Binnie Kirshenbaum Die Geschichte von Henry und mir

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte von Henry und mir“ von Binnie Kirshenbaum

»Ein unwiderstehlicher Liebesroman.« Brigitte Sylvia ist über vierzig, geschieden und kinderlos, als sie ihren Job in New York verliert und spontan mit dem Geld ihrer Abfindung nach Italien fährt. Im toskanischen Fiesole lernt sie Henry kennen, einen charmanten amerikanischen Lebemann. Zusammen reisen sie weiter und beginnen ein Gespräch, das den Sommer überdauert.

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Henry und mir" von Binnie Kirshenbaum

    Die Geschichte von Henry und mir
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. June 2010 um 10:18

    Sylvia wurde entlassen, da sie keine Familie mehr hat und ihre Freundin auch nicht mehr mit ihr Spricht, reist sie nach Italien. Dort trifft sie auf Henry und spontan reisen beide quer durch Europa. Dabei nutzen beide ihre Chance, einem Fremden ihr Leben zu erzählen. Sylvia, die den Hang zum Souvenirsammeln hat, um bloß nichts zu vergessen und Henry, der Mann, der eigentlich nur lebt, zum Teil vom Geld seiner Frau, wissen beide, am Ende dieser Reise gehen sie getrennter Wege. Es gibt also keine Konsequenzen und selten ist ein Mensch so ehrlich, wenn er keine Konsequenzen zu befürchten hat. Die Geschichte wird von Sylvia erzählt, in einem fast schon fiktiven Gespräch, dass sie mit ihrer verlorenen Freundin führen möchte und würde. Diese Freundin antwortet ihr dann manchmal auch, durch eingeworfenen Kommentare. "Die Geschichte von Henry und mir" habe ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt. Ich erwartete eine besondere Geschichte, die vielleicht ein wenig in die Richtung geht, wie damals "Salz auf unserer Haut". Dieses Buch aber erzählt eigentlich die Geschichte einer jüdischen Familie in Amerika. Angefangen bei der Einwanderung, über die ersten Ehen und die Angst als "Jude" erkannt zu werden. Sylvia erzählt zum größten Teil aus ihrem Leben, während Henry recht Still ist. Die Romanze, die beide verbinde,t schwingt in der Geschichte eigentlich nur im Hintergrund mit. Es ist kein Liebesroman, sondern Prosa. Versteckte Gedanken hinter versteckten Zeilen. Vielleicht hätte das Buch genauso gut funktioniert, wenn Sylvia eine Frau in Italien kennengelernt hätte? Natürlich würde dann der Moment verpuffen, in dem die Romanze ein jähes Ende findet. Eine zweite große Geschichte im Hintergrund ist die Geschichte von Bonnie, Sylvias Freundin und die Frage, warum beide nun nicht mehr miteinander reden. Auch eine Verwandte und deren Leben wird schrittweise erzählt und bekommt mehr Bedeutung als die anderen. Zu Schluss ist es eine Botschaft die in diesem Buch steckt, die der ungenutzten Chancen. Das ist am Ende der Leim, der alle Geschichten miteinander verklebt und dem Buch den Sinn gibt. Vielleicht auch die Frage beantwortet, warum gerade ein Henry von Nöten war, um dieses Buch zu schreiben. Es ist bei diesem Buch am Anfang ein wenig merkwürdig in die Geschichte einzusteigen. Das fiktive Gespräch zwischen Bonnie und Sylvia braucht eine Weile, bis sie einen an den Punkt des Verständnisses bringt. Dann läuft die Geschichte in einem schnellen Tempo ab. Ab und an sind es aber zeitliche Sprünge, die einen überlegen lassen, dem Buch aber das Gefühl von Biographie nehmen und es tatsächlich in ein Gespräch zwischen zwei Menschen verwandeln. Niemand würde sein Leben ja unbedingt Chronologisch erzählen. Schade ist der stille Henry, dessen Leben aber eigentlich recht früh erklärt wird und daher nicht unbedingt in den Mittelpunkt muss. Es gibt einfach nicht viel über diesen Mann zu sagen, für Sylvia, die nicht weiter weiß, ist er sicherlich ein Mittel zum Zweck. Ich habe lange überlegt, welche Pfote dieses Buch verdient hat und entschließe mich am Ende für 4 Pfoten. Ich war recht enttäuscht, als sich meine Vorstellung von diesem Buch in Nichts aufgelöst hat und ich plötzlich mit einer Familiengeschichte konfrontiert war. Diese gilt es aber zu bewerten und sie wurde sehr einfühlsam geschrieben. Man muss nicht immer einen Protagonisten mögen, um ein Buch zu mögen. Und so kann vielleicht Sylvia nicht unbedingt bei mir Punkten, ihre Geschichte hingegen schon. Ein interessantes Buch, dass seine Zeit braucht, um sich vollends zu entfalten. Ein Buch, zum Grübeln und Nachdenken.

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Henry und mir" von Binnie Kirshenbaum

    Die Geschichte von Henry und mir
    Ailis

    Ailis

    10. June 2010 um 23:52

    Binnie Kirshenbaums Roman "Die Geschichte von Henry und mir" ist kein klassischer Liebesroman. Der Leser erfährt nur wenig von dem, was die beiden Hauptfiguren wirklich verbindet oder was sie antreibt. Gemeinsam befinden sie sich auf einer rasanten Reise durch Europa, gleich einer Flucht, und erzählen sich Geschichten aus ihrer Vergangenheit und aus dem Leben ihrer Familien. So lernen wir Sylvia und Henry kennen und die Aussicht auf ein Happy End erscheint nur als sehr schwacher Streif am Horizont. Sylvia und Henry lernen sich in einem kleinen italienischen Straßencafé kennen und entscheiden spontan, wie Menschen es tun, die vor etwas fliehen, dass sie auf unbestimmte Zeit nicht nur Reise-, sondern auch Liebespartner sein wollen. Sylvia erholt sich von dem Schock, auf ihrem Arbeitsplatz nicht mehr gebraucht zu werden und Henry ist ein Lebemann, der sich reich verheiratet hat und nicht weiß, ob er glücklich ist oder nicht. Beide müssen eine Entscheidung treffen - und beide können sie es nicht. Und so fahren sie gemeinsam durch Europa, erzählen aus ihrem Leben und aus dem Leben derer, die zu ihnen gehören, leben ihre Liebe intensiv aus und weichen der Frage aus, wohin ihre Reise sie führen wird und ob sie jemals endet. Kirshenbaum schildert diese beiden Liebenden auf sehr zärtliche Weise und dennoch erscheinen sie uns ungeschminkt und ungeschützt. Einander vertrauen sie alles an, so als ob sie wüssten, dass ihre Liebe nur ein Intermezzo bleibt und sie sich ihren offenbarten Geheimnissen niemals mehr stellen müssen. Henry und Sylvia sind in der Tat Flüchtlinge - sie habe eine Vergangenheit und klammern sich wegen ihrer unklaren Zukunft an den Moment. Sie fliehen vor dem Leben, für das sie sich entschieden haben, doch dieses Leben streckt die Fühler nach ihnen aus und es ist ungewiss, ob ihnen ihre Flucht gelingt.

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