Birand Bingül Der Hodscha und die Piepenkötter

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Inhaltsangabe zu „Der Hodscha und die Piepenkötter“ von Birand Bingül

Treffen sich zwei Kulturen: In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter die unangefochtene Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, Tarnen, Täuschen. Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam nicht geheuer – muss eine Bürgermeisterin da nicht eingreifen und Profil zeigen? Ursel Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus die Wahl für sich zu entscheiden. Doch bei Nuri Hodscha gerät sie an den Falschen: Der Mann Allahs ist ein Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung – auch ihm sind alle Mittel recht. Noch 42 Tage bis zur Wahl. Zwei harte Gegner. Der Kampf ist eröffnet ...

Lesenswert!

— Mika_Schulze
Mika_Schulze

War sehr unterhaltsam und amüsant

— Moorteufel
Moorteufel

heiter und angenehm zu lesen und nebenbei erfährt man einiges zur Integrationproblematik

— katze267
katze267

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    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Sodom

    Sodom

    22. January 2016 um 17:31

    Es ist sein erster Tag in Deutschland, sein erster Tag in der Stadt! Nuri Hodscha wurde von der türkischen Religionsbehörde als neuer Imam eines örtlichen Moscheevereins in die Stadt geschickt . Doch kaum ist Nuri Hodscha angekommen, sorgt er für Aufsehen. Er fordert nämlich sofort eine repräsentative Großmoschee. Darüber ist die Oberbürgermeisterin Piepenkötter in keiner Weise erfreut. Tatsächlich kommt der Vorstoß des Imam äußerst ungelegen. In sechs Wochen steht nämlich die Wahl zum Oberbürgermeister an und Ursula Piepenkötter möchte gerne wiedergewählt werden. Der Vorstoß des Hodschas (der Titel eines Religionsgelehrten) könnte der komfortablen Vorsprung der Amtsinhaberin gefährden. Aus diesem Grundproblem ergibt sich ein Schlagabtausch, in dem keine Seite vor etwas zurückschreckt. Es ist nicht leicht, dass Buch in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Thematisch handelt es sich eindeutig um ein Buch zur Integrationsdebatte, die ein Dauerthema der Gesellschaft zu sein scheint. Dabei wirkt das Buch aber insbesondere zu Beginn, als wolle es sich diesem oft hart geführten Thema von eine witzigen und satirischen Seite nähern. Auch das Cover und die Druckart des Titels erwecken den Eindruck, als hätte man es hier mit einem humoristischen Buch zu tun. Es gehört aber definitiv nicht in die Humorabteilung einer Bücherhandlung. Im Verlauf der Geschichte verwischt der Eindruck einer satirischen Geschichte immer stärker. Die Bandagen, mit denen die Protagonisten kämpfen, sind nämlich so hart, dass selbst die immer wieder auftauchenden satirischen Ansätze in den Hintergrund rücken. Verwirrend ist auch die Geschichte selbst. Auf der einen Seite wirkt sie realistisch, da sie immer wieder gehörte Vorurteile über Politiker bzw. Muslime mit anschaulichen Beispielen unterfüttert. Damit mögen zwar zum Teil Stereotype bedient werden. Dennoch handelt es sich um die Punkte der öffentlichen Diskussion. Auf der anderen Seite ist die Geschichte aber zu tiefst unglaubhaft. Das Handeln der Bürgermeisterin und des Hodschas sind teilweise derartig verachtungswürdig, dass es geradezu lächerlich ist, wie die daraus eigentlich entstehenden Probleme bei Seite gewischt werden. So lässt der Hodscha den Sohn der Oberbürgermeisterin zusammenschlagen. Die angebrachte Wut der Oberbürgermeisterin über diese Straftat verraucht aber innerhalb weniger Seiten und lässt die Beziehung zwischen den Hauptpersonen, wie es eigentlich zu erwarten wäre, nicht endgültig scheitern. Man hat vielmehr das Gefühl als würden beide Seite über derartige Punkte geradezu hinweggehen. Auch zahlreiche andere Situation bzw. Reaktionen sind derart unrealistisch, dass sie die Glaubhaftigkeit der Geschichte zerstören. Insgesamt wirkt der Plot daher sehr konstruiert. Dies ist umso bedauerlicher, als das Buch – trotz der eher unsympathischen Hauptpersonen der Oberbürgermeisterin und des Hodschas – lehrreich sein könnte, um auch die andere Position nachzuvollziehen. Die Geschichte ist trotz ihrer Schwächen interessant und kurzweilig. Bei all den Schwächen in der Glaubhaftigkeit der Geschichte schafft es Bingül dennoch durch eine lebhafte Erzählweise eine gewisse Bindung des Lesers zu den Charakteren aufzubauen. Die Dialoge sind der Alltagssprache abgeguckt und lassen daher (wenn schon nicht den Plot so doch) die Charaktere an sich real erscheinen. Fazit: Das Buch hat meine Erwartungen an ein humoristisches Buch nicht erfüllt. Das ernste Thema wird nämlich durchaus ernsthaft und wenig humorvoll behandelt. Das Integrationsthema selbst ist jedoch gut erzählt und getroffen. Die Schwächen in der Glaubhaftigkeit der Situationen und Reaktionen, über die ich mich schon fast hätte aufregen können, verhindern nicht, dass immer wieder Verständnis für die jeweils andere Position aufkommen kann. Hinsichtlich der Bewertung wird das Buch schließlich einigermaßen durch die lebendige Erzählweise und Sprache gerettet, da dadurch Langeweile nicht aufkam. Man bleibt an der (unrealistischen) Geschichte interessiert. Insgesamt ist das Buch daher noch als „gut“ zu bewerten.

