Bettina Tietjen Unter Tränen gelacht

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Inhaltsangabe zu „Unter Tränen gelacht“ von Bettina Tietjen

In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.

‚Komische Momente‘, schreibt die Autorin im Klappentext. Kann man das so bewerben? Ja, denn sie versteht sich auf das Timing und Maß

— Wichmann
Wichmann

Ein bewegendes Buch, bei dem mein Herz vor Traurigkeit weinte und vor Freude hüpfte! Schön.

— Floh
Floh

Besonders im Norden Deutschlands ist Bettina Tietjen als langjährige Moderatorin in Radio und Fernsehen vermutlich vielen ein ...

— Splashbooks
Splashbooks

Ich habe meine Mutter und mich in dem Buch wieder gefunden - kann ich für betroffene Angehörige sehr empfehlen.

— DieBerta
DieBerta

Ein berührendes Buch über die Begleitung des eigenen Vaters mit Demenz bis hin zum Tod.

— martina400
martina400

Eine persönliche Geschichte über eine besondere Beziehung.

— Sikal
Sikal

Ein sehr persönliches Buch über Alter(n) und Demenz.

— Nymphe
Nymphe

Ein ehrliches und berührendes Buch. Man lacht und weint zugleich.

— Kleines91
Kleines91

Ein sehr persönliches und berührendes Buch

— peedee
peedee

Sehr persönliches Buch, das Kraft macht & den Blick für die schönen kleinen Momente des Alltags schärft.

— Kerstin-Scheuer
Kerstin-Scheuer

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  • Mit Augenmaß und Empathie geschrieben

    Unter Tränen gelacht
    Wichmann

    Wichmann

    03. September 2016 um 02:22

    Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.Inhalt und Aufteilung des BuchesSo wie das Leben spielt. Es überrascht. Es fordert. Es ist bunt. Und just in dem Moment, in dem die üblichen Absprachen nicht greifen können, erhält die Protagonistin einen Anruf von der Polizei. Der Weg ist weit und die unterstützende, günstige Haushaltshilfe betrunken. So bleibt nur der Weg in die entfernte Stadt, um Ordnung zu schaffen und den Vater aus seiner Wohnung in ein Heim für Demenzerkrankte zu geben, dass nahe genug liegt, um ihn oft besuchen zu können und seinen weiteren Lebensweg zu unterstützen und mitzuerleben. Es handelt sich um eine durchaus realitätsnahe Geschichte, die ebenso geschrieben ist: nachvollziehbar. Ein jeder könnte selbst in diesem Erleben stecken. Die Bilder entstehen im Kopf und lassen den Leser mitfiebern. Bereits der Prolog führt gut in diesen lesenswerten, tiefgründigen Erfahrungsbericht ein, der so liebevoll geschrieben ist.  Das Buch macht Mut, lebt teils von Andeutungen, die sich später auflösen und streut Schicksale anderer ein. Geschrieben ist es, ich zögere beim Wort: ‚Unterhaltsam‘. Dieser Begriff jedoch kommt mir sofort in den Sinn, bei diesem mehr als 300 Seiten starken Buch und unterhalten hat es, auch wenn der Hintergrund ernst ist. Doch diese Geschichte ist nicht wehleidig oder übertrieben dargestellt, sondern einfühlsam genug, sodass man mitgehen, mitbangen und miterleben kann.ZielgruppeFür alle, die auch die leisen Töne verstehen.StilDas Buch liest sich fast wie ein Roman, hält den rechten Abstand ein zu Randpersonen und ist in der personalen Erzählperspektive geschrieben.FazitEin sehr schön umgesetzter Erfahrungsroman. Lohnenswert zu lesen und sollte im Buchregal für ein erneutes Lesen aufgehoben werden.Rezension von Wichmann-Reviews.de

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  • Ein bewegendes Buch, bei dem mein Herz vor Traurigkeit weinte und vor Freude hüpfte! Schön.

