Birgit Dankert Michael Ende

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Inhaltsangabe zu „Michael Ende“ von Birgit Dankert

›Die unendliche Geschichte‹ war ein Welterfolg und machte Michael Ende zum Star. ›Jim Knopf‹ und ›Momo‹ begeisterten als Puppenspiel, Film und Musical. Ende entdeckte die phantastische Kinder- und Jugendliteratur für Deutschland und vermochte auch erwachsene Leser zu fesseln. Aber er war nicht unumstritten. Weltflucht und Realitätsverweigerung lautete der Vorwurf. Birgit Dankert hat für diese Biographie umfangreiches Archivmaterial ausgewertet und mit Weggefährten gesprochen. Sie zeichnet Endes Leben sorgsam nach: die Kindheit in München, den Zweiten Weltkrieg, das Scheitern auf der Bühne, den Durchbruch als Autor, Krise und Neuanfang in späten Jahren. Das Resümee ist nicht ohne Tragik. Michael Ende sah sich als Künstler, doch die ersehnte Anerkennung als Theaterautor und Regisseur blieb ihm versagt. Er bediente mit seinen weltanschaulichen Botschaften die Erwartungen der Fans und blieb gefangen in einer fremden Rolle. Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen, das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zu vor.

Etwas zu kühl & wissenschaftlich; es fehlt der flüssige Stil, der das Bild abgerundet hätte. Zu wenig Einblicke von Freunden &Weggefährten.

— Cridilla
Cridilla

In meiner Wahrnehmung nicht nur gelungen, aber auch nicht völlig misslungen.

— Joachim_Tiele
Joachim_Tiele

Leider mehr Doktorarbeit als Biographie. Man erfährt nur wenig über den Menschen Michel Ende.

— Kleines91
Kleines91

Die Bio liefert nicht nur die Infos, sie zeigt Ursache-Wirkung-Zusammenhänge und erklärt, warum er so war. Liest sich gut und flüssig.

— Wedma
Wedma

Leider war mir dieses Buch viel zu sachlich und Michael Ende als Mensch ziemlich unsympathisch :-/

— PollyMaundrell
PollyMaundrell

Mehr Fach- als Sachbuch und deshalb z. T. für Laien nicht leicht zu lesen, aber informativ und anregend.

— Barbara62
Barbara62

Tolle Romane und interessanter Mann, aber das Buch liest sich zu sehr nach Doktorarbeit.

— Donata
Donata

Sehr interessant und umfassend, aber nicht leicht zu lesen. Vor dem Kauf unbedingt reinlesen und feststellen, ob man mit dem Stil klarkommt!

— Igelmanu66
Igelmanu66

spannend, liebenswert, zum Träumen einladend

— Moonwishes
Moonwishes

Trotz einig umständlicher Sätze und Fremdwörter eine interessante und schöne Biographie über den Held meiner Jugend.

— Buecherseele79
Buecherseele79

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  • Michael Ende

    Michael Ende
    jackdeck

    jackdeck

    06. May 2016 um 11:35

    Die Biografie Michael Endes von Birgit Dankert basiert auf hervorragender Recherchearbeit und bietet wertvolle Hintergrundinformationen zu Werk und Leben des Autors. Die komplexen Zusammenhänge werden in einer stilistisch einwandfreien und elaborierten Sprache dargestellt. Die Autorin betrachtet den oftmals mystifizierten Schriftsteller Michael Ende mit einem klaren, nüchternen Blick und wissenschaftlich gebotener Genauigkeit. Jene Stelle der Biographie allerdings, wo aus dem Gedicht "Die Süchtige" mit der lapidaren Bemerkung "Dies gehörte wohl auch zum Leben in Genzano" (Pos. 2631) eine Drogensucht von Endes Ehefrau Ingeborg Hoffmann angedeutet wird, ist eine bloße Mutmaßung. Auch Klatsch und Tratsch unter Freunden sind kein überprüfbarer Beleg. ("Freunde berichten, wie Michael Endes sprühende, mitreißende Fröhlichkeit und geistvolle Witzigkeit, die ganz auf sein jeweiliges Gegenüber fokussiert war, später mit zunehmendem Erfolg seiner Arbeit und den enormen Einkünften verebbte. Die Wandlung zum gefühllosen Showstar, die Gigi unter dem Einfluss der grauen Herren durchmacht, ist ihm selbst nur zu bekannt." Pos. 2750) Vermutungen und Hörensagen sind keine literaturwissenschaftlichen Kategorien und legen einen kleinen Schatten auf die ansonsten in gebotener Akribie verfasste Biografie, deren großes Verdienst es ist, ein umfassendes und differenziertes Bild des weltbekannten Schriftstellers Michael Ende zu vermitteln.

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  • Wie sag ich’s meinem Kinde?

