Bianka Minte-König Schafskälte

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Inhaltsangabe zu „Schafskälte“ von Bianka Minte-König

Was geschah 1956 in der romantischen Kate hinter dem Deich? David stößt auf eine Mauer des Schweigens. Ein Dorf will vergessen. Zu viel Blut ist hier bereits geflossen – von Schafen und Menschen. Aber nichts ist vergessen. Schon gar nicht für den Täter … Eine Geschichte über das, was der Mensch dem Menschen antun kann. Ab 13 Jahren

Kurzweiliger, atmosphärischer Roman mit unerwarteter Tiefe.

— Meenama

Tolle Charaktere, spannend bis zur letzten Seite und ein überraschendes Ende - alles, was ein gutes Buch haben muss!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Schafskälte

    Meenama

    06. October 2015 um 20:21

    Den achtzehnjährigen David verschlägt es mit seine Mutter Helen in ein entlegenes Dorf. Er hat seine Mutter nach einer schwierigen Scheidung dazu motiviert eine Landarztpraxis zu übernehmen. Er selber möchte nach erfolgreich abgeschlossener Abiturprüfung zur Bundeswehr. Nach einem Bilderbuchanfang in der neuen Heimat geschehen merkwürdige Dinge. Das kleine Häuschen, welches Mutter und Sohn gekauft und renoviert haben entpuppt sich als ein Ort, an dem einige Jahre nach dem Krieg furchteinflössende Dinge geschehen sind. Der Schäfer, der seinerzeit das Haus bewohnt hat, hat angeblich in einer Nacht mehrere seiner Schafe brutal abgeschlachtet.  Dieses Buch lässt sich sehr schnell lesen. Es handelt sich dabei aber nicht um ein locker leichtes Thema, was man eben abhandelt. Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen aus der Sicht von diversen Personen erzählt. Hier kommen im Jahr 1956 die Einwohner des Dorfes zu Wort. Es wird ein Blick darauf geworfen, wie diese Personen auf die Tat reagiert haben und was letztendlich daraus resultiert ist. Auch in der Gegenwart erzählen außer Mutter und Sohn auch andere Personen ihre Sicht der Ereignisse. Nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild für den Leser, welches sehr bewegt. Diese Geschichte ist so viel mehr als ein kleiner Krimi und sehr gut geeignet für jüngere Leser. Für mich war es etwas schnell abgehandelt, hat mich aber nichtsdestotrotz dazu animiert einfach mehr über die Nachkriegszeit und die Heimkehrer des 2. Weltkrieges in Erfahrung zu bringen. Mein Fazit: überraschend gut und lesenswert.

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  • Minte-König, Bianka - Schafskälte

    Schafskälte

    Emili

    04. October 2013 um 10:08

    Das was sich in der Kurzbeschreibung nach einem makaberen oder lustigen Krimi anhört, ist in Wirklichkeit eine gekonnt erzählte Geschichte einer Tragödie, die aus der Zeiten des zweiten Krieges stammt und bis in die Gegenwart hinein wirkt. Die recht kurze Erzählung wird aus wechselnden Perspektiven dargestellt; es kommen recht viele Protagonisten zu Wort, doch keiner von denen wirkt überflüssig. Jeder trägt seinen Teil zu den Entstehung des Gesamtbildes da: da ist z.B.  Jobs Harmsen, der Ortsbürgermeister oder Luise, Freundin von David - die eher einer Nebenrolle spielen oder die Hauptcharakteren: Friedrich, ein alter Mann, der nicht nur den Krieg sondern auch russische Gefangenschaft überlebt hat, seine ehemalige Freundin - Grete, Helen, die neue Ärztin im Dorf und ihr Sohn David. Gerade die unterschiedliche Betrachtungsweisen, unterschiedliche Stimmungen der Protagonisten machen diese kurze Novelle so lebendig und authentisch. Auch die Zeitebenen der Erzählung wechseln von Gegenwart zum Sommer des 1956. Was das Geschehen um so interessanter macht. Mit viel Gefühl und Eindringlichkeit ist diese bewegende, ungewöhnliche und stellenweise emotional "schwer verdauliche" Geschichte erzählt.

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  • Rezension zu "Schafskälte" von Bianka Minte-König

    Schafskälte

    LaLecture

    31. December 2011 um 13:29

    Als David und seine frisch geschiedene Mutter Helen nach Kleinhinneken ziehen, verlieben sie sich sofort in den romantischen Kotten hinterm Deich. Doch dieser scheint ein Geheimnis zu hüten, denn die Bewohner der Dorfes raten ihnen ab, dorthin zu ziehen und behaupten, er sei verflucht. Als Helen Albträume von blutbespritzten, toten Schafen bekommt, wollen die beiden der grausamen Vergangenheit auf die Spur kommen... Äußerliches Der Titel und die Inhaltsangabe klingen für mich eher nach einer Thriller-Nachmache für Jugendliche und die Inhaltsangabe verspricht auf jeden Fall zu viel und sorgt für einen falschen Eindruck, denn eigentlich geht es in dem Buch um den 2. Weltkrieg. Stil Das Buch ist gut aufgebaut da immer zwischen den Jahren 1956 und 2008/09 gewechselt wird. In der Gegenwart erzählen meist Helen und David ihre Geschichte, in der Vergangenheit sind es verschiedene Menschen aus dem Dorf, von denen einige auch 2009 noch leben. Die Autorin gibt sich offensichtlich Mühe, so authentisch wie möglich zu schreiben, man hat ein bisschen das Gefühl wörtliche Rede zu lesen. Trotzdem konnte ich mich mit diesem Schreibstil nicht so wirklich anfreunden, da einige Formulierungen nicht wirklich passten. Ideen Die Idee, nicht direkt über den Krieg, sondern über die Zeit danach zuschreiben, und zu zeigen, dass er auch viele seelische Verletzungen hinterlassen hat, finde ich sehr gut. Die Rückblicke zum 2. Weltkrieg sind auch gut gelungen. Allerdings fand ich die geschichte in der Gegenwart ziemlich vorhersehbar (wer mit wem zusammenkommt und so) und dadurch etwas langweilig. Und das mit dem toten Schaf fand ich ziemlich zusammenhanglos zum eigentlichen Thema, dem Schafs-Mord von 1956. Fazit Ausbaufähig, deshalb nur 2 1/2 Sterne

