fischer baumler

Bill Clegg Fast eine Familie

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Inhaltsangabe zu „Fast eine Familie“ von Bill Clegg

Ein gefeierter Familienroman über die Macht des Mitgefühls, in dessen Kern die Familie steht – die, in die wir hineingeboren werden, und die, die wir selbst wählen.

Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA. Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden.

Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien.

Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit – es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen.

Ein Familienroman voller Optimismus über eine unverhoffte Begegnung mit der Menschlichkeit, die uns aus den Trümmern unseres Schicksals zu reißen vermag, wenn scheinbar alle Hoffnung verloren ist.

Bill Cleggs 'New York Times'-Bestseller ›Fast eine Familie‹ wurde hymnisch besprochen und mit einer Man-Booker-Nominierung geehrt.

Ein traurig schöner, feiner und emotionaler Roman zum nachdenken und mitfühlen.

— katzenminze

Rührende Familientragödie

— Kellerbandewordpresscom

Steinchen für Steinchen fügt sich das gewaltige Drama ineinander. Bewegend, menschlich - aber leider hoffnungslos überladen.

— TochterAlice

Traurig und bewegend

— Arietta

Ein sehr schönes leises Buch mit einem sehr versöhnlichen Ende!

— schokoloko29

Die Geschichte erzählt das Schicksal von June Reid und ihrer Familie.

— friederickesblog

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  • Stück für Stück zur Familie

    Fast eine Familie

    Kellerbandewordpresscom

    13. June 2017 um 13:42

    Als ich die Inhaltsangabe las wollte ich als Familienmensch und Zweifachmama das Buch unbedingt lesen.Nur June bleibt bei einem Hausbrand durch eine Gasexplosion von ihrer Familie übrig. Welche Personen eine Rolle bei der Tragödie spielen und wie sie zusammenhängen erfährt man erst so nach und nach.Das baut auch die Spannung auf bei mir. Wenn die Puzzleteile langsam ein ganzes Bild ergeben.Jedes Kapitel ist einer Person gewidmet, die aus ihrer Sicht die Erinnerungen der Ereignisse erzählt.Es gab mehrer sehr gefühlvolle Stellen die mich sehr rührten. 

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  • Einfühlsame erzählte Tragödie ohne Pathetik

    Fast eine Familie

    Damaris

    21. May 2017 um 14:42

    Nachdem ich den Klappentext von "Fast eine Familie" gelesen hatte, war es um mich geschehen. Ich musste dieses Buch lesen! Bei der Geschichte, einer Tragöde, interessierte mich vor allem die Umsetzung. Und doch war es ein Zitat von Anne Enright, das mir die Erzählung schon vor dem Lesen näherbrachte. Sie bescheinigt dem Buch Optimismus und viel Mitgefühl, deren Macht aus den Trümmern des Schicksals herausziehen kann. Diese Kombination aus Drama und Einfühlungsvermögen fesselte mich dann auch an die Seiten.June Reid würde sich selbst wohl als die unfreiwillige Hauptperson des Romans bezeichnen. In einer einzigen Nacht, der Nacht vor der Hochzeit ihrer Tochter, verliert sie ihre ganze Familie. Ihren Lebensgefährten, den Exmann, ihre Tochter und den zukünftigen Schwiegersohn. Alle waren im Haus, als es in Flammen aufging, einzig June war im Garten. Doch warum? Das ist anfangs nicht so wichtig. Fakt ist, dass June die Anteilnahme, die neue Lebenssituation - vor allem aber den Schmerz - nicht mehr ertragen kann. Sie setzt sich in ihr Auto, fährt bis ans westlichste Ende des Landes und quartiert sich dort in einem Motel ein. Sie spricht (fast) nichts, isst (fast) nichts, verliert sich selbst komplett in ihrem Schmerz. Zum Glück wird ihr von jemandem die Hand gereicht, von dem sie es überhaupt nicht erwartet hätte.Von Bill Cleggs Art zu schreiben, war ich tief beeindruckt. Er hat ein Mitempfinden in seinem Stil, ein Einfühlungsvermögen, das ich nur erwarten würde, wenn jemand eine solche Tragödie schon selbst erlebt hat. Dabei wirkt seine Erzählweise eher nüchtern, kommt ohne Kitsch und Pathetik aus.Die Geschichte selbst ist nicht linear angelegt, vielmehr ist sie ein Puzzle aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Manche Personen treten häufiger in Erscheinen, andere nur ein Mal. Dadurch erfährt man gegen Ende, was sich tatsächlich ereignet hat. Vorher gilt es aber noch diverse Personen zu sortieren und ihr Leben oder Sicht der Dinge zu einem großen Ganzen, das natürlich mit June und ihrer toten Familie zusammenhängt, zusammenzusetzen. Da der Autor hier auch bezüglich Kleinigkeiten sehr ins Detail geht, erschienen mir einige Kapitel etwas lang, vielleicht sogar manchmal zu informativ. Andererseits ist das Buch sehr umfassend. Am Ende war ich vom Gesamtbild, das sich ergab, sehr ergriffen.Das FazitDas Drama "Fast eine Familie" hat mich durch die einfühlsame Erzählung, die komplett ohne pathetischen Kitsch auskommt, berührt und nicht mehr losgelassen. Durch viele verschiedene Sichtweisen, die sich wie einzelne Puzzleteile zusammensetzen, entsteht eine umfassende Geschichte. Zuweilen erscheint sie etwas zu detailliert, zu hintergründig informativ, entwickelt aber eine Dynamik, die bei aller Tragödie ein optimistisches Mitgefühl ausstrahlt, mit dem sich am Ende bei mir eine hoffnungsvolle Zufriedenheit einstellte. 4 von 5 Sterne gibt es dafür.

