Birand Bingül

 4 Sterne bei 153 Bewertungen
Autor von Der Hodscha und die Piepenkötter, Riskante Manöver und weiteren Büchern.
Autorenbild von Birand Bingül (© Manfred Witt)

Lebenslauf von Birand Bingül

Birand Bingül wurde 1974 in Wickede-Wimbern im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen geboren. Er absolvierte ein Journalistikstudium mit Nebenfach Amerikanistik an der Universität Dortmund und war unter anderem Stipendiat der Studienstiftung des deutsches Volkes und der Bucerius Summer School. Er volontierte beim WDR, wo er auch in verschiedenen Positionen und Bereichen tätig war, bis er seit November 2010 stellvertretender Unternehmenssprecher wurde. Seinen Debütroman »Ping. Pong.« veröffentlichte Bingül 2002. Anschließend veröffentlichte er zwei Sachbücher zum Thema türkischer Integration. 2011 erscheint nun sein zweiter Roman »Der Hodscha und die Piepenkötter« bei Rowohlt. Bingül lebt in Köln.

Alle Bücher von Birand Bingül

Cover des Buches Der Hodscha und die Piepenkötter (ISBN: 9783499255786)

Der Hodscha und die Piepenkötter

 (80)
Erschienen am 01.09.2012
Cover des Buches Riskante Manöver (ISBN: 9783442716388)

Riskante Manöver

 (53)
Erschienen am 10.04.2018
Cover des Buches Riskante Rezepte (ISBN: 9783442716395)

Riskante Rezepte

 (10)
Erschienen am 13.01.2020
Cover des Buches Ping. Pong (ISBN: 9783426629291)

Ping. Pong

 (3)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Was lebst Du? (ISBN: 9783426777978)

Was lebst Du?

 (3)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Kein Vaterland, nirgends (ISBN: 9783426555101)

Kein Vaterland, nirgends

 (2)
Erschienen am 02.10.2009
Cover des Buches Der Hodscha und die Piepenkötter (ISBN: 9783829124478)

Der Hodscha und die Piepenkötter

 (2)
Erschienen am 20.05.2011

Interview mit Birand Bingül

Interview mit LovelyBooks Mai 2011

1) Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich habe bis jetzt immer neben der Arbeit als Journalist geschrieben, zwei Romane, ein Sachbuch und eine Anthologie als Mitherausgeber. Mein erstes Buch war der Roman "Ping.Pong." Den habe ich 2000/ 2001 geschrieben - und bei drei Verlagen unverlangt eingesandt. Ich hatte das Glück, das DroemerKnaur die Geschichte spannend fand.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Oh, die Liste ist lang... Ich liebe seit meiner Jugend Kafka - und habe seitdem auch ein Faible für die düsteren, schwermütigen Autoren: Das geht von Camus' "Der Fremde" bis Jon Krakauers "In die Wildnis". Yasar Kemals "Memed mein Falke" ist toll. Ich mag viele amerikanische Schriftsteller: Hemingway, Franzen oder Toni Morrison. Nick Hornby hat einen sehr liebevollen Humor, Tommy Jaud großen Sprachwitz, Feridun Zaimoglu an guten Tagen sogar beides.

3) Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Bis jetzt einfach so. Manchmal verdichtet sich ein Gefühl oder eine Laune. Und dieses Grundelement halte ich fest, das kann Monate dauern. Vor "Der Hodscha und die Piepenkötter" habe ich ein aufwändiges Sachbuch geschrieben. Danach wusste ich: Jetzt muss was ganz anderes kommen, etwas Leichtes und Lustiges. Diese Idee kommt dann immer mal wieder in mein Bewußtsein - und irgendwann macht es klick. Ich könnte doch so eine Geschichte wie Don Camillo und Peppone auf Deutschland "übersetzen". Dann sehe ich die Figuren schon vor mir. Dann wird es ernst!

4) Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Im Moment über eine Diskussionrunde bei Facebook und natürlich über Lesungen. Da stehen jetzt einige an.

5) Wann und was liest Du selbst?

Ich lese täglich. In der Bahn, abends, im Urlaub sowieso. Ich lese gerne Romane, aber auch Sachbücher. Gerade lese ich "Gnosis" von Adam Fawer, aber auch Tommy Jaud. Und ein Sachbuch über das "Feindbild Christentum" im Islam.