    Michael Ende
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    Wie sag ich’s meinem Kinde? So nicht? Oder doch genau so? Birgit Dankert, geboren 1944, studierte Literaturwissenschaftlerin und Kunstgeschichtlerin und bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2007 Fachhochschulprofessorin für Bibliothekswesen in Hamburg, legt eine Biografie des als Kinderbuchautor weltberühmten Schriftstellers Michael Ende vor. Der Gestus des Buches ist wissenschaftlich und objektivierend, aber der Verlag präsentiert es als ein einfühlsames Porträt (…), das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zuvor. Beidem will Frau Dankert gerecht werden, doch übersieht sie bei ihrem teilweise gewollt wirkenden wissenschaftlichen Abstand zu ihrem Gegenstand Offensichtliches und lädt ihn gleichzeitig mit einer nahezu manipulativen Gefühligkeit auf. Aber das Buch hat durchaus seine Meriten. Es präsentiert den vollständigen Lebenslauf Michael Endes mit gesicherten Daten, ein chronologisches Werkverzeichnis – bei einem wie Michael Ende so impulsiv und über Jahre am gleichen Stoff arbeitenden Schriftsteller kein leichtes Unterfangen – und eine bis zum Erscheinen des Buches vollständige Bibliografie mit Schriften von ihm (bis hin zu Postkarten in Privatbesitz) und über ihn, literaturwissenschaftliche und feuilletonistische Arbeiten inklusive. Insofern liefert Frau Dankert einen body of knowledge zu Michael Ende, wie es ihn zuvor in dieser Form zusammengefasst nicht gab. Aber das Buch wendet sich nicht an Literaturwissenschaftler und Pädagogen (bis heute sind Werke Endes Gegenstand von Schulprojekten und Schultheateraufführungen) allein, sondern auch an Leserinnen und Leser, für die Ende, hauptsächlich wegen Jim Knopf, Momo und Die Unendliche Geschichte, Held ihrer Jugend geblieben ist, und die in einer Biographie über ihn tatsächlich ein einfühlsames Näherbringen erwarten. Und dann gibt es sicherlich noch mindestens eine weitere Gruppe von an Michael Ende biografisch Interessierten, nämlich Jene, die ihn als eine nicht ganz unproblematische Person der Zeitgeschichte in bewegten Zeiten erinnern. In diese Richtung ging auch mein Interesse, als ich diese Biografie entdeckt hatte. Und hier wird Frau Dankert ausgesprochen schwach. Kein Wort zur Rolle der seinerzeit weitverbreiteten Alternativbewegung, von deren Leseinteresse Ende ganz stark profitiert hatte und der er sich – zum Beispiel in der Auseinandersetzung um die Verfilmung von Momo – zugehörig fühlte. Kein Wort auch zur Absetzbewegung von linken Inhalten und Positionen innerhalb des von Frau Dankert so bezeichneten Eskapismusstreits, der im Wesentlichen auf eine nahezu persönliche Fehde zwischen Ende und dem Verleger Hans-Joachim Gelberg reduziert und anhand weniger ursprünglich privater Briefe zwischen den beiden behandelt wird. Kein Wort zum konservativen Roll back als Folge der Rückkehr der Antroposophie zu einer streitbaren konservativen Hermetik, nachdem sie sich lange, auch unter dem Eindruck von Rudolf Steiners Buch Philosophie der Freiheit den eher linken Bewegungen dieser Zeit angeschlossen hatte. Statt dessen sehen wir Ende als etwas unbedarften Beau, der viel rauchte und trank, seine schriftstellerischen Qualitäten in Hinblick auf seine eigentlichen literarischen Ziele überschätzte, Frauen gegenüber nicht treu, aber trotzdem von deren Urteilsvermögen abhängig war. Sein Umzug nach Italien lässt Ende in der Darstellung seiner Biografin nahezu zum tumben Toren werden, der dadurch den Bezug zum politischen Deutschland verloren hat und sich in politischen Auseinandersetzungen zum Hanswurst macht, der auf sich selbst und die Folgen seiner versuchten politischen Einmischungen nur mit dem Gefühl sich unverstanden zu fühlen reagieren kann, und mit einer neuen Geliebten (und späteren Ehefrau), diesmal aus Japan, wo er daraufhin die schönsten literarischen Erfolge hat und die Bewunderung einheimst, die ihm in Deutschland versagt blieb. Diese Biografie tut Michael Ende und seinem Nachruhm nicht wirklich gut, weder im Bereich der Literaturwissenschaft, wo sie von kritischen Geistern schnell als faktenhubernde Zettelkastenwissenschaft abgetan werden kann, noch im Bereich derer, die Ende aufgrund ihrer kindlichen Leseerfahrungen zu ihrem Helden gemacht haben und nun entsetzt reagieren, einen fehlbaren Menschen aus Fleisch und Blut vorzufinden, dessen als negativ dargestellten Charakterzüge fast manipulativ zur Erzeugung einer mit Entsetzen gepaarten Emotionalität genutzt werden, die sich ja neuerlich sooo guuut verkauft. Trotz Kritik, zum Ende (sic!) doch Schluss mit der Schimpferei. Birgit Dankert ist eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung der Person und des Werks Michael Endes gelungen, die eine faktengestützte Weiterarbeit erleichtert, wenn man sie – was ja zum wissenschaftlichen Handwerkszeug gehören sollte – kritisch einordnet. Damit gehört dieses Buch in alle Bibliotheken, ob sie nun der Wissenschaft oder der Allgemeinbildung verpflichtet sind, wobei in diesem Fall der Blick aus dem bibliothekarischen Elfenbeinturm der Verfasserin sicherlich akzeptiert werden kann. Vom Buchherstellerischen her gesehen, ist dem Verlag ein außergewöhnlich schönes Buch gelungen, das sich auch gut als Geschenkbuch eignet, wenn man auf dem Begleitkärtchen vermerkt, dass eine kritische Betrachtungsweise angezeigt ist, ob man nun als Wissenschaftler oder Literaturliebhaber an Werk und Person Michael Endes herangeht. In meiner Wahrnehmung ist das Buch daher nicht völlig misslungen, aber auch nicht wirklich gelungen. Drei Sterne im Sinne von Fleißbildchen für die Autorin.16.03.2016 – Joachim Tiele