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  • Übriggeblieben

    Fast eine Familie

    TochterAlice

    29. April 2017 um 13:53

    June ist die Einzige, die von ihrer ganzen Familie übriggeblieben ist. Es hätte ein so wunderschönes Wochenende werden sollen, die Hochzeit ihrer Tochter Lolly mit Will, einem ganz besonderen jungen Mann. Doch sie sind alle in Flammen aufgegangen, sowohl Lolly und Will, als auch Lollys Vater und und Junes Exmann Adam und ihr neuer Lebensgefährte Luke. Nichts ist mehr übrig von ihnen - außer die Erinnerungen. Und liegen nicht nur bei June, sondern auch bei einer Reihe anderer Menschen, die in irgendeiner Form mit dem ein oder anderen von ihnen zu tun hatten.Ja, Steinchen für Steinchen fügt sich hier ein gewaltiges Drama ineinander, wie es schockierender und erschreckender nicht sein kann. Wir erfahren es von den Verbliebenen - auf eine oft stille, menschliche, manchmal aber auch befremdliche Art. Es wird halt aus einer ganzen Reihe von Perspektiven erzählt. Alle in irgendeiner Form - häufig erst im Nachhinein - Beteiligten kommen zu Wort und aus meiner Sicht liegt genau hier das Manko des Buches. Es sind einfach zu viele Charaktere im Spiel, es wird ausgesprochen unübersichtlich - wenn auch der Autor die unterschiedlichen Figuren sehr gut darstellen, ihre jeweiligen Persönlichkeiten herausarbeiten kann. Aber aus meiner Sicht verliert sich dadurch die Geschichte, es kommt zu vieles zur Sprache, zu viele Menschen zu Wort - so dass sich die Geschichte in der Vielzahl der einzelnen Stränge verliert.Und es sind nicht nur die einzelnen Berichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die die Geschichte so füllen - nein, auch in den Erinnerungen schweifen die Protagonisten oft ab, so erinnert sich bspw. June seitenlang an eine Kindheitsfreundin, der sie übel mitgespielt hat, die aber sonst nichts mit der Geschichte zu tun hat. Hier führt uns der Autor viel zu sehr auf Abwege, finde ich! Bewegend, menschlich und eindringlich geschrieben - aber leider hoffnungslos überladen. Ohne im eigentlichen Sinne geschwätzig zu wirken, verplappert sich Bill Clegg an der ein oder anderen Stelle und führt die Leserschaft auf Irrwege. Wen das allerdings nicht stört, den erwartet hier ein gefühlvoller, eindringlicher Roman mit faszinierendem, vielschichtigen Personal, der sprachlich und stilistisch durchaus von hohem Anspruch ist!

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  • Berührend und Traurig

    Fast eine Familie

    Arietta

    28. April 2017 um 16:13

    Ein gefeierter Familienroman über die Macht des Mitgefühls, in dessen Kern die Familie steht – die, in die wir hineingeboren werden, und die, die wir selbst wählen. Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA.  Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden. Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien. Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit – es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen. Ein Familienroman voller Optimismus über eine unverhoffte Begegnung mit der Menschlichkeit, die uns aus den Trümmern unseres Schicksals zu reißen vermag, wenn scheinbar alle Hoffnung verloren ist.Bill Cleggs »New York Times«-Bestseller ›Fast eine Familie‹ wurde hymnisch besprochen und mit einer Man-Booker-Nominierung geehrt. "Ein zutiefst optomischtisches Buch über die Macht  des Mitgefühls, die fähig ist, um aus Trümmern unser Schicksal herauszuziehen "      ((Anne Enright) Meine Meinung zum Inhalt: Sehr gut ist June beschrieben, wie sie vor dem Trümmerhaufen ihres Lebens steht, ihre ganze Familie ist bei dem Brand ihres Hauses am frühen Morgen ums Leben gekommen, nur weil sie frische Luft schnappen war. Man spürt ihren Schmerz, Wut und Trauer, ihre Schuldgefühle, das sie davon gekommen ist. Gerade heute sollte die Hochzeit ihrer Tochter sein. June Freund Luke ist auch unter den toten, ihr ehemaliger Ehemann und der Schwiegersohn. Nichts ist ihr geblieben, nur was sie am Leibe trägt , sowie der unendliche Schmerz und der Verlust. In ihrem Schockzustand und um dem Gerede und Tratsch aus dem Leute aus dem Ort zu entgehen, flieht sie Kopflos mit ihrem Auto Ziellos davon. Sie landet an der Westküste und mietet sich in einem kleinen Motel ein, schottet sich regelrecht ab und vergräbt sich in ihrem Schmerz und Erinnerungen. Wir blicken beim Lesen noch in viele Köpfe von den betroffenen Protagonisten, und lernen mit ihnen alles aus ihrem Blickwinkel zusehen. Da ist Luke Mutter, eine Interessante Frau und erfährt wie sie mit dem ganzen umgeht, da sind ja auch noch die Gerüchte um ihren Sohn, und noch so vieles was sie verkraften muss. Zum Ende wird man langsam erlöst und die einzelnen Puzzelsteine setzen sich zu einem Bild zusammen und es kommt die ganze Wahrheit ans Licht. June erlebt viel Mitmenschlichkeit, als sie am Ende ist, und in ihrem Loch aus dunkler Trauer, Erinnerungen und Verzweiflung versinkt.Ob, sie die helfende Hand annimmt , die sie da rausholen kann ? Das alles ist sehr schön und Gefühlvoll beschrieben........... Meine Meinung zur Autorin: Ich gebe zu am Anfang hatte ich Probleme mit dem Buch, da die Schriftstellern, jedem ihrem Protagonisten ein eigenes Kapitel gewidmet hatte. Einfacher wäre es gewesen, sie hätte alles Chronologisch erzählt. Sie erzählt in diesen Kapitel alles aus der Sicht der einzelnen Betroffenen. Es ist wie ein Kaleidoskop , man erfährt alles aus anderen Blickwinkeln, bunt durcheinander gewürfelt, bei dem sich aber alles zum Ende diese Teile zu einem Bild zusammensetzen. Sie versteht es geschickt mit den Gefühlen ihrer Leser und Figuren zu spielen, und sie unbewusst beim Lesen in die Geschichte mit einzubeziehen. Ich mochte ihren flüssigen und Gefühlvollen Schreibstil, der etwas magisches an sich hatte. Ihren Figuren hat sie Leben eingehaucht, sie sind aus Fleisch und Blut. Mit sehr viel Liebe und Feingefühl erzählt sie diese tragische Geschichte, aber auch vonMitgefühl, Mut und Hoffnung. Wahrlich kein einfaches Buch, es hat schon einen gewissen und forderten Anspruch.