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  • Amüsantes Treffen zweier Kulturen

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Duffy

    Duffy

    27. December 2015 um 09:40

    Ursel Piepenkötter, die Oberbürgermeisterin, resolut und rotweingestärkt, ist der Prototyp der gewieften Politikerin. Strategie, Tricks, Beziehungen, das volle Programm setzt sie auch für ihre Wiederwahl ein. Doch plötzlich scheint alles nicht mehr auszureichen, denn die muslimische Gemeinde der Stadt  bekommt ein neues geistliches Oberhaupt und der will eine Moschee. Nun sind die Bürger ohnehin über den Islam in ihrer Stadt nicht einig und wollen ein Machtwort ihrer Bürgermeisterin, sonst droht die Quittung bei den Wahlen. Der Nevenkrieg zwischen den beiden Häuptlingen beginnt und da der Hodscha genauso ein Schlitzohr ist, darf sich der Leser auf einiges gefasst machen. Großartiger Roman von Bingül, in dem er mit einer gehörigen Portion Humor die beiden Kulturen aufs Korn nimmt und im Rahmen einer solchen Handlung auseinanderpflückt. Es werden Klischees bedient, die letztendlich Wahrheiten sind. Die Distanz der beiden Kulturen, auch in der Realität genauso vorhanden, wird wie ein Spiegel vorgehalten. sogar einige Fakten über den Koran kann man dem Buch entnehmen. Treffsicher und in knapper Sprache ohne die ausufernden Beschreibungen, geht der Autor durch die Geschichte und es kommt, durch verschiedene Nebenrollen und -schauplätze, nie zur Langeweile. Wahrlich eine Empfehlung wert, gerade in Zeiten wie diesen, wo der Konflikt im Alltag mancherorts zu eskalieren scheint. Das Thema, so heiß es wohl derzeit auch vor sich hin köchelt, wird hier großartig und mit Augenzwinkern humoristisch verarbeitet, ohne platt zu sein. Sollte man vielleicht bei gemeinsamen Lesungen mit Muslimen und Christen laut vorlesen.

