Bill Blum Vorsätzlicher Irrtum

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Inhaltsangabe zu „Vorsätzlicher Irrtum“ von Bill Blum

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    Vorsätzlicher Irrtum

    Stefan83

    06. October 2011 um 22:41

    Bill Blums „Vorsätzlicher Irrtum“ ist nun bereits der zweite von mir gelesene Roman aus der „Raben-Krimi“-Reihe des inzwischen nicht mehr existenten Haffmans-Verlags. Und ganz ehrlich: Wäre es nicht als Teil dieser Serie erschienen, Blums Debütwerk hätte mir wohl keinen zweiten Blick abgenötigt, zumal die bisherigen Rezensionen zum Buch allerhöchstens Mittelmaß erwarten ließen. Viel mehr bietet „Vorsätzlicher Irrtum“ letztlich in Stil und Handlung zwar auch nicht - dafür jedoch gute und kurzweilige Unterhaltung ohne viele Schnörkel oder Pathos. Blum, im Jahre 1950 geboren und lange Zeit einer der bekanntesten Anwälte in den Vereinigten Staaten, wirft einen zielsicheren Blick in den Gerichtssaal und wildert damit in einem Gebiet, das sonst Scott Turow oder John Grisham vorbehalten bleibt. Im Gegensatz zu seinen Schriftstellerkollegen ist diesem Neuzugang im Juristenkrimi-Genre das Tempo aber wichtiger als die x-te Erklärung eines Paragraphen, was wiederum dem Lesefluss sehr entgegen kommt. Kurz zur Handlung: Rechtsanwalt John Philip Solomon ist so ziemlich am Boden angekommen. Seine aussichtsreiche Karriere als stellvertretender Chefankläger bei der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles ist aufgrund einer äußerst delikaten Liebesaffäre frühzeitig zu Ende gegangen. Lediglich Spott und Hohn sind ihm geblieben. Besonders von Seiten des ehemaligen Konkurrenten Howard Ainsworth, der mittlerweile seine Nachfolge angetreten und ein politisches Amt ins Visier genommen hat. Solomon, der das siegessichere Grinsen seines Intimfeinds kaum ertragen kann, ertränkt seine Verbitterung mit literweise Alkohol und meidet den Gerichtssaal – bis sich ihm plötzlich wieder eine Chance bietet, sein Leben doch noch in den Griff zu bekommen: Ein Cop des Los Angeles Police Departement ist bei einem „Drive-By-Shooting“ vor einem Nachtclub erschossen worden. Alle Indizien weisen daraufhin, dass nur der schwarze Bandenführer Juan Thomas als Täter infrage kommt. Solomon soll diesen völlig hoffnungslosen Fall übernehmen, um sich zu rehabilitieren. Der heruntergekommene Anwalt ahnt, das er mit seinem Wirken lediglich Ainsworth in die Karten spielt und diesen ein paar Stufen die Karriereleiter hinauf befördern soll, nimmt er das Angebot an. Obwohl alles gegen ihn spricht und selbst sein Klient in ihm keine Hilfe sehen will, kehrt im Laufe der Verhandlung Solomons alter Biss zurück. Gemeinsam mit seinem Ermittler, dem ehemaligen Basketballprofi Stretch Johnson, wühlt er im Dreck von L.A.s Unterwelt und trägt nach und nach ein paar Informationen zusammen, welche den Fall in ein ganz anderes Licht tauchen. Doch genügen sie, um seinen Klienten vor der Todesstrafe zu retten? Viel Neues bietet Bill Blum in seinem 296 Seiten umfassenden Erstling wahrlich nicht. Der Plot verzichtet auf größere Verzweigungen ebenso wie auf zu viele Nebenfiguren, was es dem regelmäßigen Krimi-Leser schon ziemlich früh möglich machen dürfte, dem wahren Hintergrund des Falles „Juan Thomas“ zu erahnen. Blum hat sich kaum Mühe gemacht, die Identität der Täter zu verschleiern und legt sein Augenmerk vielmehr auf die Person Solomon, welche sinnbildlich für die scharfe Trennlinie von Erfolg und Niederlage in den USA steht. So ist der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär zwar immer noch möglich, der umgekehrte Sturz aber meist nicht abzubremsen und bei der Landung äußerst schmerzhaft. Das muss Solomon, der in der Unterwelt L.A.s den Glauben an die Gerechtigkeit zu verlieren droht und eigentlich nur aufgrund seines Egos einen zweiten Versuch als Anwalt wagen will, selbst mehr als einmal erfahren. Der Autor geht hier deutlich auf die Gefahren des Juristenlebens ein, das voller Verlockungen ist und in dem selbst Taten aus guten Absichten schwerwiegende Folgen haben können. Exemplarisch dafür steht Staatsanwalt Howard Ainsworth. Ein nach außen hin gottesfürchtiger und konsequenter Mann, der stets die Höchststrafe fördert und dessen Fassade mit jedem kleinen Erfolg im Machtspiel der Großen um eine Spur dicker wird. Obwohl er von Seite eins an den Bösewicht, den zu schlagenden Gegner verkörpert, ist er Solomon doch andererseits auch in vielen Dingen ähnlich. Diese Ambivalenz ist es, gepaart mit dem unpersönlichen Kräftemessen der beiden Anwälte, welche „Vorsätzlicher Irrtum“ seinen Reiz verleiht. Unpersönlich deshalb, weil im Gerichtsaal die Feindschaft nur unterschwellig zu spüren ist, die Angriffe nur zwischen den Zeilen zu lesen sind. Vor dem Richter (der typischer nicht hätte sein können) hält man sich an die Regeln. Weniger weil man Angst vor einer Bestrafung hat, als vielmehr deswegen, weil man in den Augen der aufmerksamen Jury die Glaubhaftigkeit nicht verlieren will. Schläge in den Unterleib werden deshalb auch erst nach der Gerichtsverhandlung ausgeteilt, wenn Solomon und Stretch sich in die Unterwelt von Los Angeles herablassen, um (unter hohen Zeitdruck) irgendwas zu finden, das Ainsworth zu Fall bringen kann. Blum, der selbst in Los Angeles lebt, ist es überzeugend gelungen, die Stadt der Engel mit ihren verschiedenen Facetten zu erfassen, wenngleich er, typisch für ein Debütwerk, manchen Klischees nicht aus dem Weg gehen kann. Vom korrupten Cop über die Karrierepolizistin bis hin zum übergroßen und schlagfertigen Private-Eye. Der Autor nutzt die Elemente des Hardboiled-Novels weidlich aus und versucht sie mit denen des Justiz-Krimis in Einklang zu bringen. Leider ist es bei einem Versuch geblieben, da sich das Ganze sehr inhomogen liest und man als Leser nie genau weiß, was für ein Buch Blum jetzt endlich schreiben wollte. Fakt ist: Die Nachforschungen im Dreck und in der Dunkelheit konnten mich wesentlich mehr packen, als das doch sehr offensichtliche Geplänkel im Gerichtsaal, dessen Aha-Effekte einfach nicht zünden wollen. Insgesamt ist „Vorsätzlicher Irrtum“ ein guter, allerdings auch gänzlich unspektakulärer Mischling zwischen Hardboiled und-Justiz-Roman, der in erster Linie von der Hauptfigur Solomon und dessen Gegenspieler Ainsworth lebt und der ansonsten doch schon deutlich Staub angesetzt hat.

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