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  • Fast eine Familie

    Fast eine Familie

    Minoo

    18. April 2017 um 21:52

    In der Nacht vor der Hochzeit ihrer Tochter Lolly geht Junes Haus in Flammen auf. Lolly und ihr Verlobter sterben ebenso wie Junes Exmann und ihr neuer Partner. Dieses Unglück ist der Ausgangspunkt des Buches. Aus der Sicht verschiedener Personen erfahren wir mehr über die Zusammenhänge, aber auch mehr über deren Leben vor und nach dem Unglück. Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, die Perspektive wechselt häufig und unregelmäßig. Manche Charaktere kommen nur einmal zu Wort, die Erzählungen erfolgen nicht in chronischer Reihenfolge. Mit dem Wechsel der Perspektive ändert sich auch der Erzählstil des Autors. Neben June, deren Perspektive vor allem von der schwierigen Beziehung zu ihrer Tochter erzählt, kommt häufig auch Lydia, die Mutter des verstobenen Luke (Junes neuer Partner), zu Wort. Ihre Geschichte handelt von Abhängigkeit, von Schwäche und Stärke zugleich und von Einsamkeit. Wir erfahren, wie sie ihren gewalttätigen Exmann mit einem beinahe Fremden betrog und in ihrer Stadt seither ohne jeglichen Respekt behandelt wird. Das Thema Tratsch in einer kleinen Stadt ist in diesem Buch allgegenwärtig. Jeder meint mehr über Dinge zu wissen die ihn eigentlich nichts angehen. So wird Luke aufgrund seiner Hautfarbe automatisch zum Buhmann der Stadt. Auch June wird aufgrund ihrer Beziehung zu einem viel jüngeren Mann verurteilt.  Zu Beginn des Buches war ich verwirrt. Die kurzen Kapitel aus der Sicht unterschiedlicher Charaktere wollten nicht genau zusammen passen. Ich hatte Probleme damit die Charaktere in eine Beziehung zu setzen. Ich konnte nicht einschätzen wer einen geliebten Menschen durch den Brand verloren hatte. Doch diese Verwirrung legte sich schnell und die vielen Kapitel waren wie kleine Puzzleteile, welche die Geschichte zusammensetzten. Schnell packte mich die Geschichte und ich konnte es kaum erwarten mehr von den unterschiedlichen Charakteren zu erfahren. Die Charaktere und deren Schicksale, die niemals zu dramatisch beschrieben wurden, interessierten und faszinierten mich. Bill Clegg hat in diesem Werk viele authentische und detailliert beschriebene Charaktere von ihrer unvollkommenen und verletzlichen Seite gezeigt. Als besonders eindringlich empfand ich eine Szene, in der eine einsame Frau mehrfach von einem Telefonbetrüger kontaktiert wird. Obwohl sie weiß, dass der Anrufer ihr keinen Lottogewinn überweisen, sondern sie um 700€ betrügen wird, überweist sie ihm das Geld und geht immer wieder ans Telefon. Sie ist einsam und telefoniert lieber mit einem Betrüger, als dass sie wieder wochenlang mit niemandem spricht. "Sie beugt sich vor und lässt den Hörer auf den Schoß sinken. Die Stimme in ihrer Hand ist alles, was sie hat. Also: nichts. Sanft schaukelt sie vor und zurück und wünscht sich, sie könnte verschwinden. Sie fühlt sich maßlos einsam, einsamer als in den Wochen nach Lukes Tod." (S. 208) Neben den unterschiedlichen Charakteren wird auch der Brand genauer thematisiert. Immer wieder tauchen kleine Details auf, die auf die Ursache des Brandes hinweisen. Wie dieser tatsächlich entstand wird zum Ende hin aufgelöst. Als Leser hat man das Gefühl, dass all die kurzen Kapitel wirklich ein großes Ganzes bilden, auch wenn einige Fragen (wie die Charaktere ihr Leben im Anschluss gestalten) offen bleiben. Fazit: Eine ergreifende Geschichte über unterschiedliche Menschen und deren Leben. Eine Geschichte, die insbesondere durch die herausragende Charakterzeichnung und die ungewöhnliche, gekonnte Erzählform berührt.