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    • 4
  • Informativ – aber leider nicht zauberhaft

    Michael Ende
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    »Mit wenigen Texten war er für zwanzig Jahre einer der meistgelesenen Autoren der Bundesrepublik Deutschland. Er hat für die Kinder- und Jugendliteratur Deutschlands ein literarisches und gesellschaftspolitisches Terrain erobert, das erfolgreich ausgebaut werden konnte. … Seine Geschichte, wie sie für seine Lebenszeit in Deutschland von der Weimarer Republik bis zur deutschen Wiedervereinigung, aber doch für nichts und niemanden als ihn selber steht und nur seinen Namen trägt, soll hier erzählt werden. Er ist der Autor von „Jim Knopf“, „Momo“ und der „Unendlichen Geschichte“.« Dieses Buch hat mich beim Lesen durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Mit großem Interesse habe ich viele neue Informationen aufgenommen und noch unbekannte Texte Endes in Auszügen entdeckt – aber ich habe mich auch geärgert, mich mehr als einmal durch einen Textabschnitt gequält. Im Klappentext war zu lesen: „Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen, das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zu vor.“ Gewöhnlich gebe ich nicht viel auf Klappentexte, aber diesmal hätte ich mich besser gründlich informieren sollen, bevor ich mich für das Buch bewarb. Aber der Name „Michael Ende“ löste bei mir sofort eine Gedankenkette aus, ich sah mich als junges Mädchen, träumend vor der „Unendlichen Geschichte“, mir fiel der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch ein, ich kringelte mich vor Lachen und versuchte wieder einmal, das Wort unfallfrei auszusprechen. Ich erinnerte mich an den Zauber von „Momo“ und war – in Verbindung mit dem Klappentext – sofort davon überzeugt, dass mich dieses Buch genauso verzaubern würde. Leider tat es das nicht. Ich glaube, dass mich außerdem das Wort „Biographie“ in die Irre führte. Das Wort ist für mich gleichbedeutend mit etwas Lebendigem, befasst es sich doch mit dem Leben eines ganz bestimmten Menschen. Es wäre ungerecht zu sagen, dass es dies in diesem Fall nicht tut, denn das Leben Endes wird von frühester Kindheit an verfolgt, seine frühen Jahre, seine Erfolgsphase, Krankheit und Tod werden beschrieben. Nein, es ist die Art und Weise, wie dies geschieht. Die Autorin hat ohne Zweifel gründlich recherchiert. Mein Eindruck ist, dass – was die reine Faktenlage angeht – vermutlich nichts fehlt. Aber streckenweise kam mir das Buch vor wie eine einzige große literaturwissenschaftliche Erörterung, gespickt mit Fremdwörtern und gewandet in Schachtelsätze, die das Lesen für den nicht Studierten anstrengend machen können. Wie es sich für eine ordentliche wissenschaftliche Arbeit gehört, führt Frau Dankert viele Quellen auf, bringt Zitate, Textauszüge aus Büchern, Briefen oder Interviews. Das ist zweifelsfrei gründlich, bremst aber den Lesefluss ebenfalls aus. Ich habe mir überlegt, welche Leser zu diesem Buch greifen würden. Ich vermute, dass nicht wenige – so wie ich – rein aus ihrer Erinnerung an schöne Lesestunden in Phantasien zugreifen würden. Und darunter werden ebenfalls nicht wenige sein, die beim Lesen schlicht überfordert sein werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher Leser das Buch im Laden in die Hand nimmt, in die ersten Seiten reinliest und es entmutigt - ob der vielen Fremdwörter und Schachtelsätze - wieder weglegt. Gut, wenn man sich durch den Text kämpft, kann man vieles Interessante entdecken. Endes Lebensgeschichte ist zweifelsfrei faszinierend! Die Kindheit eines phantasiebegabten Kindes in NS-Zeiten, sein Elternhaus und der Künstler-Vater, seine Startschwierigkeiten als Autor, die viele Kritik, die er erfahren musste, die vielen Auseinandersetzungen, denen er sich zu stellen hatte – ein Mann, der viel Anerkennung aber auch viel Ablehnung erfahren durfte bzw. musste. Differenziert wird auch sein Charakter angegangen, der Leser muss sich darauf gefasst machen, nicht nur Positives über Ende zu erfahren. Die Textauszüge aus seinen bekannten und weniger bekannten Werken und die Vorstellung einiger seiner Gedichte haben mir ebenfalls gut gefallen. Im Grunde waren auch die Interviews und Briefwechsel interessant, aber für mein Empfinden wäre etwas weniger hier mehr gewesen. Von dem privaten Menschen Michael Ende hätte ich hingegen gerne mehr erfahren. Beispiel: Ende hatte eine schwer kranke Frau, die dann auch irgendwann stirbt. Sie hat ihm über viele Jahre zur Seite gestanden, mit ihm gearbeitet, sich selbst mit in sein Werk gelegt und nun stirbt sie und im Buch wird dies nur mit einem sehr geringen Umfang bedacht. Was soll ich daraus schlussfolgern? Die eine Möglichkeit ist, dass es der Autorin primär um die literarische Auseinandersetzung mit Endes Werk ging und weniger um den Menschen. Die andere Möglichkeit wäre, dass diese Priorität auch so in Endes Leben bestand. Ich weiß nicht, was mir lieber sein soll... Und dann das Kapitel zur „Unendlichen Geschichte“, einem meiner absoluten Lieblingsbücher! Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, aber ganz sicher hatte ich nicht damit gerechnet, so viele literaturwissenschaftliche Kontroversen vorgelegt zu bekommen. Gut, sie gehörten zu Endes Leben, haben ihn in einem nicht unerheblichen Zeitraum seines Lebens stark beschäftigt, aber es ist so furchtbar trocken, so - in meinen Augen - abschreckend nüchtern sachlich zu lesen... Wo bleibt da mein Phantasien? Es wurde in Grund und Boden diskutiert. Fazit: Sehr interessant und umfassend - aber nicht leicht zu lesen. Vor dem Kauf unbedingt reinlesen und feststellen, ob man mit dem Stil klarkommt! Von mir leider nur 3,5 Sterne für dieses Buch.

