Bianka Pscheidl

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Autor von Gefühlslatein.

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Gefühlslatein
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Erschienen am 01.12.2005

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Rezension zu "Gefühlslatein" von Bianka Pscheidl

Rezension zu "Gefühlslatein" von Bianka Pscheidl
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Tja Herrschaften, wann werden eigentlich bei euch die Verse geleert? Mittwoch oder Donnerstag? Kleiner Scherz, denn Spaß muss sein, gell? Hmm... das ist schon so eine Sache mit der Kadenz. Ja, und mit dem Reim erst recht und an sich und überhaupt! Die sprichwörtliche Verbundenheit der beiden gestaltet sich nicht immer einfach. Soll nun das Versende nur eine Silbe enthalten oder sogar zwei? Sollte man es wagen, gar zwei Takte mit Haupt- und Nebenbetonung zu riskieren? Verdammt, nun ist mir mein Versmaß runtergefallen... hoffentlich ist nichts kaputtgegangen... wie war das noch... wann wird jetzt diese Lehre geleert...?

Egal... ob Metrik, Hebung oder Senkung, Bianka Pscheidl hat einen Gedichtband vorgelegt, der ohne verstaubte Stilmittel über die Runden kommt. Er enthält dennoch allerlei "Lateinisches". Im Gegensatz zu jedem guten lateinischen Krimi fehlen hier allerdings so überaus wichtige Charaktere wie Jambus und Trochäus, die ewig in irgendwelchen Synkopen abhängen, um permanent unterschiedliche Versfüße zu kombinieren. Aber erstens handelt es sich hier nicht um einen Kriminalroman und zweitens vermisst die Burschen eigentlich niemand und drittens ist das ne komische Einleitung. Aber schließlich ist das ganze Leben ja irgendwie komisch.
Zum besseren Verständnis empfehle ich (nicht nur) deshalb ein ausgiebiges Studium des Vorwortes. Geht es doch nicht um einen Gang nach Cabanossi sondern eher um einen Wolfgang, oder jemand, der gerne ein solcher wäre... den letztlich aber auch niemand vermisst...

Äh... ja... ok. Mein Lieblingsgedicht ist "Tropfzeithöhle". Es geht um die Zeit und ihre Schwester, die Stille! Mehr wird aber nicht verraten. Noch ein Lieblingsgedicht ist "Leben kann so einfach sein", in welchem es um ein neues Hobby geht... und nicht zu vergessen "Sing" und den Wert eines Wehlautes... ach ja, und all die anderen natürlich! Auf die Goldwaage der Interpretationsfetischisten werde ich die Gedichte nicht legen, analysieren ebenfalls nicht... und anderer Meinung bin ich ja sowieso...

Die Autorin jongliert mit Worten und Gefühlen... besonders mit ihren eigenen. Sie klagt an und dreht im nächsten Moment die Lanze gegen sich selbst ("Störsicher"). Sie liebt, doch sie nutzt bessere Formulierungen als die "berühmten drei Worte". Sie denkt nicht in Achterbahnen, sondern geradeaus und ohne Umwege, war am Horizont des Lebens und kennt die Zaubernächte, ist naiv und weise zugleich, rät zur Flucht und ist doch immer die Erste im Ziel...

... denn sie beobachtet die Menschen und das Leben sehr genau, besiegt Ängste mit Pointen und Männer mit sich selbst und bodenständiger Logik, hält der gnadenlos tickenden Uhr einen Spiegel vor die Nase, obwohl die Zeit wie immer gewinnen wird, stellt sich selbst in Frage aber ohne zu klagen, und behält selbst in der schwersten "Kuba-Krise" die Nerven! Ob das Ganze für "starke Männer" allerdings ebenso geeignet ist wie für "doppelt dumme Schafe", wage ich einmal zu bezweifeln...

Dieses Buch ist wie ein "Magischer Gipfel", und es "lässt uns einen Wimpernschlag lang an Vollkommenheit glauben". Es geht um das Glück und die Liebe und die Zeit, die uns noch bleibt. "Gefühlslatein" ist keinesfalls der kleine Bruder vom Seemannsgarn, sondern eine Auseinandersetzung mit unserer konkreten Realität und den Dingen und Gefühlen und den Menschen, die mitunter einfach nicht ins Gleichgewicht zu bringen sind! Hier wird nicht (ab)gedichtet und zugespachtelt, sondern hier wird gelebt, geliebt, klar gesagt, was Sache ist und zur Not auch einmal der Respekt verweigert. Und da wo Worte fehlen oder versagen, erfindet Bianka Pscheidl einfach neue...!

Aber eines wird nicht getan - gejammert! Keine Flucht in abgrundtiefe Klagetäler und lyrische Selbstmorde am laufenden Band. Davon gibt es schon genug. In den Köpfen und auf dem Papier. Nur nicht umdrehen ist die Devise. Vorne spielt die Musik!
Es ist und bleibt trotzdem schwierig und eine endgültige Lösung für die beschriebenen "Begebenheiten" wird es wohl niemals geben.
Doch "ein Blick voller Liebe" mag reichen "als Trost für dunkle Tage" oder anders ausgedrückt:

Hoffnung ist eine Hängebrücke - na immerhin!

Dieses Buch verschwindet nicht in Regalen sondern in den Herzen. Es liest und schreibt sich weiter, dichtet und erfindet sich immer wieder neu, während wir uns in den Schlaf denken und für ein paar Stunden Frieden finden. Es sind nicht nur Verse, es sind Geschichten einer Seele, die niemals Ruhe geben wird...

Fazit: Bianka Pscheidl ist nicht weltbewegend, aber sie ist einzigartig unalltäglich!

© Thomas Lawall - www.querblatt.com

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