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  • Gelungener Debütroman

    Fast eine Familie

    Girdie

    31. March 2017 um 21:10

    Ihr Hochzeitstag sollte einer der schönsten Tage des Lebens für Lolly und Will werden. Doch dann gegen sechs Uhr in der Früh explodiert das Haus in dem kleinen Ort Wells an der Ostküste der USA in dem sie schlafen und reißt sie in den Tod. Mit diesem fulminanten Anfang beginnt der Roman „Fast eine Familie“, dem Debüt des US-Amerikaners Bill Clegg. Fassungslos zurück bleibt June, die Mutter der Braut, die nicht im Haus war. Außer dem jungen Paar verliert sie ihren Ex-Mann und ihren Lebensgefährten bei dem Unglück. June lässt das Geschehen immer wieder Revue passieren. Die innere Leere lähmt sie, diese Tiefe des Abgrunds der Einsamkeit der sich vor ihr auftut konnte ich nachempfinden. Deutete das Cover noch eher auf eine beschauliche Geschichte hin, bereitete der Klappentext mich bereits auf das entsetzliche Ereignis vor und die sichtbaren dunklen Wolken am Himmel auf dem Titelbild deuten das Unheil an.Mit dem Brand des Wohnhauses endet für zwei junge Leute eine gemeinsame Zukunft als Familie, die noch gar nicht begonnen hat. Anstelle des Brautpaars stehen im Mittelpunkt der Erzählung diejenigen, die durch das Unglück wohl am meisten Leid erfahren, die Mütter. Einerseits ist es June, andererseits Lydia, die Mutter von Junes Lebensgefährten Luke. Der Autor erzählt aus unterschiedlichen Erzählperspektiven mal als auktorialer Erzähler wie bei June und Lydia, mal lässt er die Figur selbst zu Wort kommen. Es sind die Personen, die June und Lydia und deren Kinder sowie Will gekannt haben, die jeweils mit ihrer Geschichte einen weiteren Puzzlestein dazu liefern, das Geschehen vor und nach der Tragödie zu einem Großen und Ganzen zu ergänzen. Von Beginn an fragte ich mich, was der Auslöser für die Explosion war. Im Laufe des Lesens trat die Frage immer mehr in den Hintergrund, die Erzählung wendete sich mehr der Beziehung zwischen June und Luke zu. Luke schien Zeit seines Lebens durch seine Herkunft, sein Äußeres und seinen gutwilligen Gemüt dazu prädestiniert, der Schuldige zu sein. Auch nach dem Brand wird er ohne weitere Gründe von den Bewohnern der Ortschaft zum Täter erklärt.Auf eindrucksvoll empfindsame Weise zeichnet der Autor ganz nebenbei das Miteinander in einer Kleinstadt an der Ostküste, das verbunden ist mit seinen Bewohnern von denen sich in der Regel die meisten einander kennen. Doch gerade in Wells hat sich in den letzten Jahrzenten die Bevölkerungsstruktur geändert und ein großer Teil der Häuser wird von Touristen und Besitzern nur noch am Wochenende bewohnt. Dadurch ist die Zahl der Bediensteten gestiegen, die besserverdienenden Hauseigentümer bevorzugen das Leben in der Großstadt. Ein Überschreiten der Grenze zwischen Eigentümer und Angestelltem wie bei Luke und June wird kritisch gesehen.June wendet dem Dorf verständnislos den Rücken und fährt mit ihrem Auto bis an die Westküste zu einem Motel. Dort findet sie zunächst den benötigten Abstand, aber auch eine ungewöhnliche Form der Hilfe, die mir während des Lesens die Hoffnung darauf gab, dass June aus ihrer Starre herausfinden und es für sie einen Neuanfang geben wird. Gegenüber dem Dorfgefüge steht das Motel direkt am Meer der Westküste als Kleinkosmos mit seiner beschränkten, aber ständig wechselnden Zahl an Gästen. Hier scheinen Wünsche in Erfüllung zu gehen, alles ist möglich, dazu gehört aber auch Enttäuschung. Allein durch ihren anhaltenden Aufenthalt gewinnt June Aufmerksamkeit in dieser Umgebung.Bill Clegg erzählt in keiner zeitlichen Reihenfolge. Seine Figuren schildern jeweils ihren Teil der Geschichte, der meistens nicht direkt mit dem Unglück zusammenhängt. Jeder hat schon Bedeutsames erlebt und so wird aus fast jedem Kapitel eine Short Story. Dabei bin ich vielen interessanten Charakteren begegnet, erfuhr wie sie die Liebe ihres Lebens kennengelernt und ihren Platz im Leben gefunden haben.Der Autor gibt die Hoffnung mit, dass es sie gibt, die aufmerksamen Menschen auf die man zu ungeahnter Zeit an unvermutetem Ort trifft und die uneigennützig beherzt dort helfen wo sie Handlungsbedarf sehen. „Fast eine Familie“ ist ein Buch mit großen Emotionen, sehr einfühlsam geschrieben und ergreifend. Ein gelungener Debütroman dem ich gerne eine Leseempfehlung gebe.