Neue Rezensionen zu Birand Bingül

Cover des Buches Riskante Manöver (ISBN: 9783442716388)W

Rezension zu "Riskante Manöver" von Birand Bingül

Wenig schlüssig
Wirkommuvor 9 Monaten

 

Ein Pharmakonzern gerät in die Schusslinie  von Medien und Pharmakritikern, nachdem mehrere Kinder nach Einnahme eines Medikaments erkranken, ein Kind stirbt, ein Informant tot aufgefunden wird und eine Mitarbeiterin spurlos verschwindet. Einer der Vorwürfe: Unsaubere klinische Studien und damit ein verunreinigtes Medikament oder zumindest eines mit erheblichen Nebenwirkungen. Ein PR-Profi muss her, der den Karren aus dem Dreck ziehen und den Ruf des Unternehmens retten kann. Der selbsternannte Master of Desaster übernimmt mit seiner Agentur den Fall, wobei er als Bedingung stellt: Nur die reine Wahrheit zählt für ihn. Wohlgemerkt meint mit Wahrheit nicht, dass der Konzern „unschuldig“ ist. Das ist er keineswegs, wie sich herausstellt. Mindestens die gesamte Vorstandsetage ist eingeweiht in die Machenschaften, die unschönen. Der PR-Profi meint, er muss alle „schmutzigen“ Details wissen, dann kann er das Unternehmen auch „raushauen.“

Auch nach nochmaligem Lesen kommt man zu dem gleichen Schluss. Mag das Buch auch flüssig und spannend geschrieben sein: Man zweifelt wer eigentlich das größere Desaster ist: Der Konzern mit seinen Machenschaften, Politiker im Umfeld, alle mehr oder mindert gekauft, die Polizei mit ihren voreiligen Schlüssen und unprofessionellem Verhalten, die Medien oder Kritiker, die allesamt auch wenig sauber ticken oder der Master himself, der weder ethisch noch professionell handelt.

 


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Cover des Buches Riskante Rezepte (ISBN: 9783442716395)

Rezension zu "Riskante Rezepte" von Birand Bingül

Riskante Rezepte
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Samstagabend in einem Edel-Restaurant nahe Hamburg. Familiengeführt. Voll besetzt. Es duftet nach Safranreis, warmem Holunder und Fichtenspitzen. Hier zaubert die 29-jährige Star- und Sterneköchin Bianca Veh zusammen mit ihrem Vater die wunderbarsten Gerichte. Doch plötzlich röchelt ein prominenter Stammgast. Und stirbt. Der Supergau! PR-Genie Mats Holm soll ihren Ruf retten. Und das Millionengeschäft mit Kochbüchern, TV-Shows und Werbung. War womöglich Gift im Spiel? Und warum? Je mehr Holm und seine smarte Mitarbeiterin sich in den Fall einarbeiten, desto tiefer sind die Abgründe, die sich im Gastro-Imperium der Familie auftun.

Ich habe mich auf „Riskante Rezepte“ eingelassen, ohne den Vorgänger gelesen zu haben und muss sagen, dass es mir richtig gut gefallen hat. Ich kam ohne Probleme und Kenntnis einer etwaigen Vorgeschichte des Protagonisten von Satz 1 an schnell in die Geschichte rein. Die abwechslungsreiche Handlung um die Sterneköchin, die plötzlich einen Toten in ihrem Genusstempel verkraften muss, nimmt rasch Fahrt auf und bleibt durchgängig spannend und unterhaltsam. 

Der Plot zu Riskante Rezepte ist spannend konstruiert, führt mir die Scheinwelt und die Manipulationsmöglichkeiten von Instagram und Co wieder einmal deutlich vor Augen und macht mir gerade deshalb viel Spaß. Ich mochte auch den angenehmen und lockeren Schreibstil von Birand Bingül, der sich sehr flüssig lesen lässt. Ich freu mich auf jeden Fall auf mehr Geschichten mit Mats Holm - eine Fortsetzung wird ja durchaus schon angedeutet :-)

Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, gibt es in dem Buch keine Rezepte; es handelt sich also nicht um einen klassischen sogenannten Gastrokrimi.

Dieses Buch ist temporeich und spannend. Die Handlung spielt in einem Zeitraum von 4 Tagen (= Kapiteln), wobei Uhrzeiten die Zwischenüberschriften der meist kurzen Abschnitte bilden.

Der Autor schildert anschaulich, wie es wohl in Sterneküchen zugeht, welcher Druck und Umgang oft hinter den glitzernden Fassaden steckt. Diese Atmosphäre verbindet er gekonnt mit der Krisenkommunikation, die Mats Holms Fachgebiet ist. Da ich in einem ähnlichen Aufgabengebiet arbeite, finde ich dessen Ansätze zur Lösung des Falles sehr gelungen und nachvollziehbar.