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    • 13
  • Eine sehr gut gelungene Biographie von Michael Ende. Absolut lesenswert!

    Michael Ende
    Wedma

    Wedma

    Die Biographie umfasst 268 Seiten reinen Textes und ist in 7 Kapitel aufgeteilt. Im 30-seitigen Kapitel 1 „Kindheit im Künstleratelier (1929-1940) Schwabing, Schule, Nationalismus“ lernt man die Eltern von Michael Ende kennen, seinen Vater Edgar Ende, der Kunst in Hamburg studiert hatte und Bildhauer und Maler wurde, und Michaels Mutter Luise, die eine Ladeninhaberin war. Man erfährt, wie die Eltern waren, wofür sie sich interessierten, insb. die Arbeitsweise von Edgar Ende, die später auch bei Michael die Anwendung fand, ist bemerkenswert. Es gibt einige Zitate aus den Werken von Krichbaum, Boccarius, etc., die Michaels Lebensumstände im Elternhaus nahebringen und versuchen, eine Erklärung zu liefern, warum Michael Ende so war, wie er war. Und schon im ersten Kapitel gibt es zwei Gedichte aus der Feder von Michael Ende, die sich mit den Gegebenheiten im Nazi-Deutschland auseinandersetzen. Starke, philosophische Gedichte, muss man sagen. Und die Kommentare dazu stehen dem im nichts nach. Es gibt zwei schwarz-weiß Fotos hier. Das eine zeigt dreijährigen Michael mit blondem Haar vor dem Haus in Garmisch, das zweite Foto zeigt Michael zusammen mit seiner Mutter im Jahr 1935. Im 25-seitigen zweiten Kapitel „Jugend und Krieg (1940-1949) Soldaten Gedichte, Waldorfpädagogik“ erfährt man, wie es Familie Ende in der Zeit ergangen ist, und jede Menge weiterer Gegebenheiten und Umstände, die den Charakter des jungen Michael offenbaren. Auch hier findet man längere Zitate, die den heranwachsenden Michael dem Leser nahebringen, auch starke Gedichte Michaels gegen den 2.ten Weltkrieg aus dem Band „Trödelmarkt der Träume“, die auch in heutiger Zeit ihre Aktualität behalten haben, wie kluge Kommentare der Autorin dazu. Im 31-seitigem dritten Kapitel „Experimente im Frieden (1949-1958) Theater, Liebe, Palermo“ lernt man Michael als jungen Mann kennen, und liest über seine Zeit als Schauspieler an der Landesbühne Schleswig-Holstein in Rendsburg, wo er als junger Liebhaber engagiert war. Es gibt zwei schwarz-weiß Fotos von ihm und ein Foto des Portraits, das sein Vater vom 22-jährigen Michael gemalt hat. Eine bemerkenswerte Arbeit. Auch hier findet man etliche Zitate als anderen Werken: von Michaels Mitstreitern und Freunden, die sich über ihn und seine Aktivitäten in den jungen Jahren erinnern. In dem Kapitel trifft Michael Ingeborg Hoffman, mit der er 32 Jahre eine im künstlerischen Sinne fruchtbare Gemeinschaft führte. Aus den drei ersten Kapiteln wird deutlich, dass der Werdegang von Michael Ende sowohl vom künstlerischen Milieu des Vaters, als auch von der anthroposophischen Lehre, deren Anhänger seine Eltern waren, recht stark beeinflusst war. Auch dass Michael kein Kind von Traurigkeit war, was Frauen und Alkohol angeht, wird hier und dort nochmals in div. Situationen erwähnt. Birgit Dankert schildert sein Wesen und seinen Werdegang deutlich und schonungslos, sodass man eine klare Vorstellung davon, wie dieser Künstler so wurde, wie er war, problemlos gewinnen kann. Weshalb aber manche meiner Vorredner sich die Freiheit herausnehmen, M. Ende als Persönlichkeit zu verurteilen und die Sterne großzügig bei der Bewertung der Biographie abziehen, mit dem Hinweis, sie hätten sich den Autor der unendlichen Geschichte anders vorgestellt, bleibt mir ein Rätsel. So etwas darf eigentlich nicht als Bewertung gelten. Im vierten Kapitel „Befreiung und Flucht (1957-1970) ‚Jim Knopf‘, der Vater, das Alte Schloss Valley“ erfährt man ebenfalls jede Menge spannender Dinge aus dem Leben von Michael Ende, Z.B. dass er Rezensionen auf Filme eine Zeit lang publiziert hat, während er am Jim Kopf arbeitete. Interessant war auch die Beschreibung der Verlagssuche: Absagen standen an der Tagesordnung. Bald gab es aber zwei Verlage, nicht ohne Vitamin B, die Interesse zeigten. Sogar die Konditionen aufgeführt, zu denen Dressler Verlag das Manuskript angenommen hätte, wurden aufgeführt. Am Ende nahm es Thienemann Verlag und die Geschichte erfuhr Teilung in zwei Hälften. Auch hier sind die Kommentare der Autorin treffend und offenbaren solides Insiderwissen. Die schwarz-weiß Fotos von Michael Ende: das eine vom 1961 von der Lesung im NDR, das andere von der Lesung ‚Jim Knopf‘ mit Kindern, auch ein Hochzeitsfoto aus Rom 1964 mit Ingeborg Hoffmann, bereichern die Ausführungen. In dem Kapitel gibt es noch etliche andere spannenge Dinge, die sollte man schlicht selbst lesen. Das fünfte Kapitel, 35 Seiten, Glück in Italien (1970-1975) Genzano, Momo, Eskapismusstreit. Das Ehepaar kauft sich ein Haus in Genzano, unweit von Rom, und richtet sich für weitere Jahre dort ein. Hier wird Momo geschrieben. Ein Foto zeigt die beiden vor dem Haus, ein kleines Portrait-Foto zeigt M. Ende im Jahr 1975. Auch längere Zitate aus der Diskussion von M. Ende mit H.J. Gelberg, der sog. Eskapismusdebatte im Jahr 1974 findet man hier. Der Inhalt der Briefe ist schon spannend und auch heute recht aktuell. Das vorletzte Kapitel „Welterfolg und Abschied (1975-1985)“ umfasst 54 Seiten. Es geht um die Entstehung der Unendlichen Geschichte, Engagement des Autors beim Film, in der Musik und in der Politik. Vor allem zeigt das Kapitel die große Rolle Ingeborg Hoffmans bei der Entstehung von Michael Endes Werken. Sie kannte ihren Mann gut und sorgte sowohl für eine angemessene Arbeitsatmosphäre als auch dafür, dass er sich regelmäßig an den Schreibtisch setzte und an der Entstehung neuer Geschichten arbeitete. Sie ging auch weiter: „Ingeborg Hoffmann prüft… schonungslos die Texte, unterzieht sie laut lesend einem Qualitätstest für Sprachrhytmus und inhaltliche Logik. Ende unterwirft sich dieser Prozedur halb unwillig, halb dankbar.“S. 179. Paar Seiten später, ab S. 195 erfährt man, dass Michael Ende ein Libretto für die Oper „Momo und die Zeitdiebe“ geschrieben hat und auf der Suche nach dem geeigneten Komponisten für die Vertonung war. Ein Foto zeigt Michael Ende und Wilfred Hiller in 1985. Über die Zusammenarbeit der beiden wird man noch auf etlichen aus drauf folgenden Seiten lesen können. Der Tod von I. Hoffmann wird schon recht knapp behandelt, wird aber als Ursache für die Rückkehr Endes nach München benannt. Das letzte Kapitel „München und Japan (1985-1995) Neuanfänge, Schulden, Krankheit“ umfasst knapp 40 Seiten und schildert sowohl die zweite Ehe des Autors mit Mariko Sato, seiner langjährigen japanischen Geliebten und Literaturwissenschaftlerin aus Tokio. Ein Foto zeigt die beiden mit dem jap. Fernseh-Team 1991 in München, das andere zeigt Brautpaar Ende-Sato 1989 in ihrer Wohnung. Das letze Foto zeigt M. Ende 1993/94 am Schreibtisch in der Sendlinger Str. Auch hier gibt es Gedichte von M. Ende, Zitate aus Endes Korrespondenz und den Briefen seiner Mitstreiter. Bemerkenswert ist die Absage von Reich-Ranicki zu einer Diskussionsrunde zum 60. Geburtstag von M. Ende. Knapp aber ausreichend werden auch seine Krankheit und der Tod beschrieben. Wie seine Mutter hat er ein Magengeschwür, das sich dann als Krebs erweist. Im Nachwort schreibt Birgit Dankert, wieder mal sehr treffend: „Ihn als Kinderbuchautor zu erinnern, mindert nicht seine Qualität, nimmt ihn nur ausschnittweise und in vielen Fällen mit den hier untauglichen Kriterien der Kinderbuch-Nomenklatur wahr. Nur im gleichzeitigen Blick auf das vielfältige Leben und das komplexe Werk von Michael Ende, den diese Biographie öffnen will, lassen sich Einsichten in die Wirkungsabsichten, literarischen Verfahren und Botschaften seiner Texte gewinnen.“ S. 275 Dem Nachwort folgen der 4-seitige Anhang mit Lebensdaten und 7-seitiges chronologisches Werkverzeichnis, wie ein 2-seitiges Verzeichnis der Literaturpreise, ein 12-Seitiges Quellennachweis, ein 4-seitiges Personenregister, Werk-, Orts- und Sachregister, Dank und Bildnachweis. Ich halte diese Biographie für sehr gelungen. Sie stellt nicht nur eine Fülle reichhaltiger Informationen zum Leben von Michael Ende zur Verfügung- man merkt die aufwendigen Recherchen dem Werk auf jeden Fall an, sondern zeigt die Ursache-Wirkung-Zusammenhänge auf, die versuchen zu zeigen und zu erklären, wer Michael Ende eigentlich war und warum er so war, wie er war. Die Biographie las sich flüssig und angenehm. In wenigen Tagen war sie ausgelesen. Die von manchen meiner Vorschreiber monierten Schachtelsätze finden sich hpts. in den Zitaten diverser Autoren, die Birgit Dankert zur Erläuterung in ihr Werk reingenommen hat. Ich fand diese Bio eine von denjenigen, die sich am leichtesten lesen ließen. Das Leben von M. Ende ist ein Paradebeispiel für den Satz: Hinter jedem erfolgreichen Mann steckt eine starke Frau. Erst war es seine Mutter, dann seine erste Frau, die ihn nicht nur diszipliniert hat, sondern auch als eine kundige Künstlerberaterin fungierte. Fazit: Eine sehr gut gelungene Biographie. Ich vergebe gerne die 5 wohl verdienten Sterne und Empfehlung insb. für diejenigen, Biographien gerne lesen. Ich bedanke mich bei Birgit Dankert für dieses wunderbare Werk, und lese gerne auch weitere Biographien aus ihrer Feder. Mein Dank gilt auch dem Lambert Schneider Verlag, WBG Darmstadt fürs Herausbringen dieser Biographie, die Michael Ende als Person den Lesern nahebringt. Ich bedanke mich auch fürs Rezensionsexemplar.