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  • Die Macht der Gefühle

    Fast eine Familie

    friederickesblog

    31. March 2017 um 07:59

    Ein gefeierter Familienroman über die Macht des Mitgefühls, in dessen Kern die Familie steht – die, in die wir hineingeboren werden, und die, die wir selbst wählen. Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA. Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden. Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien. Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit – es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen. Ein Familienroman voller Optimismus über eine unverhoffte Begegnung mit der Menschlichkeit, die uns aus den Trümmern unseres Schicksals zu reißen vermag, wenn scheinbar alle Hoffnung verloren ist. Bill Cleggs »New York Times«-Bestseller ›Fast eine Familie‹ wurde hymnisch besprochen und mit einer Man-Booker-Nominierung geehrt.   Der Autor: ›Fast eine Familie‹ ist Bill Cleggs erster Roman. Er stand auf der Bestsellerliste der New York Times, wurde von der amerikanischen Presse gefeiert und für die zwei wichtigsten Literaturpreise der englischsprachigen Welt nominiert: den Man Booker Prize und den National Book Award. Bill Clegg wuchs an der Ostküste der USA auf und arbeitet heute als Literaturagent in New York City.   Aus dem Amerikanischen von Adelheid Zöfel. ISBN: 978-3-10-002399-5 E-Book ISBN: 978-3-10-403459-1     Das Cover:   Das schlichte Cover in Blautönen zeigt ein Haus mit einem erleuchteten Fenster, dahinter ein Mensch, der meines Erachtens symbolisch für die Familie steht. Dazu dunkle Wolken und ein Sonnenuntergang – beides interpretiere ich als einen Hinweis auf das Schicksal dieser Familie. Insgesamt sehr ansprechend und gelungen.     Die Geschichte (Achtung: Spoiler):   Die Geschichte erzählt das Schicksal von June Reid und ihrer Familie. Am Abend vor der Hochzeit ihrer Tochter proben sie zusammen in ihrem alten Familienhaus die Abläufe der geplanten Festlichkeiten. Doch in der darauffolgenden Nacht gibt es eine Explosion, bei der die im Haus befindlichen Familienmitglieder, Tochter Lolly und der zukünftige Schwiegersohn Will ums Leben kommen. Auch Junes Ex-Mann Adam sowie ihr Freund Luke sterben. June selbst überlebt als Einzige. In ihrem unendlichen Schmerz setzt sie sich ins Auto und fährt einfach los. Eine Postkarte ihrer Tochter zeigt ihr nach einiger Zeit den Weg in ein kleines Motel. Sie hofft, dass sie dort in ihrer Anonymität bleiben kann und sie niemand finden wird. Während in dem kleinen Heimatort die Gerüchteküche kocht, breitet sich nach und nach zwischen den Lebensläufen der verschiedenen Figuren ein feines Netz der Menschlichkeit aus, das durchaus die Kraft hat, June ins Leben zurückzuholen.     Meine Meinung:   Ich bin aufgrund der Auszeichnungen und der Vorschusslorbeeren mit einer großen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und geht in die Tiefe. Etwas anstrengend fand ich für das Auge, dass die wörtliche Rede kursiv (ohne Anführungszeichen) gesetzt wurde und sich von den sehr langen Erzählpassagen optisch nicht genügend abhob. Der Roman wird in der „Ich“-Form zunächst scheinbar ziemlich zusammenhanglos und ohne Chronologie von verschiedenen Erzählern vorgetragen. Dies erforderte meinerseits sehr viel Geduld, weil neu hinzukommende Figuren nicht eingeführt werden, sondern sofort aus ihrem Leben plaudern und gleichzeitig ihr persönliches Umfeld ausbreiten, sodass immer mehr Figuren involviert sind. Dadurch war es für mich anfänglich sehr schwer, mich in die Geschichte hineinzulesen, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch an der einen oder anderen Stelle gerne weggelegt hätte, was ich später – wie ich jetzt weiß – zutiefst bereut hätte. Ganz langsam setzten sich nämlich die Puzzleteile zusammen und förderten zutage, dass in dem kleinen Dorf fast jeder mit jedem etwas zu tun hatte und an dieser Katastrophe irgendwie nahe dran oder gar beteiligt war. Es stellte sich heraus, dass manch einer innerhalb und außerhalb der Familie durch eine falsche Entscheidung dazu beitrug, dass es zu einer Änderung von Lebenswegen oder zu dem Drama im Besonderen kommen konnte. Stückchen für Stückchen gelangt die Wahrheit über die Geschehnisse ans Licht, und ganz langsam werden die feinen Fäden gesponnen, die dann schließlich zum Ende der Geschichte führen.   Fazit: Es ist ein völlig anderer Roman. Er kümmert sich nicht um die Fortschreibung der Geschichte, ausgehend von den Ereignissen rund um die Explosion. Es gibt auch keine Recherchen und Ermittlungen zu dem Unglück. Viele Figuren gestatten den Blick auf ihre Kindheit, ihr Leben, auf die nachbarschaftlichen Beziehungen und die familiären Verknüpfungen, die zugegeben manchmal sehr weit hergeholt wurden, später jedoch zum Gesamtbild gehörten. Durch diese Vielschichtigkeit zwangen sie mich, sehr intensiv zu lesen, damit ich alles richtig einordnen konnte. Und trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht, fand es immer spannender und war am Ende fasziniert, wie perfekt es dem Autor gelang, die Fäden zusammenlaufen zu lassen und menschliche Fehltritte, Schuld und Vorurteile sowie familiäre Probleme umzuwandeln in das Verzeihen und das Auflösen von Verstrickungen. Es handelt sich nicht um leichte Unterhaltungslektüre, sondern um einen anspruchsvollen, tiefgründigen und gewaltigen Roman, der die Macht der Gefühle nachzeichnet und dem ich sehr gerne eine Leseempfehlung gebe.   Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1927
  • Neuanfang

    Fast eine Familie

    schokoloko29

    28. March 2017 um 21:18

    June verliert durch einen Hausbrand ihre ganze Famili: Ihre einzige Tochter und ihren zukünftigen Mann, ihren Exmann, sowie ihren jetzigen Freund. Sie beschließt ihre alten Bindungen in der kleinen Stadt am Meer zu kappen und fährt mit ihrem Auto einfach los. Sie möchte einfach alles hinter sich lassen und die scheinheiligen Fragen der Bewohner des Städtchens hinter sich lassen und natürlich auch deren Überforderung. Sie landet in ein einsames Nest am Meer. Dort mietet sie sich ein Zimmer und bleibt über Monate verschanzt. Die einzige Frau, die Zugang hat ist das "Zimmermädchen" Cissy. Sie versorgt sie mit Suppe und findet eine Verbindung zu ihr.Diese Geschichte ist für mich ein Kleinod. Je mehr man liest und in diese Geschichte hineinkommt, desto mehr nimmt sie einen gefangen. Diese Geschichte wird nämlich nicht nur aus der Perspektive von June geschrieben, sondern von ganz unterschiedlichen. Diese verschiedene Perspektiven bringen einen am Ende ein komplettes Bild über den Unfallhergang und wie es in dem kleinen Seelendorf, von dem June flieht, weitergeht.Fazit:Ein leises Buch, welches mir sehr naheging und mich am Ende zu Tränen gerührt hat. Eine klare Leseempfehlung!