    Unter Tränen gelacht
    Floh

    Floh

    Das Thema Pflege, Demenz, Alzheimer, Pflegeheim, Altern, Sterben... gerne verschließen wir uns davor, doch hier in diesem herzlichen und aus dem echten Leben gegriffenen Roman „Unter Tränen gelacht – Mein Vater, die Demenz und ich“ von der Autorin und Moderatorin Bettina Tietjen erleben wir, wie das Altern auch der langsame Abschied ins Vergessen ganz anders funktionieren kann, und eine Begleitung eines Erkrankten in all seinen Stadien der Krankheit auch eine Bereicherung und unfassbare Intensität bieten kann. Hier spricht eine wahre Geschichte, und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen der Autorin öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Umdenken an. Autorin Bettina Tietjen berichtet nicht nur von ihren Erlebnissen mit ihrem geliebten Vater, nein, sie zeigt die Schatten- sowohl auch die Sonnenseiten, sie zeigt die Hoffnung, blickt auf die Arbeit der Pfleger und Ärzte, auf Behandlungsmöglichkeiten, Unterstützung und Hilfe. Sie versucht den Umgang mit einem Demenzkranken zu erleichtern und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Dass dies nicht immer gelingt, und es auch Tiefphasen und dunkle Löcher gibt, versteht sich von selbst. Aber auch darüber spricht die Autorin und gibt einen ehrlichen und warmen Blick in ihr persönliches Familienleben. Sie öffnet die Tür zu ihrem Zuhause, zum Pflegeheim, zum Sterbebett und zu den Herzen der Angehörigen und Betroffenen… Bettina Tietjen hat es sich in ihrem bewegenden und erklärenden Buch "Unter Tränen gelacht – Mein Vater, die Demenz und ich" mit ihren gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten zur Aufgabe gemacht zu informieren, aufzuklären, Hoffnung zu schenken und ein Anreiz für unvergessliche letzte Lebensabschnitte zu geben. Ein lohnendes Buch, welches mit viel Herz, Humor, Lachern, Wissen, Hintergründen, Offenheit, Trauer, Schmerz, Bürokratie, Rückschlägen, Aufopferung und Wahrheit trumpft!Erschienen im Piper Verlag (https://www.piper.de/)Inhalt / Beschreibung:"In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein."Warum habe ich dieses Buch entdeckt und gelesen?Für mich war es der Titel, der mich neugierig gemacht hat. Das Buch sollte ein Geschenk für meine Schwiegermutter werden, die mit ihren über 55 Jahren noch eine Ausbildung als Altenpflegerin begonnen hat und die mit ihrer Schwiegermutter, also meiner angeheirateten Schwiegeroma, nun mit dem Thema Demenz und Vergessen in Berührung kommen. Daher wurde dieses Buch, was ich gleich doppelt bestellt habe, dann auch für mich zu einem interessanten und wichtigen Thema. Ich bereue keine einzige Zeile von diesem erklärenden, verständnisvollen, traurigen und hoffnungsvollen Buch. Die Moderatorin und Autorin Bettina Tietjen schreibt faszinierend und berührend ehrlich und ein jeder Betroffener fühlt sich verstanden und hat das Gefühl, eine feste Brandung im Sturm um das langsame Entschwinden naher Angehöriger im Sog des Vergessens gefunden zu haben. Schreibstil:Besonders beeindruckend empfinde ich den wahnsinnig nahen und ehrlichen Einblick in das Leben der Moderatorin und ihres erkrankten Vaters. Sie beginnt ihren Roman damit, als die Diagnose gestellt wurde und der Vater aus seiner eigenen Wohnung in ein Seniorenheim umzieht. Er lässt sein eigenständiges Leben in Wuppertal hinter sich und wohnt fortan unter Betreuung und Pflege in Norddeutschland in der Nähe seiner Tochter. Damit verändert sich auch das Leben der Autorin, was sie sehr gekonnt beschreibt. Man spürt beim Lesen dieses Romans einfach auch, dass es die Autorin beherrscht zu sprechen und zu moderieren und zu berichten. Zwar erscheint ihr Schreibstil hier keinesfalls als Moderation, aber sie versteht ihr Können, Gefühle in Worte zu kleiden. Trotz des allmählichen Verfalls und Vergessens bis zum Tod des Vaters, ist es hier vorwiegend auch das sprühende Leben, welches hier aus den Zeilen dringt. Denn zwar werden in der Demenz bei den Erkrankten viele Dinge in Vergessenheit geraten, aber auch viele sehr persönliche oft auch zurückliegende Momente, Eigenschaften und Erlebnisse der Menschen dringen an die Oberfläche und ermöglichen einen wunderbaren Ansatz diese aufzugreifen und den betroffenen Patienten, immer noch als vollwertigen und liebenswürdigen Menschen zu sehen. Da die Autorin eigene Erfahrungen mit ihrem dementen Vater in diesem Buch niederschreibt, bekommt es unheimlich viel Tiefe und Nähe, zeigt aber auch nur die eine Seite aus der Situation, wo man einen Menschen begleitet, der einem lieb ist und zu dem man sich schon immer verbunden gefühlt hat. Die etwas traurige und zehrende Seite jemanden zu begleiten, den man als Last oder als Groll empfindet, wird hier daher nicht durchleuchtet. Es ist eben ihr persönliches Buch, ihre Lebenserfahrung der letzten knapp 3 Jahre mit ihrem Vater. Nichts anderes. Beinahe in Romanform berichtet Tietjen von ihren Erfahrungen mit den Behörden, dem Pflegepersonal, die Bürokratie, die Pflegesituation, Momente mit dem Umgang der Erkrankung Demenz in der eigenen Familie und dem eigenen Umfeld der Autorin dargelegt und neben all den Hindernissen und Alltagsproblemen werden aber auch all die Hoffnungen und Bereicherungen beschrieben. Die Autorin zeigt durch ihren lockeren Ton, ihrer manchmal flapsigen Mundart, ihren Gedanken und Entscheidungen, dass ein Leben mit erkrankten Angehörigen KEIN Dahinsiechen sein muss. Es ist Dank des ehrlichen, emotionalen und optimistischen Schreibstils ein Unterhaltungsroman entstanden, den man liebend gerne als Film erleben möchte. Humorvolle Momente, Dialoge zum Schmunzeln, Anekdoten, Erlebnisse und aber auch Wege und Hilfestellung. Der Schreibstil der Autorin Bettina Tietjen macht aus diesem Buch, aus dieser Geschichte, einen ehrlichen und zu Tränen rührenden Roman, den man gerne ein weiteres Mal liest und sich immer wieder in die Atmosphäre dieser besonderen Vater-Kind-Beziehung spüren lässt. Neben all den humorvollen und sogar bereichernden Momenten, zeigt die Autorin jedoch auch tragische und rührende Ereignisse und findet auch hier durch ihre Erzählweise genau den treffenden Tonus um jeweilige Passagen an den Leser zu bringen und ihn mitzunehmen. Ganz großartige Umsetzung. Ich assoziiere stetig mit dem Kinohit „Honig im Kopf“ von Till Schweiger. Meinung:Dieses Buch zeigt uns, dass es auch anders geht. Der Umgang mit Demenz muss nicht zwangsläufig hoffnungslos und belastend sein. Zwar werden auch Fakten