosen wir zusätzlich 5 Exemplare von "Unter Tränen gelacht", die ihr mit ein bisschen Glück gewinnen könnt.

Wir wünschen euch viel Vergnügen!

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