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  • Von dem Verlust und seinen Nachwirkungen

    Fast eine Familie

    HibiscusFlower

    22. March 2017 um 10:19

    Klappentext des Verlages:Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA. Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden.Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien.Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit – es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen."Sie war räumlich anwesend, hat die Minuten ertragen, eine nach der anderen." (S. 19)June Reid ist eine Überlebende, während all die, die sie liebte sterben mussten.Aber nicht nur June Reid hat Menschen verloren, die sie geliebt hat.Doch nicht jeder davon kann in die Abgeschiedenheit flüchten wie sie.Wie unterschiedlich die Nachwirkungen dieses tragischen Verlustes sind, wird den LeserInnen durch eine Fülle an Perspektiven - die anfänglich noch unkoordiniert zusammengefügt wirken - näher gebracht und lassen letztendlich diese Geschichte zu einem vielschichtigen Roman werden.Während so manche Figur eine Statistenrolle übernimmt, die man nur am Rande wahrnimmt, gewähren andere tiefere Einblicke in das Davor und die Gegenwart, die nichts mit bösartigen Klatsch zu tun haben und trotz leiser Töne eine Sogwirkung ausüben, der man sich nicht entziehen kann."...man wird ganz schön demütig, wenn man die Dinge so sieht, wie sie waren, und nicht so, wie man sie über Jahre hin wahrgenommen hat." (S. 213)Verlust, Trauer und Schmerz aber auch Schuldgefühle, Reue und begangene Fehler, die nicht korrigiert werden können und schmerzliche Wahrheiten - all das erwartet die LeserInnen. Und dennoch muss man sich nicht davor fürchten, von einer Schwermut erdrückt zu werden.Viel mehr ist es das Leben, das man zwischen den Seiten findet, nur eben nicht so leicht und liebevoll wie man es sich meist wünscht, sondern auch zerbrechlich...mit einer gewissen Hilflosigkeit, Wut und Einsamkeit.Ganz bewusst gehe ich nicht ausführlicher auf die Figuren ein, denn es ist nicht ausschließlich das Leid von June Reid, das hier in den Vordergrund gerückt wird.Sie haben alle geliebt. Sie haben alle verloren. Sie alle sind Bruchstücke einer Geschichte, die bewegt ohne zu erdrücken; die aufzeigt, was Mitgefühl bewirken kann und die es wert ist, gelesen zu werden.

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    • 2
  • Die Macht der Gefühle

