Bi Feiyu

 4 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Sehende Hände, Die Mondgöttin und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Bi Feiyu

Sehende Hände

Sehende Hände

 (14)
Erschienen am 25.04.2016
Die Mondgöttin

Die Mondgöttin

 (5)
Erschienen am 15.02.2006
Sehende Hände

Sehende Hände

 (1)
Erschienen am 25.04.2016

Neue Rezensionen zu Bi Feiyu

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Rezension zu "Sehende Hände" von Bi Feiyu

Rezension: Sehende Hände
killmonotonyvor einem Jahr


„Sehende Hände“ von Bi Feiyu hat mich zuerst mit seinem tollen Cover angesprochen, dann hat mir noch der Klappentext zugesagt und schwupp, wanderte es auf meinen SUB. Als ich zu lesen angefangen habe, war ich direkt begeistert von der Schreibweise – und auch von der sich entspinnenden Handlung! Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr habe ich die Lebensgeschichten der blinden Tuina-Masseure genossen und so hat mich das Buch schließlich über drei Wochen begleitet, weil ich mich zur Langsamkeit gezwungen habe und das Leseerlebnis so länger angehalten hat. Und selbst jetzt, nachdem ich es vor einigen Tagen beendet habe, schwirrt es und die Geschichten der einzelnen (zahlreichen) Personen mir noch im Kopf herum. Noch eine kurze Erklärung: Tuina ist eine spezielle Art der Massage, bei der besonders die Akupressurpunkte des Rückens stimuliert werden sollen und die auch schmerzhaft sein kann.


Aber mal zurück auf Anfang: Wang Daifu und seine Partnerin Xiao Kong ziehen gemeinsam nach Nanjing, eigentlich, um ein eigenes Tuina-Zentrum zu errichten, doch da Wang Daifu sich an der Börse verzockt hat, kehren die beiden dorthin zurück, um in dem Tuina-Zentrum eines alten Schulfreundes Wang Daifus, Sha Fuming, zu arbeiten. Die beiden sind blind, genau wie alle anderen Tuina-Masseure in China; für die Blinden ist es der einzige Job, bei dem sie ihren Stolz aufrecht erhalten und trotzdem Geld verdienen können. Denn in China gelten Blinde als Menschen zweiter Klasse: sie erhalten vom Staat monatlich 100 Yuan, damit dieser sich von seinem schlechten Gewissen freikaufen kann; sie erhalten keine Arbeitsverträge, da man als blinder Mensch quasi nicht existiert; Blinden-Hochzeiten werden grundsätzlich nicht abgehalten, da sich durch die Heirat zweier Blinder nicht die Qualität, sondern ausschließlich die Quantität der Menschen verändert und man so auch nicht an Ehre gewinnen kann. Beiyu hat für dieses Buch 25 Jahre lang recherchiert, um das Leben der Blinden in China detailreich wiedergeben zu können, und heraus kam dieses wahnsinnig gefühlvolle, herzzerbrechende und teilweise auch poetische Werk, das nicht zu Unrecht schon jetzt zu meinen Jahres-Highlights zählt.


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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Rezension zu "Sehende Hände" von Bi Feiyu

Rezension zu "Sehende Hände"
lisibooksvor 2 Jahren

Bi Feiyu hat nach eigenen Angeben 25 Jahre recherchiert, um diesen Roman zu seiner Zufriedenheit zu verfassen. Er selbst ist nicht blind, hat aber umfassende Recherchen zum Thema durchgeführt.

Herausgekommen ist ein Roman, bei dem die Kunst des Massierens der Blinden, die Tuina-Massage im Vordergrund steht. Dies ist in China recht verbreitet.

Der Autor stellt die blinden Masseure in den Mittelpunkt des Geschehens. Wang Daifu wechselt mit seiner ebenso blinden Freundin in ein Massage-Zentrum nach Nanjing. Dort ist ein alter Freund von ihm Chef. gemeinsam mit Wang lernt der Leser nach und nach die weiteren Blinden und Sehenden kennen, die im Massage-Zentrum arbeiten.

