Birgit Ebbert Brandbücher

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Inhaltsangabe zu „Brandbücher“ von Birgit Ebbert

Die junge Karina findet im Haus ihrer verstorbenen Großtante geheimnisvolle Postkarten. Die Suche nach deren Ursprung führt sie 70 Jahre zurück, in das Jahr 1933, als ihre Großtante Haushälterin bei einem jüdischen Buchhändler war. Hautnah musste ihre Großtante miterleben, wie der Einfluss der Hitler-Getreuen wuchs und in Münster die Bücherverbrennung vorbereitet wurde. Karina taucht tief in die damaligen Geschehnisse ein und gerät schließlich in Lebensgefahr. Denn sie stößt auf Machenschaften, die bis heute unentdeckt blieben.

Die Geschichte ist ergreifend und spannend, wenn auch manchmal ein bisschen "kindlich" geschrieben. Aber die Handlung hat mich gefesselt.

— DieMouche
DieMouche

Eine Story auf zwei Zeitebenen, bei der kräftig in die Klischeekiste gegriffen wurde.

— Arun
Arun

Beklemmend und spannend!

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Berührendes Buch das zum nachdenken anregt. Was diesen Menschen angetan wurde, ist grausam und Unmenschlich.

— eulenmama
eulenmama

Ein fesselndes Buch, bin begeistert.

— PatriziaZannini
PatriziaZannini

Spannend, berührend, nachdenklich machend.

— Monika58097
Monika58097

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    Brandbücher
    Felice

    Felice

    Leicht fällt es mir nie, Bücher über die Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs zu lesen. Dieses ist zwar nicht biografisch oder auf einer wahren Begebenheit basierend, aber die Autorin hat es sehr gut geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die sich genau so hätte abspielen können. Die drei Erzählstränge sind logisch aufeinander aufgebaut, mir hat nur am Ende gefehlt, dass nicht auf den weiteren Lebensweg mancher Protagonistennach 1938 eingegangen wird. Auch finde ich die Vorgehensweise der Recherche nicht immer 100%ig logisch, insgesamt bin ich aber zufrieden mit der Lektüre.

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    • 3
  • Hervorragender historischer Roman

    Brandbücher
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    23. October 2013 um 00:28

    „Unglaublich, dieses Netz, das sich über die Menschen und die Zeit spannt“. Karina findet im Haus ihrer verstorbenen Großtante Katharina Postkarten aus dem Jahr 1933, die diese an sich selbst adressiert hat. Die Postkarten sind in Stapeln geordnet und weisen jeweils eine Buchstaben-Zahlen-Kombination auf. Nachdem Karina dieses System entschlüsselt hat, fügen sich die Karten zu einer bestürzenden Geschichte. 1933 war Karinas Tante Haushälterin bei einem jüdischen Buchhändler in Münster. So hat sie hautnah miterlebt, wie die Nationalsozialisten immer stärker wurden, während gleichzeitig das Leben für Juden immer schwerer und gefährlicher wurde. Das traf besonders Samuel, den Sohn ihres Chefs, dessen enger Freund Bruno sich augenblicklich der neuen Bewegung anschloss, den Hass gegen die Juden nach Kräften anfachte und die Münsteraner Bücherverbrennung organisierte. Nach und nach deckt Karina auf, was damals geschehen ist, und gefährdet sich damit in der Gegenwart. Denn die alten Netzwerke sind noch aktiv… Die unterschiedlichen Handlungsstränge und Zeitebenen dieses Buches sind hervorragend miteinander verknüpft und verbinden sich zu einer spannenden Geschichte mit lebendigen Charakteren. Eine richtige Krimihandlung hat dieses Buch zwar nicht, jedoch liest es sich spannend wie ein Krimi. Vor allem aber handelt es sich hier um einen herausragenden historischen Roman mit interessanten Informationen, zum Beispiel, wie der Begriff „sitzenbleiben“ in der Schule entstanden ist. Sehr hilfreich ist der Anhang mit seinem kompetent geschriebenes Nachwort, einer Entschlüsselungshilfe für den jüdischen Kalender und weiterführenden Literaturangaben. Dieses Buch macht den Wahnsinn der Bücherverbrennungen greifbar. Die es übrigens nicht nur 1933 gab. Der Versuch, Wissen und Bildung zu vernichten, indem man Bücher verbrennt (und heutzutage auch, indem man das Internet sperrt), ist auch heute gang und gäbe. „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, dieser Satz von Heinrich Heine ist leider immer noch aktuell.