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    • 5
  • Leserunde zu "Michael Ende" von Birgit Dankert

    Michael Ende
    LambertSchneider

    LambertSchneider

    Hallo liebe Bücherfreunde, habt ihr auch zahlreiche Stunden eurer Kindheit in Phantásien und auf Lummerland verbracht? Der Schriftsteller Michael Ende hat viele berühmte Geschichten für Kinder geschrieben – „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, „Die unendliche Geschichte“ oder auch „Momo“. Birgit Dankert hat nun die erste Biographie über den Schriftsteller geschrieben – „Michael Ende. Gefangen in Phantásien “. Sie schildert seinen Lebensweg von der Kindheit im Dritten Reich bis zum Durchbruch als Autor, verschweigt aber auch private Krisen und schmerzhafte Enttäuschungen nicht. Wir möchten nun mit euch eine Leserunde starten! Neugierig geworden? Wenn ja, dann bewerbt Euch bis zum 24. Januar 2016 und beantwortet uns folgende Frage: Welche Geschichte von Michael Ende sollte jedes Kind kennen und warum? Zu gewinnen gibt es 10 Leseexemplare – wir sind gespannt auf Eure Antworten! Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Wie immer sind natürlich auch alle Leser und Leserinnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen! Liebe Grüße Euer Lambert Schneider-Team

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    • 253
  • Lebenslange Suche nach der eigenen Identität

    Michael Ende
    Barbara62

    Barbara62

    An dieses Buch bin ich mit teilweise falschen Erwartungen gegangen. Ein zugleich informatives wie unterhaltendes Sachbuch hatte ich erwartet, ein sehr gut recherchiertes, aber für literaturwissenschaftliche Laien wie mich nicht leicht zu lesendes Werk, mehr Fach- als Sachbuch, habe ich vorgefunden. Vieles meine ich zwar verstanden zu haben, kann es aber aufgrund mangelnder literaturwissenschaftlicher Kenntnisse nicht diskutieren, wie z. B. die Rezeptionsgeschichte und die Eskapismusvorwürfe, bei anderem teile ich die Beurteilung der Autorin manchmal nicht. Wenn sie bei einer sicherlich 1979 als avantgardistisch empfundenen Momo-Lesung vor 200 Managern bei einer Veranstaltung des Duttweiler Instituts zum Thema „Die Rationalisierungsfalle“ deren Diskussionsverweigerung der „Naivität oder Hybris“ von Michael Ende zuschreibt, der eine „falsche, instinktlose, vielleicht auch respektlose Taktik gewählt hatte“, so ist dies eine der Interpretationen, bei denen ich grundlegend anderer Ansicht bin. Sehr klar chronologisch gegliedert in sieben Zeitabschnitte schildert Birgit Dankert Michael Endes Leben. Seine Hauptwerke Jim Knopf, Momo, Die unendliche Geschichte und Der Wunschpunsch werden ebenso wie verschiedene Bilderbücher und kleinere Schriften mit einer ausgezeichneten Inhaltsangabe präsent gemacht. Daneben erfährt man einiges zur Arbeitsweise von Michael Ende, über seine genauen Vorstellungen zur Illustration, zur Bühnenfassung und zu Verfilmungen, die die Zusammenarbeit mit ihm zur Herausforderung machten. Besonders interessant fand ich die Beziehung zur Familie Weitbrecht, den Inhabern des Thienemann Verlags, dem Ende lebenslang verbunden blieb. Birgit Dankert hat u. a. Deutsche Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Bibliothekswissenschaft studiert und hat für ihre Verdienste um das deutsche Bibliothekswesen 2005 die höchste Auszeichnung für Bibliothekare, die Karl-Preusker-Medaille, verliehen bekommen. Ihren Fleiß und ihre penible Recherche spürt man bei dieser Biografie auf jeder Seite, wenn sie anhand unzähliger Quellen nahezu jeden Lebensschritt Michael Endes belegt. Verbunden ist dies aber in meinen Augen mit einem Verlust der Leichtigkeit und ich hätte mir oftmals einen direkteren Blick auf Michael Ende gewünscht, dem sie doch beim Studium so vieler Quellen, im Literaturarchiv in Marbach v. a. Primärquellen, näher gekommen sein muss, als man es oft spürt. Neben den puren Lebensdaten und -stationen, die ich hier nicht aufführen möchte, fand ich besonders interessant, dass Michael Ende sich zeitlebens trotz aller Erfolge nicht mit seinem von ihm als zweitklassig angesehenen Dasein als Kinder- und Jugendbuchautor abfinden konnte. Seine nie endende Suche nach der eigenen Identität und seine Rastlosigkeit standen im Mittelpunkt seines Künstler- wie seines Privatlebens. Neu und sehr spannend für mich, die ich nur seine Kinder- und Jugendbücher kannte, war seine künstlerische Vielseitigkeit, die die Autorin sehr anschaulich darstellt, und die Diskussionen zur Kinder- und Jugendliteratur der 1970er- und 1980er-Jahre, in denen ihm immer wieder die Realitätsferne und fehlende Problemorientierung seiner Bücher vorgeworfen wurden. Ausführliche Anhänge und Register runden die informative Biografie ab. Ich würde allerdings jedem Interessenten dringend empfehlen, vor dem Kauf hineinzulesen.