    Fast eine Familie

    friederickesblog

    07. March 2017 um 15:39

    Klappentext: Ein gefeierter Familienroman über die Macht des Mitgefühls, in dessen Kern die Familie steht – die, in die wir hineingeboren werden, und die, die wir selbst wählen. Am Morgen der Hochzeit ihrer Tochter geht June Reids Haus in Flammen auf und reißt ihre ganze Familie in den Tod. Nur June überlebt. Taub vor Schmerz, setzt sie sich in ihren Subaru und fährt quer durch die USA. Eine alte Postkarte ihrer Tochter führt sie in ein kleines Motel an der Westküste, das Moonstone Motel, wo sie sich unter falschem Namen einmietet. Hier, glaubt sie, wird niemand sie finden. Das amerikanische Provinznest Wells überschlägt sich derweil vor Gerüchten. Alle sind auf die eine oder andere Art von der Tragödie betroffen, und das Kleinstadtgerede offenbart allmählich eine unheilvolle Verkettung von Familientragödien. Während June in der dumpfen Anonymität des Motels jeden zwischenmenschlichen Kontakt meidet, spannt sich unter ihr unbemerkt ein Netz wahrer Mitmenschlichkeit – es könnte sie auffangen und zurück ins Leben holen. Ein Familienroman voller Optimismus über eine unverhoffte Begegnung mit der Menschlichkeit, die uns aus den Trümmern unseres Schicksals zu reißen vermag, wenn scheinbar alle Hoffnung verloren ist. Bill Cleggs „New York Times“-Bestseller „Fast eine Familie“ wurde hymnisch besprochen und mit einer Man-Booker-Nominierung geehrt.     Der Autor:   Fast eine Familie ist Bill Cleggs erster Roman. Er stand auf der Bestsellerliste der New York Times, wurde von der amerikanischen Presse gefeiert und für die zwei wichtigsten Literaturpreise der englischsprachigen Welt nominiert: den Man Booker Prize und den National Book Award. Bill Clegg wuchs an der Ostküste der USA auf und arbeitet heute als Literaturagent in New York City. Aus dem Amerikanischen von Adelheid Zöfel.     Das Cover:   Das schlichte Cover in Blautönen zeigt ein Haus mit einem erleuchteten Fenster, dahinter ein Mensch, der meines Erachtens symbolisch für die Familie steht. Dazu dunkle Wolken und ein Sonnenuntergang – beides interpretiere ich als einen Hinweis auf das Schicksal dieser Familie. Insgesamt sehr ansprechend und gelungen.     Die Geschichte (Achtung: Spoiler):   Die Geschichte erzählt das Schicksal von June Reid und ihrer Familie. Am Abend vor der Hochzeit ihrer Tochter proben sie zusammen in ihrem alten Familienhaus die Abläufe der geplanten Festlichkeiten. Doch in der darauffolgenden Nacht gibt es eine Explosion, bei der die im Haus befindlichen Familienmitglieder, Tochter Lolly und der zukünftige Schwiegersohn Will ums Leben kommen. Auch Junes Ex-Mann Adam sowie ihr Freund Luke sterben. June selbst überlebt als Einzige. In ihrem unendlichen Schmerz setzt sie sich ins Auto und fährt einfach los. Eine Postkarte ihrer Tochter zeigt ihr nach einiger Zeit den Weg in ein kleines Motel. Sie hofft, dass sie dort in ihrer Anonymität bleiben kann und sie niemand finden wird. Während in dem kleinen Heimatort die Gerüchteküche kocht, breitet sich nach und nach zwischen den Lebensläufen der verschiedenen Figuren ein feines Netz der Menschlichkeit aus, das durchaus die Kraft hat, June ins Leben zurückzuholen.     Meine Meinung:   Ich bin aufgrund der Auszeichnungen und der Vorschusslorbeeren mit einer großen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und geht in die Tiefe. Etwas anstrengend fand ich für das Auge, dass die wörtliche Rede kursiv (ohne Anführungszeichen) gesetzt wurde und sich von den sehr langen Erzählpassagen optisch nicht genügend abhob.   Der Roman wird in der „Ich“-Form zunächst scheinbar ziemlich zusammenhanglos und ohne Chronologie von verschiedenen Erzählern vorgetragen. Dies erforderte meinerseits sehr viel Geduld, weil neu hinzukommende Figuren nicht eingeführt werden, sondern sofort aus ihrem Leben plaudern und gleichzeitig ihr persönliches Umfeld ausbreiten, sodass immer mehr Figuren involviert sind. Dadurch war es für mich anfänglich sehr schwer, mich in die Geschichte hineinzulesen, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Buch an der einen oder anderen Stelle gerne weggelegt hätte, was ich später – wie ich jetzt weiß – zutiefst bereut hätte. Ganz langsam setzten sich nämlich die Puzzleteile zusammen und förderten zutage, dass in dem kleinen Dorf fast jeder mit jedem etwas zu tun hatte und an dieser Katastrophe irgendwie nahe dran oder gar beteiligt war. Es stellte sich heraus, dass manch einer innerhalb und außerhalb der Familie durch eine falsche Entscheidung dazu beitrug, dass es zu einer Änderung von Lebenswegen oder zu dem Drama im Besonderen kommen konnte. Stückchen für Stückchen gelangt die Wahrheit über die Geschehnisse ans Licht, und ganz langsam werden die feinen Fäden gesponnen, die dann schließlich zum Ende der Geschichte führen.   Fazit: Es ist ein völlig anderer Roman. Er kümmert sich nicht um die Fortschreibung der Geschichte, ausgehend von den Ereignissen rund um die Explosion. Es gibt auch keine Recherchen und Ermittlungen zu dem Unglück. Viele Figuren gestatten den Blick auf ihre Kindheit, ihr Leben, auf die nachbarschaftlichen Beziehungen und die familiären Verknüpfungen, die zugegeben manchmal sehr weit hergeholt wurden, später jedoch zum Gesamtbild gehörten. Durch diese Vielschichtigkeit zwangen sie mich, sehr intensiv zu lesen, damit ich alles richtig einordnen konnte. Und trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht, fand es immer spannender und war am Ende fasziniert, wie perfekt es dem Autor gelang, die Fäden zusammenlaufen zu lassen und menschliche Fehltritte, Schuld und Vorurteile sowie familiäre Probleme umzuwandeln in das Verzeihen und das Auflösen von Verstrickungen. Es handelt sich nicht um leichte Unterhaltungslektüre, sondern um einen anspruchsvollen, tiefgründigen und gewaltigen Roman, der die Macht der Gefühle nachzeichnet und dem ich sehr gerne eine Leseempfehlung gebe.   Friedericke von „friederickes Bücherblog“  

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  • Dieser Roman ist eine bewegende Hymne an die Macht des Mitgefühls

    Fast eine Familie

    WinfriedStanzick

    02. March 2017 um 12:30

    Dieser Debütroman von Bill Clegg ist in den USA ein gefeierter Erfolg gewesen. Lange stand  er auf der Bestsellerliste der New York Times und ist sowohl für den  Man Booker Prize als auch für den National Book Award nominiert gewesen. Etwas, was literarischen Debüts nur höchst selten widerfährt.Der Roman erzählt in zunächst zusammenhanglos daherkommenden Strängen die Geschichte von June Reid. Am Tag der Hochzeit ihrer Tochter - das ganze Haus ist voll mit Gästen aus der Familie – geht das Haus in Flammen auf. Niemand außer June überlebt diese Katastrophe. Fast bewusstlos vor tiefem Schmerz flieht June den Ort ihres Leids, setzt sich in ihren Wagen und fährt quer durch die USA, wo sie sich in einem Hotel einmietet in der Hoffnung, dass sie hier niemand finden wird.Bill Clegg hat dem Chaos und der Zerstörung der Familie eine literarische Form gegeben, indem er nach Junes überstürzter Abreise immer wieder neue Personen unchronologisch erzählen lässt. Das macht das Lesen zunächst schwer und ich war lange Zeit versucht, das Buch aus der Hand zu legen. Doch ganz langsam entwickelt sich ein Bild. Wie in einem Mosaik setzt Clegg die Bruchstücke von Junes Familie wieder zusammen, die einzelnen Beziehungen und Konflikte, die gesamte Familiendynamik und die nachbarschaftlichen Beziehungen, in die sie eingebunden war.Langsam und dem Leser einiges an Geduld abfordernd, bringt das Kleinstadtgerede, das Clegg zu Wort kommen lässt in verschiedenen immer wiederkehrenden Personen, ganz langsam die Wahrheit über das furchtbare Feuer zu Tage. Gleichzeitig spannt sich unter June ein Netz tief empfundener Mitmenschlichkeit. Ob es sie retten und zurück ins Leben holen kann, bleibt lange offen.Dieser Roman ist eine bewegende Hymne an die Macht des Mitgefühls, eine literarische Stimme, die ein anderes Amerika zeigt, als das, was zur zeit die Schlagzeilen beherrscht.

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  • Did you ever have a family?