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  • Sie können es nicht lassen

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Moorteufel

    Moorteufel

    Ursel Piepenkötter ist die Oberbürgermeisterin ihrer Stadt und will es auch bleiben.Nun steht ihre Wiederwahl an,und eigentlich sollte es keine Probleme geben.Aber wie es so im Leben ist ,gibt es da ein Problem.Und dieses Problem heißt Nuri Hodscha. Nuri Hodscha ist der neue Geistliche der türkischen Gemeinde.Und fordert gleich zu beginn seiner Zeit ,daß eine neue schönere Moschee her soll. Wie soll Ursel Piepenkötter nun reagieren? Es beginnt ein kleiner Machtkampf um die Wiederwahl von der Piepenkötter und Nuri und seiner neuen Moschee. Ein sehr lustiges,unterhaltsames Buch,was mich sehr an die alten Filme über Don Camillo und Peppone erinnert hat. Sie kämpft sich mit Frauenpower und durchsetzung Vermögen und er durch sein gebrochenes Deutsch und freundlichkeit beim Volk durch. Und doch haben die beiden einiges gemeinsam,obwohl die es nicht eingestehen wollen.

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    • 4
    Sabine17

    Sabine17

    19. October 2014 um 18:54
  • Der Hodscha uind die Piepenkötter - amüsante Kleinstadtintrige

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    katze267

    katze267

    10. June 2014 um 21:17

    Zuerst einmal das Szenario: eine verschlafene Kleinstadt,irgendwo in Deutschland. Hier treffen 2 völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander : Ursel Piepenkötter, die smarte, intrigante immer korrekt in Kostüm und Tuch gekleidete, dem Rotwein nicht abgeneigte Oberbürgermeisterin, gerade in der "heissen" Phase des Wahlkampfs zur Wieder wahl.Und Nuri Hodscha, das mit allen Wassern gewaschene,unkonventionelle, cholerische, frisch aus der Türkei eingetroffene,neue Oberhaupt der Islamischen Gemeinde mit einer ausgeprägten Vorliebe für Bruce Springsteen, der für eine neue Moschee für seine Gemeinde kämpft. Das Aufeinanderetreffen dieser unterschiedlichen Charaktere und ihrer Zielsetzungen, ihre Auseinandersetzungen und Machtkämpfe werden hier amüsant und farbenfroh geschildert, auch die Nebenpersonen, wie die pubertierenden Kinder der beiden, sind liebevoll ausskizziert. Und so quasi nebenbei erfährt man so einiges zumThema Intergration, Kopftuchproblem, Muslime im Schwimmunterricht und vieles mehr zu den unterschiedlichen Kulturen. Für mich ein angenehm zu lesender heiterer Roman mit unauffällig vermitteltem Wissen zur Integrationsproblematik

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  • Naja ...

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    gst

    gst

    10. September 2013 um 11:57

    Beschreibung des Inhaltes bei Amazon: In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter die unangefochtene Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, Tarnen, Täuschen. Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam nicht geheuer – muss eine Bürgermeisterin da nicht eingreifen und Profil zeigen? Ursel Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus die Wahl für sich zu entscheiden. Doch als sie Nuri Hodscha den Marsch blasen will, ist sie an den Falschen geraten: Der Mann Allahs ist ein Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung – auch ihm sind alle Mittel recht. Noch 42 Tage bis zur Wahl. Zwei Gegner, die sich nichts geben. Der Kampf ist eröffnet ... Ich muss zugeben: ich hatte mir von dieser Lektüre mehr versprochen. Zwar hat mir der eine oder andere Dialog zwischen den Kontrahenten ein Grinsen entlockt, doch so richtig laut auflachen konnte ich nicht. Ganz im Gegenteil: im Laufe der Zeit langweilten mich die sich wiederholenden, heimlichen nächtlichen Sitzungen im Gartenhaus. Die Kinder der Bürgermeisterin und des Hodscha konnten einem leid tun, so sehr in den Zwist hineingezogen worden zu sein. Zum Glück gelang es ihnen nicht, ihre eigenen Gefühle zu verstecken. Durch sie wurden die Unarten ihrer Erzeuger von neuem Licht erhellt. Zum Glück brachten diese Unarten wieder Leben ins Lesen...