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    • 3
    Cridilla

    Cridilla

    05. March 2016 um 00:53
  • "Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen..." - Nein, leider nicht

    Michael Ende
    PollyMaundrell

    PollyMaundrell

    28. February 2016 um 14:40

    Klappentext Ein Meister im Reich der Phantasie "Die unendliche Geschichte" war ein Welterfolg und machte Michael Ende zum Star. "Jim Knopf" und "Momo" begeisterten als Puppenspiel, Film und Musical. Ende entdeckte die phantastische Kinder- und Jugendliteratur für Deutschland und vermochte auch erwachsene Leser zu fesseln. Aber er war nicht unumstritten. Weltfern und realitätsblind lautete der Vorwurf. Birgit Dankert hat für diese Biographie umfangreiches Archivmaterial ausgewertet und mit Weggefährten gesprochen. Sie zeichnet Endes Leben sorgsam nach: die Kindheit in München, den Zweiten Weltkrieg, das Scheitern auf der Bühne, den Durchbruch als Autor, Krise und Neuanfang in späten Jahren. Das Resümee ist nicht ohne Tragik. Michael Ende wurde geliebt und verehrt, doch die ersehnte Anerkennung als Theaterautor und Regisseur blieb ihm versagt. Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen, das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zu vor. Meinung Wer kennt ihn nicht, den großen Meister der Phantasie und der Kindheit? Mit seinen wahnsinnig tollen Geschichten hat er Kinder mehrerer Generationen inspiriert und wird es sicher noch viele, viele Jahre und Jahrzehnte tun. Michael Ende. Ich habe mich wirklich, wirklich, wirklich gefreut wie ein Plätzchen, als ich die Nachricht bekam, dass mir dieses Buch zur Verfügung gestellt werden würde, da ich absolut gar nichts über den Menschen Michael Ende wusste. Schon beim Anblick des Covers wurden alle meine Vorstellungen erfüllt. Ende sieht aus wie der tolle Märchenonkel, auf dessen Schoß man sich setzt und der einen mit seinen Geschichten in fremde Welten entführt. Er wirkt frech und ungemein sympathisch. Leider kann ich das nach dem Lesen der Biographie nicht mehr sagen - und das macht mich wirklich etwas traurig. Ich habe immer angenommen, dass jemand, der solche tollen Geschichten für Kinder schreibt auch ein Kindernarr und ein wirklich liebevoller Mensch sein muss. Doch so schien Michael Ende nicht zu sein. Er wollte niemals Kinder- und Jugendbücher schreiben und konnte sich bis zu seinem Tod nicht damit anfreunden, dass die Leser eben genau diese Geschichten von ihm wollten und ihn eigentlich jeder darauf reduziert. Oder kennst du eines seiner Gedichte oder Theaterstücke? Auch der private Michael Ende war kein Mensch mit dem ich etwas zu tun gehabt hätte. In der Schule und später an der Schauspielschule absolut faul und undiszipliniert und meiner Ansicht nach ziemlich arrogant und fast schon süffisant. Er hat weder gelernt noch sich angestrengt, hatte eine ziemlich große Klappe und wollte aber im Gegenzug von allen gefeiert werden. Man kann kein Lob erwarten, wenn man nichts tut - so läuft es im Leben nunmal nicht. Ich möchte Ende auf keinen Fall sein Talent absprechen, denn das zeigte sich schon recht früh, jedoch ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Übung macht den Selbigen ;-) Er wusste um seine Wirkung auf Frauen und hat diese auch genutzt. Sein ganzes Leben über hatte er Affären und Liebschaften. Und dabei war es ihm völlig egal ob er in festen Händen war oder nicht. Das ist noch so ein Punkt, der ihn bei mir nicht gerade beliebter macht. Aber das ist nur meine Meinung, andere Menschen haben da vielleicht weniger Probleme mit ;-) Michael Ende schien ein "Lebemann" zu sein. Wechselnde Liebschaften, Alkohol und Zigarettenkonsum - und das alles nicht zu knapp. Als junger Erwachsener bestand sein Freundeskreis aus anderen Künstlern, die alle ebenso wie er kein Geld hatten. Niemand wusste wie es nächste Woche oder nächsten Monat weitergehen würde und was wohl passieren wird, wenn die nächste Miete fällig ist. Doch alle Mann haben ihre letzten Groschen zusammengekratzt um Alkohol zu kaufen und elf Tage und Nächte Fasching zu feiern. Künstlern wird so etwas gerne verziehen und auf den Beruf verwiesen. Jeder andere wäre ein "fauler Sack", der endlich mal erwachsen werden und Verantwortung übernehmen sollte. Ich persönlich mache da kein Unterschied beim Berufsstand. Aber zu viel möchte ich euch nun nicht verraten, falls ihr das Buch selbst noch lesen möchtet ;-) Die Autorin hat ohne Frage viel Zeit und Mühe investiert, doch ich muss leider sagen, dass dieses Buch mir insgesamt nicht gefallen hat. Im Klappentext heißt es: "Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen, das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zu vor." Dem muss ich leider widersprechen. Selbstverständlich weiß ich jetzt sehr vieles über Michael Ende, aber einfühlsam waren diese 275 Seiten auf keinen Fall. Dass Endes Leben hier strikt chronologisch geordnet ist, fand ich nicht schlecht. So weiß man als Leser immer in welcher Zeit man sich gerade befindet und kann sich ungefähr vorstellen wie die damaligen Umstände waren. Allerdings wird auch immer mal wieder auf zukünftiges hingewiesen, was mich an manchen Stellen etwas verwirrte und durcheinander kommen ließ. Auf der einen Seite finde ich es wirklich gut, dass die Autorin viele Werke oder Auszüge davon zitiert, Behauptungen mit Briefen oder Aussagen von Weggefährten belegt, aber andererseits stört es stellenweise den Lesefluss und ließ mich persönlich nur langsam vorankommen. Gewisse Punkte, über die ich mir mehr Informationen gewünscht hätte, wurden in zwei oder drei Sätzen abgetan (beispielsweise der Tod von Endes erster Frau) und wieder andere Themen wurden über so viele Seiten zelebriert, dass sie mich stellenweise langweilten. Mich persönlich interessiert es nicht so brennend in welchen Straßen mit Hausnummer und Fassadenfarbe Michael Ende im Laufe seines Lebens gewohnt hat. Zwei weitere Negativpunkte sind zum einen Rechtschreibfehler oder das Fehlen ganzer Worte und die vielen Fremdworte, die meiner Ansicht nach nicht hätten sein müssen. Das Essen organisiert und rechnet der Geschäftsführer Wolfgang Werlé ab, der sieben Monate später, am 14. Juli 1990, zusammen mit seinem Halbbruder Walter Sedlmayr umbringen wird. (Seite 253) Natürlich weiß jeder, was damit gemeint ist, aber in einem Buch für 25€, dass nicht in solch riesigen Auflagen rauskommt wie manch gehypte Reihe, sollte so etwas nicht passieren. Zumal es mehr als einmal vorkommt. Fazit Dieses Buch ist interessant für Menschen, die einen sehr sachlichen Blick auf das Leben anderer Personen werfen möchten. Die keine Lust auf Emotionen oder die eigene Meinung des Autors haben, sondern sich mit Spekulationen und Hörensagen zufriedengeben. Der Hinweis auf das einfühlsame Porträt ist meiner Ansicht nach unwahr und vollkommen irreführend, da diese Biogrfie sachlicher und emotionsloser nicht hätte sein können. Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog. http://franzyliestundlebt.blogspot.de

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  • Eine schöne Biografie

    Michael Ende
    ejtnaj

    ejtnaj

    28. February 2016 um 13:00

    Wer kennt die Geschichten von Michael Ende nicht. Viele haben einen durch Kindheit und Jugend begleitet. Wobei er nie für das anerkannt wurde, es gab wie überall Neider. Eine Biografie über den Menschen Michael Ende gab es noch nicht und so hat Birgit Dankert gut 20 Jahre nach seinem Tod sich dieser Aufgabe gewidmet. Sie hat sich durch Archivmaterial gearbeitet, die mehr oder weniger in zwei Archiven gelagert sind. Aber auch mit Begleitern die Michael Ende durch sein Leben begleitet haben hat sie gesprochen und so ist es ihr gelungen eine umfangreiche Biografie über Ende zu schreiben.   Mich persönlich haben die Geschichten von Michael Ende von klein auf begeistert und eine Ausgabe der unendlichen Geschichte lässt sich noch heute in meinem Buchregal finden. Nur stellte ich mir oft die Frage, wer ist der Mensch hinter den Geschichten und was hat ihn dazu bewogen genau diese Geschichte zu schreiben. An die Biografie bin ich recht skeptisch rangegangen, da ich in den letzten Monaten einige Biografien las die mich einfach nicht überzeugen konnten. Dies war hier von Beginn an anders, zwar musste ich mich auch an die etwas trockene Schreibart einer Biografie gewöhnen, aber als dies geschehen war habe ich die Biografie sehr gerne gelesen. Gut ich habe länger Zeit zu lesen gebraucht als bei einem Roman, aber hier habe ich da Buch auch gerne mal zur Seite gelegt um das gerade gelesene sacken zu lassen und darüber nachzudenken. Herr Ende hatte ein bewegtes und ja auch unstetes leben geführt, was aber nicht heißt, dass ich seine Art zu leben nicht verstehen kann. Gerade zur Anthroposophie fühle auch ich mich etwas hingezogen, die Jahre in der Waldorfschule lassen sich  einfach nicht leugnen. Die Entscheidung nicht in einem üblichen Krankenhaus zu sterben kann ich verstehen, denn dort wird das sterben zwar begleitet aber eben viel ruhiger und familiär. Heutzutage würde man vielleicht eher in ein Hospiz gehen. Mich persönlich hat die Biografie dem Menschen Michael Ende näher gebracht und ich kann mir vorstellen, das Buch irgendwann noch einmal zu lesen.  