genannt, die schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang des Sterbens und Alterns und der behördlichen und pflegerischen Wege aufzeigen, aber es gibt Lichtblicke, wenn man auch außergewöhnliche Wege gehen will. Hier berichtet die Autorin Bettina Tientjen von sich und ihrem Vater, von ihren Erfahrungen und gewonnen Kenntnissen, aber sie berichtet nicht allein, denn Autorin Tietjen wirft auch einen Blick auf die wegbegleitenden Menschen aus Ärzten, Pflegepersonal, Beamten und Behörden. Freundschaften und Kontakte, die sie schließt, wie und wo sie sich informiert und was für sie die richtigen Entscheidungen sind, dem Vater gerecht und würdig zu werden. Sehr sehr bewegende und auch Mut machende Themen und Momente werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem Verfall, dem Tod und das Warten auf den Tod zunächst in einem Pflegeheim darstellen und später all die Lebensfreude in Rückblenden aufzeigen. Hier wird, ist und bleibt der Mensch Mensch!!! Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Man wird den Vater, aber auch die Autorin mit ihrem beherzten handeln ins Herz schließen, trotz oder gerade wegen ihrer gravierenden Eigenarten. Zum Nachdenken und Umdenken anregend, offen, ehrlich und fundiert erläutert die Autorin neben ihrem persönlichen Erfahrungsbericht mit der einprägsamen Geschichte auch die Fakten, den Ist-Zustand, die Moral und die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, Versäumnisse und Tücken der Regierung und der Lobby. Der Autorin durchkämmt das gesamte Spektrum, welches das Thema Demenz mit sich bringt und zeigt Erfahrung und Wissen und vereint alles gekonnt und stimmig in einem Roman, der unvergessen bleibt und aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz schreibt und daher wirklich nur ihre Seite zeigt. Dass es auch andere, sehr traurige und zermürbende Erlebnisse und Schicksale mit der Erkrankung und den Erkrankten gibt, erfährt man hier natürlich durch ihren positiven Blick nicht. Daher ist der Bericht doch sehr einseitig, aber eben auch ihr eigener persönlicher Bericht. Manche ihrer Zitate und Feststellungen konnte ich jedoch nicht immer ganz gutheißen. So unterstellt sie manche Dinge, oder stellt es als Fakt dar, den man aber falsch interpretieren könnte. Je nachdem in welcher Gefühlslage man sich beim Lesen befindet, stoßen manche Äußerungen auch sehr an und provozieren gar. Da das Buch doch sehr hoffnungsvoll, schön und optimistisch geschrieben ist, was mir sehr gefällt und zusagt, so stimmt es andere Leser und Betroffene bestimmt auch traurig, da sie diese geschilderten Emotionen und diese nahe Verbindung zueinander nicht spüren oder erleben in ihrem persönlichen Umfeld oder Fall… Der Leser hat immer die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass Bettina Tietjen nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend den Menschen und ihre eigene persönliche Lebensgeschichte sprechen lässt. Somit erreicht sie die Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang gepaart mit einem wundervollen Roman und einzigartigen Momenten mit dem Vater bis zu seinem Tod. Ich habe bei diesem Buch geweint, gehofft, gelacht und Zuversicht geschöpft. Großes Lob geht aber an die Idee, die Sicht aus den Augen der Betroffenen darzustellen und diese Lebenserfahrung in dem Buch für andere zugänglich zu machen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht, auch wenn es nur ein Fallbeispiel ist und nicht den gesamten Alltag und alle individuellen Möglichkeiten, Verläufe und Umgänge schildert. Aber wie sollte es auch? Bettina Tietjen wollte ihren persönlichen Lebensabschnitt, den sie mit dem Vater und der Demenz geteilt hat erzählen. Und das ist ihr gelungen. Ein Umdenken und eine neue Sicht der Dinge werden dem Leser hier geschenkt. Ganz besonders hervorheben möchte ich den Persönlichkeitsfaktor des Buches durch Fotografien aus dem Familienalbum und durch Zeichnungen im Buch. Mit diesem Buch darf man sich gemeinsam Erinnern, Unterstützen, Helfen, Beglücken und an Bettina Tietjens Zeit mit dem Vater im Pflegeheim anknüpfen. Persönliche Kritik:• Das Buch vermittelt natürlich nur eine einzige persönliche Momentaufnahme. Die Momente der Autorin mit ihrem Vater. Das deckt nicht die ganze Bandbreite an Situationen ab, die diese Erkrankung in der Familie für die Angehörigen mit sich bringt. • Der Blick auf die Krankheit und den Umgang mit der Krankheit ist daher sehr einseitig und könnte bei einem gestörten Verhältnis oder einem schlechten Seniorenheim oder Verlauf der Demenz an sich ganz anders aussehen.• Manche der Schlussfolgerungen der Autorin könnten im schlimmsten Fall falsch interpretiert werden, oder erreichen den Leser je nach eigener Stimmung völlig falsch. Manchmal besagen ihre Äußerungen vielleicht dann nicht dass, was sie besagen sollten…• Die Rückblenden und Erinnerungen werden für meinen Geschmack zu zerstreut in die Erzählung verwoben. Hier wird man manchmal durch einen schönen Erinnerungsmoment aus der Ist-Situation gerissen, wo man es noch gar nicht gewollt hätte. Das fordert dem Leser Flexibilität heraus. Die Autorin:"Bettina Tietjen, geboren 1960, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Romanistikstudium als Moderatorin, Reporterin und Autorin für den RIAS Berlin, die Deutsche Welle, den WDR und diverse Printmedien. Seit 1993 ist sie beim NDR-Fernsehen Gastgeberin auf dem Roten Sofa der Sendung »DAS!«. Außerdem empfängt sie einmal im Monat prominente Gäste in ihrer Freitagabend-Talkshow, seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes („Bettina und Bommes“). Seit 2008 talkt sie auch im Radio in ihrer Sendung »Tietjen talkt« bei NDR 2. Bettina Tietjen ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Hamburg."Fazit:Sehr persönlich, bewegend, hoffnungsvoll, herzlich, humorvoll, nah, intensiv, traurig, erschütternd, tragisch und so voller Liebe, dass es das ganze Herz und alle erdenklichen Emotionen ausfüllt. Ein schönes Buch, was mich selbst beglückt hat und welches ich nun als Geschenk guten Gewissens besorgen kann. Ein Erfahrungsbericht mit Herz und Seele und vielen bezaubernden Momenten bei einer ernsten Thematik. Eine absolute Leseempfehlung für die, die sich mit dem Thema befassen möchten, betroffen sind, oder einen Blick hinter die Kulissen der Pflegeheime und des Alterns werfen möchten und auch andere Lösungen finden mögen. Für Romanliebhaber und Leser herzerfrischender Geschichten a la „Honig im Kopf“!