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  • Zwei Sturköpfe prallen aufeinander

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    28. June 2013 um 12:09

    Köstlich! Was Guareschis "Don Camillo und Peppone" in der Zeit der 40er bis 60er Jahre war, sind "Der Hodscha und die Piepenkötter" heute! Sehr gelungen erzählt Birand Bingül, der neben Autor auch Journalist, Filmemacher und Rundfunkmoderator ist, seine humorvolle Politik-Posse, in der nicht nur ein Fünkchen Wahrheit steckt. So sehr die Protagonisten überzogen gezeichnet wurden, so realistisch ist die Story zwischen den Zeilen. Auch das Thema "Koran" - momentan sehr aktuell, jedoch sowieso nie beendetes Thema - wird behandelt. Vordergründig geht es um Kirche und Politik, am Rande auch um erste zarte junge Liebe zwischen einer gläubigen Türkin und einem Politikersohn. Politikerin trifft auf türkischen Kirchenmann - und als Verhandlungs-Ort dient mit Regelmäßigkeit die Gartenlaube. Da ist der eine oder andere Ärger quasi schon vorprogrammiert! Der Stil ist flüssig und nicht zu albern, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, öfter schmunzeln, wenn nicht gar lachen kann und sich an der leichten, lockerflockigen Lektüre erfreuen kann. Hielt Don Camillo bei Guareschi Zwiesprache mit Gott, so unterhält sich hier der Hodscha (ein islamischer Religionsgelehrter) mit Allah. Und Allah ist sehr weise und bewundernswert geduldig mit dem Hitzkopf Nuri! Sicher keine hochgeistige, anspruchsvolle Literatur, aber erstklassige Unterhaltungsliteratur! Feine und feinsinnige Satire, die an sich brisante Themen kernig auf den Punkt bringt und zum Nachdenken anregt. Eine Stelle gibt es, die ich weniger gut heiße - aber ich möchte hier nicht spoilern. Alles in allem bieten die Story und Protagonisten eine gute Grundlage für einen oder mehrere weitere Teile. Warten wir ab! Von mir jedenfalls für dieses Buch eine absolute Kauf- und Leseempfehlung! Bei diesem Buch handelt es sich um ein "Softcover", also eine Mischung aus gebundenem Buch und Taschenbuch. Man muss sich daran gewöhnen - immer mehr Bücher werden auf diese Weise herausgegeben. Auf den ersten Blick mag das Titelbild ein wenig seltsam anmuten, während der Lektüre bekommt es aber einen Sinn!

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    walli007

    walli007

    29. June 2012 um 09:16

    Wahlkampf Frau Oberbürgermeisterin will Frau Oberbürgermeisterin bleiben. Da kommt ihr der neue Geistliche der islamischen Gemeinde dazwischen, der seine aber auch die christliche Gemeinde mit der Forderung nach einer ordentlichen Moschee aufrührt. Da sieht die Frau Oberbürgermeisterin ihre Wiederwahl gefährdet und sie unternimmt so einiges, um diesen leidigen Nuri Hodscha los zu werden. Doch nicht dass man mit Nuri Hodscha Mitleid haben müsste. Als Intrigenspinner steht er der Frau Piepenkötter in nichts nach. Am Rande sei erwähnt, dass der Hodscha eine Tochter hat und die Frau Piepenkötter einen Sohn. Und gerade die letzten beiden sind es, die das Buch sympathisch machen. Der Hodscha und die Piepenkötter sind halt Politiker wie sie im Buche stehen. Sie schrecken vor nichts zurück und rechtfertigen das mit ihren hehren Zielen. Sie hassen sich herzlich, manipulieren sich gegenseitig und auf eine etwas verdrehte Art und Weise schaffen sie es, letztlich ein leidlich zufriedenstellendes Ergebnis zuwege zu bringen. Da sind ihre beiden Sprösslinge fast wie die Königskinder, die für die Wünsche der egozentrischen Eltern geopfert werden. Viel Wahres wird da auf ironische fast zynische Art ausgesprochen. Politik auf Provinzniveau, welches allerdings nicht besser zu sein scheint als das auf überregionalen Bühnen. Allerdings bekommt die Gesellschaft hier einen Spiegel vorgehalten, in den man nicht zwingend schauen möchte. Wenn auch zunächst mit einem versöhnlichen Ende, scheinen sich der Hodscha und die Piepenkötter bereits auf neue Machtspiele und Kämpfe vorzubereiten.

