Eins vorab, nichts gegen Geschichten, die langsam losgehen, eine Handlung haben, sich aufbauen und steigern. Aber wenn man das will, muss man es auch können und beherrschen. Dann muss man etwas zu erzählen haben und nicht nur langweiligen Scheiß, durch den man sich als Leser durchquälen muss. Eine atemberaubende Sinfonie der Sinne (Aussage der Autorin) sieht vollkommen anders aus. Das Bildzitat ist die entscheidende Sexszene nach fünfundzwanzig Seiten Zugfahrt und Qual über ein normales Mittelklassehotel und seine Mängelliste. Öde. Die Sexszene, die man lesen muss, ist sogar noch schlechte als selbst das schlechteste Mitteklassehotel.
Dabei war der Anfang gar nicht mal so schlecht. Nicht gut, aber immerhin lesbar, Nicht unbedingt erregend, aber immerhin nicht niveaulos. Die Autorin steht auf Fremdgehen, das teile ich zwar nicht, aber gut, darüber würde ich hinwegsehen. Da das meiste vollkommen ausgedacht klingt, fühlt man auch nicht so besonders mit. Bei der zweiten Geschichte geht es los, Kein Sex. dreißig Seiten gibt es zu lesen und Sex? Vielleicht die letzten fünf Seiten. Dazu unfreiwillig komisch.
Die unbekannte Flüssigkeit tropfte um seinen Lustbereich herum auf seinen unteren Bauchbereich.
Das klingt eher wie ein Satz einer mäßig begabten Innenarchitektin, als von einer Autorin. Eine Lektorin muss so etwas verhindern! Zudem anatomischer Unsinn geschrieben wurde. Entweder um die Genitalien oder (nur) auf dem Bauch. Ungenau, deswegen zweimal der Bereich, den ein normaler Deutschsprecher niemals verwenden würde. Fazit (nach drei von sechs Geschichten): Geschenkt ist noch zu teuer.
Wie kommt man auf die Idee, erotische Romane zu schreiben, wenn man es nicht kann? (Zitat einer Freundin)