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  • Informative Biografie

    Michael Ende
    Deengla

    Deengla

    20. February 2016 um 13:56

    Kurzmeinung Eine Biografie, die sowohl für Laien als auch Literaturwissenschaftler angelegt ist und einem Autor Michael Ende näher bringt. Meine ausführlichere Meinung Das Buch ist unterteilt in sieben Abschnitte, die bestimmten Lebensabschnitten von Ende entsprechen. Diese Unterteilung empfand ich als sehr sinnvoll. Es werden einem die wichtigsten Eckdaten und Informationen präsentiert und Michael Endes Werk und Leben im Gesamten präsentiert. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass er Ambitionen als Schauspieler hatte und später dann auf einen Erfolg eines seiner fürs Theater geschriebenen Stücke hatte, der ihm zeitlebens mehr oder weniger verwehrt blieb. Spannend fand ich auch, mehr über die Entstehung von Endes Durchbruch ("Jim Knopf"), aber natürlich auch Hintergründe zu "Momo" und "Die unendliche Geschichte" zu erfahren. Es werden einem in diesem Buch jedoch auch immer wieder Ausschnitte aus eher unbekannteren Werken Endes präsentiert. Ich habe viel Neues erfahren und gelernt und habe nun ein besseres Bild vom Autor Ende. Der Mensch Ende scheint jedoch schwerer zu greifen gewesen zu sein, zumindest empfand ich es beim Lesen so. Schade fand ich, dass mir bei manchen Ereignissen zu wenig Informationen gegeben wurden oder diese zu knapp präsentiert wurden. Hier kann ich jedoch nicht beurteilen, ob dies eventuell einfach daran lag, dass die Autorin hierzu nichts weiter hat herausfinden können oder ob dies von ihr bewusst so gewählt wurde. Da sie ja mit Freunden und Bekannten Endes gesprochen hat, vermute ich, dass eher zweites zutrifft - vielleicht ja auch aus Respekt zu Endes Bekannten, die noch leben. Denn gerade, was den Tod seiner ersten Frau angeht und das Auftauchen seiner zweiten, die er schon vorher jahrelang als Geliebte hat, hält sich das Buch doch zu bedeckt. Der Schreibstil ist sachlich und gut zu lesen. Prima gefiel mir, dass auch einige Schwarz-Weiß-Fotos abgebildet sind und dass im Anhang eine Chronologie, ein Werksverzeichnis und ein Quellenverzeichnis zu finden sind. Fazit Im Großen und Ganzen eine gelungene Biografie, die sowohl Einblick in das Leben und das Gesamtwerk Endes gibt, welche jedoch auch an mancher Stelle für mich nicht ganz rund ist.

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  • Interessanter Träumer

    Michael Ende
    Donata

    Donata

    16. February 2016 um 10:23

    Michael Ende´s Leben und Schreiben hat mich sehr fasziniert. Außer seinen berühmten Romanen "Jim Knopf", "Momo" und "Die unendliche Geschichte" kannte ich nicht viel von ihm. Dass Ende auch Gedichte verfasst und für das Theater geschrieben hat, war mir neu. Auch sein Lebensweg durch Krieg und Krankheit war faszinierend. Leider fand ich den Schreibstil nicht flüssig zu lesen. Ich kam mir öfter vor, als würde ich eine Doktorarbeit durcharbeiten. Unter der Biographie dieses erstaunlichen Autors habe ich mir anderes vorgestellt. Für richtige Fans des Erfinders eines meiner Lieblingsbücher aber durchaus zu empfehlen.

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  • Der Autor hinter den Büchern, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben

    Michael Ende
    anette1809

    anette1809

    10. February 2016 um 22:59

    Zeit seines Lebens gab es keine Autobiographie von Michael Ende. Obwohl ich eine Handvoll seiner Werke mehr als nur einmal gelesen habe, wie die bekanntesten "Die unendliche Geschichte", "Momo", die beiden Bände von "Jim Knopf", weniger bekannte wie "Der lange Weg nach Santa Cruz" und einige seiner Bilderbücher, wusste ich gar nichts über sein Leben. Mit seinen Gedichten und Theaterwerken konnte ich, soweit mir bekannt, leider nie viel anfangen. Möglicherweise war das der ausschlaggebende Punkt, warum ich die Episoden in der Biographie, in denen seine Kinder- und Jugendbuchklassiker entstanden, am interessantesten fand. Birgit Dankert unterteilt die Biographie in folgende Zeitabschnitte: Vorwort * Kindheit im Künstleratelier (1929-1940) * Jugend und Krieg (1940-1949) * Experimente im Frieden (1949-1558) * Befreiung und Flucht (1957-1970) * Glück in Italien (1970-1975) * Welterfolg und Abschied (1975-1985) * München und Japan (1985-1995) Nachwort Anhang Lebensdaten Chronologisches Werksverzeichnis Literaturpreise Literaturverzeichnis Personenregister Werks-, Orts- und Sachregister Dank Bildnachweis Bereits auf der Inhaltsseite weisen Schlagworte den Weg, durch was Michael Ende in der jeweiligen Lebensphase geprägt wurde, z..B. "München und Japan: Neuanfänge, Schulden, Krankheit". Bevor ich in die Biographie eingestiegen bin, habe ich sowohl ausgiebig die Inhaltsangabe als auch den Anhang studiert. Allein aus Interesse, ob alle Werke, die ich von Ende kenne, in der Biographie Erwähnung finden, als auch, ob es noch weitere für mich lesenswerte Werke zu entdecken gibt, die bislang an mir vorbeigegangen sind. Dann startete ich mit leichten Anfangsschwierigkeiten in die Lebensgeschichte von Michael Ende, da Frau Dankert diese sehr nüchtern und sachlich abgehandelt hat. Der Text ist sehr fundiert, wissenschaftlich und objektiv gehalten. Es ist nicht wie in einer Autobiographie, wo man dem Autor näher kommt und manchesmal seine Charakterzüge weit über seiner Arbeit stehen, vielmehr ist es oftmals eine wissenschaftliche Abhandlung, eine Analyse wie der Autor zum Schreiben generell und zum Schreiben seiner besonderen Werke kam. Zu 80% habe ich das Buch mit sehr großem Interesse gelesen, nur wenn Michael und seine Frau Ingeborg politisch aktiv werden wollten, bestand bei mir kein großer ein Reiz zum Weiterlesen. Des Weiteren gab es Episoden, wo ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Seine Frau Ingeborg Hoffmann hat jahrelang hinter ihrem Mann gestanden und meiner Meinung nach konnte nur dank ihr der Autor aus ihm werden, der er letztendlich wurde. Umso mehr hat es mich enttäuscht, dass nach ihrer jahrelangen Lungenkrankheit, die sie nie von der Unterstützung Endes abgehalten hat, ihr Tod kaum mehr Platz als eine Erwähnung im Buch findet. Am Lebendigsten hat sich Michael Ende zwischen den Seiten für mich angefühlt, wenn man echte Zeitzeugendokumente lesen durfte, wie Verhandlungen zwischen Autor und Verlag, oder dem Suchen des Verlags nach einem Illustrator für eines von Endes Bilderbüchern. Weitere Nähe zum "Menschen" Ende entsteht durch die Aufnahme einiger schwarzweiß Fotographien in das Buch, abseits des im Alter vorangeschrittenen bärtigen Mannes, der einem vom Schutzumschlag entgegenlächelt. Das Lesen der Biographie von Michael Ende war für mich eindeutig eine Bereicherung, da einige seiner Titel meine Kindheit und Jugend über Jahre hinaus geprägt haben, und ich dennoch nie etwas über sein Leben und seine Art zu Schreiben und die weiteren Ziele, die er verfolgte, wusste. Danke Michael Ende, für das unglaubliche Vermächtnis, dass Sie mit Ihren Werken hinterlassen haben, und Danke Birgit Dankert, für das Zusammentragen der Informationen, Briefwechsel, Fotografien und Anekdoten, die neben der wissenschaftlichen Lebens- und Werksanalyse etwas Lebendigkeit und Persönlichkeit zwischen die Zeilen bringen.