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    kassandra1010

    kassandra1010

    13. May 2012 um 17:42

    Der neue Imam ist in der Stadt und sorgt gleich für Unruhe. Er will eine neue Moschee und die Oberbürgermeisterin muss dafür herhalten. Doch diese ist auch nicht mit den Wassern der Unschuld gewaschen und so beginnt ein kleiner und feiner Grabenkrieg zwischen Mann und Frau und zwei sehr unterschiedlichen Kulturen. Hier spielt der Teufel mit dem Teufel und zu allem Übel müssen beide Kinder auch noch als Spione herhalten! Lustig, gute Dialoge mit Allah und eine erstklassige Beschreibung einer kleinen ausgebrannten Stadt, die schon bessere Tage gesehen hat.

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Klusi

    Klusi

    20. April 2012 um 23:48

    Eine mittelgroße Stadt irgendwo in Deutschland. Die amtierende Bürgermeisterin, Ursel Piepenkötter, konzentriert sich ganz auf den Wahlkampf und bastelt an ihrem Image, denn es sind nur noch 42 Tage bis zur Bürgermeisterwahl. Sie hat viele Sympathien auf ihrer Seite, allen voran die Frauenunion, und im Bezug auf ihren sozialdemokratischen Wahlgegner Hausmann kann sie auch einen kleinen Vorsprung verbuchen. Doch dann bekommt die türkische Gemeinde einen neuen Geistlichen. Nuri Hodscha verkündet gleich nach seiner Ankunft in der Stadt, dass er eine Moschee bauen möchte. Die Piepenkötter und ihre Anhänger sind entsetzt. Es kommt zum verbalen Schlagabtausch, bei dem beide letztendlich nicht gewinnen können. Zu allem Überfluss müssen sie auch noch feststellen, dass sich ausgerechnet der Sohn der Piepenkötter und die Tochter des Hodschas angefreundet haben und sich sehr zueinander hingezogen fühlen - für die Eltern ein Unding! Als ich den Klappentext zu diesem Roman gelesen habe und dort den Hinweis fand: „Der humorvollste Zweikampf seit Don Camillo und Peppone!“ war ich gleich interessiert, denn die alten Filme habe ich in bester Erinnerung. Eine gewisse Ähnlichkeit kann man durchaus finden, denn auch hier gibt es zwei „Parteien“ im Dauerstreit, nur eben in diesem Fall zwischen dem Hodscha der türkischen Gemeinde und der Bürgermeisterin und CDU-Anhängerin Ursel Piepenkötter, die stark auf ihre Wiederwahl hofft. Eine weitere Parallele kann man in den Zwiegesprächen des Hodscha mit Allah finden. Diese Dialoge zu verfolgen, ist sehr amüsant, und Allah hat es wirklich nicht gerade leicht mit diesem starrsinnigen Gemeindevorsteher. Der Roman liest sich kurzweilig, und es gibt viele erheiternde Momente. Manches ist sehr überspitzt dargestellt, aber ich denke, genau das hat der Autor beabsichtigt. Die Geschichte animiert dazu, einmal wieder über den Tellerrand hinaus zu blicken und die verschiedenen Standpunkte und Interessen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten und zu tolerieren. Letzteres ist mir nur einmal schwer gefallen, als der Hodscha, zum „Schutz“ seiner Tochter, zu recht drastischen Mitteln greift und Allah anscheinend gar nichts dagegen hat. Ehrlich gesagt, Don Camillo hätte für eine derartige Aktion von Jesus tüchtig eins auf die Mütze gekriegt! Das Ende war für mich dann aber schlüssig und hat wieder einmal gezeigt, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann, als wenn man sich gegenseitig das Leben schwer macht.