    Fast eine Familie

    Buecherschmaus

    22. February 2017 um 16:13

    „Und kein Mensch wird sich an uns erinnern – wer wir waren und was hier geschehen ist. Sand wird über die Pacific Avenue und gegen die Fenster des Moonstone wehen, und neue Menschen werden kommen und den Strand hinunter zum großen Ozean gehen. Sie werden verliebt sein oder verloren, und sie werden keine Worte haben. Und das Rauschen der Wellen wird für sie klingen wie für uns, als wir es das erste Mal gehört haben.“ So endet Bill Cleggs Roman „Fast eine Familie“ (Original: „Did you ever have a family?“) Es ist der erste Roman nach der Veröffentlichung zweier Memoirs, die er über seine Drogensucht, den Entzug und seine Rehabilitierung geschrieben hat. Mittlerweile arbeitet Clegg wieder als äußerst erfolgreicher Literaturagent. In den Schlussworten des Romans klingt dessen Stimmung sehr schön an: Er ist zart und lyrisch, ruhig und gemessen. Ein wenig korrespondiert der Ton mit den leicht betäubten, trauernden Menschen von denen er erzählt. Denn das Buch ist eines über eine unendliche Traurigkeit und eines über eine zerbrochene Familie. Der Grund für diese tiefe Trauer steht als Tragödie, als großer Knall am Beginn der Geschichte: Bei einem Hausbrand am Vorabend der Hochzeit ihrer Tochter verliert June ihre gesamte Familie. Braut und Bräutigam, Lebenspartner und Ex-Mann – alle tot. June, die sich in der Nacht kurz im Garten aufgehalten hatte, ist die einzige Überlebende. Wie kann man eine solche Katastrophe überstehen, wie weitermachen? June packt nach den Beerdigungen ihre Sachen, steigt ins Auto und fährt gen Westen, von dem kleinen beschaulichen Ort Wells in Maine quer durch nach Moclips an der rauen Küste Washingtons. Von dort stammte der Bräutigam Will, dort hatte Junes Tochter Lolly mit ihm glückliche Wochen im kleinen Motel Moonstone verlebt. Das Verhältnis zwischen June und Lolly war seit der Scheidung von Adam ein schwieriges. Dass dieser sie betrogen und belogen hatte, hatte sie ihrer Tochter nie erzählt. Wie in vielen Familien und Beziehungen herrschte auch hier ein unglückseliges Schweigen. Aber durch die Beziehung zu Will schien eine Wiederannäherung zwischen Mutter und Tochter plötzlich möglich. Und auch eine neue Liebe fand June in dem zwanzig Jahre jüngeren afroamerikanischen Luke. Eine Liebe, die von der kleinstädtischen Bevölkerung außerordentlich misstrauisch beäugt wurde. Zwar war der junge Mann, der in Wells eine Landschaftsgärtnerei betrieb, sehr beliebt. Aber ein junger Schwarzer mit einer so viel älteren, wohlhabenden, weißen New Yorkerin? Überhaupt diese New Yorker, die Sommer für Sommer an der idyllischen Küste Maines einfallen und sich von der Bevölkerung bedienen lassen, die Preise hochtreiben und im Herbst alles verwaist zurücklassen. Klatsch und Tratsch kocht hoch. Noch dazu, weil Lukes Mutter Lydia, die Dorfschönheit, äußerst aufmerksam beobachtet wird, seitdem sie ihrem Mann einst ein farbiges Kind „unterjubeln“ wollte. „Schlampe“ ist noch eine der nettesten Bezeichnungen der Einheimischen für sie. Lydia ist nun neben June die zweite Hauptfigur des Romans. Ihnen gehört der größte Anteil am Chor der Stimmen, dem wir, manchmal in der dritten Person, bei anderen wieder in der ersten, lauschen. Während June ihre Reise tut, versucht Lydia ihrer Trauer und Isolation Herr zu werden, denkt voller Bedauern an die Entfremdung, die auch zwischen ihr und Luke bestand, an ihre schwierige Vergangenheit. Andere Stimmen gehören einer Floristin und ihrem Sohn, der den örtlichen Catering-Betrieb führt, und die zur Stimme der Bevölkerung von Wells werden. Zu Wort kommen der Vater Wills, die Betreiberinnen des Moonstone, der Vater Lukes, der von seiner Vaterschaft nie etwas ahnte, ein junger Drogensüchtiger der sich für den Brand mitverantwortlich fühlt. Diese Polyphonie von Stimmen, von Menschen, die mal mehr mal weniger von dem Unglück betroffen sind, entwickelt ein interessantes Bild ihrer Gemeinschaft, sei es in der Familie, sei es im Dorf. Auch wenn sie sich stilistisch wenig unterscheiden, gewinnt der Roman durch diese unterschiedlichen Perspektiven. Welche Entscheidungen führten zu dieser Tragödie, wie sind die Figuren mit ihr verbunden, welche Konsequenzen müssen sie tragen? Ganz langsam ergibt sich ein umfassendes Bild. Die Brandkatastrophe konfrontiert auch den Leser mit seinen tiefsten Ängsten – Verlust der Liebsten – und führt in absolute Dunkelheit. Aber diese Meditation über Trauer und Weiterleben, Fehlentscheidungen und Vergebung bietet auch viele Trostmomente, Wärme und Empathie. Denn in der Akzeptanz und Geborgenheit in einer Gemeinschaft, in Freundlichkeit und Zuwendung liegen viel Hoffnung. Der Roman von Bill Clegg scheut sich nicht vor diesen Emotionen, aber er wird dabei nie rührselig. Er lässt den Leser auf das eigene Leben blicken, die vielen kleinen Dinge, die man immer als selbstverständlich ansieht, die das Glück ausmachen und die doch so zerbrechlich und flüchtig sind. Bill Cleggs Roman stand 2015 auf der Longlist des National Book Awards. Völlig zu Recht.

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