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  • Michael Endes Leben und Wirken

    Michael Ende
    Moonwishes

    Moonwishes

    09. February 2016 um 12:32

      Michael Ende – Wohl der berühmteste deutsche Kinderbuchautor. Verfasser der „Unendlichen Geschichte“, des „Jim Knopfs“ und der „Momo“. Seine Werke sind bekannt in Deutschland, Europa, Asien, Amerika…….Wo eigentlich nicht? Aber wer steckt hinter diesem genialen Schriftsteller? Wer ist „Michael Ende“? Diese Frage wird in dieser Biografie versucht zu klären, es wird der Versuch unternommen diesen Menschen zu verstehen.   Das Cover und ist sehr schön gestaltet, sehr ansprechend. Ende sieht auf diesem Foto aus wie ein weiser Geschichtenerzähler, voller Fantasie und Empathie. Dieses Foto passt fantastisch zur Biografie Michael Endes. Der Klapptext ist macht, vor allem in Kombination mit dem Cover Lust aufs schmökern und Erfahren.   Zu Anfang muss klar sein, dass der Schreibstil der Autorin sehr gebildet und gehoben ist. Es werden viele Fremdwörter verwendet die ich oft auch nachschlagen musste. Wer sich schwer tut mit Fremdworten sollte von diesem Buch also eher Abstand nehmen. Es ist kein Lesebuch.   Die Biografie wurde in sehr interessante und prägnante Abschnitte geteilt. Was mir auch sehr gut gefiel war, dass die Autorin in der Biografie bei einem Thema blieb. Sie sprang nicht von Jahr zu Jahr und erzählte was alles zu diesem Zeitpunkt passiert ist sondern blieb bei einem Thema, behandelte dies durch die Jahre weg und wenn sie zu dem nächsten größeren Punkt gelangte, so sprang sie in den Jahren noch einmal zurück und ging wieder durch die Jahre, besprach was in den einzelnen Jahren für dieses Thema relevant war. Das war vor allem am Ende des Buches sehr gut gelöst.   Die Biografie an sich: unglaublich spannend. Das Leben, das Wirken, das Schaffen – Ende war eine spannende unbegreifliche Person. Selbst jetzt, nach der Biografie, habe ich noch nicht das Gefühl, dass ich diese Person verstanden, begriffen und nachvollzogen habe. Ich glaube, dass macht ihn gerade so spannend.   Mein letzter Punkt ist das Nachwort. Das Nachwort hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Die Biografie endete mit dem Tod Endes, im Nachwort wird dann berichtet, was alles nach seinem Tod noch passierte. Warum? Warum wurde das Nachwort nicht mit in die Biografie genommen? Ich persönlich finde das wäre dort sehr viel besser aufgehoben. Es behandelt schließlich noch das Werk und das Nachwirken des Schriftstellers. Im Nachwort hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin sich über ihre Erkenntnisse äußert. Wie hat sie die Recherchen erlebt, wie sieht sie Ende nachdem sie so viel über ihn geschrieben, gelesen und erfahren hat? Diese Möglichkeit der Autorin ist aber gänzlich zu kurz  gekommen. Wirklich sehr sehr schade.   Schlussendlich finde ich diese Biografie sehr schön, spannend und lehrreich. Sie nimmt einen mit, fesselt einen und regt zum Träumen an. Nur das Nachwort und die vielen Fachbegriffe waren störend.

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  • Wie war Michael Ende so?

    Michael Ende
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    02. February 2016 um 18:26

    Michael Ende- der Autor von den Erfolgsbüchern wie "Momo" und "Die unendliche Geschichte" hat nie sehr viel von sich Preis gegeben, ein Versprechen an das er sich, bis zu seinem Tod, gehalten hat. Michael Ende war/ist mit seinen Büchern der Held meiner Jugend und ich habe seine Bücher verschlungen. Birgit Dankert hat nun über den Michael Ende geschrieben- ihre Hintergrundsinformationen liefern alte Freunde, Wegbegleiter, ehemalige Mitarbeiter, sowie Aufzeichnungen von Michael Ende selbst. Sie beschreibt die Kindheit von Michael Ende unter dem Haushalt seiner christlichen Mutter und seinem Vater als Künstler, wie er die Nazi- und Kriegszeit erlebte. Als Schüler war er nie herausragend, lieber hing er Tagträumen nach, er wollte Schauspieler werden und ans Theater gehen, aber der Weg wurde ihm durch viel versperrt. Die Autorin erzählt von den Entstehungen seiner weltbekannten Bücher, wie Michael Ende doch noch zum Schreiben kam, wie er seine Umwelt wahrnahm, wie er als Mensch fungierte und er war ein sehr leidenschaftlicher Liebhaber mit mehr als einer Ehefrau. Bis zu seinem Krebstod im Jahre 1995 gelingt es der Autorin den Michael Ende zu beschreiben, über ihn zu schreiben wie er wirklich gewesen ist. Vieles war mir neu, auch seine Erkrankung, aber trotz seinen Macken und manchal verwirrenden Ansichten war er ein Genie auf seinem Gebiet, auch wenn er es oft als Fluch angesehen hat. Ich zolle der Autorin meinen Respekt für diese Biographie! Ich denke es ist nie leicht über verstorbene Persönlichkeiten zu schreiben aber würde Michael Ende noch leben hätte er bestimmt den ein oder anderen Einwand gehabt ;) Was mich allerdings doch etwas störte waren die manchmal stark verschachtelten Sätze oder auch Fremdwörter, das kam manchmal einfach sehr gehoben und doch holzig rüber und machte das Lesen etwas schwerer. Trotzdem- in meinen Augen ein Muss für Michael Ende Fans.

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