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. April 2012 um 18:14

    In einer mittelgroßen und etwas verschlafenen Kleinstadt steht der Besuch der neuen Hodschas an. Gleich zu Amtsbeginn verkündet der Geistliche seineVorhaben, das ihm besonders am Herzen liegt.Er möchte seinen Landsleuten ein große Moschee bauen lassen, aber da hat er die Rechnung ohne die Piepenkötter gemacht.Nun beginnt ein schmutziger Kampf zwischen den beiden Querköpfen, der sich gewaschen hat. Der Autor Birand Bingül hat für seine Satire einen flotten Erzählstil gewählt, der mich auf keiner Seite gelangweilt hat. An so mancher Stelle aber erscheinen mir die mitwirkenden Protagonoisten klischeehaft,es wird vielleicht von Birand Bingül so gewollt sein. Mancher Leser wird sich daran wiedererkennen.....und über sich schmunzeln können! Meine persönliche Lieblingstextstelle ist der Hodscha im alten Fabrikgebäude....Interessierte können es ja nachlesen. Wünsche mir einen Nachfolgeband über die Piepenkötter und den Hodscha.

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Ritja

    Ritja

    29. March 2012 um 12:29

    "Treffen sich zwei Kulturen..." so steht es auf der Rückseite des Buches und im Inneren brodelt die Kampfeslust zwischen der Piepenkötter (Bürgermeisterin) und dem neuen Geistlichen der türkischen Gemeinde. Piepenkötter hat alles im Griff und es läuft gut für sie. Die Wiederwahl sollte kein Problem sein und so passt alles in dieser (mittel-)kleinen entspannten Stadt...bis der Nuri Hodscha kommt. Er gibt seinen Einstand mit der Forderung nach einer größeren und neuen Moschee und schon braut sich in dem Städtchen der Ärger zusammen. Beide Fronten kämpfen nun um ihren Willen und um ihr Ansehen, denn es werden alle verfügbaren Tricks und Intrigen hervorgeholt, um die eigenen Ziele zu erreichen. Dabei packt der Autor immer wieder die altbekannten Klischees aus und verpackt sie mit einer guten Portion Humor und einem Augenzwinkern in diese Geschichte. Die (fast schon all-)abendlichen Treffen der Ursel und des Nuri sind schon fast ein Ritual (für den Leser). Sie merken sehr schnell, dass sie ebenbürtige Gegner sind und der Kampf schwer sein wird und mit Bob Winter haben sie zudem noch ein weiteres Problem...ein aufstrebender Reporter/Journalist mit dem Hang zu großen Schlagzeilen und unschönen Bildern. Ein amüsantes und kurzweiliges Buch über den Kampf der Kulturen und den Vorurteilen auf beiden Seiten.