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  • Rezension zu "Schafskälte" von Bianka Minte-König

    Schafskälte

    BlueNa

    15. March 2011 um 18:18

    Der Krieg zerstört Seelen . Der 18-jährige David zieht mit seiner Mutter in das Dörfchen Kleinhinneken direkt am Deich. Seine Mutter Helen übernimmt nach ihrer Scheidung eine Landarztpraxis und sie ziehen zusammen in das alte Schäferkotten am Dorfrand. Doch die Dorfbewohner verschweigen den beiden Dorfneulingen eine schreckliche Tragödie, die sich vor über 50 Jahren dort auf dem Deich zugetragen hat. Damals sind 17 Schafe auf grauenvolle Weise zu Tode gekommen und hat den Schäfer in den Selbstmord getrieben. Doch war es wirklich der Schäfer? . „Schafskälte“ von Bianka Minte-König ist ein sehr intelligentes kleines Büchlein, dessen Aktualität und Brisanz man ihm nicht auf den ersten Blick ansieht. Man erwartet eine Kriminalgeschichte vom Dorfe und erhält eine aufwühlende Wanderung in die dunkle Tiefe einer vom Krieg gezeichneten, kranken Seele. Ausnahmsweise empfinde ich es als schwierig, über dieses Büchlein zu sprechen und nicht zu viel zu verraten. Denn die Auflösung enthält nicht nur die Antwort auf die Frage, wer im Juni 1956 die Schafe umgebracht hat, sondern auch eine Moral und eine Mahnung gegen das Vergessen! . Aus wechselnder Sicht unterschiedlicher Protagonisten begibt man sich sofort ins Jahr 1956 und liest Augenzeugenberichte zur Tragödie, bei der 17 Schafe in Kleinhinneken ihr Leben lassen mussten. Doch bald lernt man auch David und seine Mutter Helen kennen, die sich 2008 entschließen in das Dörfchen am Deich zu ziehen. Es wird abwechselnd aus der Sichtweise verschiedener Personen berichtet und somit unterscheidet sich auch der Schreibstil von Abschnitt zu Abschnitt von Person zu Person. Mal kann man sich besser, mal weniger gut in die Ereignisse hineinversetzen, es kommt immer auf die Person an, die gerade an der Reihe ist. . Somit erfährt man auch viel über die Hauptpersonen Helen und David, die versuchen nach der Scheidung von Ehemann und Vater ein neues Leben zu beginnen. Sie sind beide auf der Suche nach einer Zukunft und nach einem neuen Glück und sie müssen sich in einer alteingesessenen Dorfgemeinschaft einfinden und behaupten. Vor allem die Mauer des Schweigens, was die Ereignisse um das Schäferkotten, in dem sie nach der Renovierung wohnen, vor 50 Jahren angeht, macht ihnen zu schaffen. Aber zum Glück gibt es da noch den Lehrer und die hübsche Krankenschwester Luise, zu der David sich hingezogen fühlt. Helen und David sind die einzigen Personen, die „greifbar“ sind, alle anderen sind nur Nebendarsteller, die zwar etwas zu sagen haben, aber nicht unbedingt ihren Charakter preisgeben. . Die Umschlaggestaltung des 176 Seiten dünnen Hardcovers setzt hier auf das Motto „weniger ist mehr“: Ganz in Weiß hebt sich der Buchtitel in kühlem blau-violett darauf ab. Ein schwarzes Schaf mit blau-violettem Schatten komplettiert das Coverbild. Ich finde, dieses Cover passt hervorragend zum Inhalt dieses Buches! . Eine tolle Novelle, die, gekleidet in ein mysteriöses Verbrechen, aufzeigt, dass wir unsere Vergangenheit nicht vergessen dürfen, dass es auch eine emotionale Seite gibt und sie nicht nur noch aus Zahlen und Fakten besteht, die man heutzutage im Geschichtsunterricht mitbekommt. Absolut lesenswert!

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  • Rezension zu "Schafskälte" von Bianka Minte-König

    Schafskälte

    goldfisch

    27. February 2011 um 18:41

    1956, der Krieg ist vorbei und die letzten Männer aus der Gefangenschaft heimgekehrt. Im Ort hinterm Deich, versucht man wieder in die "Normalität" überzugehen.Da liegen plötzlich fast alle Schafe des Schäfers tot auf dem Deich und ihrem Pferch.Schnell ist das Gerücht verbreitet, der Schäfer selber habe seinen Schafen die Kehlen durchgeschnitten. 2008 ! David ist 18 Jahre alt und zieht mit seiner Mutter in den Ort.Sie übernimmt dort die Landarztpraxis und David unterstützt sie , während er auf seine Einberufung zum Wehrdienst wartet.Der Ort ist beschaulich und Davids Mutter "verliebt" sich in die alte Schäferkate. Gemeinsam ziehen sie dort ein. An einem Morgen passiert es: ein totes Schaf liegt vor ihrer Tür. Ist es wieder der Schafmörder ? David hat viele Fragen und bekommt wenig Antworten. Was geschah wirklich im Jahre 1956 ? Ein gutes Jugendbuch, welches recht eindringlich auch die Jahre nach dem Krieg beschreibt.

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