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  • Zeitgeschichte erfrischend neu und spannend interpretiert

    Brandbücher
    J-B-Wind

    J-B-Wind

    28. August 2013 um 20:09

    Birgit Ebbert ist längst keine unbekannte Autorin mehr. Sie blickt bereits auf zahlreiche Veröffentlichungen zurück, vor allem im Bereich Kinder- und Jugendbuch, sowie Lernhilfen. Mit »Brandbücher« gibt sie nicht nur ihr Krimidebüt im Gmeinerverlag sondern legt auch ihren ersten Roman für Erwachsene vor. Das Thema Bücherverbrennung beschäftigt sie schon seit vielen Jahren, seit sie im Rahmen ihrer Dissertation über Erich Kästner festgestellt hat, dass viele Autoren nie wieder an ihre Erfolge vor der Bücherverbrennung anknüpfen konnten. Das hat die Autorin Ende der 90er Jahre dazu gebracht, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Anfang des neuen Jahrtausends richtete sie die erste Internetseite zum Thema ein, hielt Vorträge und sammelte Materialien über die Bücherverbrennung. Auf der Website www.bücherverbrennung.de gibt es Listen von Autor/innen, die damals aus den Regalen verbannt wurden, sowie andere sinnvolle Informationen, wie zum Beispiel in welchen Städten Bücherverbrennungen stattgefunden haben und wann genau. In ihrem Nachwort erwähnt die Autorin, sie habe diese Seite eingerichtet, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass diese Zeit und Aktion nicht in Vergessenheit geraten mag und den Menschen eine Lehre sei. Das Wort »Bücherverbrennung« ist denn meisten von uns ein Begriff. Als die Nationalsozialisten unter Hitler die Macht übernahmen, die ersten Juden gebranntmarkt und denunziert wurden, formierten sich Studentenverbindungen, die 1933 die erste öffentliche Verbrennung von Büchern jüdischer Autor/innen initierten. Dass viele Werke diese grausame Zeit überstanden und nicht in Vergessenheit geraten sind, hat man sicher vielen Menschen zu verdanken, die heimlich Bücher versteckten oder außer Landes brachten. Im Mittelpunkt von »Brandbücher« steht die 24jährige Karina, die im Haus ihrer verstorbenen Großtante geheimnisvolle Postkarten findet, die in diversen Stapeln gebündelt sind. Jeweils mehrere Postkarten mit derselben seltsamen Zahlen- und Buchstabenfolge erzählen zusammen aus einem Tag im Leben ihrer Großtante. Karinas Nachforschungen führen in das Jahr 1933 zurück, in dem ihre Großtante als Haushälterin bei dem jüdischen Buchhändler Jakob Weizmann gearbeitet hat. Karina ist fasziniert von ihrer Entdeckung, lässt nicht locker und recherchiert gemeinsam mit ihrer Freundin Jenny und dem Pfarrer Martin, was hinter den Karten steckt. Bei ihren Nachforschungen deckt sie dunkle Machenschaften auf und gerät selbst in Gefahr. »Brandbücher« ist ein fiktiver Krimi mit einem realen historischen Hintergrund. Birgit Ebbert verwendet hierfür mehrere Erzähl- und Zeitebenen, sowie Perspektiven. Zum einen ist der Erzählstrang von Karina und ihren Recherchen, der durch Rückblicke in das Jahr 1933 unterbrochen wird, in denen der Sohn des Buchhändlers Samuel im Mittelpunkt steht, der seinen ehemaligen besten Freund Bruno Schulze-Möllering an die Nazibewegung verliert und einer der ersten ist, der den Hass gegen Juden am eigenen Leib miterlebt. Zusätzlich beginnen viele Kapitel mit Auszügen aus den rätselhaften Postkarten. Sprache, Schreibstil und Erzähltechnik erweckten bei mir von Anfang an den Eindruck einen Jugendkrimi zu lesen, bzw. einen Roman für junge Erwachsene. Ich würde den Roman als All-Age Roman bezeichnen und auch nicht unbedingt als Krimi. Die Hauptfigur Karina ist erfrischend, mädchenhaft und sympathisch gezeichnet. Auch der Pfarrer erscheint jugendlich und dynamisch. Die Freundin Jenny wirkt von ihrer Art und Sprache her wie ein Teenager. Die Rückblenden in die Vergangenheit schildert die Autorin eindrucksvoll und derart authentisch, dass man meinen könnte, sie wäre selbst dabei gewesen. Somit ist dieser Spannungsroman auch eine Art Zeitdokument, denn Birgit Ebbert verwendet Originalauszüge aus den »12 Thesen wider den undeutschen Geist« und den »Feuersprüchen«. Die betreffenden Stellen sind im Buch mit einem Sternchen markiert. Die Schauplätze sind bildstark beschrieben. Durch die lockere und leichte Sprache und die große Schrift lässt sich das Buch schnell und zügig lesen. Der Plot, sowie dessen Auflösung funktioniert einwandfrei. Auch am Aufbau der Geschichte gibt es nichts auszusetzen. Alles ist schlüssig, logisch und gut strukturiert. Einzig das Lektorat war hier leider nicht effizient genug. Alles in allem ist Brandbücher ein solider, informativer, semi-historischer (Kriminal)roman für junge Erwachsene, den man durchaus als Lektüre in den (Geschichts)unterricht einbauen könnte. Das Cover unterstreicht den Inhalt des Krimis ausgezeichnet, ebenso auch meinen Eindruck, es würde sich um ein Jugendbuch handeln (durch den Jungen, der darauf abgebildet ist). Das ausführliche Nachwort der Autorin, der Verweis auf ihre Homepage über die Bücherverbrennung, die wirklich sehr eindrucksvoll ist und lange zum Verweilen einlädt, eine Enschlüsselung des jüdischen Kalenders, sowie ein Quellennachweis auf den letzten Seiten, runden das Buch gelungen ab. Es gibt auch nach der kurzweiligen Lektüre viel zu entdecken und erfahren, somit gibt es von mir eine klare Leseempfehlung! Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Leseerlebnis der besonderen Art.