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    parden

    parden

    03. March 2012 um 16:55

    DON CAMILLO UND PEPPONE DER MODERNE... Ursel Piepenkötter ist amtierende Oberbürgermeisterin und bereitet sich auf die Wiederwahl in einigen Wochen vor. Doch da gibt es Nuri Hodscha, den neuen Geistlichen der türkischen Gemeinde, der gleich zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Als Angehörige einer christlichen Partei sieht sich Frau Piepenkötter natürlich genötigt, gegen solcherart Pläne klar Stellung zu beziehen... Noch 42 Tage bis zur Wahl, und die beiden Kontrahenden schenken sich nichts. Schlitzohr gegen knallharte Karrierefrau, Kuhhandel, Erpressung, Tricksen, Täuschen, Ausspielen - kein Mittel bleibt unversucht! Bingül schafft hier eine Begegnung zwischen den Kulturen im Stile eines Don Camillo und Peppone der Moderne. Der gottesfürchtige Hodscha steht im regelmäßigen Austausch mit Allah und ruft mit seiner Schlitzohrigkeit bei letzterem oft genug ein Kopfschütteln hervor. Und die Oberbürgermeisterin, den Wählern und Parteifreunden verpflichtet, spielt mit ebenso harten Bandagen wie ihr Gegner und beginnt an der Auseinandersetzung Vergnügen zu finden, was sie sich jedoch kaum einzugestehen wagt... Bedient der Autor v.a. zu Anfang viele Klischees und schmückt diese auch noch aus, überraschen dann doch einige Entwicklungen und lassen manche Schublade nicht mehr ganz passend erscheinen. Abwechslungsreich und amüsant erscheint der Schlagabtausch, auch wenn manche Aktion deutlich übers Ziel hinausschießt. "Der Zweck heiligt die Mittel" lässt die ein oder andere Idee der Kontrahenden doch als übertrieben erscheinen. Unterhaltsam ist das Buch jedoch in jedem Fall!

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2011 um 17:29

    absolut gelungen In einer mittelgroßen Stadt irgendwo in Deutschland........... Es sind noch 42 Tage bis zum Wahltermin und die Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter ist sich ihres Sieges sicher.Als bodenständige CDU-Frau hat sie die Massen hinter sich, glaubt sie,doch dann kommt der Hodscha, der neue Iman der türkischen Gemeinde der Stadt und verkündet eine prachtvolle Moschee bauen zu wollen.Aber nicht mit Ursel Piepenkötter, die noch nicht einmal gefragt wurde.Die Oberbürgermeisterin wittert Morgenluft, zeigt ihre Zähne und will mit einer wohldosierten Portion Populismus bei ihren Wählern punkten.Doch da hat sie nicht mit dem Hodscha gerechnet, denn der beißt genauso zurück, daran ändern auch die konspirativen Treffen mit der Piepenkötter in ihrer Laube nichts.Irgendetwas muss geschehen, denn der Wahltermin rückt immer näher und die Wähler machen der Piepenkötter Druck.Da hilft auch kein Rotwein zur Entspannung.Der Hodscha allerdings setzt auf Allah, mit dem er regelmäßig in Verbindung steht, der ihm allerdings auch manchmal den Marsch bläst. In einer Art und Weise, die absoluten Unterhaltungswert hat, beschreibt Birand Bingül die Annäherung zweier Kulturen deren Vertreter es beide faustdick hinter den Ohren haben. Die Situationskomik hat mich mehrmals laut auflachen lassen und der Vergleich zu Don Camillo und Pepone, wie auf dem Umschlag zu lesen,ist nicht zu leugnen. Die beiden Hauptprotagonisten werden treffend beschrieben(vor allem der Bruce Springsteen Fan Nuri Hodscha hat mir gut gefallen.) Ein Buch mit hohem Unterhaltungswert, dass ich gern weiterempfehle

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Starbucks

    Starbucks

    20. November 2011 um 01:17

    Nuri Hodscha und Ursel Piepenkötter können sich nicht leiden und sind dennoch aufeinander angewiesen: Er möchte als neuer Geistlicher der türkischen Gemeinde eine neue Moschee bauen, sie möchte als Oberbürgermeisterin wiedergewählt werden. Noch dazu haben sie Teenie-Sohn und Teenie-Tochter, die auch noch in die gleiche Klasse gehen und sich ständig in 'Kriegsgebiet' befinden....So sind also die Probleme von Anfang an vorprogrammiert, und der Kampf ist eröffnet.. Nur ein Deutsch-Türke kann sich sicherlich auf eine solche Weise an das Thema der Integrationsdebatte wagen. Oft muss man über den Hodscha schmunzeln, der durchweg sympathisch und verschmitzt rüberkommt. Die Piepenkötter.... na ja. Schade aber, dass das Buch sich durch das durchaus witzige Cover komplett ins Humorvolle, wenn nicht auch Lächerliche, katapultiert hat. Auch die Namen der Protagonisten sind meiner Meinung nach überzogen klischeehaft. Ein Buch mit diesem Titel würde ich nicht unbedingt kaufen, ein Buch mit diesem Thema aber schon gern lesen. Das Buch ist zwar sehr konstruiert - auf Gleichberechtigung oder Gleichbehandlung beider Seiten wird geachtet, und das ist gut so, aber es ist in sich sehr schlüssig und auch das Ende ist überlegt gestaltet. Klar, dass es da knapp ausgeht! Mir sind die Personen teils arg überzogen und auch ins Lächerliche gezogen, so dass es mich schon mal nervt. Man darf aber nicht vergessen, worum es hier geht und was man aus der Lektüre des Buches mitnehmen darf: Am Ende können wir doch alle sehr gut miteinander auskommen und brauchen dazu keine Politiker, die mit irgendwelchen Bestsellern die Integrationsdebatte auf einen ziemlich schlechten Weg führen...