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    • 8
  • Unter Tränen gelacht: Mein Vater, die Demenz und ich, rezensiert von David Weigel

    Unter Tränen gelacht
    Splashbooks

    Splashbooks

    04. June 2016 um 09:49

    Geschickt erzählt Im Verlauf des Buches berichtet die Autorin, wie Sie die letzte Lebensphase Ihres Vaters in einer Pflegeeinrichtung mit einer speziellen Abteilung für Demenzkranke in Hamburg intensiv begleitet hat. Diese trotz des ernsten Tenors mitunter wirklich lustigen Schilderungen werden immer wieder von kurzen Rückblenden unterbrochen, in denen wir als Leser in die Biographie der Autorin, aber auch die Wurzeln ihres Elternhauses eingeführt werden. Durch diese wechselnde Erzählweise bleibt das Buch im Verlauf unterhaltsam. Wir begleiten die Autorin und ihre Schwester beim gemeinsamen Besuch mit dem Vater beim Neurologen, bei lange zurückliegenden Familienfesten und erfahren aus welcher Familie der Vater stammte, was ihm der Beruf als Architekt bedeutet hat, welche Themen früher seinen Alltag bestimmt haben und welche bis jetzt lebenslangen Grundsätze für ihn in der nun folgenden Lebensphase plötzlich an Bedeutung verlieren. Währet den Anfängen Der Konflikt in dem sich Angehörige befinden, die einen an Demenz Erkrankten mit Würde behandeln, aber dennoch in Sicherheit wissen wollen, ist in vielen Situationen schmerzhaft klar nachvollziehbar. Da geht es beispielsweise um Themen wie das selbstständige Autofahren, windige Vertreter für Zeitungsabonements, die fette Beute wittern, die Lücke, die durch den Ruhestand entsteht, das Zusammenleben mit nur gebrochen deutsch sprechenden Pflegehelferinnen und vieles mehr. Jede einzelne Herausforderung muss mit Bedacht angegangen werden, damit der Betroffene sich nicht entmündigter als nötig führt. Die Autorin schafft es deutlich zu machen, dass hier kein Weg als "richtig" oder "falsch" zu beschreiben ist, sondern das Einfühlsamkeit und ein langer Atem nötig sind, um eine für alle erträgliche Lebenssituation zu schaffen und zwar immer wieder dann, wenn die Krankheit zu erneuten Einschränkungen führt. - Rest lesen unter:http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23694/unter_traenen_gelacht_mein_vater_die_demenz_und_ich

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  • ich nicht weiß

    Unter Tränen gelacht
    robbylesegern

    robbylesegern

    25. November 2015 um 17:04

    " Unter Tränen gelacht " ist ein sehr persönliches Buch der Moderatorin Bettina Tietjen, die ihren Vater, der an Demenz erkrankte , die letzten 2 1/2 Jahre in einem Seniorenheim für Demenzkranke begleitete. So einen persönlichen Einblick in ein wichtiges Stück seines Lebens zu geben, wie Bettina Tietjen dies hier in diesem Buch tut, finde ich sehr mutig, aber auch notwendig. Frau Tietjen beschreibt die Anfänge der Erkrankung, als ihr Vater noch in Wuppertal allein und später mit Pflegerinnen lebte, bis zu seinem 2 1/2 jährigen Aufenthalt im Seniorenheim für Demenzkranke und letztlich bis zu seinem Tod. Die Autorin beschönigt nichts, zeigt auf, wie Demenzkranke ticken, mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen, wie die Zustände in Heimen und Krankenhäusern sind und z.Teil auch, wie die Umwelt auf diese Menschen reagiert. Was ich aber ganz wichtig finde an diesem Buch, Frau Tietjen beleuchtet auch die schönen Dinge dieser Zeit, die sie mit ihrem Vater erlebt hat. Sie zeigt auf, dass es lohnt ,sich auf diese Menschen einzulassen und man z.Teil viel Positives zurückbekommt, wenn man die richtige Einstellung hat. Dass Eigenarten bei diesen Menschen zutage treten , die man vorher nicht bei ihnen erlebt hat, dass sie sich aber jeden Tag ihres Lebens, an denen es ihnen körperlich gut geht , genießen, sich aber auch durchaus manchmal ihrer kognitiven Defizite bewusst sind. Auch die Menschen , die in diesen Einrichtungen arbeiten, bekommen hier endlich mal eine Anerkennung. Die Arbeit, die sie leisten, darf nicht unterschätzt werden und muss gesellschaftlich und finanziell besser anerkannt werden, da wichtige Voraussetzungen vorhanden sein müssen. Idealismus, Respekt vor dem Menschen und ein großes Herz und gute Nerven. Viele Menschen versuchen die Demenz, bzw. diese Phase des Alters, die vielleicht auch auf einen selbst zukommt, häufig zu negieren oder zu verdrängen. Doch es tut Not, dass man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, denn angesichts der immer höher steigenden Lebenserwartung, wird diese Erkrankung noch viel öfter auftreten als jetzt. Wenn eine Auseinandersetzung mit diesem Thema erfolgt, so habe ich es bei diesem Buch empfunden, verliert man vielleicht auch das eine oder andere Vorurteil gegenüber diesen Menschen und vielleicht verliert dieses Thema dann etwas von dem Negativen, was immer noch in unserer Gesellschaft vorherrscht. Demente Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft aufzunehmen, da abzuholen wo sie stehen , das sehe ich als großes Ziel an. Denn diese Menschen haben uns erzogen und den Wohlstand möglich gemacht , in dem wir heute leben. Sie haben unseren Respekt und die gesellschaftliche Anerkennung verdient und nicht die Ausgrenzung ! Soziale Kompetenz ist eine Eigenschaft , die leider in unserer Gesellschaft immer mehr verloren geht, da fast überall das Optimum angestrebt wird. Gesund, wohlhabend, gut aussehend und im Beruf erfolgreich zu sein, dies Bestreben ist überall anzutreffen, doch wohl bleibt die Mitmenschlichkeit ? Nehmen aus diesem Grunde die psychischen Erkrankungen immer mehr zu, weil jeder nur noch mit sich selbst und dem Erreichen dieser Ziele beschäftigt ist ? Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, das Rad noch einmal umzudrehen. Frau Tietjen hat ihren Beitrag geleistet. Jetzt sind wir dran !!!!!