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Cover des Buches Riskante Rezepte (ISBN: 9783442716395)Buecherspiegels avatar

Rezension zu "Riskante Rezepte" von Birand Bingül

Auch das beste Rezept kann Nebenwirkungen haben
Buecherspiegelvor 2 Jahren

Es ist bereits der zweite Fall für Mats Holm im Band "Riskante Rezepte" von Birand Bingül. Für mich allerdings startet hier die Reihe, Teil eins ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Bei dieser Kriminalreihe ist die Sichtweise eine völlig andere als üblich. Nicht die Kommissare, Ermittler, Detectives, stehen im Vordergrund, sondern Spezialisten, die durch geschickte PR vermeintliche Opfer schützen sollen. Menschen also, die durch bloßen Verdacht in die Schlagzeilen geraten, wie in diesem Fall die Sterneköchin Bianca Veh.
In deren Restaurant stirbt ein Gast nach dem Genuss einer Mahlzeit. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Pressemeute mit entsprechenden Schlagzeilen. Dem zu widersprechen, den Ruf der Sterneköchin zu retten, das ist der Job von Mats Holm und Laura May. Sie werden gerufen, wenn der Ruf, Wortspiel zum Titel, anbrennt.
Dass es eine Geschichte in der Geschichte gibt, gehört zum guten Ton fast ausnahmslos in Thrillern/Kriminalromanen und so weiter. So spielt sich auch hier eine Geschichte zwischen Mats und seiner Tochter ab, in die auch seine Partnerin involviert ist. Denn Laura ist seine Schwägerin, die Schwester seiner Frau, die sich vor Jahren das Leben nahm. Die Hintergründe dazu aufzuklären hat sich nun seine Tochter vorgenommen. Das also die Geschichte in der Geschichte.
In der Hauptsache sollen wir viel über die Sterneküche kennenlernen beziehungsweise wie so eine Spitzenköchin tickt. Und auch die Arbeitsweise der PR-Genies ist mehr als interessant. Mats Holm will, nein, braucht die Wahrheit, alle dunklen Geheimnisse rund um das Restaurant, um wirklich helfen zu können. Anhand kleinster versteckter, unbewusster körperlicher Ausdrucksweisen, will er erkennen, ob jemand lügt, etwas verbergen will, nervös ist. Und das wird uns ein ums andere Mal erläutert, bis es nervt und auch der letzte Leser kapiert, wie er arbeitet. Denn nur so entdeckt er Dinge, die anderen verborgen bleiben. Und er will schneller sein als die Ermittler, die ebenfalls ihre eigenen Geschichten erleben.
Kommissarin Lerch ist eine strenge, nicht überaus zu Witzen aufgelegte Kommissarin, die sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Daher nimmt sie schon mal harte Worte in den Mund, um sich Respekt zu verschaffen. Vor allem, wenn sie sich vor ihren Vorgesetzten rechtfertigen muss oder mehr Personal anfordert. Nur, um dann eine Kollegin an die Seite gestellt zu bekommen, die ihren Ruf wegen ihrer knackigen Figur bei der Truppe weg hat.
Holm und Lerch kommen sich immer wieder in die Quere, es gibt ein Wettlauf mit der Zeit, wer als erstes die wirklich existenziellen Informationen in dem Fall bekommt. Ihm ist es dabei nur wichtig, Bianca Veh aus der Schusslinie zu bekommen, Kommissarin Lerch will den Fall lösen, um selbst in keine Schusslinie zu kommen beziehungsweise ihre Karriere zu retten. Eine weitere Geschichte in der Geschichte.
Wer aber hat nun ein Motiv für den Mord? Der Vater, Konrad Veh, der alles dem Erfolg seiner Tochter unterordnet? Oder der Bruder Thomas, der sich zurückgesetzt fühlt? Was ist mit Mutter Hanna, die wie eine Glucke über ihre Tochter wacht? Oder aber Dave, die Ex-Liebe von Bianca, selbst Spitzenkoch und überaus eifersüchtig? Und dann ist da noch Katta, die Managerin der Sterneköchin, die in Bianca die Chance ihres Lebens sieht. Wie viel würde sie riskieren, nur um noch höher in der Gunst der Managerwelt zu steigen?
Es gibt hier viele verschachtelte Geschichten, die sich ergänzen, am Ende lösen, spannend verknüpft sind, und doch: da geht schon mal etwas unter, kommt zu kurz, meines Erachtens. Das ist für mich der weitere Wermutstropfen bei diesem Kriminalroman. 

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Gespräche aus der Community

Hallo, hier findet die Testleserunde zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" statt. Jeder, der Interesse am Buch und dem Austausch darüber hat, kann hier gern mitlesen und -schreiben. Die 25 offiziellen Testleser sind schon ausgelost und wurden benachrichtigt. Wir freuen uns auf einen spannenden & regen Austausch.
198 Beiträge

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