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  • Erst brannten die Bücher, dann die Menschen

    Brandbücher
    marion_bonk

    marion_bonk

    21. July 2013 um 17:32

    Nach dem Tod ihrer Großtante findet Karina beim Ausräumen des Hauses auf dem Dachboden geheimnisvolle, beschriebene Postkarten. Bei ihrer Suche nach dem Verfasser und dem Sinn der Karten wird sie in das Jahr 1933 zurückgeführt. Ihre Großtante, damals Haushälterin im Haushalt eines jüdischen Buchhändlers, erlebt, wie die Bücherverbrennung in Münster vorbereitet wird. Karin sticht mit ihrer Suche in ein Wespennest der „ehrbaren Bürger“ Münsters und begibt sich dadurch selber in Gefahr, weil sie den gut gehüteten Geheimnissen der NS-Zeit immer näher kommt. Meine Meinung: Birgit Ebbert hat es geschafft eine dunkle Seite der deutschen Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen und sehr guter Sachkenntnis in einen spannenden Krimi zu verarbeiten. Der Wechsel zwischen dem Inhalt der Postkarten, Szenen aus dem Jahr 1933 und der Gegenwart ist sehr gut gelungen und vermittelt dem Leser doch eine ineinander übergehende Handlung. Gute Recherchen zu dem Thema und Original-Aussprüche oder –Verordnungen aus dieser Zeit, die im Text markiert sind, machen das Ganze noch interessanter. Die Veränderungen mancher Personen im immer weiter greifenden Aufbau des Naziregimes sind so realistisch dargestellt, dass man an manchen Stellen des Buches zu gern die Charaktere schnappen und schütteln möchte, um sie aufzuwecken. Der sich im Anhang befindende jüdische Kalender macht es dem Leser leichter mit den Daten der Postkarten umzugehen. Besonders beeindruckt mich das Nachwort der Autorin, in dem sie sehr gut ihre Gefühle und Beweggründe zur Entstehung des Buches wiedergibt. Ich weiß nicht, ob ich es unbedingt als Krimi bezeichnen würde, eher als einen Roman, der sich mit der Aufarbeitung unserer Vergangenheit beschäftigt, mit Spannung wegen der Bedrohung der Hauptperson. Auf alle Fälle wieder mal ein sehr gelungenes Werk zu einem leider nie endenden brisanten Thema, ein Muss für Jeden, der sich mit diesem Thema befasst und gleichzeitig die Spannung liebt.