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  • Trauriges Schicksal, aber schön geschrieben

    Unter Tränen gelacht
    anra1993

    anra1993

    25. June 2015 um 11:03

    Schon die Gestaltung des Covers finde ich sehr schön. Wir sehen die Autorin zusammen mit ihrem Vater auf einem, für mich sehr persönlichem, Bild. Die hellblaue und weiße Farbe harmonieren für mich sehr schön miteinander. In diesem Buch schildert die Autorin ihren persönlichen Umgang mit der Demenz und dem Pflegeheim, in dem ihr Vater untergebracht worden war. Wir erfahren viel über die Krankheit, jedoch nicht zu viel, da sie immer wieder die Wichtigkeit an ihrem Vater verdeutlicht. Ich finde es sehr schön, dass sie offen über alles geredet hat. Das in Alters- und Pflegeheimen eben nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, sondern das oftmals das Personal überfordert ist, da sie zu wenig Zeit und zu viele alte Menschen versorgen müssen. Hinzu kommt, dass ein Altersheim auch recht teuer ist und die Krankenkasse nur einen Teil davon übernimmt. Über Gerechtigkeit in dem Sinne, kann man sich Streiten. Zum Glück hatte die Autorin Glück. In dem Heim ihres Vaters scheint alles ziemlich glatt zu laufen, auch wenn das Personal dort auch nicht ganz so viel Zeit hat. Schön finde ich, dass sie oft von den Ergotherapeuten berichtet. Leider vielen zu unbekannt. Dabei können sie mit nur kleinen Dingen großes bewirken, weil man Menschen schnell ihre Lebensqualität wiederbringen und ihr Leben erleichtern kann. Sehr schön finde ich, dass wir ca. in der Mitte des Buches ganz persönliche Bilder vorfinden. Bilder, die ihren Vater in den letzten Jahren zeigen und eben auch zeigen, dass ein Mensch, nur weil er krank ist, auch glücklich sein kann. Bettina Tietjen sagte selbst:

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  • Leserunde zu "Unter Tränen gelacht" von Bettina Tietjen

    Unter Tränen gelacht
    aba

    aba

    "Als am Sonntagabend gegen 22 Uhr mein Handy klingelt, weiß ich noch nicht, dass dieser Anruf mein Leben verändern wird" Die Geschichte eines schönen, schweren Abschieds. Die bekannte Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen hat ein mutiges Buch geschrieben, in dem sie offen über etwas spricht, von dem keiner betroffen sein möchte: die Demenzkrankheit ihres Vaters. In "Unter Tränen gelacht" erzählt sie manchmal traurig, manchmal humorvoll über dieses sehr private Thema und darüber, wie sie gelernt hat, dieses schwere Schicksal zu akzeptieren. Zum Inhalt In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten "Tüdeln" bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein. Mit 21 Fotos und 10 Zeichnungen, die Bettina Tietjens Vater in seinen letzten Lebensjahren angefertigt hat. Leseprobe Zur Autorin Bettina Tietjen, geboren 1960, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Romanistikstudium als Moderatorin, Reporterin und Autorin für den RIAS Berlin, die Deutsche Welle, den WDR und diverse Printmedien. Seit 1993 ist sie beim NDR-Fernsehen Gastgeberin auf dem Roten Sofa der Sendung "DAS!". Außerdem empfängt sie einmal im Monat prominente Gäste in ihrer Freitagabend-Talkshow, seit 2015 zusammen mit Alexander Bommes ("Bettina und Bommes"). Seit 2008 talkt sie auch im Radio in ihrer Sendung "Tietjen talkt" bei NDR 2. Bettina Tietjen ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Zusammen mit dem Piper Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Unter Tränen gelacht" unter allen, die dieses emotionale Buch im Rahmen einer Leserunde lesen, sich darüber austauschen und abschließend eine Rezension schreiben möchten. Wenn ihr euch bewerben* möchtet, dann beantwortet bitte folgende Frage: Bettina Tietjen ist davon überzeugt, dass Demenz auch Kraftquell sein kann. Das könnte auch für andere Schicksalsschläge gelten. Teilt ihr diese Meinung? Oder habt ihr vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht? Vielen Dank für eure Antworten. Ich wünsche euch viel Glück für die Verlosung. * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 533
  • Rezension zu "Unter Tränen gelacht" von Bettina Tietjen