Die Kapitel widmen sich immer ein oder zwei der Personen ausführlicher. Man lernt die Menschen als Leser wunderbar kennen, erfährt, wie sie blind wurden oder wie sie ihr Leben schon immer blind meisterten.

Zwar erzählt der Autor einfühlsam, doch für meinen Geschmack an vielen Stellen zu lehrmeisterhaft. Da er so lange recherchiert hat, stellt er sein Wissen als DAS Wissen hin und heraus kommen Behauptungen, die entweder alle Sehenden oder alle Blinden über einen Kamm scheren.

Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an dem ansonsten höchst gelungenen Roman. Es macht Spaß, in diese Fremde Welt im fremden China einzutauchen und die Geschichten der Masseure zu verfolgen, in denen Liebe und Schmerz nicht fehlen.

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MelEs avatar

Rezension zu "Sehende Hände" von Bi Feiyu

Hochkaräter mit kleinen Schwächen
MelEvor 2 Jahren

"Sehende Hände" ist ein Roman, der verdeutlicht, welch wichtiges Gut unser Augenlicht ist. Hier sind es die Hände, die Ohren und andere Sinne, die blinden Masseuren und Masseurinnen ein gutes Auskommen ermöglichen, trotzdem ist es mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Schwer fiel mir, die chinesischen Namen auseinander zu halten und mich auf die Protagonisten einzulassen, Es erschwerte mitunter den  Lesefluss. Trotzdem ist "Sehende Hände" ein echter Hochkaräter auf den man sich als Leserin einlassen sollte. Die Story selbst ist erstklassig geschrieben und verdeutlicht zwar ein gewisses Maß einer Behinderung, die aber nicht überhand nimmt, da die Blindheit zwar vorhanden ist, die beschriebenen Menschen aber einen guten Weg finden, sie zu umgehen. Es ist ein Kampf ums Überleben auf eine wirklich wundervolle, liebenswerte Art und Weise beschrieben. Die beschriebenen Charaktere, die einige Zeit brauchen, um auseinander gehalten zu werden, werden irgendwann zusammengefügt und ergeben eine Einheit, die nicht von Anfang an zu erkennen ist. Wichtig ist, sich darauf einzulassen, denn es kommt der Punkt, an dem der Leser begreift, was Bi Feiyu aussagen will. Die Recherchen des Autoren kommen zum Tragen und geben dem Roman einen authentischen Rahmen. Es geht um Freundschaft und auch um Liebe, was erschwerend ist, wenn eine Partnerschaft aus Blinden besteht, die sich auch gegenüber ihren Familien behaupten müssen. Diese Felsbrocken der Ablehnung bestehen lediglich aus Angst, was verständlich und authentisch wirkt. Als blinder Mensch geboren oder durch Krankheit dazu verdammt, erschweren das Leben, was oft deutlich wird. Herausragend ist die innere Stärke, die sich auf andere Sinne und Begabungen stützt, die ein Mensch nutzen kann, um trotzdem seinen Lebensweg zu meistern. Trotzdem sind Sorgen nicht ausgeschlossen, sei es aus der Familie heraus oder aus der betreffenden Person kommend. Innere Kämpfe sind deutlich hervorgehoben und wirken absolut glaubwürdig. 

Fazit:
"Sehende Hände" fokussiert sich auf Probleme, die aufgrund einer Sehbehinderung absolut authentisch auf seine Leser einwirkt. Dies geschieht liebevoll und warmherzig, regt aber dennoch zum Nachdenken an. Schwer fiel lediglich, die chinesischen Namen auseinander zu halten, die erst spät für mich als Leserin ein Gesicht und eine Zuordnung der Begebenheiten bekamen. Ein hochkarätiges Buch, welches Probleme nicht ausschmückt, sondern als gegeben beschreibt und sie nachdrücklich auf seine Leser einwirken lässt. 

4,5 Sterne -  ★★★★

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