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  • Rezension zu "Der Hodscha und die Piepenkötter" von Birand Bingül

    Der Hodscha und die Piepenkötter
    Literatur

    Literatur

    09. November 2011 um 17:56

    In Wahlkampfphasen werden gerne beliebte politische Themen aufgegriffen und mehrheitsbezogene Positionen bezogen - so auch in Birand Bingüls Roman "Der Hodscha und die Piepenkötter": Ursel Piepenkötter ist gerade mitten in der heißen und gefährlichen Phase des Wahlkampfes, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, die unglaubliche Forderung stellt, eine angemessene Moschee für seine Gemeinde zu bauen. Dies ist der Beginn einer öffentlichen Schlammschlacht zwischen den beiden Hauptfiguren, die mit großem Ideenreichtum und mit List um die Gunst der Gemeindemitglieder bzw. der Wähler buhlen, um nicht die gesellschaftlichen, sondern lediglich die persönlichen Interessen durchzusetzen. Die Handlung ist im Großen und Ganzen vorhersehbar, inklusive der amourösen Entwicklungen zwischen den beiden Sprösslingen, was aber der Geschichte im Großen und Ganzen nicht allzu sehr schadet. Lediglich die "doppelte Buchführung" zu Beginn - zunächst die Darstellung der Ereignisse aus Sicht von Piepenkötter und Hodscha, danach die ausführliche Aufklärung aus Sicht der beiden Kinder - ist langatmig. Zu der eigentlichen Wahlkampfphase fehlt ein entscheidender Punkt: Der politische Konkurrent und dessen Positionen bleiben im Hintergrund, sodass die Wahlkampfatmosphäre und die Gefahr für Ursel Piepenkötter, nicht wiedergewählt zu werden, nicht ganz nachvollziehbar sind. Die Zwiegespräche zwischen Hodscha und Allah wirken einerseits befremdlich im Gesamtzusammenhang andererseits sehr menschlich. Die Charaktere sind überaus überspitzt dargestellt und handeln innerhalb klischeehafter Grenzen, zeigen aber, dass es nicht um die Frage der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppierung, sondern um Charakter und Persönlichkeit geht. Die Gestaltung des Einbandes ist sehr ansprechend, vielsagend und ästhetisch: Vor der Fassade einer in rot gehaltenen, nächtlich erleuchteten Stadt stehen Ursel Piepenkötter und Nuri Hodscha voneinander abgewandt und mit verschränkten Armen mit überzeugtem und selbstsicherem Ausdruck, wobei jede Hauptfigur vor dem Gotteshaus der Religion des jeweils anderen abgebildet ist. Die Schrift, die Kapitelüberschriften und die einzelnen Seiten sind ansprechend gestaltet und machen Freude beim Lesen. Insgesamt ist Birand Bingül eine heitere, leichte, zufriedenstellende, aber nicht überragende Lektüre für Zwischendurch geglückt, die dieses wichtige Thema des interkulturellen Austausches nur oberflächlich und überspitzt aufgreift.

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