    Unter Tränen gelacht
    Kleines91

    Kleines91

    11. May 2015 um 10:53

    Klappentext In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein. Meine Meinung Obwohl ich, zum Glück, bisher noch nichts mit Demenz zu tun hatte,hat mich dieses Buch sehr berührt und mitgenommen. Ich hab mich richtig "dabei" gefühlt. Frau Tietjen hat da so diese Art zu schreiben, die einen mitreißt und mitfühlen lässt. Man hat das Gefühl, die beiden zu kennen und den Weg mit ihnen gehen zu dürfen. Sie lässt uns ungeschönt teilhaben. Am Alltäglichen wie auch an einigen sehr intimen Momenten zwischen Ihrem Vater und Ihr bzw. Ihrer Familie. Natürlich ist Demenz eine schwierige und zerstörende Krankheit, bei der man sich schnellstens um eine Heilung, Linderung oder überhaupt mal Medikamente kümmern sollte und doch zeigt sie uns, dass es schlimmer kommen könnte. Dass es, wie in Ihrem Fall, auch eine Chance war, den eigenen Vater "kennen zulernen" so, wie das bisher nie der Fall war. Man kann auch ein anderes, vielleicht sogar besseres, Verhältnis zu Familienmitgliedern aufbauen und lernt sich dabei selbst kenne. Seine Grenzen, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich dieses Buch mitlesen durfte, da es mir eine Zeit geschenkt hat, Momente, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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  • Lebendig erzählt

    Unter Tränen gelacht
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    06. May 2015 um 23:41

    Als Bettina Tietjen den entscheidenden Anruf aus Wuppertal erhält, zögert sie nicht und holt ihren dementen Vater zu sich nach Hamburg und kann ihn dort relativ zügig in einem anscheinend sehr guten Pflegeheim unterbringen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Demenz bereits seit einigen Jahren schleichend weiter entwickelt, was Frau Tietjen aber nie so wirklich hautnah miterlebte, da sich die Schwester um den Vater kümmerte. Bis dato konnte er noch allein in seinem Häuschen leben, ständig betreut von zwei Pflegerinnen aus Osteuropa, die sich alle drei Monate abwechselten. Bettina Tietjen besucht ihren Vater jetzt nahezu täglich, beschäftigt sich mit ihm und auch mit seinen Mitbewohnern, zu Heimleitung und Personal hat sie einen guten Kontakt. Bei der Lektüre fragte ich mich allerdings häufiger, wieweit dies wohl auch dem Bekanntheitsgrad der Autorin geschuldet war. Bettina Tietjen schildert in ihrem Bericht die letzten nicht ganz drei Jahre im Leben ihres Vaters, die sie hautnah erlebt hat, mit allen Höhen und Tiefen die diese Erkrankung mit sich bringt. Immer wieder verändert sich der Zustand des Vaters, die Krankenhausaufenthalte nehmen zu. Schluckbeschwerden sind eine ständige Gefahr und häufige Ursache der Verschlechterung des Allgemeinzustands bis dann am Ende eine schwierige Entscheidung zu treffen ist. Ernährung per Magensonde – ja oder nein. Diese körperliche Seite ist aber nur die eine Seite der Medaille, auch die geistige Entwicklung des Vaters schildert die Autorin ohne Larmoyanz. Auch in dieser Richtung nehmen die Fähigkeiten mit einer Regelmäßigkeit ab, die auf mich manchmal erschreckend gewirkt hat, aber sicher auch in jedem einzelnen Fall unterschiedlich verlaufen mag. Lieder und Verse sind eigenartigerweise Dinge aus der Vergangenheit, die noch sehr lange im Gedächtnis der Patienten Bestand haben. So ist beispielsweise gerade das Singen eine Beschäftigungsmöglichkeit, die sehr gut angenommen wird. Viele dieser geschilderten Einzelheiten waren mir nicht neu. In anderen Büchern oder Filmen sind viele dieser Bereiche bereits ähnlich erzählt worden. Trotzdem habe ich dieses Buch als ein positives Leseerlebnis empfunden und wünsche dem Buch viele LeserInnen. In vielen der Leserstimmen wird deutlich, das sich gerade betroffene Angehörige oder auch Menschen aus den Pflegeberufen hier wiederfinden, das zeigt in meinen Augen, dass hier ein Stück Lebensweg erzählt wird, der beispielhaft für viele andere steht.

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  • Liebe Frau Tietjen, ich danke Ihnen für dieses wunderbare Buch, es hat mir viel gegeben

    Unter Tränen gelacht
    Lemala

    Lemala

    05. May 2015 um 00:36

    Die bekannte und sympathische Fernsehmoderatorin, Bettina Tietjen, erzählt aus ihrem Leben, insbesondere berichtet sie über das Zusammensein mit ihrem demenzkranken Vater, bis zu seinem Tod, über die Achterbahn ihrer Gefühle. Mich hat dieses Buch tief berührt, denn was die Autorin hier so ungeschönt und zugleich einfühlsam, oft auch humorvoll schildert, erlebe ich jetzt tagtäglich mit meiner Mutter. Wobei mir oft mehr nach heulen als nach lachen ist. Seite 234 ( sehr treffend) : ,,Ich merkte, wie sich seine Stimmung automatisch auf mich übertrug. Was meinen Vater anging, war ich wie ein Seismograf. Wenn er gelöst und fröhlich war, ging es mir auch gut. War er aber missmutig und auf Krawall gebürstet, hatte ich ebenfalls schlechte Laune.''' Ich bin dankbar, dieses Buch lesen zu dürfen, denn es gibt mir Kraft und Mut, etwa so nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. ( Obwohl ich nicht so stark bin wie Frau Tietjen) Ich empfehle dieses grossartige Buch auf jeden Fall weiter!

