Birgit Fiolka Hatschepsut. Die schwarze Löwin: 1

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hatschepsut. Die schwarze Löwin: 1“ von Birgit Fiolka

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der Kampf einer Löwin

    Hatschepsut. Die schwarze Löwin: 1
    Sit-Hathor

    Sit-Hathor

    25. January 2015 um 20:28

    Die Königstochter Hatschepsut sieht sich großen Gefahren ausgesetzt, als ihr Vater, der Pharao stirbt, und ihr Halbbruder und Gemahl Thutmosis zum neuen Pharao Ägyptens gekrönt wird. Thutmosis entpuppt sich als schwacher und unfähiger Regent, der unter dem Einfluss seiner missgünstigen Mutter Mutnofret steht und den Launen seiner Nebenfrau Isis eher nachgibt, als den weitsichtigen diplomatischen Ratschlägen seiner Schwestergemahlin Hatschepsut zu folgen. Nicht nur, dass Thutmosis Hatschepsut misstraut, er setzt systematisch alles daran, sie von denen zu isolieren, die ihr treu ergeben sind. Für Ägypten bahnt sich eine außenpolitische Katastrophe an, als eine Revolte an der nubischen Grenze losbricht. Hatschepsut beschließt zu handeln, sie zieht mit einem kleinen Heer, das Thutmosis ihr zugesteht, nach Süden, wo sie sich für die ehemalige Leibwache ihres Vaters einsetzt und wider Erwarten die Aufstände in Nubien niederschlagen kann. Nach diesem Erfolg steht nicht nur das Heer geschlossen hinter Hatschepsut, sondern sie gewinnt auch immer mehr Fürsprecher bei Hofe und bei der mächtigen Priesterschaft des Amun. Dieses Buch erzählt nicht, wie so viele andere, die über Hatschepsut geschrieben wurden, von ihrer unproblematischen Friedensherrschaft und einer harmonischen Regierungszeit sondern von ihrem langen und mühsamen Weg zur Macht. Hatschepsut hat zu kämpfen - gegen höfische Parteien und Priesterschaften, Vorurteile, Misstrauen, Familienintrigen und Aberglauben. Das alles stellt keinen Widerspruch zu Hatschepsuts Friedensherrschaft und Politik dar, denn die Kämpfe und Intrigen finden nicht mit offen zur Schau getragener Gewalt vor den Augen des Volkes statt, sondern hinter Tempel- und Palastmauern, im sengenden Sand der nubischen Wüste und in den Köpfen von Hatschepsuts Gegnern. Auch hat Hatschepsut in diesem Roman anfangs keinesfalls geplant oder auch nur die Ambition, sich zum Pharao krönen zu lassen ... es sind ihre Berater - und ein göttliches Orakel - die ihr schließlich den Weg in diese Richtung weisen. Das alles findet dankenswerter Weise mit dem Gedankengut des Alten Ägypten statt, was der Geschichte einen authentischen Ausdruck verleiht. Entscheidungen werden aufgrund altägyptischer Überzeugungen und der Moral eines vorchristlichen Weltbildes getroffen. So schlägt sich Hatschepsuts Ratgeber Senenmut nach einem traumatischen Erlebnis in den Balsamierungsstätten mit Zweifeln um die Göttlichkeit der Königsfamilie und empfindet gleichzeitig große Schuld deshalb. Ebenfalls ein starker Charakter des Buches ist Sary, der Kommandant von Hatschepsuts Leibwache. Ihn und Hatschepsut bindet Schuld und Hass aneinander. Im wachsenden Wahnsinn Sarys, der sich vom rachsüchtigen Ach (einem Teil der altägyptischen Seele) seines toten Bruders verfolgt fühlt, verbirgt sich zudem eine psychologische Studie der altägyptischen Geisteswelt. Bedeutungsgeladen ist auch die Kapitelaufteilung des Buches, die jeweils nach einer der zwölf Nachtstunden benannt wurden, in denen der Sonnengott Re den Gefahren der Unterwelt trotzen muss. Genau so erscheint Hatschepsuts Leben - von Beginn an sitzt ihr eine manchmal greifbare dann wieder nicht greifbare Gefahr im Nacken, ständig muss sie um ihr Leben fürchten, und es bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich all diesen Gefahren zu stellen und sich den Weg frei zu kämpfen. Die Autorin hat sich sehr viel Platz und Raum gelassen, um die Herrschaft und das Leben Hatschepsuts neu zu interpretieren und von allen Seiten zu beleuchten - und das ist ihr ausgesprochen gut gelungen. Die gute Grundlagenforschung und Beschäftigung mit der altägyptischen Gedankenwelt spiegelt sich schließlich auch in einer passenden und angemessenen Sprache wieder, die sich z.B. mit dem Stil von Margaret Georges wundervoller Roman-Biografie "Kleopatra", um die letzte ägyptische Pharaonin vergleichen lässt. Erzählt wird in diesem ersten Teil die Geschichte von Hatschepsuts Weg zur Macht bis zu ihrer Krönung zum Pharao. Wem der erste Teil gefallen hat, sollte auch unbedingt den zweiten Teil "Hatschepsut - Der goldene Falke" lesen, in dem die Regierungszeit der großen Pharaonin beschrieben wird.

    Mehr