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  • Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen

    Brandbücher
    Monika58097

    Monika58097

    14. July 2013 um 12:03

    Dieses Zitat von Heinrich Heine macht sogleich nachdenklich, aber direkt auch neugierig auf diesen aussergewöhnlichen Roman von Birgit Ebert. Karina soll das Haus ihrer Grosstante Katharina entrümpeln. Dabei findet sie 70 Jahre alte Postkarten, die ihre Grosstante an sich selbst geschrieben hat. Als sie sich in die alte Schrift hinein gelesen hat, wird Karina sofort in den Bann gezogen. Was hat es mit den alten Postkarten auf sich? Welche Geschichte wird hier erzählt? Ihre Grosstante hat 1933 als Haushälterin bei dem jüdischen Buchhändler Jakob Weizmann und seinem Sohn Samuel gearbeitet. Die Zeiten sind unruhig. Die Macht der Hitler-Getreuen wächst von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Das Leben und Überleben der Juden wird immer schwieriger. Auch Katharina wird angefeindet, da sie im Haushalt eines Juden arbeitet. Samuel, der in Münster studiert, erfährt die veränderte Welt hautnah. Sein Zimmer wird ihm gekündigt. Sein ehemaliger Freund Bruno hat nur noch Spott und Hohn für ihn übrig. Bruno, mit dem er einst durch dick und dünn gegangen ist. Bruno, der jetzt in der Partei ist - ein Braunhemd. Was ist bloss aus dem einst netten Jungen geworden? Es macht Bruno Spass, seinen ehemaligen Freund Samuel und dessen Vater zu quälen. Und dann ist es gar Bruno, der die Bücherverbrennung in Münster mit ins Rollen bringt, obwohl Bruno es doch immer war, der so gerne im Hinterzimmer der Buchhandlung gelesen hat. Karina ist von der Geschichte ihrer Grosstante fasziniert und möchte mehr herausfinden. Dabei hilft ihr unverhofft der nette Pfarrer Martin Kleine. Karina muss jedoch schnell feststellen, dass es einigen Leuten im Ort gar nicht so recht ist, dass sie in der Vergangenheit Recherchen betreibt. Karina wird bedroht. Eines Tages wird sogar die Scheune neben dem Wohnhaus ihrer Grosstante angezündet. Warum? Birgit Ebberts Roman "Brandbücher" ist ein Roman, der fasziniert und aus der Masse heraussticht. Szenen, wenn auch fiktiv, doch so lebendig beschrieben, als hätten sie sich so zugetragen und das haben sie ja auch, mit anderen Personen und Menschen. Ein Roman, der einen schaudert lässt und nachdenklich macht. "Brandbücher" ist so spannend, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Das Buch hat mich gefesselt und begeistert. "Brandbücher" ist als Kriminalroman erschienen, doch ist es das auch? Es ist weitaus mehr. Es ist Spannung und Geschichte pur. Unbedingt empfehlenswert! Und wer die Möglichkeit hat, eine Lesung von Birgit Ebbert zu besuchen, der sollte dies schnell tun. Ich durfte sie in Hagen erleben. Ich habe selten eine so spannende und unterhaltsame Lesung erlebt.

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