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  • Unter Tränen gelacht

    Unter Tränen gelacht
    martina400

    martina400

    28. April 2015 um 19:20

    "Auf die Frage, wie es ihm gehe, kamen Antworten wie "Ich bin dabei, meine Koordinaten zu verlieren", "Im Kopf bin ich balla-balla" oder auch "Ich weiß nicht mehr, wo vorne und hinten ist"."   S. 117 Inhalt: Bettina Tietjens Vater erkrankt an Demenz. Die Familie begleitet und unterstützt "den Vati" bis zum Tod. Sie beschreibt wann sie die Demenz erst bemerkten, was alles darauf hin deutete und wie die Familie lernen muss Herrn Schniewind gehen zu lassen. Berührend erzählt sie von der gemeinsamen, intensiven Zeit, die sie in den letzten Jahren mit ihm verbringen durfte. Cover: Das Cover finde ich wahnsinnig sympathisch. Obwohl der Vater nicht richtig lacht, sieht sein Gesicht sorglos und irgendwie lächelnd aus. Auch Bettina Tietjen wirkt gelöst und fröhlich. Ein schönes Bild der beiden, sehr persönlich! Auch der Titel sagt denke ich vieles über die Demenz aus. Tränen der Verzweiflung und des Abschied nehmens und Lachen, weil an Demenz erkrankte Menschen oft den Nagel auf den Kopf treffen und man mit ihnen lachen darf und wieder ein Stück Unbeschwertheit lernt. Meine persönliche Meinung: Dieses Buch ist eine persönliche und berührende Geschichte, wie Frau Tietjen zuerst zu ihrm Vater findet und dann lernt los zu lassen. Aufopfernd setzt sie sich für ihn und sein Wohlbefinden ein. Lange bleibt verborgen seit wann er eigentlich schon dement ist und ihr wird bewusst wie viel ihre Schwester Dagi schon geleistet hat. Vieles läuft in dieser Erzählung über die Beziehungsebene, was tiefe und persönliche Einblicke gewährt. Deutlich kommt auch heraus, welchen Spagat die Pflege machen muss zwischen pflegen und dokumentieren und wie viel Mangel an Fachkräften herrscht. Mich hätte noch interessiert, wie man so ein Seniorenheim finanzieren kann, denn es scheint nicht so, als wäre es ein städtisches bei dieser guten und abwechslungsreichen (im Programm) Pflege. Auch fehlt mir ein wenig eine genauere Beschreibung, was die Patienten nach und nach nicht mehr können. Ein wenig kann man es ablesen, als ihr Vater die Magensonde bekommt, weil das Schlucken nicht mehr funktioniert, oder auch das Thema Schmerzen in der Demenz. Aber es ist ein persönlicher Bericht und vielleicht war Herr Schniewind von diesen Leiden auch nicht betroffen. Ich fand diesen Bereicht sehr interessant, informativ und er regte mich auch zum Nachdenken an, obwohl manche Stellen ein wenig langatmig waren und keine "neuen Inhalte" mehr vorkamen. Fazit: Ein berührendes Buch über die Begleitung des eigenen Vaters mit Demenz bis hin zum Tod.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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  • Unter Tränen gelacht

    Unter Tränen gelacht
    Sikal

    Sikal

    27. April 2015 um 21:09

    Gleich zu Beginn möchte ich den Titel dieses besonderen Buches hervorheben – „Unter Tränen gelacht“ spiegelt wohl am besten die Höhen und Tiefen der Emotionen wider, mit denen Angehörige Demenzkranker laufend konfrontiert werden. Demenz – ein Thema, das jeden treffen kann. Es gibt keine Unterschiede ob des gesellschaftlichen Standes, des Bankkontos oder der Herkunft. Die Autorin, Bettina Tietjen beschreibt in diesem sehr persönlichen Buch die Demenzerkrankung ihres Vaters ab Beginn des ersten Vergessens bis letztendlich zu seinem Tod. Sie lässt uns Anteil haben an vielen schönen, berührenden Momenten, in denen eine besondere Nähe entsteht. In denen sie ihren Vater aufs Neue kennenlernt und liebgewinnt. Natürlich bekommt man auch die schwierige, negative Seite zu lesen, die zwangsläufig mit dieser Krankheit einhergeht. Die unzähligen Momente, in denen sie als Angehörige hin- und hergerissen wurde zwischen Pflichtbewusstsein als Tochter und der Nicht-Anwesenheit im eigenen Haushalt bei Mann und Kindern. Immer mit einem Augenzwinkern und ohne Verbitterung. Frau Tietjen hat in dieser Zeit eine Menge gelernt (z.B. dass man dementen Menschen nicht widerspricht), und unzählige Informationen gesammelt. Sie spielt aber trotzdem nicht die Expertin, zeigt nur ihre persönliche Sicht der Dinge. Dass dieses Buch kein Sachbuch ist, versteht sich von selbst – trotzdem liest es sich spannend und man erfährt als Laie so manche Neuigkeit. Was aber vielleicht das Wichtigste ist – man wird angeregt, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen. Immer wieder wird der positive Umgang des Pflegepersonals in diesem Heim erwähnt, der Enthusiasmus mit denen die Beschäftigten ihrer Tätigkeit nachgehen und man kann nur den Hut ziehen vor so viel Engagement. Man bekam während des Lesens den Eindruck, dass den alten Menschen Würde und Wertschätzung entgegengebracht wird und sie in diesem Heim nicht am Abstellgleis sind. Fazit: Eine sehr persönliche Geschichte mit einer Brise Humor erzählt. Lesenswert!

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  • Schicksal Demenz

    Unter Tränen gelacht
    Matzbach

    Matzbach

    Demenz als moderne Geißel der Menschheit? Immer mehr Menschen und insbesondere ihre Angehörigen sind von diesem Schicksal betroffen. So auch die aus zahlreichen Fernsehsendungen bekannte Bettina Tietjen, deren Vater zunehmend seine Erinnerungen verliert. Als die häusliche Pflege nicht mehr möglich ist, holt Frau Tietjen ihren Vater zu sich in ein Pflegeheim in Hamburg und begleitet ihn auf seinem letzten Weg. In ihrem Buch schildert sie zahlreiche Begebenheiten aus dieser Zeit, die Lesern wie mir, die ebenfalls Erfahrungen mit Demenzerkrankten gemacht haben, nur all zu (gut) bekannt sind. Dabei wechseln sich kurze Momente des Glücks mit solchen der Verzweifelung über den Verfall eines geliebten Menschen. Unvermeidlich wird sich auch irgendwann die Frage nach dem Einsatz lebenserhaltender Maßnahmen stellen, die letztendlich nur jeder für sich entscheiden kann. Frau Tietjen scheint mit dem Pflegepersonal des Heims, für das sie sich entschieden hat, einen Glücksgriff getan zu haben, denn die Menschen dort kümmern sich sehr rührend um die Erkrankten. Jedem Angehörigen von Demenzerkrankten dürfte auch die letztendlich sinnlose Suche nach den Anfängen der Krankheit bekannt sein, ab wann ist abweichendes Verhalten Altererscheinung, ab wann Demenz? Vielleicht haben einfach viele Menschen nur das "Glück" zu sterben, bevor diese Frage entschieden wird. Ebenfalls schildert Frau Tietjen die rechtlichen Probleme, die zwangsläufig kommen, wenn denn die Demenz eintritt. Wer hat die Vormundschaft? Sind Unterschriften, die in einem frühen Stadium der Demenz geleistet worden sind, überhaupt rechtsgültig? Welche Vor-/Nachteile hat die Eingruppierung in eine Pflegestufe? Ein Wust von Problemen, die es den durch die Erkrankung eines geliebten Menschen schon arg gebeutelten Angehörigen noch schwerer machen. Etwas zu kurz kommt mir in dem Buch die nur angedeutete Belastung der Angehörigen, die oftmals gezwungen sind, an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu gehen, worunter mitunter auch die eigene Gesundheit leiden kann. Dennoch macht diese Buch auch Mut. Mut in dem Sinne, nicht nur die fürchterliche Seite der Krankheit zu sehen, sondern auch die (wenigen) positiven Momente zu genießen. Insegesamt ist Frau Tietjens Buch aber auch ein Plädoyer für einen offeneren Umgang mit dem Thema Demenz, das unsere Gesellschaft wegen der Überalterung zunehmend betrifft. Das beinhaltet auch eine stärkere Würdigung der Arbeit der Pflegekräfte, aber ebenso auch die Suche nach anderen Möglichkeiten der Betreuung.

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    • 3
  • Ein sehr persönlicher Bericht über Alter(n) und Demenz

    Unter Tränen gelacht
    Nymphe

    Nymphe

    16. April 2015 um 11:27

    In diesem sehr persönlichen Buch berichtet Bettina Tietjen (bekannt als Moderatorin im NDR) von der Geschichte ihres Vaters. Er litt unter Demenz und sie zeigt hier seinen Weg auf vom ersten „Tüddeln“ bis zu seinem Tod. Dabei erzählt sie sehr menschlich und warm von der Entwicklung ihres Vaters, seiner Geschichte und auch ihren Gefühlen dabei. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Frau Tietjen schreibt herzlich, persönlich, aber auch informativ über das Thema Demenz und den Umgang der Gesellschaft damit. Sie zeigt auch Schwächen im System auf und bringt dem Leser ihre eigene Meinung zu dem Thema sehr nahe. Sie zeigt, dass demente Personen nicht abgeschoben, sondern in die Mitte unserer Gesellschaft gehören. Und sie plädiert für Offenheit und Toleranz. Fazit: Ein sehr persönliches Buch über ein Thema das jeden angeht. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Unter Tränen gelacht

    Unter Tränen gelacht
    lissi91

    lissi91

    13. April 2015 um 13:15

    Bettina Tietjen, Moderatorin beim NDR, schrieb dieses Buch nach dem Tod ihres Vaters. Sie beschreibt seine fortschreitende Demenzerkrankung - vom ersten 'Tüdeln', bis hin zur Orientierungslosigkeit. Dass Demenz ein schweres Thema ist, weiß jeder. Doch Frau Tietjen beschreibt sehr eindringlich wieviele schöne Momente man mit seinen Angehörigen noch erleben kann, wieviel Dankbarkeit sie einem entgegenbringen können, allerdings auch wieviel emotionale - sowie physische Kraft man für die Pflege aufbringen muss. Schon die erste Geschichte über Iveta, die lettische Pflegekraft lässt einen Schmunzeln. So skuril dieser Moment auch ist, der Mundwinkel zieht sich automatisch nach oben und doch ist man ein wenig schockiert. Von Anfang an musste ich über den angenommenen Akzent des Vaters lachen, obgleich ich ihn nur in Schriftform erleben konnte. Außerdem zeigt Frau Tietjen wieviele Gedanken man plötzlich als Angehöriger im Kopf hat, worum man sich alles Schuldgefühle zuweist und was alles organisiert werden muss. Ein Glück dass die Familie ein wunderbares Altenheim fand in dem das Leben stattfand. Ich habe mich immer wieder für die Bewohner mitgefreut wenn ein Fest anstand. Frau Tietjens Erzählweise wirkte für mich sehr authentisch, denn es schien so als würde sie das niederschreiben was ihr in einem Moment in den Kopf schoß. Es ist schon chronologisch geordnet, doch es gibt Zeitsprünge in die Vergangenheit bei denen man merkt dass sie ihr in diesem Moment eingefallen sind. Wie bei einem richtigen Gespräch eben, und das gefiel mir sehr gut. Zudem gab sich Frau Tietjen stets Mühe ihren Vater nicht zu sehr zu bevormunden, was bei dieser Erkrankung selbstverständlich nicht einfach ist. Mir gefällt dass sie trotz ihres Berufes sehr viel Zeit aufwenden konnte um oft bei ihrem Vater zu sein! Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass sich nicht viele Angehörige so ein gutes Heim leisten können. So weit ich das herauslesen konnte befand sich das Heim im oberen Preissegment und auch dass das Pflegepersonal stets so freundlich war, findet man nicht sehr oft. Doch umso mehr freue ich mich dass es bei Herrn Schniewind der Fall war! Aufgrund der Authentizität, dem Humor und der schonungslosen Ehrlichkeit hat dieses Buch 5 Sterne voll verdient!

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